17. August 1179

Herzog Heinrich „der Löwe“ wird drei Mal vorgeladen

Kayna * Nach der strengen „lehnrechtlichen Prozessordnung“ wird Herzog Heinrich „der Löwe“ im Abstand von jeweils sechs Wochen dreimal geladen. 

Erstmals am 17. August 1179 auf den „Hoftag in Kayna“, letztmals zum 13. Januar 1180 auf den „Hoftag in Würzburg“.  

Herzog Heinrich der Löwe erscheint auf keinem „Hoftag“


1179

Suchbegriffe

Lehnsrechtlicher Prozess, Hoftag in Kayna, Kayna, Hoftag in Würzburg, Würzburg, Hoftag,

Personen

Heinrich der Löwe Herzog

Weitere Ereignisse im Jahr 1179

1179

Rom-Vatikan * Papst Alexander III. sieht sich veranlasst, die „Templer“ und die „Johanniter“ zu einem Friedensschluss zu bewegen.

13. Januar 1179

Worms * Auf dem „Hoftag zu Worms“ wird der eigentliche „Ankläger“ Herzog Heinrich als „Angeklagter“ vorgeladen.  

Er ist sich über die gegen ihn eingeleitete Aktion im Klaren und glaubt nicht mehr daran, sein Recht zu erlangen.  
Die Verweigerung von Chiavenna hat ihn in die Isolierung geführt.  

Aus den verschiedensten und zum Teil weit zurückliegenden Gründen haben sich der Kaiser, der Kölner Erzbischof sowie viele sächsische Bischöfe und Adelige gegen den Löwen verbündet.  

Der „Gerichtstag“ bringt ihnen den ersten Erfolg:  
Da sich Heinrich weigert zu erscheinen, macht er sich, da er „die Majestät verachtete“, der „Rechtsverweigerung“, der „contumancia“, schuldig.  

Kaiser Friedrich I. Barbarossa kommt das Nichterscheinen des Herzogs gerade recht, da er sich auf diesem „Wormser Hoftag“ die schwäbischen Welfenbesitzungen, die er nur wenige Wochen zuvor trotz des Erbvertrags zwischen Welf VI. und Heinrich dem Löwen gekauft hatte, formell übertragen lässt. 

24. Juni 1179

Magdeburg * Da der Welfenherzog Heinrich der Löwe auf dem Hoftag in Magdeburg - trotz Ladung - wieder nicht erscheint, verfällt er der Ächtung, die nach Ablauf von einem Jahr das Verfahren mit der Oberacht abschließt.

Mit dem Aussprechen der Oberacht würde der Herzog alle Besitzungen und Lehen verlieren.  
Würde er sich aber „unterwerfen“, dann wäre der Kaiser berechtigt, ihn wieder in seine Gnade aufzunehmen und teilweise oder vollständig von Neuem in seine Güter und Rechte einzusetzen.  

Herzog Heinrich hat also ein Jahr Zeit, sein „Unrecht“ wieder gutzumachen. 

Juli 1179

Köln * Unter der Führung des „Fürstbischofs“ Philipp von Köln überlagert die Mehrzahl der Fürsten und Bischöfe das kaiserliche „volksrechtliche Verfahren“ mit einem Zweiten nach der strengen „lehnsrechtlichen Prozessordnung“.

Es geht ihnen dabei nicht um die Beschleunigung der Angelegenheit, sondern darum, dass der Kaiser das Urteil nicht mehr abmildern und die dem Löwen entzogenen Lehen und Ämter am Ende doch wieder an ihn zurückgeben kann.  

Gerade Erzbischof Philipp von Köln geht es um diese Rechtssicherheit.  
Der von der Kölner Kirche beherrschte westfälische Teil des „Herzogtums Sachsen“ soll nicht wieder gefährdet sein und vor allem vor einer etwaigen Rückgabe an den Herzog geschützt werden.  
Deshalb verwundert es nicht, dass es erneut der „Kölner Fürstbischof“ war, der das Verfahren nicht nur konsequent fordert, sondern es auch in Gang bringt.


Verwendet in Führung:

11. Münchner Zeitensprünge
21. Berg am Laim - Ost




Sucbegriffe: Lehnsrechtlicher Prozess, Hoftag in Kayna, Kayna, Hoftag in Würzburg, Würzburg, Hoftag
Personen: Heinrich der Löwe Herzog