1976

Das Erdbeben im Friaul zerstört auch die Kirche in Avilla di Buia

Avia di Buia - München-Haidhausen * Das große Erdbeben, das den Friaul heimsuchte, zerstört auch die Kirche in Avilla di Buia, in der die aus Haidhauser Lehm geformte Madonna Aufstellung fand. 

Wie durch ein Wunder bleibt jedoch die „Madonna della Saluta“ nahezu unbeschädigt erhalten.


1976

Suchbegriffe

Avia di Buia, Erdbeben, Friaul, Madonna della Saluta,

Weitere Ereignisse im Jahr 1976

1976

München-Graggenau * Der Stadtrat beschließt das „Anbringen einer Gedenktafel für Kurt Eisner“ an der Kardinal-Faulhaber-Straße.

Der „Hausbesitzer“ Falk Volkhardt weiß die Anbringung der „Erinnerungsplatte“ an der Fassade des „Montgelas-Palais“, das inzwischen zum „Hotel Bayerischer Hof“ gehört, zu verhindern.

Er verweigert die Anbringung der „Gedenktafel“ mit seinen Bedenken, dass sich diese „geschäftsschädigend“ auswirken und die Tafel möglicherweise Sprengstoffanschläge und Beschädigungen provozieren könnte.  

Dieses Risiko will natürlich keiner der Verantwortlichen tragen. 

1976

München * Die für München geltende „Badeverordnung“ sieht ein generelles Badeverbot „außerhalb der Badeanstalten in fließenden oberirdischen Gewässern“ vor.  

Ausgenommen sind mehrere Abschnitte am Ostufer der Isar - vor allem im Süden der Stadt. 

1976

München-Haidhausen * Der „Kriechbaumhof“ wird wegen Baufälligkeit an seinem ursprünglichen Standort zwischen der Wolfgang-, Walser- und Jugendstraße abgetragen und in einem „Städtischen Bauhof“ eingelagert.

1976

München-Haidhausen * Der kleine dreieckige Block zwischen Wolfgang-, Leonhard- und Preysingstraße wird als „Muster-Sanierungsblock“ ausgewählt.  

Unter der Bezeichnung „Block 15“ soll hier - erstmals in einer mit den Bewohnern abgestimmten Aktion - Einigung über das weitere Vorgehen erzielt werden.  
Gewerbe soll verpflanzt und Mieter vorübergehend in andere Wohnungen umgesetzt werden, um sie anschließend in verbesserte Wohnräume zurückkehren zu lassen.  

Das Baureferat der Landeshauptstadt richtet dazu extra eine Bürgerberatungsstelle in der Milchstraße ein und führte für dieses Vorhaben genaue strukturelle und soziale Untersuchung durch.  
In dem Block wohnen über 150 Bewohner in siebzig Haushalten.  
Durch die Neubauten kann die Umsetzung der Mieter innerhalb desselben Blocks geschehen.  

Ein Gewerbebetrieb - eine kleine Kohlenhandlung - muss umziehen, womit Schmutz und Lärm aus dem Viertel verlagert werden kann, doch nun ist es andererseits den Haidhausern nicht mehr möglich, einen geringen Brennstoff-Bedarf durch Selbstabholung zu decken.  

Umweltfreundlichkeit wird groß geschrieben.  

  • Eine Kastanie wird mit einem finanziellen Aufwand in Höhe von 15.000 DMark gerettet,  
  • eine kleine Tiefgarage gebaut,  
  • die Höfe begrünt und  
  • die Leonhardstraße in eine kleine Fußgängerzone umgewandelt. 
1976

München-Haidhausen * Der „Daphne-Brunnen“, der Bildhauerin Marlene Neubauer, wird am Orleansplatz aufgestellt.

Die über drei Meter hohe „Daphne“-Skulptur stellt eine Gestalt aus der griechischen Mythologie dar. 

Sie, die alle Annäherungsversuche von Männern zurückweist, wird nun von „Apollon“ verfolgt.
Als sie ihm nicht mehr entkommen kann, fleht sie „Ge“ um Hilfe an.
Die „Göttin der Erde“ verwandelt sie zum Schutz vor dem geilen Wüstling daraufhin in einen Lorbeerbaum. 

Der enttäuschte „Apollon“ kann nur mehr einen Zweig davon abbrechen.
Diesen trägt er seither auf seinem Haupt und hält den Lorbeer für heilig.

1976

München-Au * Weil das reine Musikprogramm nicht im gewünschten Umfang läuft, kommt in den „Museum-Lichtspielen“ ein „Kino 2“ mit 35 Plätzen dazu.

Das „Intime Theater“ wird mit anspruchsvollen Filmen für Erwachsene bespielt. Die Filme stammen alle aus der Produktion von Beate Uhse oder sind von ihr angekauft.

1976

München-Lehel * Der „Kreuzaltar“ der „Anna-Klosterkirche“ und das Fresko über der Orgel werden wieder hergestellt. 

1976

München-Untergiesing * Die „Ukrainisch-katholische Bischofskirche Sankt Andreas - Maria Schutz“ an der Schönstraße wird eingeweiht. 

Die Kirche wurde in einem architektonisch modernen Stil als „Seelsorge- und Bildungszentrum“ für die mit Rom unierten „katholischen Ukrainer in Deutschland“ erbaut.

1976

München-Schwabing * Die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ wird wieder gegründet und tritt in wechselnden Besetzungen auf. 

1976

München-Au * Die „Drahtfabrik Bucher“ wird in eine GmbH umgewandelt.

Ab 1976

München-Haidhausen * Zwischen 1976 und 1979 wird in der Haidhausener Kirchenstraße ein „Regenauslass“ erbaut.

Er hat eine Länge von 1,6 Kilometer und mündet nördlich des „Maximilianeums“ in die Isar.

In der Kirchenstraße muss das Wasser einen Höhenunterschied von 9 Metern überwinden.

1976

München-Haidhausen * Der „Bordeauxplatz“ erhält seinen Namen. 

Ursprünglich bezeichnet man die die Wörthstraße teilende Grünanlage „Forum in der Wörthstraße“

25. Januar 1976

Los Angeles * Die Polizei erschießt Mal Evans, den ehemaligen Tour-Manager der Beatles, in Los Angeles. 

26. Januar 1976

London * Der Plattenvertrag der Beatles mit EMI läuft aus. 

Nur Paul McCartney bleibt dem Unternehmen treu. 

April 1976

New York * Die New Yorker stürmen die Kinokassen.

Der Film „Rocky Horror Pictures Show“ zieht die Menschen nur so an. Sie Kinobesuch mit Netzstrümpfen und Korsagen.

Sie sprechen die Texte und singen die Lieder mit. Die Fans tanzen synchron mit den Stars auf der Leinwand und machen den Film durch ihr eigenes Einbringen und Zutun noch immer zum absoluten Hit.

Deshalb gehört es auch zum Ritual, sich an der Kinokasse ein Set mit Utensilien zu kaufen, das Reis, Luftschlangen, „Wunderkerzen“ und anderes beinhaltet.

Während der Trauungsszene werfen die Fans mit Reis; wenn Janet und Brad durchs Unwetter stapfen, halten sie sich eine Zeitung über den Kopf und zum Song „There’s a Light“ schwenken sie rhythmisch die „Wunderkerzen“.

4. Mai 1976

München-Maxvorstadt * Auf dem Grundstück Kaulbachstraße 15 explodiert ein Sprengkörper, der - außer dass er seinen Urheber schwer verletzt - keinen Schaden anrichtet.

16. Mai 1976

München-Angerviertel * 40 Jahre nach Entstehen des von der Nazi-Zensur verbotenen Valentin-Karlstadt-Kurzfilms „Die Erbschaft“ wird dieser im „Münchner Stadtmuseum“ uraufgeführt.

24. Juli 1976

München-Kreuzviertel * „Kardinal“ Julius Döpfner stirbt vollkommen unerwartet im „Pförtnerzimmer“ des „Erzbischöflichen Palais“ an einem Herzinfarkt. 

27. Juli 1976

USA * John Lennon erhält seine „Green Card“ für den zeitlich unbeschränkten Aufenthalt in den USA. 

Um den August 1976

Bundesrepublik Deutschland - Freistaat Bayern * Bei der „Bundestagswahl 1976“ steht die Parole „Freiheit statt Sozialismus“ bei der CDU im Vordergrund.

Die CSU ändert den Slogan in „Freiheit oder Sozialismus“ ab. 

18. September 1976

München-Theresienwiese * Im Pschorr-Festzelt der „Ochsenbraterei“ wird der „Verein Münchner Oktoberfestmuseum e.V.“ gegründet.
Sämtliche Wiesnwirte, der „Verein Münchner Brauereien“, die „Schaustellerverbände“ und „Vertreter der Stadt München“ sind daran beteiligt.

Zum 1. Vorsitzenden wird Xaver Heilmannseder gewählt.
Ferdinand Schmid, der „1. Vorstand der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung“ ist ein engagierten Mitstreiter der Oktoberfestmuseums-Idee.
Weitergepflegt wird diese Idee von den nächsten Vereinsvorständen Richard Süßmeier, Heinz Strobl und Willy Heide.

3. Oktober 1976

Bundesrepublik Deutschland - Bonn * Bei der Wahl zum „8. Deutschen Bundestag“ erhält

  • die SPD mit ihrem amtierenden Bundeskanzler Helmut Schmidt 42,6 Prozent [- 3,2] und 224 Sitze.
  • Die CDU/CSU mit ihrem Kanzlerkandidaten Helmut Kohl erringt 48,6 Prozent der Stimmen [+ 3,7] und 254 Sitze.
  • Die FDP bekommt 7,9 Prozent [-0,5] und 40 Sitze.

Die CSU erringt in Bayern 60,0 Prozent der Stimmen und trägt damit 10,6 Prozent zum Gesamtergebnis der Union (48,6 Prozent) bei.
CDU und CSU sind mit insgesamt 243 Sitzen die stärkste Fraktion im Bundestag, doch die „sozialliberale Koalition“ aus SPD und FDP kann mit einer Mehrheit von zehn Sitzen weiter regieren.

Helmut Schmidt [SPD] wird Bundeskanzler einer Koalition aus SPD und FDP. 

4. Oktober 1976

München-Au * Bevor die „Museum-Lichtspiele“ in der Lilienstraße 2 endgültig zum „Pornokino“ verkommen, läuft die „Rocky-Horror-Picture-Show“ an. 

Ein Kino wird eigens dafür umgebaut.
Es ist damit das erste Kino der Welt, dessen Inneneinrichtung für einen einzigen Film gestaltet worden ist.

8. November 1976

München-Kreuzviertel * Die „Gedenktafel“ für Kurt Eisner wird am Promenadeplatz, einige Meter vom Tatort entfernt, auf einer vorwiegend von Hundehaltern beachteten Fläche zwischen den Trambahngleisen und dem Bürgersteig, in den Rasen einzulassen und an diesem Tag enthüllt.

Die Stelle wird von vielen als skandalös empfunden, da die „Gedenkplatte“ an dieser Stelle ganz stark an ein „Marterl“ für ein Unfallopfer der Straßenbahnlinie 19 erinnert.

Die Inschrift der „Gedenkplatte“ lautet: „Zur Erinnerung an den Bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner, der am 21. Februar 1919 vor dem Montgelas-Palais ermordet wurde“.  

Sie liegt bis zum 25. April 2005 an dieser Stelle. 

18. November 1976

Wildbad Kreuth * Mit 30 gegen 18 Stimmen bei einer Enthaltung beschließt die „CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag“ auf ihrer Klausurtagung am 18. und 19. November in Wildbad Kreuth, die „Fraktionsgemeinschaft“ mit der „Christlich Demokratischen Union - CDU“ im „Deutschen Bundestag“ aufzukündigen und im „8. Deutschen Bundestag“ eine selbstständige Fraktion zu bilden.  

Der Beschluss bedeutet eine tiefe Zäsur im traditionell schwierigen Bündnisverhältnis zwischen CDU und „Christlich Sozialer Union - CSU“.
Aktueller Anlass für den einseitigen Trennungsbeschluss waren das Ergebnis und die Folgen der Bundestagswahl vom 3. Oktober 1976. 

19. November 1976

Großbritannien * Die LP „Thirty-Three and a Third“ von George Harrison erscheint. 

29. November 1976

Bonn * Der CDU-Bundesvorstand fordert die CSU-Führung auf, bis zum Tag der „konstituierenden Sitzung des 8. Deutschen Bundestages“ die Fraktionsgemeinschaft wieder herzustellen.

Andernfalls wird die CDU in Bayern einen Landesverband gründen. 

1. Dezember 1976

Bonn * Der Rheinland-Pfälzische Ministerpräsident Helmut Kohl wird zum Vorsitzenden der künftigen CDU-Bundestagsfraktion gewählt. 

Um den 2. Dezember 1976

München * Die CSU-Führung beginnt einzulenken.

In Bayern ruft der Trennungsbeschluss vor allem an der fränkischen und schwäbischen CSU-Basis Unmut und Widerspruch hervor.

Drei CSU-Bezirksverbände fordern einen Sonderparteitag.
Sie befürchten, dass die Gründung eines „CDU-Landesverbandes“ der bayerischen Regierungspartei und damit der Gesamtunion gravierend schaden können. 

9. Dezember 1976

Bonn * Franz Josef Strauß bietet nach einer Sitzung des „CSU-Landesvorstandes“ und der „CSU-Landesgruppe“ der CDU neue Gespräche an.

Der Trennungsbeschluss von Wildbad Kreuth ist zwar nicht aufgehoben, aber „durch neue Vorschläge“ überlagert worden. 

12. Dezember 1976

Bonn * CDU und CSU vereinbaren, die „Fraktionsgemeinschaft der CDU/CSU“ auf der Grundlage neuer Abmachungen fortzusetzen.

In umfangreichen schriftlichen Vereinbarungen werden neue Verfahren der Konfliktregelung im Sinne einer „politischen Parität“ beider Parteien festgelegt.

Die CSU bahnt mit diesen Vereinbarungen zugleich die Kanzlerkandidatur von Strauß im Bundestagswahlkampf 1980 an.


Verwendet in Führung:

01. Haidhausen - Bauern, Adel und Tagelöhner
02. Haidhausen - dort wo's bogenhauserisch ist
03. Der Gasteig - Ein Stück Alt-München



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