27. September 1619

Friedrich V. reist nach Prag

Heidelberg - Prag * Der pfälzische Kurfürst und König von Böhmen, Friedrich V., begibt sich von Heidelberg aus mit großer Gefolgschaft auf die Reise nach Prag. 


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Dreißigjähriger Krieg, Böhmen, Pfalz, Prag, Heidelberg,

Personen

Friedrich V. Winterkönig

Weitere Ereignisse im Jahr 1619

Ab 1619

München-Kreuzviertel * Zwischen 1619 und 1622 entsteht in der Frauenkirche über der Deckenplatte für Kaiser Ludwig dem Baiern der bronzene Kenotaph. Das Ludwigsmonument befindet sich nahe dem Bennobogen.

1619

München * Der Ausbau der Stadtmauer zu einem barocken Befestigungsgürtel mit Wall und Gräben beginnt. 

1619

Haidhausen * Herzog Maximilian I. schenkt der „Sankt-Johann-Baptist-Kirche“ die „rechte Kinnlade des heiligen Johannes des Täufers“ um Haidhausen in den Status eines Wallfahrtsortes zu setzen.  

Die kostbare Reliquie stammt aus dem „Benediktinerkloster Stablo-Malmedy“, das in der „Erzdiözese Köln“ liegt, das von dem jüngeren Bruder des Wittelsbachers, Kurfürst Ferdinand, regiert wird.  

Die „Verehrung der heiligen Knochen“ bringt den Andachten in der Haidhauser Kirche einen noch größeren Zulauf.  

Die „Kopfreliquie des heiligen Johannes des Täufers“ wird heute an mehreren Orten verehrt.  
Das bedeutet, dass der Heilige - vorsichtig gesagt - mindestens vier Köpfe haben musste. 

5. Februar 1619

München * Nach einer Anordnung Herzog Maximilians I. ist die Stadt München für den ordentlichen Zustand der „Salzstraße“ zuständig.

20. März 1619

Wien * Matthias, der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, stirbt in Wien.

Umgehend, als sei nichts gewesen, teilt König Ferdinand den Böhmischen Ständen in Prag mit, dass er gewillt sei, jetzt die Regierung anzutreten. Im gleichen Brief bestätigt er den böhmischen Landständen alle bisherigen Privilegien und Freiheiten.

Doch die Böhmen glauben die Zusagen des Habsburgers nicht mehr und akzeptieren unter den gegebenen Umständen den als Gegenreformatoren bekannten Erzherzog nicht mehr als ihren König.

Als Alternative schlagen sie Jan Smirický, einen schwerreichen böhmischen Adeligen zur Wahl vor.
Das ist - in dieser stockaristokratischen Welt - nun wirklich „revolutionär“.

August 1619

Reichenhall - Traunstein * Die Soleleitung von Reichenhall zur neuen Saline in Traunstein wird in Betrieb genommen. Sie ist eine technische Meisterleistung. Die Sole fließt von Reichenhall durch eine hölzerne Leitung nach Traunstein. Dabei muss sie auf ihren 32 Kilometern einen Höhenunterschied von 260 Metern überwinden. Hofbaumeister Hans Reiffenstuel und sein Sohn Simon haben dazu ein System von sieben Pumpstationen entwickelt.

Im österreichischen Salzkammergut gibt es zwar eine noch ältere Soleleitung. Diese folgt aber nur dem natürlichen Gefälle. Deshalb wird die bayerische Soleleitung als die „älteste Pipeline der Welt“ bezeichnet. 

19. August 1619

Prag * Die böhmischen Stände setzen den Habsburger Ferdinand II. als ihren König ab. 

26. August 1619

Prag * Die aufständischen böhmischen Stände wählen den pfälzischen Kurfürsten Friedrich V. statt des am 19. August abgesetzten Habsburgers Ferdinand II. zu ihren König.

Friedrich V. wird als tragischer Winterkönig in die Geschichte eingehen. 

28. August 1619

Frankfurt am Main * Erzherzog Ferdinand II. wird in Frankfurt am Main zum Kaiser des „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ gekürt.

29. August 1619

Amberg * Der in Amberg weilende pfälzische Kurfürst Friedrich V. erfährt erst jetzt, dass er von den böhmischen Ständen am 26. August zum König gewählt worden ist. 

12. September 1619

Rothenburg ob der Tauber * Die in Rothenburg ob der Tauber tagende protestantische Union rät dem pfälzischen Kurfürsten Friedrich V., sich nicht in die böhmischen Angelegenheiten einzumischen. 

Um den 24. September 1619

Heidelberg * Der pfälzische Kurfürst Friedrich V. nimmt die Wahl als böhmischer König an. 

8. Oktober 1619

München * Herzog Maximilian I. von Baiern sichert Kaiser Ferdinand II. im Münchner Vertrag die Unterstützung der Liga - unter seinem Oberbefehl - gegen das aufständische Böhmen zu.

Kaiser Friedrich II. sagt dem Baiernherrscher

  • das „uneingeschränkte Direktorium über die katholische Liga“ zu 
  • und garantiert ihm Ersatz für alle Unkosten, die er beim Krieg gegen Böhmen haben würde.

Bis zur endgültigen Abrechnung sind ihm „pfandweise“ österreichische Länder zu übertragen.

Nur mündlich erhält Herzog Maximilian I. das kaiserliche Versprechen, dass Kurfürst Friedrich V. geächtet und die pfälzische Kurwürde nach Baiern verlagert wird.

31. Oktober 1619

Prag * Friedrich V., pfälzischer Kurfürst und böhmischer König, zieht mit insgesamt 568 Personen und fast 100 Wagen in Prag ein, wo man ihn begeistert willkommen heißt. 

4. November 1619

Prag * Der pfälzische Kurfürst Friedrich V. wird im Veitsdom in Prag zum König von Böhmen gekrönt.

Nach der Krönung nimmt der neue König die Huldigung der Stände entgegen. 

Dezember 1619

München * Das Ergebnis der von Herzog Maximilian I. befohlenen Schätzung der für den Festungsbau benötigten Grundstücke liegt vor.

Es beläuft sich auf 25.990 Gulden.

Dezember 1619

Würzburg * In Würzburg beschließt die katholische „Liga“ die Aufstellung eines Heeres - und damit den Eintritt in den Krieg.


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