1901

Die „Actien-Ziegelei München“ beteiligt sich am „Prinzregententheater“

München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Die „Actien-Ziegelei München“ beteiligt sich mit 130.000 Goldmark an der für den Bau des „Prinzregententheaters“ zuständigen Gesellschaft.


1901

Suchbegriffe

Prinzregenten-Theater, Actien-Ziegelei-Gesellschaft,

Weitere Ereignisse im Jahr 1901

1901

München-Maxvorstadt * Leonhard Romeis erhält in einer „Qualifikationsliste“ der Lehrer der „Kunstgewerbeschule“ in den Kategorien „Fleiß und Eifer“, „Lehr- und Erziehungsgabe“ und „Gesamtqualifikation“ jeweils das Prädikat „sehr gut“ ausgesprochen.

Ab 1901

München-Hackenviertel * Für besonderes Aufsehen sorgen die in den Jahren 1901/02 im „Internationalen Handels-Panoptikum“ abgehaltenen „Damenringkämpfe“.

1901

München-Haidhausen * Der „Salzburger Hof“ an der Rosenheimer Straße 1 kommt in den Besitz der Aktienbrauerei zum Eberl-Faber.

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München-Maxvorstadt * Das „Panorama“ an der Theresienstraße 78 wird abgerissen.

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München-Englischer Garten - Hirschau * Das „Wasser- und Dampfkraftwerk der Maffei-Eisenwerke“ wird erweitert.

Dazu werden die das Fabrikgelände durchziehenden Wasserläufe zum „Eisbach“ vereinigt.
In der neuen Kraftzentrale kommen drei „Francis-Turbinen“ mit einer Leistung von 1.000 PS zum Einsatz. 

1901

München-Untergiesing * Durch den Neubau des „Marianums für Arbeiterinnen e.V.“ an der Humboldtstraße 2 kann die Zahl der aufzunehmenden Mädchen verdoppelt werden.

Die Zahl der ständigen Heimbewohner wächst auf 43, wovon die Hälfte körperliche Gebrechen hat.

Gearbeitet wird im „Nähsaal“, im „Goldsticksaal“, im „Weißsticksaal“, im „Blumenbindesaal“ oder in Einrichtungen zum „Wäschewaschen“ und „Feinbügeln“.

Mehrfach betonten die Geschäftsberichte, dass die Tage, „für welche Herr Reichsrat Freiherr von Cramer-Klett Chokolade mit Kuchen stiftete, freudig begrüßt waren“.

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München-Maxvorstadt * Die „weibliche Abteilung der Kunstgewerbeschule“ erhält in der Richard-Wagner-Straße 10 eine neue Unterkunft.

157 „Schülerinnen“ nehmen am Unterricht teil. Der Architekt ist Leonhard Romeis.

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München-Haidhausen * Der aufwändige, mit romanischen und gotischen Ornamenten geschmückte Schalenbrunnen aus dem „Münchner Glaspalast“ wird vor dem „Ostbahnhof“ aufgebaut. 

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München-Au * Nach einer vierjährigen Odyssee durch die verschiedensten Wirtshäuser des Münchner Ostens gelingt es dem „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ schließlich, im „Schleibinger Keller“ am Rosenheimer Berg, einen „großen Saal mit einem schönen Spielplatz“ anzumieten. 

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München-Maxvorstadt * Zwischen 1901 und 1914 ist in dem Haus an der Richard-Wagner-Straße 27 das „Restaurant Richard Wagner“ untergebracht.

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München-Untergiesing * Die „Baumschule Bischweiler“ wird vom damaligen „Stadtgartendirektor“ Jakob Heiler als Teil der „Frühlingsanlagen“ geplant.

Ihren Namen hat die „Baumschule“ von der „Bischweilerstraße“ erhalten, die einst dort entlang führte. Die „Gartenanlage“ hat in ihrer Grundstruktur und ihrem Wegenetz die Zeiten überdauert.
Heute kultiviert das „Baureferat“ dort die „Ziergehölze“ für die städtischen Beete.

Doch trotz ihrer eher technokratischen Aufgabenstellung ist sie nicht nur eine „Baumschule“.

In „Themengärten“ lassen sich Blumen und Pflanzen mit allen Sinnen erleben.
Die „Stadtgärtner“ legten hier einen „Rosen- und Duftgarten“ an. Diese werden ergänzt durch einen „Tast-, Flieder- und Giftpflanzengarten“.

Die „städtische Baumschule“ ist auf „Zier- und Klettergehölze“ spezialisiert.
Über sechzig verschiedene Pflanzenarten und Sorten gibt es zu sehen.
Sie bestechen durch auffällige Blüten, Früchte und Farben.

Alle Pflanzen sind beschildert, sodass sich die Gartenfreunde Anregungen für ihren Garten holen können.

1901

München-Haidhausen * Valentin Ludwig Fey arbeitet wieder als Geselle beim Schreinermeister Johann Hallhuber.

Diesem entwendet er einen Nagel, „schlug ihn in die Wand und hing an demselben das goldene Handwerk der Schreiner für immer auf“.

1901

München-Isarvorstadt - Museuminsel * Münchner Bürger beabsichtigen die Gründung eines „Brockenhaus-Vereins“.

Da man anfangs jedoch gegenüber dem Projekt finanzielle Bedenken äußerte, übernahm zunächst Kommerzienrat Kaspar Baerwindt das geschäftliche Risiko der karitativen Einrichtung als persönlich Haftender.

Die Stadt München stellt Räumlichkeiten auf der „Kohleninsel“ zur Verfügung.

1901

München-Untergiesing * Eine „Herakles & Antäos-Gruppe“ wird von der Stadt München „für die städtischen Grünanlagen am rechten Isarufer“ erworben und auf einem eigens dafür angefertigten Sockel auf dem „Schyrenplatz“ aufgestellt.

Die grimmige „Catcher-Gruppe“ stellt eine Begebenheit aus der griechischen Mythologie dar.
„Antäos“, ein libyscher Gigant, war der Sohn des Meeresgottes „Poseidon“ und der Erdgöttin „Ge“.

Da er seine Kraft durch die Berührung mit seiner Mutter, der Erde, erhielt und ständig erneuerte, besiegte er seine Gegner regelmäßig, um anschließend die Schädel seiner Opfer als „Dachziegel“ für den Tempel seines Vaters zu verwenden.

Als er „Herakles“, den Sohn des „Zeus“ und der „Alkmene“, zum Ringkampf zwang, nahm dieser dem Giganten die Kraft, indem er ihn hochhob und in der Luft so lange quetschte, bis die Knochen des „Antäos“ brachen und dieser schließlich daran starb.

Thematisch ergibt sich ein Zusammenhang durch die Nutzung von Platz und Gebäude für sportliche Zwecke.
Der Standort der Gruppe hat sich seit dem Tag der Aufstellung nicht mehr verändert.

1901

München-Au * Die Gebäude des „Bezirksamtes am Lilienberg“ werden renoviert.

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Oberföhring * Der „Oberföhringer Bürgermeister und Ziegeleibesitzer“ Fritz Meyer antwortet dem „Bezirksamt“ auf detaillierte Beanstandungen folgendermaßen:

„Für unsere italienischen Arbeiter [...], die sich vom frühen Morgen bis zum Eintritt der Dämmerung im Freien aufhalten und bei Eintritt der rauheren Jahreszeit wieder in ihre Heimat reisen, genügen die Dachschlafräume in den Trockenstädeln vollkommen. 

Sie sind leicht ventilierbar und gegen Zugluft abgesperrt und wenn in denselben noch für genügend Abstand der Bettstellen, für mehr Licht, Ordnung und Reinlichkeit gesorgt wird, dann sind sie sogar gesund zu nennen.
Auf alle Fälle sind sie viel gesünder als die Schlafstätten der meisten Arbeiter in München“

Die Auflage nach stabil gebauten „Toiletten“ nannte er „sehr wohl gemeint, praktisch aber wirkungslos“, denn, so der „Ziegeleibesitzer“ weiter, „der Italiener kennt am Haus keinen Sitzabort und geht auch bei uns nur ungern in einen solchen und wenn er nicht in nächster Nähe ist, gar nicht, und die für unsere Landwirtschaft so wertvollen Fäkalien gehen verloren“.

1901

München-Englischer Garten - Hirschau * Das „Maffei'sche Eisenwerk“ in der „Hirschau“ erhält einen vom Prinzregenten Luitpold genehmigten Gleisanschluss zum „Schwabinger Güterbahnhof“

Bis dahin mussten über 2.000 Lokomotiven auf Straßenfahrzeuge verladen werden.
Anfangs wurden die Maschinen von vielen Pferden, später von einer „Lokomobile“ durch die ganze Stadt zur „Zentralwerkstätte der Eisenbahn“ gezogen und dort mit den separat transportierten Radsätzen erneut zusammengebaut.

1901

München-Englischer Garten - Hirschau * Der Pächter des Ausflugslokals in der „Hirschau“ beantragt „einen Umbau vornehmen zu dürfen, da das Gastlokal zwar bis zum vorigen Jahr genügte, jetzt aber der Andrang zu dem Mittagstische so groß wird, besonders seitens der Arbeiter der Maffei'schen Fabrik, daß sich der Raum als unzureichend erweist“.

1901

München-Bogenhausen * Die „Max-Joseph-Brücke“, Bogenhausens fünfte Brücke, entsteht.

Sie hält bis zum heuten Tag.

1901

München-Kreuzviertel * Das „Hotel Oberpollinger“ wird an ein Textilunternehmen verkauft. 

1901

München-Nymphenburg * Die „Eisenbeton-Bahn“ im „Nymphenburger Volksgarten“ wird wieder geschlossen.

20. Januar 1901

München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Beginn der „Stuckarbeiten“ für das neue „Festspielhaus“ am Prinzregentenplatz, die bereits Mitte April vollendet sind.

22. Januar 1901

London * Nach dem Tod von Queen Victoria besteigt Edward VII. in London den britischen Königsthron. 

10. Februar 1901

München * Max von Pettenkofer stirbt in München. 

März 1901

München-Isarvorstadt - München-Untergiesing * Der Münchner Magistrat beschließt, den gesamten Isarbereich neu zu fassen und dabei die Brücken aus Stein zu erbauen.

Als achte und vorläufig letzte Brücke soll „an Stelle der eisernen Wittelsbacherbrücke durch die Fa. Sager & Woerner eine massive Brücke mit einem Bogen über die große Isar, vier Bogen über die kleine Isar, sämtliche sichtbaren Bauteile in Stampfbeton mit Muschelkalkverkleidung, mit einer lichten Breite von 20 Metern erbaut werden“.

5. März 1901

Geisenhofen * Der „Räuber“ Mathias Kneißl wird von einem aus 100 Mann bestehenden Polizeiaufgebot aufgespürt, niedergeschossen und gefangen genommen.

Weil die Todesstrafe nur an gesunden Personen vollzogen werden darf, lästern die Bayern: „An Kneißl Hias hams zerst zuagricht, dann hamsn hergricht und erst dann hamsn higricht“.

April 1901

München-Hackenviertel * Im „Internationalen Handels-Panoptikum“ finden „Elite- oder Separatvorstellungen“ nur für männliche Personen und Mitglieder wissenschaftlicher Vereine unter dem Titel „20 schöne Mädchen“ statt.

April 1901

München * Der „Civilingenieur“ Karl Müller wird in den Adelsstand erhoben. 

Er nennt sich jetzt Ritter Karl von Müller.

13. April 1901

München-Maxvorstadt * „Die Elf Scharfrichter“ eröffnen ihre Bühne in der Türkenstraße 28. 

10. Mai 1901

München-Haidhausen * Erstmals dürfen sich die Bürger Münchens in die Fluten des „Müller‘schen Volksbades“ stürzen.

Um den 6. Juni 1901

München-Haidhausen * In Haidhausen gibt es vier evangelische Knaben- und fünf evangelische Mädchenklassen. 

Da aber die protestantischen Klassen in der Unterbringung gegenüber den katholischen Klassen wesentlich benachteiligt sind, fordert der „evangelische Kirchenbauverein“ die „Erbauung eines evangelischen Schulhauses in Haidhausen“

19. Juni 1901

Berlin * Das „Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur und Tonkunst“ wird verabschiedet.

20. Juni 1901

München-Haidhausen * Die „Lokalschulkommission“ entspricht dem Antrag des „evangelischen Kirchenbauvereins“ auf Errichtung einer„evangelischen Schule“ in Haidhausen. 

3. Juli 1901

Bayreuth - Bogenhausen - Haidhausen * Cosima Wagner ist der zügig fortschreitende Baufortgang des „Prinzregenten-Theaters" ungeheuer.

Protestierend legt sie „vor Gott und den Menschen“ einen schriftlichen Eid ab, in dem sie betont, dass es „des Meisters endgültiger Wille“ gewesen sei, dass „sein Theater einzig in Bayreuth stehe“.

15. Juli 1901

Haidhausen * Der im Jahr 1879 demontierte „Glaspalastbrunnen“ wird vor dem „Ostbahnhof“ neu aufgestellt und in Betrieb genommen.

27. Juli 1901

Bogenhausen - Haidhausen * Der fast 80-jährige Prinzregent Luitpold besucht erstmals das seinen Namen tragende Theater.

„Von der Galerie über der Haupteinfahrt tönten während der Auffahrt Fanfaren und der Einzug der Götter in Walhall aus Rheingold“.
„Generalintendant“
Ernst von Possart hält eine Ansprache und der Prinzregent dankt ihm mit der Verleihung eines Ordens.

30. Juli 1901

Bogenhausen - Haidhausen * Erstmals kann die Öffentlichkeit das neue „Prinzregententheater“ am Prinzregentenplatz besichtigen.

6. August 1901

München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Auf der Bühne des neuen „Festspielhauses“ am Prinzregentenplatz beginnt der Probenbetrieb für die „Festspiele“.

20. August 1901

München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Die gesamte Münchner Prominenz erscheint in feierlicher Garderobe zum „Eröffnungs-Festakt“ des neuen „Prinzregententheaters“.

Die Besucher erhalten „eine mit vielen Illustrationen geschmückte prächtige Festschrift, den Damen spendet die aufmerksame und galante Intendanz reizende Bouquets mit Bandschleifen in den bayerischen Farben“.
Danach werden sie mit den Klängen der Aufführung der „Meistersinger von Nürnberg“ verwöhnt.

Der einheitliche Eintrittspreis für den Theaterbesuch beträgt 20 Mark.
Das entspricht dem durchschnittlichen Wochenlohn eines Arbeiters.

24. August 1901

München-Bogenhausen - München-Haidhausen * Die „Süddeutsche Bauzeitung“ schreibt über das „Prinzregenten-Theater“:

„Das Amphitheater des Prinzregenten-Festspielhauses umfaßt 1.028 Plätze gegen 1.345 des gleich großen Bayreuther Hauses. [...]
Die Begeisterung für den hohen Kunstgenuß kann nur bis zu einer gewissen Grenze über die Unbilden eines Martersitzes nach dem Bayreuther Muster hinwegtäuschen und die Durchschnittskorpulenz jener Gesellschaftsklassen, welche sich zur Ausgabe von M. 20 für die Karte und M. 30 für ein Zimmer versteigen können, erfordert gewisse Rücksichtnahmen“
.

September 1901

München-Theresienwiese * Das „Bräurosl-Festzelt“ wird mit elektrischen Glühbirnen beleuchtet.

Die vom preußischen „Hofmaler“ Schultheiss gemalte „Bräurosl“ ziert die ehemalige „Pschorr-Alm“.

Es soll sich um die Brauertochter Rosl Pschorr handeln, die jeden Abend ihre Runden auf einem Bräuross drehend eine Mass Bier geleert haben soll. Ob‘s wahr ist?

September 1901

München-Theresienwiese * Carl Gabriel präsentiert auf dem „Oktoberfest“ mit dem „Beduinen-Lager“ erstmals eine seiner berühmten „Völkerschauen“.

Auf einem 7.500 qm großen „Karawanenplatz“ baut er ein „Beduinendorf“ auf und bietet damit seinen Besuchern neben speziellen Darbietungen aus einem Rahmenprogramm auch Einblicke in das Alltagsleben dieses „fremdartigen Volksstammes“.

September 1901

München-Theresienwiese * In der „Ochsenbraterei“ wird der 200. Ochse gebraten.

September 1901

München-Theresienwiese * Das „Schottenhamel-Festzelt“ wird mit elektrischen Bogenlampen beleuchtet, was die Gäste „zu Begeisterungsstürmen hinreißt“.


Verwendet in Führung:

01. Haidhausen - Bauern, Adel und Tagelöhner
02. Haidhausen - dort wo's bogenhauserisch ist
08. Bogenhausen



Prinzregenten-Theater, Actien-Ziegelei-Gesellschaft