Um August 1816

Einer weiteren Missernte folgt eine Hungersnot

Königreich Baiern * Der Vulkanausbruch auf der Insel Sumbawa im heutigen Indonesien vom April 1815 führt dazu, dass in Baiern ein kaltes und regenreiches Jahr beginnt. Man spricht von einem Jahr ohne Sommer

Es folgt eine Missernte - und damit eine Hungersnot, da siebzig Prozent der Ernährung aus Getreideprodukten besteht. 


1816

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Weitere Ereignisse im Jahr 1816

1816

Berg am Laim * Simon von Eichthal und dessen Ehefrau Julie konvertieren in einer feierlichen Messe in der Berg am Laimer „Michaelskirche“ zum katholischen Glauben. 

1816

München-Lehel * Joseph Anton von Maffei leitet als Pächter die väterliche Tabakfabrik im Lehel.

1816

München - Königreich Baiern * Die Regierung legt fest, dass der zehnjährige Aufenthalt in einem Ort zur Erwerbung des Heimatrechts ausreichend ist. Die Verjährung als Erwerbstitel wird ab dem Jahr 1818 dazu führen, dass viele Anwärter nach neun Jahren abgeschoben werden. 

1816

München - Rom-Vatikan * Die „Konkordats-Verhandlungen“ zwischen dem Königreich Baiern und dem „Heiligen Stuhl“ werden wieder aufgenommen. 

Bischof Johann Casimir Häffelin führt als baierischer Gesandter die Gespräche in Rom. 

Und obwohl er als ein „Mann der katholischen Aufklärung“ gilt, kommt er der römischen Kurie so weit entgegen, sodass die Regierung in München mehrere „Konkordats-Entwürfe“ ablehnen muss. 

1816

München-Maxvorstadt * „Kronprinz“ Ludwig I. fordert, dass der auf der grünen Wiese entstehende „Königsplatz“ auch der „Platz der Könige“ werden soll.

24. März 1816

München * Die erste Bestattung auf dem „jüdischen Friedhof“ an der Thalkirchner Straße. 

1. April 1816

Berg am Laim - Bogenhausen * Die „provisorische Sternwarte“ an der - damals noch zu Ramersdorf gehörenden - westlichen Ecke der Kreuzung an der heutigen Rosenheimer- und Friedenstraße wird offiziell an den „Astronom und Vermessungsfachmann“ Johann Georg Soldner übergeben. 

Soldner stammt aus Mittelfranken und hat seine astronomische Ausbildung in Berlin erhalten.
Dort entstand auch seine erst über einhundert Jahre später in ihrer Bedeutung erkannte Arbeit „Über die Ablenkung eines Lichtstrahls von seiner geradlinigen Bewegung, durch die Attraktion eines Weltkörpers, an welchem er nahe vorbeigeht“.  
Die Arbeit lässt ihn zu einem Vorläufer Albert Einsteins werden. 

14. April 1816

München * Im „Münchner Vertrag“ gibt Baiern Salzburg, das Hausruckviertel und Tirol an Österreich. 

In Bayern verbleiben Berchtesgaden und die Alt-Salzburger Gebiete rund um Tittmoning, Waging, Laufen, Teisendorf und Staufeneck. 

Im Umkehrschluss erhält Baiern die linksrheinische Pfalz sowie Hammelburg, Brückenau, Teile von Biberstein, Redwitz, Alzenau, Miltenberg, Amorbach und Heubach. 

18. April 1816

München - Bogenhausen * Nur wenige Tage nach der Ernennung Johann Georg Soldners zum „Direktor der Sternwarte“ legt die „Baierische Akademie der Wissenschaften“ König Max I. Joseph Baupläne zum Neubau einer „Sternwarte in Bogenhausen“ vor. 

23. April 1816

München-Maxvorstadt * Der Grundstein für die „Glyptothek“ wird gelegt. 

4. Juni 1816

München * König Max I. Joseph genehmigte die Pläne zum Neubau einer Sternwarte in Bogenhausen. Der endgültige und heutige Standort wird von Johann Georg Soldner sowie von Georg Friedrich von Reichenbach und wahrscheinlich Joseph von Fraunhofer festgelegt. 

11. August 1816

Bogenhausen * Der erste Spatenstich für den Neubau einer Sternwarte in Bogenhausen wird getan. Der Bogenhausener Grund kam teils durch Kauf, teils durch Tausch mit dem Ramersdorfer Grundstück in den Besitz der Baierischen Akademie der Wissenschaften

Um September 1816

Königreich Baiern * Durch die Missernte kommt es zu einer fünffachen Brotverteuerung. Für rund achtzig Prozent der Bevölkerung ist der Bedarf an Grundnahrungsmittel nicht mehr zu decken. „Statt des mangelnden Brotes aß man Flechten, Moose und Baumrinden“

Oktober 1816

München-Theresienwiese * Erstmals ziehen die „Schützen“ auf „Theresens-Wiese“.

Die „Königlich privilegierte Hauptschützengesellschaft“ organisiert mit einem „Vogel- und Scheibenschießen“.
Die damals einzige Schützengesellschaft bleibt fortan Träger des „Oktoberfest-Schießens“.

Als „Schützenkönig beim Vogelschießen“ hebt sich König Max I. Joseph hervor, für den ein „Kammerdiener“ das letzte Stück vom Holzadler herunterschießt.

Darüber hinaus werden langjährige landwirtschaftliche Dienstboten geehrt, die „mit dem Schweiße ihres Angesichtes, und bei den Schwielen ihrer Hände, und mit den Beulen an ihren Füßen, den Segen der natur bearbeiten und hereinbringen helfen“

Oktober 1816

München-Theresienwiese * Die Finanzierung des „Pferderennens“ auf dem „Zentrallandwirtschafts- oder Oktoberfest“ überfordert den „Landwirtschaftlichen Verein in Baiern“.

Deshalb wird sie vorübergehend von der neu gegründeten „Gesellschaft für die Oktoberfeste“ übernommen. 

Diese Lösung hält bis zum Jahr 1819. 

Oktober 1816

München-Theresienwiese * Die „Oktoberfest-Gesellschaft“ richtet einen „Glückshafen - Zum Besten der Armen“ ein, der in engem Zusammenhang mit den Missernten des Sommers steht.  

Gleichzeitig wird ein absolutes Verbot anderer „Glücksspiele“ erlassen. 

17. November 1816

München - Königreich Baiern * Das Armenwesen wird neu geregelt, durch eine Verordnung wieder dezentralisiert und zur Aufgabe der Heimatbezirke erklärt. 

Die Kommunen bekommen mehr Mitbestimmung. Die Armenpflege wird jetzt durch kommunale Pflegschaftsräte und Pflegausschüsse, denen der Ortspfarrer, der Gemeindevorsteher und weitere gewählte Gemeindemitglieder angehören, geregelt. Sie entscheiden abschließend über den Anspruch und die Höhe der Unterstützung.  

Das Betteln wird grundsätzlich verboten.

Der Anspruch auf Armenpflege steht nur den „eingehörigen Armen“ zu. Die Gesetze über die Heimat legen den betroffenen Personenkreis fest. 

28. November 1816

München - Königreich Baiern * Bettelpolizeiliche Bestimmungen werden in einer Verordnung über Bettler und Landstreicher erlassen. 

28. November 1816

München - Königreich Baiern * Eine Verordnung über Zwangsarbeitshäuser regelt, dass in diese Einrichtungen nicht nur lästige Bettler und Landstreicher, sondern auch „Menschen von fortgesetztem schlechten Lebenswandel, die sich dem Müßiggange, der Unsittlichkeit und öffentlichen Ausschweifungen ergeben und dadurch, sowie durch Widerspenstigkeit und Ungehorsam gegen Eltern und Vorgesetzte Unordnung, Gefahr und Verderben in die Familie und Gemeinde bringen“ untergebracht werden können. 

7. Dezember 1816

München * Der „päpstliche Konkordatsentwurf“ wird für „unannehmbar“ erklärt.  

Noch während der Regierungszeit des Grafen von Montgelas wurden Verhandlungen mit der „päpstlichen Administration“ über die „Neuordnung der Kirchenverhältnisse“ in die Wege geleitet.  
Anno 1807 stellte man die Gespräche ein, bis im Jahr 1816 der „Bayerische Gesandte beim Heiligen Stuhl“, Bischof Kasimir Freiherr von Häfflein, in neue „Konkordats-Verhandlungen“ eintrat.  

Da aber die Positionen der bayerischen Regierung und dem wieder erstarkten, selbstbewussten Papsttum nur schwer zu vereinbaren sind, schlägt Bayern als einzigen Gegenstand der Verhandlungen die „Neufestsetzung der Diözesangrenzen“ und die „Regelung zur Besetzung der Bischofsstühle“ vor.  

Die Grenzen der „Diözese“ stimmen nicht mit den Landesgrenzen überein, weshalb Bayern eine geschlossene territoriale Kirchenorganisation will und auf einen maximalen Einfluss bei der Besetzung der „Bischofsstühle“ und damit indirekt auch auf die „Pfarreien“ drängt.  

Eine Preisgabe der bisher ausgeübten „staatlichen Kirchenhoheit“ kommt für die „Regierung Montgelas“ nicht infrage. 


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