1618

München verfügt über 1.771 „bürgerliche Gerechtigkeiten“

München * München verfügt über 1.771 „bürgerliche Gerechtigkeiten“, einschließlich des „Handels“.


1618

Suchbegriffe

Gerechtigkeiten, Handel,

Weitere Ereignisse im Jahr 1618

1618

Ungarn * König Ferdinand II. wird vom ungarischen Reich als König anerkannt.

1618

Augsburg * Besonders unverständlich erscheint uns die nicht zu unterschätzende Anzahl von „Hexenprozessen gegen Kinder“

In der „Reichsstadt Augsburg“ finden in den Jahren zwischen 1618 und 1730 acht derartige Verfahren statt, in denen 45 Kinder und Jugendliche betroffen sind.

Ein Drittel davon sind Mädchen, der Rest sind Knaben, die alle dem „Unterschichtenmilieu“ entstammten. 

Um Januar 1618

München-Angerviertel * „Bärbl“ Schwerzin wird dem „Heiliggeist-Spital“ übergeben.

„Das Costgelt trag die Stadtchammer“

Um März 1618

Prag * Die protestantischen „Landstände“ in Böhmen rufen einen „Landtag“ ein, auf dem sie die im „Majestätsbrief“ gewährten Rechte verletzt sehen und beim Kaiser Beschwerde einlegen.

Dessen Antwort ist kurz und bündig. Er verbietet weitere Sitzungen des „Landtags“ und setzt damit den „Majestätsbrief“ faktisch außer Kraft.

21. Mai 1618

Prag * Obwohl Kaiser Matthias das Zusammentreten des böhmischen Landtags - bei Strafe - verboten und damit den Majestätsbrief faktisch außer Kraft gesetzt hatte, kommen die Ständevertreter zur Versammlung. 

23. Mai 1618

Prag * Die Ständevertreter begeben sich in das Schloss auf dem „Hradschin“, um die kaiserlichen Beamten zur Rede zu stellen.

Es kommt zu einem heftigen Streit, in dessen Folge die Aufständischen zwei Statthalter Ferdinands samt deren Sekretär aus einem Fenster der Burg werfen.

Doch die katholischen Statthalter überleben, was in der katholischen Propaganda umgehend zu einer Engels- und Marienerscheinung und damit zu einem Wunder umgedeutet wird.
Weniger pathetische Stimmen sprechen von einem „Misthaufen“ der den Sturz abgemildert hat.
Doch auch einen Misthaufen hätten - nach einem freien Fall aus 18 Metern Höhe - drei Ungeübte nicht so leicht überstanden, dass sie hinterher noch in der Lage gewesen wären wegzulaufen.
Die Lösung liegt wahrscheinlich an der unter dem Fenster schräg verlaufenden Wand.
Durch die kleinen Fenster konnten die Delinquenten nicht mit Schwung „defenstriert“ werden und so nach unten rutschen.

Die Ereignisse auf der Prager Burg stilisieren die katholischen Propagandisten zur Staatsaffäre hoch.

Der „Prager Fenstersturz“ ist die Initialzündung für den Dreißigjährigen Krieg.

1. Juli 1618

Preßburg * Ferdinand II. wird in Preßburg zum König von Ungarn gekrönt.
Sofort beginnt man mit einer gegenreformatorischen Politik. 

31. Juli 1618

Prag * Die Böhmische Konföderation, ein Bündnis der nicht-katholischen Stände, wird in Prag gebildet.

  • Der König als monarchisches Oberhaupt wird weitgehend entmachtet.
  • Die Regierungsgewalt wird in die Hände der Stände gelegt.
  • In der Konföderationsakte erklären die böhmischen Stände sich zur „freien, ständisch verfassten Wahlmonarchie“.
  • Die Stände der Nebenländer Mähren, Schlesien, Ober- und Niederlausitz werden denen Böhmens gleichgestellt. Sie dürfen fortan an der Königswahl teilnehmen.
  • Der Protestantismus wird zur Staatsreligion erklärt. 
21. November 1618

Pilsen * Peter Ernst II. Graf von Mansfeld gelingt nach einem 15-stündigen Kampf die Einnahme der habsburgtreuen Stadt Pilsen. Es ist der erste Belagerungskampf des Dreißigjährigen Krieges.  

Pilsen galt als bedeutendster Stützpunkt der katholischen Kaisertreuen und hatte sich dem Böhmischen Aufstand nicht angeschlossen.

Der Söldnerführer Graf von Mansfeld lässt nach der gewonnenen Schlacht einen Galgen errichten, an dem als Erster der Pilsener Henker sein Leben lässt. Ihm wird nachgesagt, dass er sich bei der Verteidigung der Stadt als Scharfschütze mit einer stets treffenden Teufelskugel hervorgetan hätte. Die meisten Verteidigererhalten aber einen freien Abzug, heuern aber hinterher bei der Mansfeldschen Armee an.

Nach dem Fall von Pilsen bekommt die protestantische Sache in Böhmen großen Auftrieb. Der Kaiser verhängt zur Strafe die Reichsacht über Mansfeld. 

26. November 1618

München * Herzog Maximilian I. befiehlt die sofortige Schätzung der für den Festungsbau benötigten Grundstücke.

13. Dezember 1618

Paderborn * Kurfürst Ferdinand von Köln, der Inhaber der Bistümer Köln, Lüttich, Hildesheim und Münster, wird zum Bischof von Paderborn gewählt. 


Verwendet in Führung:

01. Haidhausen - Bauern, Adel und Tagelöhner
02. Haidhausen - dort wo's bogenhauserisch ist
05. Die südliche Au
06. Die nördliche Au
11. Münchner Zeitensprünge
21. Berg am Laim - Ost
22. Berg am Laim - West
26. November-Gschichten
27. Typisch München
28. Kreuzviertel
39. Angerviertel
40. Hackenvierte




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