1888

Joseph Schülein kauft die verwahrloste und stillgelegte „Unionsbrauerei“

München-Haidhausen * Joseph Schülein kauft, gemeinsam mit seinen Brüdern Gustav und Julius sowie Josef Aischberger die verwahrloste und stillgelegte „Unionsbrauerei“ in der Äußeren-Wiener-Straße, der heutigen Einsteinstraße. 


1888

Suchbegriffe

Unionsbrauerei, Einsteinstraße, Äußere-Wiener-Straße, Bier, Brauerei,

Personen

Schülein Joseph Brauereidirektor

Weitere Ereignisse im Jahr 1888

1888

München-Maxvorstadt * Der Grundstein für die „Sankt-Benno-Kirche“ wird gelegt.

1888

Straßburg * Leonhard Romeis lehnt eine Berufung als „Direktor der Kunstgewerbeschule in Straßburg“ ab.

1888

München-Angerviertel * Das „Hauptfeuerhaus“ am heutigen Jakobsplatz wird aufgestockt.

1888

München * „Meyers Konversations-Lexikon“ beschreibt den „autochthonen [einheimischen] Münchner“ folgendermaßen: 

„Insoweit sich noch typische Figuren des echten Münchners finden, zeigt dieser sich bieder, trockenen Humors, schwerblütig und genussfreudig, aber auch bei schwerer Arbeit ausdauernd und kräftig, für das Fremde nicht leicht einzunehmen, auf seine Stadt und ihre Schönheit stolz, wenn auch mit mancher großstädtischer Neuerung nicht immer sofort einverstanden. 

Im Hofbräuhaus, wo man sich selbst bedient, statt des Stuhls mit einem Fass, statt des Tellers mit einem Blatt Papier oder auch der flachen Hand begnügt, um Stand und Würden des Nachbarn unbekümmert, mit demselben rasch ein gemütliches Gespräch anknüpft, oder in den zahlreichen Lagerbierkellern [...] der Vorstädte, wo auch das schöne Geschlecht, das in München seinen Namen mit Recht führt, vertreten ist, spielen sich köstliche Volksbilder ab, deren Drastik sich steigert zur Zeit des Bocks, einer im Mai zum Ausschank gelangenden, besonders kräftigen Biersorte, oder des Salvators, der schon um Ostern im sogenannten Zacherlbräu verabreicht wird“

Vor 1888

München * Nachdem die Trinkwasser- und Abwasserproblematik gelöst ist, macht sich der „Magistrat“ an die Beseitigung des „Müllproblems“.

Um die Entsorgung der „Abfälle“ ist es äußerst schlecht bestellt. Von einer regelmäßigen Sammlung des festen „Hausmülls“ ist man in München noch weit entfernt.

Die Bürger werfen ihre Abfälle weiterhin in eine der 2.700 „Asche-, Kehricht- und Düngegruben“, die jährlich mindestens einmal entleert werden müssen.

Das war's dann schon, mehr Müllbeseitigung gibt es bis dahin noch nicht.

1888

München-Isarvorstadt * Der „Ernst des Lebens“ beginnt auch für Valentin Ludwig Fey.

Er besucht die „Klenzeschule“.

1888

München * Eine eigens gebildete „Kommission“ geht auf Reisen, um in Frankfurt, Hannover, Bremen, Hamburg, Dresden, Leipzig, Prag und Berlin die dortigen Methoden der „Müllbeseitigung“ zu studieren.

Danach will man die Zustände in München ändern.

1888

Berg am Laim * Die Fabrik und die Verwaltungsgebäude der Firma „Franz Kathreiner‘s Nachfolger“ an der Mühldorfstraße 20 in Berg am Laim sind mit allen Maschinen, Aufzügen, Kraft-Anlagen und Beleuchtungen der Gebäude betriebsbereit.

1888

München-Haidhausen * Die „Gambrinusbrauerei“ in der heutigen Einsteinstraße 42 in Haidhausen wird in „Unionsbrauerei“ umbenannt. 

Der Brauereibesitzer Geyer hat dennoch kein glückliches Händchen, weshalb die Brauerei verwahrlost und stillgelegt werden muss. 

1888

München-Kreuzviertel * Das „Kreuzviertel“ wird als „Stadtbezirk IV“ bezeichnet.

1888

Deutsch-Ostafrika [= Tansania] * Angefangen haben die „Kolonialkriege“ in den deutschen „Kolonien“ bereits im Jahr 1888, als es in „Deutsch-Ostafrika“, dem heutigen „Tansania“, zum Aufstand der Küstenbevölkerung unter Buschri bin Salim gegen die Versuche der deutschen Inbesitznahme kam.

Der junge Offizier Hermann Wißmann wird als „Reichskommissar“ nach Ostafrika geschickt, um mithilfe einer „Söldnertruppe“ aus deutschen Offizieren sowie „Sudanesen“ und „Zulu“ den Aufstand niederzuringen.
Dies geschieht dann auch mit einem beispiellosen „Terrorfeldzug“.

Die Städte, in denen sich die „Aufständischen“ mit ihren Familien verschanzt haben, werden von Kanonenbooten aus beschossen und zerstört.
Noch lange nach der Niederschlagung des „Aufstands“ werden „Säuberungsaktionen“ und „Bestrafungsaktionen“ durchgeführt. 

Ab 1888

München-Untergiesing - München-Au * Bis 1893 erfolgt die eigentliche, planmäßige Ausgestaltung der „Frühlingsanlagen“.

Dabei wird das gesamte Gelände um den „Kulturgarten“ als Bestandteil der Isaranlagen im „spätlandschaftlichen Stil mit geschwungenen Wegen“ gestaltet.

Da mit der Zunahme der städtischen Grünflächen und Alleen die „Stadtgärtendirektion“ ein erweitertes Aufgabengebiet erhalten hat, wird die Einrichtung einer „Stadtgärtnerei“ und eines größeren „Kulturgartens“ notwendig.

Ab 1888

München-Au * Auf dem Wiesengrundstück an der Hochstraße 11 entsteht das „Städtische Kinder-Asyl“.

1888

Vorstadt Schwabing * Ludwig Petuel nennt seine Brauerei „Salvatorbrauerei“.

Ein langwieriger Kampf um den Markennamen entzündet sich.

Bis 1888

München-Obergiesing * Bis zum Abbruch der „alten“ Heilig-Kreuz-Kirche steht diese und auf gleicher Höhe wie das „neue“ Gotteshaus.

1888

München-Graggenau * Der kleinere „Sitzungssaal“ für den „Magistrat“ im „Neuen Rathaus“ wird von Wilhelm von Lindenschmitt mit einem Fresko ausgeschmückt.

Es zeigt eine „Monachia“, die von König Ludwig I. gekrönt wird. Man wollte damit „pflichtschuldig“ daran erinnern, dass München „seinen Aufstieg zu einer erstrangigen Kunststadt Europas alleine dem Bauwillen und dem Sammlungseifer dieses Regenten zu verdanken hatte“.

1888

München-Lehel - Praterinsel * „Stadtbaurat“ Friedrich Loewel erbaut das „Weinrestaurant und Wiener Café Isarlust“ auf der „Feuerwerkinsel“.

Er realisiert hier ein Rokoko-Schlösschen, das mit seinem hohen Mittelbau fast an einen Theaterbau erinnert und deren mächtige Kuppel und reiche Dachlandschaft sich schön zwischen die hohen Bäume einfügt. „Die prunkvolle Rokokoausstattung des Innern lässt noch deutlich den seinerzeitigen Einfluss der Prachtbauten Ludwigs II. erkennen“.

Nach der „Kunstgewerbe-Ausstellung“ wird die „Isarlust“ eine gehobene Restauration für die feine Gesellschaft, in der auch Künstlerfeste stattfinden.

1. Januar 1888

Berlin * Der „Deutsche Kolonialverein“ und die „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“ schließen sich offiziell zur „Deutschen Kolonialgesellschaft“ als „Dachverband der organisierten Kolonialbewegung“ zusammen.

Sie bringt wöchentlich die „Deutsche Kolonialzeitung“ heraus und kann ihren Mitgliederstand von 14.838 im Dezember 1887 auf über 42.000 zu Beginn des Ersten Weltkriegs steigern. 

23. März 1888

München-Au * Auf dem Nockherberg findet die große „Salvator-Schlacht“ statt. 

Sie entwickelt sich aus einer kleinen Schlägerei.

Juni 1888

München-Maxvorstadt * Franz von Lenbachs „Ateliergebäude“ in der Luisenstraße 33 ist bezugsfertig und wird vom Ehepaar Lenbach bewohnt.

15. Juni 1888

Berlin * Wilhelm II. von Preußen wird „Deutscher Kaiser“ und übernimmt damit die Macht im „Deutschen Reich“.

Die „Kolonialbewegung“ ist inzwischen zu einem ernstzunehmenden Faktor in der deutschen Innenpolitik herangewachsen. In den Mittelpunkt der deutschen Außenpolitik entwickelt sich ein „Großmachtstreben“

27. Juni 1888

München - München-Haidhausen * Die „protestantischen Einwohner der Vorstädte rechts der Isar“ erheben bei der „Lokalschulkommission“ die Forderung nach Errichtung je einer ersten und zweiten Klasse in Haidhausen. 

Die Schulbehörde ist jedoch - aufgrund der in Haidhausen herrschenden Schulraumnot - nicht in der Lage, dem Antrag zu entsprechen, stellt aber die Errichtung der gewünschten Klassen nach der Fertigstellung des Erweiterungsbaues der „Wörthschule“ für das Jahr 1891/92 in Aussicht. 

15. Juli 1888

München - München-Haidhausen * Die Zeitschrift „Die Kunst für Alle“ meldet:

„Professor Ed. Grützner hat sich mit der Tochter des Münchner Stadtkommandanten, Fräulein Anna Wirthmann, verlobt.
Die Red. d. Bl. wünscht dem trefflichen Künstler hierzu ebensoviel Glück und Freude, als er mit seinen Bildern anderen bisher geschaffen“
.

Doch seine um siebzehn Jahre jüngere Frau wird den Künstler und ihren gemeinsamen Sohn, Karl Eduard, später wegen eines Wiener Sängers verlassen.

Um August 1888

München-Au * Johann Bucher kauft die Anwesen Entenbachstraße 11 (heute Zeppelinstraße) und Lilienstraße 89.

Dort kann er im Innenhof eine große Werkstätte mit Schmiedefeuer und einem Webstuhl zur Drahtgitterherstellung einrichten und betreiben.

In Handarbeit stellt er und seine Beschäftigten Siebe, Wurfgitter für Baustellen sowie Kies- und Sandgewinnungs-Unternehmen „Rabitzgewebe“ und verschiedene Formen von Ziergitter her.

September 1888

München-Lehel * Die Münchner „Gemeindekollegien“ beschließen, der protestantischen Kirchengemeinde den Mariannenplatz zum Bau ihrer dritten Kirche zu überlassen. 

Als Bedingungen werden gestellt, dass der Bau innerhalb der nächsten drei Jahre begonnen und als ein der „Quaistraße“ entsprechender und monumentaler Bau ausgeführt werden muss. 

September 1888

München-Theresienwiese * Als sich der „Wiesnwirt“ Steyrer Hans nicht an das polizeiliche Verbot hält und erneut mit seiner Belegschaft in festlich geschmückten Wagen zum „Oktoberfest“ fährt, muss er eine Strafe von 100 Mark zahlen.

15. November 1888

München - Tegernsee * Herzog Max in Bayern stirbt in München. 

Seine Grabstätte befindet sich in der Gruft von „Schloss Tegernsee“

7. Dezember 1888

Großbritannien * Der Brite John Boyd Dunlop, eigentlich ein Tierarzt, erfindet den luftgefüllten Gummireifen. 

Angeblich hat ihn das Geschepper der Eisenräder des Dreirades seines Sohnes so geärgert, dass er Gummiplatten zusammenklebte und mit einer Fußballpumpe aufblies. 


Verwendet in Führung:

01. Haidhausen - Bauern, Adel und Tagelöhner



Unionsbrauerei, Einsteinstraße, Äußere-Wiener-Straße, Bier, Brauerei
Schülein Joseph Brauereidirektor, Aischberger Josef Unternehmer, Schülein Gustav Unternehmer, Schülein Julius Unternehmer