12. Juli 1948

Im ehemaligen Führerbau wird das Amerikahaus eröffnet

München-Maxvorstadt * In der Arcisstraße 12, im ehemaligen sogenannten „Führerbau“, wird das „Amerikahaus“ eröffnet.

Nach dem am 27. Januar 1948 in den USA verabschiedeten „Smith-Mundt Act“ sollte auch den Deutschen die amerikanische Lebensweise und die damit verbundenen politischen Ideale näher gebracht werden.

Die „Amerikahäuser“ sehen sich als „Zentren der Positiven Propaganda“ und sollen dem Loslösen von nationalsozialistischen, später auch kommunistischen Leitbildern dienen und die Völkerverständigung fördern. 


1948

Suchbegriffe

Arcisstraße 12, Amerikahaus, Führerbau, Smith-Mundt Act, Positive Propaganda, Völkerverständigung, nationalsozialistisches Leitbild, kommunistisches Leitbild,

Weitere Ereignisse im Jahr 1948

1948

München-Lehel - Praterinsel * Nach einem Beschluss des Münchner Stadtrats darf der „Deutsche Alpenverein - DAV“ das Gebäude des zerstörten „Alpinen Museums“ auf der „Praterinsel“ weiterhin mietfrei nutzen.

Herbst 1948

München-Englischer Garten - Hirschau * Die erste Turbine im wieder instandgesetzten „Maffei-Kraftwerk“ geht in Betrieb und liefert Strom für die Getreidemühlen der „Kunstmühle Tivoli“.

Langsam überträgt sich der Name „Tivoli“ auf das ehemalige „Maffei-Kraftwerk“.

1948

München * Der Zeichner und Bühnenbildner für Theater und Film, Hannes König, übernimmt den Landesvorsitz der „Gewerkschaft der geistig und kulturell Schaffenden“.

1948

München-Maxvorstadt * Die Trümmergrundstücke, die sich im Eigentum der „Amper-Werke“ an der Brienner Straße befinden, werden auf eigene Initiative geräumt.

1948

München-Obergiesing * Nach dem Weltkrieg wird das „Freikorps-Denkmal“ von Unbekannten sang- und klanglos abgebrochen und wahrscheinlich zerstört.

1948

Bernried * Dr. med. Alfred Haas stellt den „Antrag auf Rückerstattung seines Anwesens und Sommerhauses in Bernried“

Doch die Verhandlungen mit dem „Gemeinderat“ und dem „Landratsamt“ ziehen sich über acht Jahre hin.

Um 1948

München-Englischer Garten - Hirschau * Die Wiese vor dem „Parkrestaurant Hirschau“ wird zubetoniert und damit in eine riesige „Parktanzfläche“ umgewandelt, wo Big-Bands aufspielten.

1. Januar 1948

München-Maxvorstadt * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten bis 12. Januar gemeinsam im „Simpl“ auf.

9. Januar 1948

München-Englischer Garten - Tivoli - Hirschau * Philipp Mathes, der Direktor der „Kunstmühle Tivoli“ beginnt mit der „Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen“ über die Übernahme des Kraftwerks des ehemaligen „Maffei-Kraftwerks“ am Eisbach zu verhandeln.

22. Januar 1948

München-Haidhausen * Karl Valentin und Liesl Karlstadt geben bis 31. Januar ein Gastspiel im „Bunten Würfel“ an der Preysingstraße 42.

9. Februar 1948

Planegg * (Rosenmontag) Karl Valentin stirbt im Alter von 65 Jahren in seinem Haus in Planegg.

11. Februar 1948

Planegg * (Aschermittwoch) Karl Valentin wird auf dem Friedhof in Planegg beigesetzt.

10. März 1948

Nürnberg * Der Prozess gegen den „Lebensborn e.V.“ endet mit der Verkündigung des Urteils.  

In den Prozessen konnte die Anklage nicht den Beweis erhärten, dass im „Lebensborn e.V.“ die „gelenkte Fortpflanzung“ betrieben worden sei.

Die Richter sprechen den Verein sogar von der Beteiligung an Verbrechen frei und bestätigten ihm seinen gemeinnützigen Zweck, wonach es Heinrich Himmler und der „Lebensborn-Führung“ darum ging, die „ledige Mutter und ihr Kind“ vor der Diffamierung durch die Gesellschaft zu schützen.
„Angestrebt wurde vielmehr, die soziale Stellung der Mutter und ihres Kindes zu erleichtern“.

29. März 1948

München * Mit der Lizenzierung der „Bayernpartei - BP“ am 29. März 1948 erwächst der CSU in Bayern eine nicht ganz ungefährliche Konkurrenz.

Unter der Führung von Joseph Baumgartner, der von 1945 bis 1947 der CSU angehört hatte, kämpft die „Bayernpartei“

  • für einen „selbstständigen bayerischen Staat“,
  • bekämpft den „Bonner Zentralismus“ und
  • lehnt das „Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland“ ab.
Mai 1948

München-Bogenhausen * Im Garten der Bogenhausener „Lauer-Villa“ finden „Solidaritäts-Kundgebungen“ für den im Entstehen begriffenen „Staat Israel“ statt.

12. Mai 1948

Handsworth * Steve Winwood, Multi-Instrumentalist, Songwriter und Sänger, wird als Stephan Lawrence Winwood in Handsworth, Birmingham, England geboren. 

23. Mai 1948

Pullach - München-Kreuzviertel * Die sterblichen Überreste von Pater Rupert Mayer werden vom „Ordensfriedhof der Jesuiten“ in Pullach in die „Bürgersaalkirche“ überführt und dort beigesetzt.

Juni 1948

München-Au * Nach längeren Verhandlungen stellte die Stadt München dem Traditions-Sportverein „TSV München Ost“ einen Platz an der Sieboldstraße in der Hochau zur Verfügung.

Nach Juni 1948

München * Die Stadt München beauftragt Baufirmen mit dem Beseitigen der Trümmer. 

Bezahlt wird nach geräumter Schuttmenge und nicht nach Arbeitszeit. 

September 1948

München-Theresienwiese * Als Ersatz für das „Oktoberfest“ wird ein „Herbstfest“ durchgeführt.

Damit ist das „Oktoberfest“ seit seiner Gründung 24 Mal ausgefallen.

1. Oktober 1948

Freistaat Bayern * Das „Bayerische Rundfunkgesetz“ tritt in Kraft.

Zwei Ziele standen bei den amerikanischen Überlegungen zur „Rundfunkpolitik“ nach amerikanischem Vorbild im Vordergrund:  

  • Vermeidung von staatlicher Einflussnahme
  • Dezentralisierung.

Als Vermächtnis dieser Politik vereint die „ARD“ heute neun „Rundfunkanstalten“ unter ihrem Dach. 

15. Oktober 1948

München * Um Hitlers Nachlass zu regeln, wird ein Verfahren vor der „Spruchkammer München“ eingeleitet.

„Rechtsanwalt“ Otto Gritschneder übernimmt „pro forma“ die Verteidigung des Ehepaares Adolf und Eva Hitler, geborene Braun, „in absentia“.

Dabei wird der „Führer“ als „Hauptschuldiger“ eingestuft und sein gesamtes Vermögen zugunsten des „Landes Bayern“ eingezogen.
Dazu zählen auch die Autorenrechte für „Mein Kampf“.

Ein Antrag von Adolf Hitlers Schwester, Paula Wolf, auf Auszahlung des ihr im „Testament“ des Bruders zugedachten „Erbteiles“ wird vom Gericht abgelehnt und das „Testament“ selbst für ungültig erklärt.

31. Oktober 1948

München-Bogenhausen * Die „Gedenktafel“ an Alfred Delp, Dr. Hermann Joseph Wehrle, Ludwig Freiherr von Leonrod und Franz Sperr an der Bogenhausener „Georgskirche“ wird enthüllt.

13. Dezember 1948

München * Der Prozess gegen den „Scharfrichter“ Johann Reichhart vor der „Spruchkammer IV“ beginnt. 

Er wird als „Hauptschuldiger“ angeklagt und nach zweitägiger Verhandlung als „belastet“ eingestuft und verurteilt.


Verwendet in Führung:

36. Täterorte - Opferorte * Nationalsozialismus
42. Maxvorstadt



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