13. Oktober 1766

Don Ferdinand von Sterzinger hält Reden gegen den „Hexenwahn“

München * Der „Theatiner-Pater“ Don Ferdinand von Sterzinger hält eine Rede gegen den „Hexenwahn“. Sein Vortrag befasst sich mit „dem gemeinen Vorurteil der wirkenden und tätigen Hexen“.

Er geht als Vertreter der „Aufklärung“ gegen „Aberglauben und Unwissenheit“ vor. Seine Schriften gegen „Hexen“ sowie das „Zauber- und Gespensterwesen“ bringen ihm grenzüberschreitende „Achtung und Anerkennung“ ein.

Der „Theatinerpater“ bricht damit eine langwierige Diskussion vom Zaun, die als „Baierischer Hexenkrieg“ bekannt wird. Im weiteren Verlauf streitet man in 28 „Streitschriften“ um das Für und Wider.

Als besondere Gegner des „Theatinerpaters“ offenbaren sich die „Benediktiner von Scheyern“, deren „Kreuzreliquie“ angeblich gegen „Verhexung“ wirksam ist und die in der Demontage des „Zauberei-Tatbestands“ ihr Geschäft mit den von ihnen vertriebenen „heiligen“ Gegenständen gefährdet sehen. 

Doch Dank der Stellungnahme der „Akademie der Wissenschaften“ kommt es in „Churbaiern“ zu keinen „Hexenverfolgungen“ mehr. Auch in anderen süddeutschen Territorien erlahmen schließlich die „Hexenverfolgungen“


1766

Suchbegriffe

Hexenverfolgung, Hexen, Hexenwahn, Aufklärung, Aberglauben, Streitschrift, Benediktiner von Scheyern, Kreuzreliquie, Akademie der Wissenschaften,

Personen


Weitere Ereignisse im Jahr 1766

1766

Nancy * Mit der erfolgten Vertreibung und Enteignung der „Jesuiten“ in Nancy geht die Leitung des Kollegs an ein weltgeistliches Gremium über. 

Seit dieser Zeit stehen „Realien“ im Mittelpunkt des Unterrichts von Maximilian Joseph von Montgelas, also Naturwissenschaften, Geschichte, Geographie und neue Sprachen.

März 1766

Bogenhausen * Die Umbauarbeiten an der Bogenhausener „Georgskirche“ beginnen.

1. April 1766

Parsberg bei Miesbach * In der Nacht vom 1. zum 2. April 1766 findet in Parsberg bei Miesbach das „Parsberger Treiben“ statt. 

Das „Opfer“ ist Maria Aignmann, die Tochter des „Sterzlbauern“, die sich mit dem ledigen Bauernsohn Anton Preißl aus dem gleichen Dorf eingelassen und ein Kind geboren hat.
An dem „Haberfeldtreiben“ sind 23 Männer beteiligt, von denen nur einer verheiratet ist. Sie sind zwischen 16 und 26 Jahre alt.

Die dargebrachten „Spottverse“ sind sowohl für die Tochter des „Sterzlbauern“, aber auch einigen Bauern aus Parsberg und Bürgern vom nahen Miesbach gewidmet. 

20. August 1766

Miesbach - München * Der „Gerichtspfleger“ von Miesbach leitet eine Untersuchung ein, die umgehend zur Inhaftierung von neun „Haberern“ des „Parsberger Treibens“ vom 1./2. April 1766 führt.

Der folgende „kurfürstliche Erlass“ vom 20. August 1766 stellte das erste Dokument der Verfolgung des „Haberfeldtreibens“ durch die baierischen Behörden dar. 

22. September 1766

München * Der baierische Kurfürst Max III. Joseph und sein wittelsbachischer Verwandter Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz schließen eine „Erbverbrüderungs-Erneuerung“.  

Darin werden Baiern und Pfalz erstmals als „unteilbarer Gesamtbesitz des Hauses Wittelsbach“ bezeichnet. 

9. November 1766

München * Auf der Rückreise von der großen „Konzertreise“ geben die Mozartkinder ihr erstes „Hofkonzert“ in München.

21. November 1766

München * Wolfgang und Nannerl Mozart geben ihr zweites „Hofkonzert“ in München.


Verwendet in Führung:

23. Maximilianstraße
29. Graggenau



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