Juli 1866

Franz Lenbach mietet in der Augustenstraße 10 ein Atelier

München-Maxvorstadt * Franz Lenbach mietet in der Augustenstraße 10 ein Atelier.


1866

Suchbegriffe

Atelier, Augustenstraße 10,

Personen

Lenbach Franz von Kunstmaler

Weitere Ereignisse im Jahr 1866

1866

München-Isarvorstadt * Der „Turnverein München“ wird in „Turnverein München von 1860“ umbenannt.

1866

München-Maxvorstadt * Ein zweites Lager des „Konsumvereins von 1864“ wird in der Karlstraße eröffnet. 

1866

Bogenhausen * Die „Georgskirche“ in Bogenhausen wird dem Zeitgeschmack entsprechend renoviert.

Dabei versieht man die „Ignaz-Günther-Kanzel“ mit einem braun-mamorierten Anstrich.

1866

Schwabing * Im stattfindenden Krieg wird das ehemalige „Palais der Königin Therese“ als „Filialspital des Münchner Militärkrankenhauses“ verwendet.

1866

München-Hackenviertel * Joseph Wild kann die Leistung seiner „Singlspielerbrauerei“ auf 9.000 Scheffel Malz erhöhen.

Er erreicht dabei aber auch die Grenzen seiner finanziellen Leistungskraft.

1866

München * Aus der Firma „Hirschberg & Co“ geht die „Actien-Ziegelei München“ hervor.

1.080 Aktien zum Preis von 250 Florin werden ausgegeben.
Sie bringen ein Kapital von 270.000 Gulden.

5. Januar 1866

München * König Ludwig II. ernennt Malvina Schnorr von Carolsfeld zur „Kammersängerin“ mit einem Jahresgehalt von 2.000 Gulden „ohne ausdrückliche Verpflichtung ihrerseits für irgend eine Gegenleistung".

25. Januar 1866

Dresden * Richard Wagners Ehefrau Minna stirbt in Dresden.

30. Januar 1866

München * Weil das anno 1826 fertigestellte jüdische Gotteshaus an der Westenriederstraße - mit seinen 160 Männer- und 160 Frauen- Betplätzen - bald aus allen Nähten zu platzen droht, bittet der Vorstand der „Israelitischen Cultusgemeinde“ den Münchner Stadtmagistrat um finanzielle Unterstützung für den Bau einer größeren „Synagoge“.

Ab Februar 1866

München-Graggenau * König Ludwig II. lässt nach seiner Verlobung mit Herzogin Sophie Charlotte in Bayern die „Unteren Hofgartenzimmer“ in der „Residenz“ für die künftige Königin reicher ausgestalten.  

Zusätzlich dazu lässt er eine Wendeltreppe, die von seinem „Arbeitszimmer“ direkt in das künftige „Königinnen-Appartement“ führt, anlegen. 

März 1866

München-Maxvorstadt * Das Projekt einer vorübergehenden „Spielstätte im Glaspalast“ für die Werke Richard Wagners wird endgültig zu den Akten gelegt.

Um den März 1866

Wien - Braunau * Das österreichische „Eisenbahn-Konsortium“ einigt sich auf den Übergangspunkt bei Braunau am Inn.

27. April 1866

München * Prinz Otto erreicht seine Volljährigkeit mit Vollendung seines 18. Lebensjahres.  

Damit steht ihm ein eigener „Hofstaat“, eine „Apanage“ von 80.000 Gulden und eine Beförderung zum „Hauptmann“ im „Infanterie-Leib-Regiment“ zu. 

1. Mai 1866

München * Prinz Otto tritt in den aktiven Militärdienst ein. 

9. Mai 1866

München * Der bayerische „Ministerrat“ beantragt beim König die „Mobilmachung“.

Ludwig II. will daraufhin zugunsten seines Bruders Otto abdanken. 

10. Mai 1866

München * König Ludwig II. befiehlt die „Mobilmachung“ für den 22. Juni. 

22. Mai 1866

Triebschen * König Ludwig II. und Richard Wagner treffen zu dessen Geburtstag erstmals nach seinem Weggang aus München in Triebschen in der Schweiz wieder aufeinander. 

Die Begegnung dauert bis zum 24. Mai. 

27. Mai 1866

München-Graggenau * König Ludwig II. eröffnete den „22. Landtag“ im „Thronsaal der Residenz“.  

Er will zur „Eröffnung des Landtags“ im Mai 1866 eine Rede zu halten, in der er  

  • „Bayerns Eintreten“ für ein „frei gewähltes Parlament“ befürwortet,  
  • die „Volksbewaffnung“ anstelle eines „stehenden Heeres“ empfiehlt und  
  • die „Militärgerichtsbarkeit“ abschaffen will.  

Der „Bayerische Ministerrat“ kann gerade noch rechtzeitig die eindeutig auf Richard Wagner zurückgehenden „radikaldemokratischen“ Vorschläge aus der „Thronrede“ streichen.

13. Juni 1866

Dresden - München * Der „Architekt“ Gottfried Semper stellt eine Anfrage an das „Kabinett des bayerischen Königs“, ob er die Pläne zum geplanten „Richard-Wagner-Festspielhaus“, die „seit mehreren Monaten zur Vorlage fertig“ wären, schicken soll. 

14. Juni 1866

Wien - München - Berlin * Nachdem Preußen Holnstein wiederbesetzt und damit den „Bundesfrieden“ bricht, unterstützt Bayern den Antrag Österreichs auf „Bundesexekution gegen Preußen“

16. Juni 1866

München - Berlin - Roseninsel * Der „Deutsche Bund“ beschließt den „Krieg gegen Preußen“.

König Ludwig II. verbringt diese für Bayern schwierigen Tage mit seinem „Adjudanten“ Paul Fürst von Thurn und Taxis auf der „Roseninsel“ im Starnberger See, wo er „zu seiner Zerstreuung Feuerwerke abbrennen ließ und bei künstlichem Mondschein Vergessen suchte“

22. Juni 1866

München * „Mobilmachung“ der bayerischen Truppen gegen Preußen. 

23. Juni 1866

Berlin - Prag * Mit dem Einmarsch der Preußen in das habsburgische Königreich Böhmen beginnt der „Deutsche Krieg“.  

Preußen hat bereits vor Kriegsbeginn den „Bundesvertrag des Deutschen Bundes“ für nichtig erklärt und schert aus der anno 1815 in Wien beschlossenen „Friedensordnung“ aus.  

Preußen führt also keinen Krieg gegen Österreich, sondern gegen ganz Deutschland.  
Die auf österreichischer Seite stehenden „süddeutschen Bundestruppen“ tragen deshalb auch „schwarz-rot-goldene“ Armbinden, als sie gegen die in „Schwarz-Weiß“ antretenden Preußen kämpfen. 

24. Juni 1866

Bamberg * König Ludwig II. besucht die bayerischen Truppen in Bamberg. 

30. Juni 1866

München * Für die „Polytechnische Schule“ wird der Grundstein gelegt. 

3. Juli 1866

Königgrätz * In der „Schlacht bei Königgrätz“ endet der „Deutsche Krieg“ mit einem Sieg der Preußen über Österreich und dessen Verbündeten, darunter das Königreich Bayern. 

Die Niederlage bedeutet zugleich die Auflösung des „Deutschen Bundes“

18. Juli 1866

München * König Ludwig II. will unter dem Eindruck des verlorenen Krieges zurücktreten. 

16. August 1866

München * Die „Freiwillige Feuerwehr München“ wird gegründet.

180 Münchner lassen sich als Mitglieder einschreiben. 
Arnold Zenetti umgehend zum „ersten Vorsitzenden“ bestimmt.  

Viele Neuerungen im gesamten Löschwesen lassen sich von da an auf ihn zurückführen.
Darunter fällt beispielsweise die Installierung der damals hochmodernen „telegraphischen Feuermeldestationen“

18. August 1866

Berlin * Der Deutsche Bund löst sich auf und der durch Preußen beherrschte „Norddeutsche Bund“ wird gegründet, um Preußens Hegemonie zu festigen und zu legitimieren.

Unabhängig bleiben vorerst die süddeutschen Staaten:

  • das Königreich Bayern,  
  • das Königreich Württemberg,  
  • das Großherzogtum Baden und  
  • das Großherzogtum Hessen, das dank russischer Fürsprache mit einigen kleinen Gebietsabtretungen davonkommt. 
21. August 1866

München-Englischer Garten * Der „Zoo“ des Kaufmanns Benedikt Benedikt am Westrand des „Englischen Gartens“ ist nach drei Jahren schon wieder bankrott.

Die Versteigerung des auf 118.000 Gulden geschätzten Geländes wird anberaumt, doch es findet sich kein Käufer.
Das Gelände übernimmt die Stadt, die Wirtschaftsgebäude werden für den Betrieb eines „Kaffeehauses“ verpachtet.

23. August 1866

Prag - Wien - Berlin - München * Mit dem „Frieden von Prag“ ist Österreich aus Deutschland hinausgedrängt und der „Deutsche Bund“ Vergangenheit. 

Geblieben ist ein „Bundesstaat“ mit 22 Klein- und Mittelstaaten nördlich der Mainlinie, der politisch, wirtschaftlich und militärisch im „Norddeutschen Bund“ von Preußen dominiert wird. 

Eine sonderbare staatsrechtliche Konstruktion, die keinen langen Bestand haben wird. 

31. August 1866

München-Kreuzviertel * Obwohl ihn die Verfassung dazu nicht zwingt, legt König Ludwig II. den „Friedensvertrag“ dem „Landtag“ vor.

Nach einer teilweise hitzigen Debatte wird der „bayerisch-preußische Friedensvertrag“ schließlich von beiden „Kammern“ gebilligt.  

An diesem Tag werden sowohl der „Friedensvertrag“ als auch das „geheime Schutz- und Trutzbündnis“ unterzeichnet, das Bayern verpflichtet, Preußen im Fall des Angriffs einer auswärtigen Macht durch die Unterstellung der bayerischen Armee unter preußischem Oberbefehl zu unterstützen. 

September 1866

München * Die Vermessungsarbeiten, um den genauen Verlauf der Bahnstrecke nach Braunau am Inn festzulegen, beginnen.

Die angedachte Trasse soll südlich von Untergiesing durch die Isarauen verlaufen, dann die Hangkante auf der Höhe des späteren „Stadions an der Grünwalder Straße“ durchschneiden und östlich von Obergiesing durch die Hochau nach Haidhausen führen.
Damit wären die drei Stadtviertel des Münchner Ostens direkt an die „Eisenbahn“ angebunden.

Als nächste Entscheidung steht die Standortwahl für den nach dem „Centralbahnhof“ zweiten großen „Staatsbahnhof“ auf der Tagesordnung.

Für das betroffene Stadtviertel hätte das weitreichende Folgen auf die wirtschaftlichen, sozialen und städtebaulichen Entwicklungen, denn es geht bei dieser Entscheidung immerhin um die Drehscheibe für den künftigen Güter- und Personenverkehr im Münchner Osten. 

9. September 1866

München-Obergiesing * Die Grundsteinlegung für die neue „Heilig-Kreuz-Kirche“ in Obergiesing findet statt.

Der Bau entsteht auf einem Gebiet, das landwirtschaftlich nicht genutzt werden kann, nachdem hier die Toten der Pest des Jahres 1636 begraben worden sind.

Geldgeber Ex-König Ludwig I. verlangt von Dollmann, dass die Kirche „noch schöner werde, als die Auer Kirche“.
Die Stadtbaukommission besteht auf die Erhöhung des Kirchturms von achtzig auf 95 Meter.
Damit ist die „Heilig-Kreuz-Kirche“ - bis zum Bau des Fernsehturms - der höchste Punkt Münchens.

Niemand fragt zum Entstehungszeitpunkt der Kirche, ob der Bau in die Gegend passt oder ob er von der armen Vorstadtgemeinde überhaupt finanziert werden kann. 

„Wieder wurde hier ein Denkmal gesetzt, für das die Nutzung nur Anlass und zweitrangige Funktion war“, schrieb G. Schickel im Jahr 1987. 

Um Oktober 1866

München-Haidhausen - München-Giesing - München-Au * Nachdem Einzelheiten über den Streckenverlauf und den Bahnhofsstandort der Eisenbahnstrecke nach Braunau am Inn durchgesickert sind, gründen sechs Haidhauser Unternehmer und Geschäftsleute ein „Komitee“.

Nach den Planungen der „Eisenbahn-Generaldirektion“ soll der künftige „Ostbahnhof“ an der heutigen Regerstraße, auf damals Giesinger Gebiet, entstehen.

Dieser Standort gilt als ideal, da er

  • von den Zentren der drei Stadtviertel Au, Giesing und Haidhausen nahezu gleich weit entfernt ist und
  • einer möglichen Erweiterung des Bahnhofs sowie der Ansiedelung von Industrie- und Gewerbebetrieben nichts im Wege steht.  

Das „Haidhauser Komitee“ spricht sich gegen den Bahnhofsstandort in Giesing und für einen solchen in Haidhausen - nahe dem heutigen Rosenheimer Platz - aus.

Der Vorsitzende des „Haidhauser Komitees“ ist der Besitzer der „Franziskaner-Leistbrauerei“, Joseph Sedlmayr.

Nach Auffassung der Haidhauser Unternehmer spricht für den Standort Haidhausen, dass

  • der Hauptpersonen- und Hauptgüterverkehr schon immer über diesen Ort lief und demzufolge
  • alle verkehrstechnischen Infrastruktureinrichtungen vorhanden sind.
  • Die „gefährliche Verkehrsanbindung“ über den steilen und nicht regulierten „Giesinger Berg“ und dem gleich abschüssigen „Nockherberg“ sprechen gegen Giesing.
  • Hinzu kommen die fehlenden Brückenverbindungen für die Pferdefuhrwerke.

Der „Münchner Magistrat“ und das „Kollegium der Gemeindebevollmächtigten“ schließen sich umgehend den Forderungen der Haidhauser an.

Doch das für den Eisenbahnbau in Bayern zuständige „Handelsministerium“ steht den Vorschlägen völlig konträr gegenüber, da nach seiner Auffassung der zweite Bahnhof höchstens ein kleiner Nebenbahnhof werden soll, an dem nur wenige Züge halten. 

Oktober 1866

München * König Ludwig II. entlässt seinen „Kabinettssekretär“ Franz Seraph von Pfistermeister und den „Ministerpräsidenten“ Ludwig von der Pfordten. 

Richard Wagner nannte die Beiden respektlos „Pfi“ und „Pfo“.
Nun hatte er seine späte Rache. 

Oktober 1866

München-Theresienwiese * Das „Oktoberfest“ fällt trotz des „Prager Friedens“ vom August aus.

1. Oktober 1866

München * Die von Richard Wagner konzipierte „Deutsche Musikschule“ wird eröffnet.

Rund 75 Schülerinnen und Schüler werden unter der Leitung von Karl von Perfall, dem späteren „Intendanten des Hof- und Nationaltheaters“, Hans von Bülow als „Künstlerischem Direktor“, sowie Peter Cornelius als „Lehrer für Harmonie und Rhetorik“ ausgebildet.

Anfang Dezember 1866

München-Graggenau * Der erst 26-jährige, aus Graz stammende Architekt Georg Hauberrisser erhält den Auftrag für den Bau des „Neuen Rathauses“.

15. Dezember 1866

München * Richard Wagner fordert von König Ludwig II. die Ausweisung der „Kammersängerin“ Malvina Schnorr von Carolsfeld.

Sie hat das eheähnliche Zusammenleben von Wagner und Cosima von Bülow kritisiert.

31. Dezember 1866

München-Graggenau * Prinz Otto fühlt sich bei einer Teegesellschaft seiner Mutter grundlos provoziert und fordert eine dritte Person zum Duell.  

König Ludwig II. schließt eine eventuelle Thronfolge seines Bruders aus. 


Verwendet in Führung:

24. Brienner Straße
38. Richard-Wagner-Straße



Atelier, Augustenstraße 10
Lenbach Franz von Kunstmaler