12. Januar 1806

Eugène Beauharnais wird von Napoleon Bonaparte adoptiert

München * Um die für das Haus Wittelsbach nicht eben sehr ehrenvolle Eheverbindung etwas attraktiver zu machen, wird Eugène Beauharnais am 12. Januar 1806, am Tag vor der Eheschließung, vom französischen Kaiser adoptiert und erhält das Versprechen der Thronfolge in Italien, falls Napoleon keine Nachkommen haben sollte. 


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Koalitionskrieg, Zivilehe, Adoption,

Personen

Beauharnais Eugène Auguste Amalie Prinzessin Napoleon Bonaparte französischer Kaiser

Weitere Ereignisse im Jahr 1806

1806

München * Weitere Flussregulierungsarbeiten an der Isar beginnen.
Sie dauern bis 1812.

Die Isar wird in ein knapp 44 Meter breites Flussbett gezwängt.
Dabei gräbt sich die Isar so tief ein, dass man das Flussbett im Jahr 1889 wieder auf 60 Meter erweitern muss.

1806

Düsseldorf - München * Der „Historienmaler“ und bisherige „Direktor der Düsseldorfer Akademie und Gemäldegalerie“, Johann Peter Langer, siedelt mit seinem Sohn Robert nach München über.

Johann Peter Langer soll im neu erhobenen „Königreich Baiern“ die Leitung der seit dem Jahr 1770 bestehenden „Maler- und Bildhaueracademie“ übernehmen und auf europäisches Niveau anheben.

Untergebracht ist die „Akademie der Bildenden Künste“ in dem Teil des ehemaligen „Jesuitenkollegs“ neben der „Michaelskirche“ in der Neuhauser Straße, der zuvor vom „Wilhelmsgymnasium“ genutzt worden war und seit dem Jahr 1781 die „Münchner Zeichnungsschule“ [= „Maler- und Bildhaueracademie“] beherbergte.

1806

Au * Franz Xaver Zacherl pachtet die Brauerei der Paulaner.

1806

München - Rom-Vatikan * Das Königreich Baiern beginnt mit dem Vatikan Verhandlungen über ein „Konkordat“.

Die Gespräche werden jedoch im darauffolgenden Jahr wieder abgesetzt. 

1806

München-Englischer Garten - Lehel * Auf Friedrich Ludwig Sckells Wunsch hin werden die „Militärmühlen“ an der Kreuzung von Schwabinger Bach und Eisbach stillgelegt und der Befehl zum Abbruch gegeben.

1. Januar 1806

Königreich Baiern - München * Das Kurfürstentum Baiern wird von Napoleon Bonaparte zum Königreich erhoben. Aus Kurfürst Max IV. Joseph wird König Max I. Joseph.

Die Rangerhöhung Baierns wird extrem emotionslos vollzogen. An diesem Neujahrstag ruft der neue König Max I. Joseph die hohen baierischen Beamten und Würdenträger in die Residenz und eröffnet ihnen, dass er „zur Begründung der Unabhängigkeit der ihm von der Vorsehung anvertrauten Nation“ den „angestammten Titel eines Königs von Baiern“ annimmt.

Eine offizielle Krönung findet nicht statt. 

1. Januar 1806

München * Mit der Erhebung Baiern zum Königreich wird der „Georgs-Ritterorden“ zum „Königlich-Bayerischen Hausritterorden“.

1. Januar 1806

München * Die Erhebung Baierns zum Königreich ist alleine schon Grund genug, weshalb München nun einen „Königsplatz“, eine „Königsstraße“, eine „Königinstraße“ und sogar einen Platz und eine Straße für den „Kronprinzen“ Ludwig I. braucht. 

1. Januar 1806

München * Der Landesherold Joseph von Stürzer verliest an verschiedenen Orten der Stadt die „Proklamation des Königreichs Baiern“ und bringt ein Hoch auf König Max I. Joseph aus. Eskortiert wird er von dreißig berittenen Angehörigen der Bürgerwehr. 

Glockengeläut und Kanonensalut erhöhen die Aufmerksamkeit der Bürger. 

1. Januar 1806

Königreich Baiern * Das Königreich Baiern erhält sein erstes Wappen, das radikal mit der heraldischen Tradition bricht.

Vor 42 baierischen Rauten steht das Herzschild als Zeichen der Kurwürde, die ja bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation am 6. August 1806 weiterbesteht. 

1. Januar 1806

München * Da eine Königskrönung nicht stattfindet, wird im „Königlich-Baierischen Regierungsblatt“ vom 1. Januar 1806 angemerkt: „Unsere feyerliche Krönung und Salbung haben Wir auf eine günstigere Jahreszeit vorbehalten, welche Wir in Zeiten öffentlich bekannt machen werden“.

Geplant ist die Krönungszeremonie für Oktober 1806. 

1. Januar 1806

Wien - Berlin * Baiern ist ein Königreich. 

Österreicher und Preußen sprechen, ebenso wie die deutsch-nationalen Patrioten, von einem „Königtum von Napoléons Gnaden“

Dabei nimmt der baierische Kurfürst lediglich die gleichen Rechte in Anspruch, wie zuvor der Hohenzoller für Preußen und der Habsburger für Böhmen und Ungarn. 

2. Januar 1806

München * Ein ursprünglich für den Neujahrstag geplantes Militärspektakel muss wegen der Königsproklamation auf den 2. Januar verlegt werden.

Dabei werden Kanonen, Gewehre und Fahnen präsentiert, die einst von kaiserlichen Soldaten als Trophäen nach Wien gebracht und nun von Napoleon als Zeichen der Verbindung von Frankreich und Baiern sowie der gemeinsamen Abgrenzung gegenüber Österreich im Triumph zurückgeführt worden waren. 

3. Januar 1806

München-Angerviertel * Der „Stabsarzt“ Dr. Anderl und die „Buchhalterstochter“ Caroline Leutner heiraten im „Kleinen Rathaus“.

Es ist die erste Münchner „Ziviltrauung“

Im „Kleinen Rathaus“ befindet sich das erste und lange Zeit einzige Münchner „Standesamt“

10. Januar 1806

München * Drei Tage vor der Hochzeit, kommt der 23-jährige Bräutigam Eugène Beauharnais in München an.

Seine 17-jährige Braut Auguste Amalie hatte „einen unkultivierten Protegé“ des französischen Kaisers erwartet. Doch nun erlebt sie zu ihrer Überraschung einen „liebenswürdigen Edelmann“

13. Januar 1806

München-Graggenau * In der Grünen Galerie der Münchner Residenz findet die nach französischem Recht geforderte Ziviltrauung der Brautleute Eugène Beauharnais und Auguste Amalie, der ältesten Tochter des baierischen Königs, statt.

Karoline Murat, die Schwester Napoleons, bleibt, obwohl sie sich ja schon seit dem 20. Dezember in der Münchner Residenz aufhält, demonstrativ der Eheschließung fern. Sie gönnt der Familie Beauharnais die Verbindung mit dem Hause Wittelsbach nicht. 

14. Januar 1806

München-Graggenau * Die Baiern betrachten die Ehe zwischen Eugène Beauharnais und Auguste Amalie schon aufgrund des fehlenden kirchlichen Segens lediglich als Verlobung.

Erst als am 14. Januar die kirchliche Trauung in der Hofkirche folgt, sind die Brautleute aus baierischer Sicht „richtig“ verheiratet. 

Der Erzbischof von Regensburg, Karl Theodor von Dahlberg, übernimmt die Trauungszeremonie.

Am Abend läuten wieder alle Glocken und Kanonenböller werden vor den Toren der Stadt gezündet. Auch die Straßen Münchens sind erneut illuminiert. 

14. Januar 1806

München - Tirol * Ein Schreiben Königs Max I. Joseph an die Tiroler „Landstände“ sichert ihnen die „Beibehaltung der Landesverfassung“ zu. 

Diese Zusicherung ist den Tiroler „Deputierten“ bereits bei ihren Audienzen in München schriftlich gegeben worden.

Im „Besitzergreifungspatent“ vom 22. Januar wird sich allerdings kein Hinweis auf die Tiroler „Landesverfassung“ und andere Sonderrechte finden lassen. 

15. Januar 1806

München * In den ab dem 15. Januar 1806 versandten formellen Benachrichtigungen an die Fürsten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in allen anderen baierischen Verlautbarungen zur Annahme der Königswürde werden Bezüge zu Napoleon und Frankreich für die Rangerhöhung ausdrücklich vermieden.

Stattdessen knüpft Max I. Joseph an die „Königswürde der Agilolfinger“ an, die er mit der Königskrönung ja bloß wiederherstelle.

22. Januar 1806

Tirol * Das „Königreich Baiern“ übernimmt die ehemals „gefürstete Grafschaft Tirol“

  • Im „Besitzergreifungspatent“ findet sich kein Hinweis mehr auf die gegebenen Zusagen zur Beibehaltung der Tiroler „Landesverfassung“ und andere Sonderrechte.
  • Dagegen wird die „Gleichbehandlung aller Untertanen im Königreich“ hervorgehoben.
Um den März 1806

München * Madame Ernestine Rupertina Walburga von Montgelas vergleicht die in Baiern stationierten Truppen - gegenüber dem französischen Außenminister Talleyrand - mit „Blutegeln“

Sie schreibt:
„Hat man, seit die Welt besteht, je so gefräßige Verbündete gesehen wie euch, die ihr euch zu einem Aufenthalt ohne Ende niedergelassen habt, ohne eine Miene zu machen zu zahlen?  
Aber wißt, daß man um diesen Preis auch Feinde dahaben könnte, und dann hätte man wenigstens das Vergnügen, den einen oder anderen oder allesamt umzubringen“

April 1806

München-Lehel * Eine Entscheidung über die künftige Verwendung des „Anna-Klosterareals“ erfolgt jedoch erst, nachdem sich das „Dragoner-Regiment“ über die zerstreute Unterbringung seiner Pferde beklagt.  

In der folgenden Entscheidung heißt es, dass „inwendig an die Garten Mauer des Hieronymitanerklosters eine doppelte Stallung, welche wenigstens für 250 Pferde, oder womöglich mehrere Platz geben kann, erbaut [...] werden soll. -  
Das Kloster selbst ist alsdann zu der Unterbringung der Mannschaft zu verwenden“

16. April 1806

Berg am Laim * König Max I. Joseph erhebt die vormalige „Hof-, Erzbruderschafts- und Ritterordenskirche St. Michael“ zur Pfarrkirche und den Pfarrer zum „Vorstand der Michaels-Bruderschaft“.  

Die „Stephanskirche“ in Baumkirchen, die ehemalige „Pfarrkirche“, wird Filialkirche der „Michaelskirche“

16. April 1806

Innsbruck - Tirol * Der österreichische General Chasteler trifft in Innsbruck ein, hat aber nichts mehr zu „befreien“.

Mai 1806

München - Paris * Da man für die Königskrönung die entsprechenden Insigien braucht, wird der Pariser Juwelier Borgnis mit der Anfertigung der beiden Kronen, des Szepters, des Reichsapfels und des Reichsschwerts beauftragt. 

5. Juli 1806

München * „Kabinettsprediger“ Ludwig Friedrich Schmidt kann die „Protestantische Stadtpfarrei München“ einrichten. 

7. Juli 1806

München * Die „Tortur“ wird abgeschafft. 

12. Juli 1806

München * Der „Rheinbund“ als Konföderation von zunächst 16 Staaten wird als Militärbündnis gegründet.

Die Unterzeichner verpflichten sich zum gegenseitigen Beistand im Kriegsfall.  
Baiern muss mit 30.000 Mann das stärkste Kontingent stellen.

Mit dem Beitritt zum pro-französischen „Rheinbund“ verlässt das „Königreich Baiern“ endgültig und offiziell das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“.

Im Gegenzug erhalten die „Bundesgenossen“ enorme territoriale Zuwächse. 
Das junge „Königreich Baiern“ erhält die „Reichsstadt“ Nürnberg und deren Territorien, darüber hinaus die bislang „reichsunmittelbaren Herrschaften“ der Fürsten Hohenlohe, Öttingen, Fugger, Thurn und Taxis, der Grafen von Vastell, Pappenheim, Stadion und Schönborn sowie fränkische und schwäbische „Reichsrittergüter“.

1. August 1806

Regensburg * Auf dem „Reichstag in Regensburg“ erklären alle „Rheinbundstaaten“ den Austritt aus dem „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“

6. August 1806

Wien * Kaiser Franz II. muss abdanken und das durch die Geschehnisse der zurückliegenden Jahre geschwächte sowie durch den Austritt der „Rheinbundstaaten“ zerbrochene „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ auflösen. 

26. September 1806

München-Graggenau * Der Lueg-ins-Land und der daneben stehende Scheibling werden als Fronfeste ins Auge gefasst. 

20. November 1806

Bozen * Bozen befindet sich in französischer Hand.

21. November 1806

München * Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas übernimmt zusätzlich das „Innenministerium“
Er wird das Amt bis 1817 ausüben. 

Das „Ministerium der Finanzen“, das Montgelas seit 1803 ausübt, geht an Johann Wilhelm Freiherr von Hompesch über. 

11. Dezember 1806

München-Graggenau - München-Kreuzviertel * Nachdem die „Hofkapelle“ in der Residenz für die inzwischen über 1.200 evangelischen Gemeindemitglieder zu klein geworden ist, übergibt König Max I. Joseph den Protestanten die „Salvatorkirche“

Da dieses Gotteshaus von Anfang an zu klein ist, wird es jedoch nie als evangelische Kirche benutzt. 


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