1805

Unhaltbare Zustände in Haidhausen

Haidhausen * Die „Baierische Landesregierung“ gibt der „Hofmarkverwaltung“ die Schuld an den unhaltbaren Zuständen in Haidhausen, da sie „ständig ganz unvermögenden Leuten die Ansiedlung und Verehelichung genehmige, sich aber dann nicht mehr um sie bekümmere, so daß sie in Armut gerieten und zum Bettel ihre Zuflucht nehmen müßten, um ihren Lebensunterhalt zu gewinnen“.


1805

Suchbegriffe

Regierung, Hofmarkverwaltung, Bettel, Armut, Verehelichung, Ansiedlung,

Weitere Ereignisse im Jahr 1805

1805

München * Reichsgraf Rumford wird „Präsident der Akademie der Wissenschaften“ in München.

1805

München * Adrian von Riedl wird mit 59 Jahren in den Ruhestand versetzt.

Trotz seines grünen Paradieses am Rande des „Englischen Gartens“ behagt ihm die Ruhe nicht, weshalb er den Bau einer Mühle plant.
Der an seinem Grundstück vorbeifließende „Eisbach“ mit einem Wasserdurchlauf von 22 Kubikmetern pro Sekunde erscheint ihm dafür ideal.

Ab 1805

Bogenhausen * Durch die ab der „Bogenhausener Brücke“ in Richtung Oberföhring beginnende Isarregulierung durch Oberst Adrian von Riedl wachsen Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas 117 Tagwerk Grund zu.
Auf dem Gelände entsteht später der heutige „Herzogpark“.

Neben seinen Münchner Besitzungen hat Montgelas noch kleinere und größere Besitzungen über ganz Baiern verstreut. 

1805

Schloss Nymphenburg * Der „Oberstbergrat“ Josef von Baader erfindet eine „Wassertretmaschine", mit der er über die Nymphenburger Parkseen „radeln" kann.

Diese „Spielerei", wie er seine Erfindung selbst nennt, bringt ihn auf die Idee,ein ähnliches Fahrzeug auch für die Straße zu bauen.

Ganz aus Holz bastelt er dieses anno 1805 zusammen und unternimmt damit mehrere Versuchsfahrten zwischen München und Nymphenburg.
Baader gilt seither als der erste Mensch, der „sich mit Hilfe von zwei Rädern fortbewegen konnte".

1805

München * Im Zuge der bevorstehenden Auflösung des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ - ist Kurfürst Max IV. Joseph fest entschlossen, die „Post“ künftig als Staatsaufgabe selbst zu übernehmen.

Bestärkt wird der Wittelsbacher vom „Generallandesdirektor“ Joseph Maria von Weichs, der ihm den Rat gibt, „daß der gegenwärtige Zeitpunkt der schicklichste sey, das Postregal [der Thurn und Taxis] einzuziehen und unter landesherrlicher Verwaltung auszuüben“.

1805

Au * Die „Hoffischerei“ wird aufgelöst.

Das Haus des Hoffischers geht an die „Strafarbeitshaus-Verwaltung“ über.

1805

München * Joseph Sulzbeck tritt mit seiner dreisaitigen Bassgeige in verschiedenen Wirtschaften auf.

1805

München * Die „Gesetze zur Ergänzung des stehenden Heeres“ von 1805 und 1812 gestatten dem Bürgertum großzügige „Befreiung vom Wehrdienst“.

22. März 1805

München-Lehel * Kurfürst Max IV. Joseph überträgt der Militärbehörde das säkularisierte Kloster „der Hyronymitaner im Lehel nebst dem Garten, jedoch mit Ausnahme der Kirche, welche Wir zur Pfarrkirche bestimmt haben“.  

Der Regent will das „Kadetten-Korps“ vom „Wilhelminum“, hierher verlegen.  
Doch dazu müssen erst für die das Kloster noch bewohnenden drei „Hieronymiten“ und drei kurfürstliche Jäger eine Unterkunft gefunden werden.  

Und selbst dann war das Gebäude noch höchst ungeeignet, da zwischen dem südlich der Kirche liegenden „Konventtrakt“ und dem an der Kirchen-Nordwand neu anzubauenden Erweiterungsbau das Gotteshaus liegt.  

Die vorgelegten Baupläne stoßen auch wegen  

  • der zu gering bemessenen Kadettenplätze,  
  • der nicht ausreichenden Unterrichtsräume und  
  • des fehlenden Zimmers „für die physikalischen Apparaturen“ auf Kritik.  

Vor allem missfällt dem „Kadettenerzieher“, dass die Schlafräume für die zivilen Dienstmägde mitten im Unterkunftsbereich der Kadetten liegen und so „die skandalösesten Auftritte und Ausschweifungen“ zu befürchten wären.  

Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass „die Lage des Hieronymitaner-Klosters, sowohl wegen dessen Verbindung zu den übrigen Kasernen, und hauptsächlich wegen dem nahe vorbeifließenden Wasser ungemein vorteilhaft zu einer Kaserne“ ist. 

25. April 1805

München-Lehel * Durch ein Dekret wird das „Kloster der Hieronymiten“ endgültig aufgehoben.  

Dennoch gibt es eine neue Verzögerung in der Ausführung. 

23. Mai 1805

London - Paris * Großbritannien erklärt Frankreich den Krieg.
Das ist der Beginn des „Dritten Koalitionskrieges“.

Österreich, Russland und England haben sich zur „Dritten Koalition“ gegen Frankreich zusammengeschlossen. 

Wie soll sich Baiern verhalten, wo doch ein österreichisches Kriegsziel die „Annexion Baierns“ war?
Neutralität kommt nicht in Frage, also müssen die Baiern ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen. 

7. Juni 1805

München * Das Kurfürstentum Baiern führt die „Wehrpflicht“ ein.

Diese gilt jedoch nicht für alle Baiern, denn die „Gesetze zur Ergänzung des stehenden Heeres“ aus den Jahren 1805 und 1812 gestatten dem städtischen Bürgertum „großzügige Befreiung vom Wehrdienst“.

19. Juni 1805

München-Lehel * Die ehemaligen „Hieronymiten-Mönche“ erhalten die Weisung, das Gebäude, „welches sie dermal bewohnen, weil es zu einem Staatszweck bestimmt ist“, schnellstmöglich zu räumen.  

Zum Unterhalt erhält der Prior eine Jahrespension von 300 Gulden, die übrigen Patres jeweils 275 Gulden.  
Zur Auflage wird ihnen gemacht, „die pfarrlichen Verpflichtungen im Lehel“ bis zur anderweitigen Verfügung pflichtgemäß zu versehen. 

28. Juni 1805

München-Lehel * Kurfürst Max IV. Joseph erklärt die „Sankt-Anna-Kirche“ zur „Pfarrkirche“

9. August 1805

Wien - Petersburg - London - Berlin * Dem russisch-englischen Bündnis vom 11. April 1804  schließt sich Österreich an. Preußen bleibt neutral. 

25. August 1805

Bogenhausen * Angesichts des heraufziehenden Dritten Koalitionskriegs erneuern Baiern und Frankreich ihr Bündnis im „Vertrag von Bogenhausen“.

Im Bogenhausener Schloss Stepperg werden die Geheimverhandlungen zwischen dem französischen Abgesandten und Minister Montgelas über einen baierischen Bündniswechsel mit Frankreich mit einem vorläufigen Vertrag abgeschlossen. Er beendet die Koalition mit Österreich und Russland.

Napoleon sagt Baiern weitere Gebietszuwächse im Falle eines Sieges zu. Dafür verpflichtet sich das Kurfürstentum zur Stellung von 20.000 Mann.

Neben Baiern schließt Napoleon Verträge mit weiteren süddeutschen Mitgliedern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Seine Verbündeten werden Baiern, Württemberg, Baden und Hanau.

Die baierische Regierung erhofft sich nach den Erfahrungen der beiden letzten Kriege von Frankreich eine wesentlich bessere Behandlung als von den kaiserlichen Österreichern. Um aber die Österreicher nicht unnötig herauszufordern, wird das Bündnis mit Frankreich zunächst noch geheim gehalten.

Die baierische Abneigung gegenüber Österreich wird sich jedoch bald bestätigen. 

25. August 1805

Frankreich - Österreich * Napoleon Bonaparte lässt seine „Große Armee“ in Richtung Österreich abmarschieren.

Ende September will er in Baiern ankommen.

September 1805

München * Als österreichische Truppen an den baierischen Grenzen aufziehen, zögert Kurfürst Max IV. Joseph das Bündnis mit Frankreich zu ratifizieren und war zeitweise sogar bereit, dem kaiserlichen Druck nachzugeben.

6. September 1805

Nymphenburg * Einhundert österreichische Husaren und Dragoner unter der Leitung des kaiserlichen Feldmarschalls Carl Philipp Fürst zu Schwarzenberg umzingeln Schloss Nymphenburg.

Sie nötigen den sich dort aufhaltenden Kurfürsten Max IV. Joseph „ultimativ“ zum Eintritt in die „antifranzösische Koalition“. Zur Unterstreichung seiner Forderung lässt der Feldmarschall das Schloss umstellen und von München abriegeln, worüber die baierische Bevölkerung entsetzt ist.

Offensichtlich will der Kurfürst, der den „Vertrag von Bogenhausen“ noch nicht unterschrieben hatte, schon dem österreichischen Drängen nachgeben, als Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas ernsthaft mit seinem Rücktritt vom Amt des Außenministers droht.

Mit Täuschungs- und Verzögerungsmanöver gelingt ein Zeitaufschub bis zum 9. September. Bis dahin hat die kurfürstliche Familie die Haupt- und Residenzstadt München heimlich in Richtung Würzburg verlassen. Auch die baierische Armee ist inzwischen in Franken und in der Oberpfalz zusammengezogen worden. 

8. September 1805

Kurfürstentum Baiern - München * Mit dem Einmarsch österreichischer Truppen in Baiern beginnt der Dritte Koalitionskrieg. Rücksichtslos bestimmte Kaiser Franz II. Baiern zum Kriegsschauplatz.

Noch waren die Kaiserlichen im Glauben an ein gemeinsames Bündnis mit Baiern gegen Frankreich über die Landesgrenze gekommen, doch nun marschieren sie als Feinde nach München. Als Kaiser Franz II. vom baierisch-französischen Bündnis erfährt, lässt er sich zu der Äußerung hinreißen: „Ich werde Baiern nicht nehmen, ich werde es verschlingen“.

Die wertvollsten kurfürstlichen Besitztümer und die Gemäldesammlung konnten noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, um sie so vor feindlichen Beutezügen zu schützen. Auch der Kurfürst war nun samt seiner Familie weit genug von der österreichischen Grenze entfernt, so dass er das Eintreffen der napoleonischen Truppen sicher abwarten konnte. 

Ab 12. September 1805

München * Immer mehr österreichische Militärs quartieren sich in München ein. 

19. September 1805

München * Erzherzog Ferdinand, der den Oberbefehl über die österreichischen Truppen hat, trifft in München ein und nimmt im Gasthof Zum Goldenen Hirsch in der Theatinerstraße Quartier. 

21. September 1805

Wien - München * Auch Kaiser Franz II. trifft in München ein.

Erst jetzt bietet der österreichische Kaiser dem Kurfürstentum Baiern den Königstitel an, wenn es sich der Dritten Koalition anschließen würde.

Doch das hätte nicht gleichzeitig die Erringung der vollen staatlichen Souveränität bedeutet, wie sie Napoleon angeboten hatte. Diese war aber für Freiherr von Montgelas die rechtliche Voraussetzung für die inneren Reformen der kommenden zwölf Jahre, insbesondere für die Ausschaltung der Stände und die Schaffung einer Konstitution.

Denn noch ist die Ständeverfassung gültig, die durch das Reichsrecht und die Reichsgerichte geschützt ist. 

22. September 1805

München - Landsberg * Kaiser Franz II. reist nach einem Kirchgang in der Theatinerkirche weiter nach Landsberg am Lech. 

23. September 1805

Paris - Wien * Napoleon Bonaparte erklärt Österreich den Krieg. 

24. September 1805

Würzburg * Obwohl Kurfürst Max IV. Joseph den „Bogenhausener Vertrag“ erst am 28. September 1805 unterschrieben hat, datiert er ihn auf den 24. September vor. 

24. September 1805

Bern * Kronprinz Ludwig I. hat die Taktik von Kurfürst Max IV. Joseph und seinem Minister Montgelas noch nicht durchschaut. Aus Bern schreibt er beschwörend an seinen Vater, er möge „unter keinen Umständen mit den Franzosen gehen. [...] Glauben Sie nicht, dass ich ein Österreicher bin, aber ich bin deutsch und bin ein Feind des Unrechts“.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum der Kurfürst das Unterzeichnungsdatum für den „Bogenhausener Vertrag“ so weit nach vorne gelegt hat, dass das Schreiben des Kurprinzen als erst nach der Vertragsunterzeichnung eingetroffen angesehen werden konnte. 

25. September 1805

Rhein * Die französischen Revolutionstruppen überschreiten den Rhein. 

26. September 1805

Rhein - München - Wien * Nachdem die Franzosen am Tag zuvor den Rhein an mehreren Stellen überquert hatten, zieht es der österreichische Kaiser Franz II. vor, vorsorglich die Rückreise nach Wien anzutreten.

Mit ihm machen sich auch die ersten österreichischen Einheiten über München zum Rückzug bereit. 

27. September 1805

Würzburg * Das französische Revolutionsheer ist in Würzburg eingetroffen und hat sich mit den baierischen Truppen vereinigt. 

28. September 1805

Würzburg * Während Napoleon den „Vertrag von Bogenhausen“ sofort nach Erhalt unterzeichnet hatte, lässt Kurfürst Max IV. Joseph kostbare Zeit verstreichen.

Das lag eventuell auch an der Kurfürstin Karoline, die sich für eine Allianz mit Österreich aussprach.

Erst als das französische Heer am 27. September in Würzburg eingetroffen war und sich mit den baierischen Truppen vereinigt hatte, ratifiziert der baierische Kurfürst den „Geheimvertrag von Bogenhausen“ und legt Baiern auf eine Koalition mit Frankreich fest. Dabei datierte er ihn vorsichtshalber auf den 24. September zurück.

Zu diesem Zeitpunkt haben die Österreicher bereits das südliche Baiern besetzt. 

29. September 1805

Würzburg - Bern * Kurfürst Max IV. Joseph antwortet auf ein Schreiben seines Sohnes Ludwig I., das dieser am 24. September in Bern verfasst hatte. Dem völlig ahnungslosen Prinzen Ludwig erklärt der Kurfürst einige Gründe seines Handelns:

  • „Ich fühle genau wie ihr, daß es viel glücklicher wäre, nicht gezwungen zu sein, sich in einen Streit zu mischen, der das Deutsche Reich nichts angeht.
  • Ich empfinde auch Euren Abscheu, mein Freund, und finde ihn ganz natürlich. Aber es gibt Fälle im Leben eines Herrschers, in denen er gezwungen ist, das eigene Gefühl zu unterdrücken im Interesse seiner Staaten.
  • Ich habe mich nicht mit Napoleon verbündet, sondern mit Frankreich, das zu allen Zeiten der geborene Verbündete unseres Hauses war. […]
  • Wenn Euch die Partei mißfällt, die ich gezwungenermaßen ergriffen habe, machet es nur mir zum Vorwurf, mein liebes Kind. Ich bin es allein, der es gewollt hat. Kein Minister, nicht einmal Montgelas, hat es mir geraten, ich schwöre es Euch bei meinem Gotte. […]“
6. Oktober 1805

Donauwörth - Neuburg - Ingolstadt * Das vereinigte französisch-baierische Heer umfasste 60.000 Mann. Es überquert am 6. Oktober die Donau bei Donauwörth, Neuburg und Ingolstadt. 

8. Oktober 1805

Wertingen * In der „Schlacht von Wertingen“ kommt es zum ersten Gefecht zwischen den österreichischen und französischen Truppen. 

9. Oktober 1805

Günzburg * Nach einem Gefecht bei Günzburg mit Truppen unter Erzherzog Ferdinand wird von dem vereinigtem französisch-baierischen Heer eine Donau-Brücke bei Günzburg gewonnen. 

9. Oktober 1805

München * Der österreichische General Michael Freiherr von Kienmayer auf dem Rückzug mit seiner Division in München ein. Er lässt seine Truppen im Westen und Norden vor der Stadt lagern. 

Ab 10. Oktober 1805

München * In München halten sich Soldaten aus den östlichen Teilen der Donaumonarchie auf.

Die exotisch aussehenden Kämpfer aus dem Balkan erzeugen bei den Münchnern Angst und Schrecken einerseits durch ihr fremdartiges Aussehen, andererseits durch ihre schlechte Ausrüstung und ihre unzureichende, Mitleid erzeugende Bekleidung. 

10. Oktober 1805

Würzburg * Kurfürst Max IV. Joseph gibt einen Aufruf „an sein Volk“ heraus, in dem er sich für sein Bündnis mit Napoleon rechtfertigt.

Um den politisch umwälzenden Schritt ins französische Lager darzustellen, muss er eine überzeugende Begründung liefern. Also wird Österreich zum „Erbfeind“ erklärt, der Baierns Unabhängigkeit bedrohte und dessen Truppen plündernd durchs Land zogen, während „Frankreich […] zu allen Zeiten Baierns Unabhängigkeit schützte“.

Das Bündnis scheint damit als die einzige und alternativlose Konsequenz, um Baiern zu retten: „Der Kaiser der Franzosen, Baierns natürlicher Bundesgenosse, eilte mit seinen tapferen Kriegern herbei, um euch zu rächen, […], und bald, bald naht der Tag der Rettung“.

Der Aufruf endete siegesgewiss mit den Worten: „Unsere gute Sache steht unter dem Schutze eines gerechten Gottes und […] unter der eigenen Anführung eines unüberwindlichen Helden“

11. Oktober 1805

München * Als General Kienmayer von der erfolgreichen Donauüberquerung der Franzosen bei Günzburg erfährt, befiehlt er noch am Abend den allgemeinen Aufbruch. 

12. Oktober 1805

München * Baierische Truppenkontingente unter der Führung des französischen Generals Bernadotte können München nahezu kampflos einnehmen. Die baierische Haupt- und Residenzstadt ist damit von allen Besatzungssoldaten befreit.

Nur wenige Stunden später treffen die ersten französischen Kavalleristen in München ein, um sofort die Verfolgung der Österreicher aufzunehmen. 

14. Oktober 1805

Elchingen * In der „Schlacht bei Elchingen“ kommt es zu einem weiteren Gefecht zwischen österreichischen und französisch-baierischen Militärs. 

15. Oktober 1805

Spielberg - Michelsberg * Nach dem französisch-baierischen Angriff auf Spielberg und Michelsberg sind die letzten österreichischen Stellungen gefallen und die Stadt Ulm von französischen und baierischen Truppen eingeschlossen. 

Ab 16. Oktober 1805

Ulm * Ulm wird von französischen Truppen beschossen und von den Österreichern verteidigt. 

17. Oktober 1805

Ulm * Napoleon bezwingt die österreichische Armee bei Ulm und befreit Baiern von den kaiserlichen Truppen.

20. Oktober 1805

Ulm * In der „Kapitulation von Ulm“ muss die eingeschlossene österreichische Deutschlandarmee kapitulieren. Baiern ist damit befreit.

Napoleon Bonaparte hat damit den ersten wichtigen Sieg des Dritten Koalitionskrieges errungen. 

24. Oktober 1805

München * Napoleon Bonaparte zieht mit Kanonendonner, Glockengeläut und unter dem Jubel der Bevölkerung triumphal durch das Karlstor in das festlich beleuchtete München ein.

Nach einem kurzen Aufenthalt in München rückt er mit seiner Grande Armée nach Osten vor.

Kurfürst Max IV. Joseph befindet sich noch auf der Flucht. 

25. Oktober 1805

München * Die Kurpfalzbaierische Staats-Zeitung von München berichtet vom Einzug Napoleons:

„Endlich hatten wir gestern das sehnlich erwartete Vergnügen, Se. Majestät Napoleon Kaiser in Frankreich und König in Italien hier eintreffen zu sehen. Se. Majestät kamen von Augsburg, fuhren in einem 6-spännigen Reisewagen, welchen der Herr Reichs-Marschall Bernadotte, nebst noch einigen H.H. Reichsmarschallen zu Pferde begleitete, unter dem Donner der Kanonen, und dem Zusammengeläute aller Glocken durch die Neuhauser-Kaufinger- über den Platz durch die Diener- in die Residenz-Gasse heran, und stiegen […] in der kurfürstl. Residenz ab.

Die ganze Stadt war zur Tageshelle beleuchtet, und die Mittags zuvor angekommenen kaiserl. königl. Garde-Regimenter hatten sich durch die ganze Einzugsstrecke à la haie aufgestellt. Es war ½ 8 Uhr Abends, und die Menge des hier befindlichen, zum Theile noch mit der Einquartierung beschäftigten Militärs nebst dem zusammenströmenden Volke zeigte das Bild eines durch Ströme aufgetriebenen Meeres, das sich schwer und langsam dahinwälzt“

26. Oktober 1805

Inn * Napoleon Bonaparte überquert mit seiner Grande Armée den Inn. 

28. Oktober 1805

Braunau * Braunau wird von der napoleonischen Armee eingenommen.

29. Oktober 1805

München * Kurfürst Max IV. Joseph trifft in seiner Residenzstadt ein und muss sich bei Napoleon für seine Verspätung entschuldigen. 

29. Oktober 1805

Würzburg - München * Der baierische Kurfürst Max IV. Joseph trifft aus Würzburg kommend in München ein und muss sich für seine Verzögerung beim französischen Kaiser entschuldigen.

29. Oktober 1805

Salzburg - Kufstein * Die baierischen Truppen unter der Führung von General Bernhard Erasmus von Deroy nehmen Salzburg ein und dringen über Reichenhall und Lofer nach Kufstein vor.

5. November 1805

Scharnitz - Innsbruck * Französische Truppen erobern die „Festung Scharnitz“ und Innsbruck.

8. November 1805

Linz * Der Preis für das Bündnis zwischen Baiern und Frankreich sowie die Erhebung in die Königswürde ist die Verehelichung der baierischen Prinzessin Auguste Amalie mit dem Stiefsohn Napoleons, Eugène Beauharnais.

Mit der Münchner Hochzeit will sich Napoleon den Eintritt in eines der ältesten europäischen Adelshäuser ermöglichen.

Kurfürst Max IV. Joseph gibt - im Beisein des Kurprinzen Ludwig - Napoleon in Linz die mündliche Zusage für die Hochzeit. Zuvor hat man den baierischen Kurfürsten eindringlich darüber aufgeklärt, dass eine Weigerung zum Verlust Baierns zugunsten eines „Napoleoniden“ führen würde. Die Auffassung vertritt sowohl Freiherr Maximilian Joseph von Montgelas, als auch der „Gesandte im Hauptquartier Napoleons“, Karl Ernst Freiherr von Gravenreuth.

Max IV. Joseph hat die Abmachung mit Napoleon später gegenüber seiner Ehefrau mehrfach abgestritten und vertuscht. 

10. November 1805

Kufstein * Die baierischen Truppen nehmen die „Festung Kufstein“ ein.

13. November 1805

Wien * Napoleon erreicht mit seinen Soldaten Wien und nimmt die Stadt kampflos ein. 

24. November 1805

München * Die kurfürstliche Familie trifft wieder in München ein. 

29. November 1805

Tirol * Baierische Truppen übernehmen die „Besetzung“ Tirols.

2. Dezember 1805

Austerlitz * Bei Austerlitz kommt es zur sogenannten „Dreikaiserschlacht“. Napoleon, Zar Alexander I. von Russland und der deutsch-römisch-österreichische Kaiser Franz II. sind persönlich auf dem Schlachtfeld anwesend.

Napoleon Bonaparte besiegt unter Mitwirkung baierischer Truppen die die österreichisch-russische Koalition entscheidend und erringt damit den glänzendsten Sieg seiner Laufbahn.

Der Sieg der „Dreikaiserschlacht von Austerlitz“ beendet den Dritten Koalitionskrieg

3. Dezember 1805

Tirol * Der baierische General Siebenbein zieht in Tirol ein.

4. Dezember 1805

Znaim * Der „Waffenstillstand von Znaim“ wird geschlossen.

5. Dezember 1805

München * Frankreichs Kaiserin Joséphine trifft mit großem Gefolge in München ein.

Sie bezieht die Steinzimmer der Residenz und bemüht sich im Interesse der Bündnispolitik Frankreichs erfolgreich um die Sympathien des kurfürstlichen Hofes und der Bevölkerung der Landeshauptstadt.

Die kaiserliche Gefolgschaft erregt gerade aufgrund ihrer prächtigen Ausstattung großes Aufsehen. Wegen des ungünstigen Münchner Wetters erkranken in den darauf folgenden Tagen viele der kaiserliche Hofdamen

10. Dezember 1805

Brünn * Im französisch-baierischen „Vertrag von Brünn“ belohnt der Franzosenkaiser Baiern für seine Waffenhilfe und sichert ihm erneut zu, dass er im bevorstehenden Friedensvertrag mit Österreich Kaiser Franz II.

  • die Abtretung Vorarlbergs, der Gebiete in Schwaben und der Reste von Eichstätt und Passau zugunsten Baierns auferlegen will.
  • Außerdem soll der Kaiser in Wien auf jegliche Oberhoheit über den Kurfürsten von Baiern, der den Königstitel annehmen wird, verzichten.
  • Zudem sichert der französische Kaiser im „Vertrag von Brünn“ Baiern die erbliche Königswürde zu.

Bereits im „Vertrag von Bogenhausen“ hatte sich Napoleon Bonaparte verpflichtet, im Falle eine siegreichen Kriegsausgangs für eine weitere Vergrößerung Baierns einzutreten. 

14. Dezember 1805

Tirol - Wien * Die „Ständische Aktivität“ bittet den österreichischen Regenten um den weiteren Verbleib Tirols beim Kaiserhaus.

19. Dezember 1805

Paris * In einem „Tagesbefehl“ erklärt Napoleon Bonaparte Baiern, Baden und Württemberg zu souveränen Staaten. 

20. Dezember 1805

München * Karoline Murat, die Schwester Napoleons, kommt in München an. 

21. Dezember 1805

München - Augsburg * Das Kurfürstentum Baiern übernimmt die „freie Reichsstadt“ Augsburg.

26. Dezember 1805

Preßburg * Österreich schließt mit Frankreich den „Frieden von Preßburg“, in dem es die im „Vertrag von Brünn“ vom 10. Dezember 1805 festgesetzten Bestimmungen anerkennt.

Der „Friedensvertrag von Pressburg“ beendet den Dritten Koalitionskrieg.

Österreich muss die Rangerhöhung des baierischen Kurfürsten zum König und Gebietsabtretungen akzeptieren. 


Verwendet in Führung:

01. Haidhausen - Bauern, Adel und Tagelöhner




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