13. Juli 1180

Kaiser Barbarossa widerruft die Belehnung des Herzogtums Baiern

Regensburg * Auf dem „Reichstag zu Regensburg“ widerruft Kaiser Friedrich Barbarossa die Belehnung des Herzogtums Baiern an Herzog Heinrich „dem Löwen“.  

Das „Regensburger Urteil“, der zweiten für die „Gründung Münchens“ wichtigen „Kaiserurkunde“, wird vom selben Fürstengremium getroffen, das den Herzog zuvor abgesetzt hat und steht damit natürlich in einem engen Zusammenhang mit der „Entmachtung“ Heinrichs „des Löwen“.  

Erstmals ist darin von der „Zerstörung der Brücke“ und der „gewaltsamen Verlegung des Marktes von Föhring“ die Rede.  
Die Regensburger „Kaiserurkunde“ bezieht sich allerdings mit keinem Wort auf den „Augsburger Schied“ vom 14. Juni 1158.  

Dafür heißt es:  „Es mögen daher in Gegenwart und Zukunft alle Getreuen des Reiches wissen, dass unser geliebter Albert, Bischof von Freising, vor unserer Majestät erschienen ist und untertänig vor uns Klage geführt hat, dass der Edelmann Heinrich von Braunschweig, vormals Herzog von Baiern und Sachsen, den Markt mit der Brücke in Föhring, den seine Kirche seit uralten Zeiten ungestört in Besitz gehabt hatte, zerstört und ihn gewaltsam in den Ort München verlegt habe“.  

Die Darstellung ist knapp und sehr ungenau.  
Welchen Markt und welche Brücke sollte denn der Löwe zerstört haben?  
Lautete der erste Punkt des „Augsburger Schieds“ vom 14. Juni 1158 doch:  
„Der Markt, der bisher zu Föhring abgehalten wurde, die Zollbrücke und die Münze, werden dort künftig nicht mehr bestehen“.  

Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt enthält der vierte Absatz des „Kaiserdiploms“ eine „regalrechtliche Regelung“.  
Demnach wird dem Freisinger Bischof der „Markt“ und die „Zollbrücke“ übertragen.  
Wie künftig die Einkünfte der Münze aufgeteilt werden, darüber trifft die Urkunde jedoch keine Aussage.  

Um diesen Sachverhalt und die Berechtigung der Klage zu untermauern und eine spätere eventuelle Zurücknahme der Entscheidung zu verhindern, bietet der Freisinger Bischof eine Reihe von hochrangigen Würdenträgern als Zeugen auf.

Damit ist die Rechnung des Klage führenden Bischofs von Freising aufgegangen, indem er sich an das knapp einen Monat zuvor abgeschlossene „landrechtliche Verfahren“ angehängt und gewonnen hat.  
Er hat in dieser Verfahrensweise die Gelegenheit gesehen, über eine Verurteilung des Welfenherzogs als Friedens- und Rechtsbrecher einen Gewinn für die eigene Kirche herauszuholen.  

Die „Münchner Stadtherrschaft“ der Freisinger Bischöfe wird bis zum Jahr 1240 andauern. 


1180

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Personen

Heinrich XII. der Löwe Herzog Friedrich I. Barbarossa Kaiser

Weitere Ereignisse im Jahr 1180

Um 1180

München * Die erste Isarbrücke entsteht.  

Der Verlauf der „Salzstraße“ findet sich heute in der „Einstein-“ und in der Fortsetzung in der „Inneren-Wiener-Straße“ wieder.  
Beim später entstandenen „Leprosenhaus“ führt sie über den Streckenabschnitt „Am Gasteig“ (= gacher Steig = steiler Weg) mit einem starken Gefälle hinunter zur Isar, die durch mehrere Inseln in viele Flussläufe geteilt ist. 

13. Januar 1180

Würzburg * Auf dem „Hoftag zu Würzburg“ fällen die Fürsten wegen „Nichterscheinen des Beklagten“ ihr Urteil:

Herzog Heinrich werden - noch vor dem Aussprechen der „Oberacht“ - alle „Reichslehen“ abgesprochen und Kaiser Friedrich Barbarossa zur Neuverteilung übertragen.  

Dieses Urteil kann der Kaiser weder abmildern noch darauf in anderer Form einwirken.   

Verfahrenstechnisch entscheidend für den Kölner Erzbischof Philipp ist die Vollstreckung des „lehnrechtlichen Urteils“ noch vor der Verkündigung der „volksrechtlichen Oberacht“

13. April 1180

Köln * „Fürstbischof“ Philipp von Köln hat sein Ziel erreicht:
Er erhält den gewünschten westlichen Teil des „Herzogtums Sachsen“ übertragen.  

Sein Verbündeter, „Bernhard aus dem Haus der Askanier“, erhält den östlichen Teil.

Um den 28. Juni 1180

Regensburg * Kaiser Friedrich Barbarossa verhängt auf dem „Reichstag zu Regensburg“ über den „Welfenherzog“ Heinrich XII. dem Löwen die „Oberacht“.  

Erstmals wird auch über die Neuvergabe des „Herzogtums Baiern“ beraten.

16. September 1180

Altenburg * Auf dem „Hoftag zu Altenburg“ wird die Steiermark vom „Herrschaftsgebiet Baiern“ abgetrennt.  

Das restliche „Kern-Baiern“ erhält der Wittelsbacher Herzog Otto I. zum „Lehen“.

Ab 16. September 1180

München * Die Wittelsbacher führen den Adler als Symbol des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ in ihrer Funktion als „baierische Pfalzgrafen“ und als „Münchner Gerichtsherren“ in ihrem Wappen. 


Verwendet in Führung:

11. Münchner Zeitensprünge
21. Berg am Laim - Ost



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