November 1834

Adolf Friedrich von Schack wechselt an die „Universität in Heidelberg“

Heidelberg * Adolf Friedrich von Schack wechselt an die „Universität in Heidelberg“.

Dort beginnt er mit der Übersetzung des persischen Dichters „Firdausi“.


1834

Suchbegriffe

Heidelberg, Firdausi,

Personen

Schack Adolf Friedrich von Kunstmäzen

Weitere Ereignisse im Jahr 1834

1834

München-Kreuzviertel * Der „Bayerische Landtag“ genehmigt den Bau eines Kanals zwischen Main und Donau, den „Ludwig-Main-Donau-Kanal“.

1834

Donau * Nach der Sprengung der berüchtigten „Katarakten“ des „Eisernen Tores“ können Dampfschiffe bis ins „Schwarze Meer“ fahren, wodurch die „Donau-Dampfschifffahrt“ einen enormen Aufschwung erlebt.

Nun ist eine direkte Schifffahrtsverbindung bis nach Griechenland möglich, wo seit 1832 mit König Otto ein Wittelsbacher regiert.

1834

München * Die „Königliche Civilliste“ beträgt jährlich 2,3 Millionen Gulden, wovon dem König rund 300.000 Gulden zur freien Verfügung stehen.

13. Februar 1834

Ottobrunn * Die „Ottosäule“ in Ottobrunn wird eingeweiht. 

Sie trägt die antik gestaltete Büste des damals siebzehnjährigen griechischen Königs aus dem bayerisch-wittelsbachischen Herrscherhaus. Der Sockel ist mit Blattvoluten und Eckpalmetten verziert, die von Trophäen, Insignien und den Wappen der Königreiche Bayern und Griechenland umringt werden. Ein Löwe liegt zu Füßen des Sockels.
Die künstliche Anhöhe, auf der sich die „Ottosäule“ in Ottobrunn erhebt, wird erst in späterer Zeit mit Felsensteinen verkleidet werden. 

19. Februar 1834

Nürnberg * König Ludwig I. gibt der von Geschäftsleuten gegründeten „Nürnberg-Fürth-Ludwig-Eisenbahngesellschaft“ seine Zustimmung zum Bau einer Eisenbahnlinie zwischen Nürnberg und Fürth. 

Er merkt dabei an, dass weitere Eisenbahnen genehmigt und sogar vom Staat gebaut werden könnten. 

Um März 1834

München-Graggenau * Da das alte „Postgebäude“ in der heutigen Theatinerstraße den Ansprüchen bei Weitem nicht mehr genügt, kauft die „Postverwaltung“ das „Palais“ des Grafen Maximilian August von Toerring-Gutenzell auf.

Das kommt König Ludwig I. und dessen Stararchitekt Leo von Klenze gerade recht. Immerhin soll der „Max-Joseph-Platz“ zu einer städtebaulich herausragenden Freifläche werden, die durch repräsentative Randbauten und einem Denkmal ihre Wirkung erzielen soll.

4. März 1834

München-Kreuzviertel * Das nächste Zusammentreffen der Stände-Versammlung wird für die Zeit vom 4. März bis 3. Juli 1834 einberufen.  

Innenminister Ludwig Fürst zu Oettingen-Wallerstein setzt alles daran, dass die Beratungen zu einem Erfolg für König Ludwig I. werden sollen. Und die vorausgegangenen, vom König veranlassten Einschüchterungen zeigen auch in der Abgeordnetenkammer ihre Wirkung. 

19. April 1834

Maxhofen bei Kirchdorf * Vom 19. zum 20. April 1834 findet das bis dahin teilnehmerstärkste „Haberfeldtreiben“ statt.

Bis zu 150 „Burschen“ versammeln sich auf einem Hügel zwischen Maxhofen und Kirchdorf, um dem Lehrer Rothammer wegen „Umgangs mit ledigen Mädchen“ und verschiedenen Bauern von Kirchdorf wegen „ehelicher Untreue“ die „Leviten zu lesen“

Besonders gilt das „Treiben“ aber dem Jäger des Grafen Arco, Friedrich Oberbichler, der die Gärtnermagd Katharina Wagner geschwängert hatte, ohne dass die Beiden aus dem Schloss verstoßen worden wären.

Bei diesem „Haberfeldtreiben“ wird dem Bauern Kaspar Schnitzenbaumer durch den Hut geschossen und eine Magd durch eine Schrotkugel verletzt. 

Mai 1834

München-Graggenau * Leo von Klenze legt einen bewusst knapp kalkulierten Voranschlag über 95.000 Gulden vor.

Der Betrag ist aus dem Verkauf des „alten Postgebäudes“ zu „kompensieren“.

Der mit der Bauausführung beauftragte Joseph Daniel Ohlmüller legt einen Kostenvoranschlag über 123.992 Gulden vor, der auf Einspruch des Königs, der Veränderungen an der Fassade der Residenzgasse untersagt, auf 107.918 fl. korrigiert wird.

1. Mai 1834

Haidhausen * Die „Haidhauser Armen- und Krankenanstalt“ wird eröffnet.
Sie ist auch für die Aufnahme der Auer Bevölkerung vorgesehen.

3. Mai 1834

Weyarn * Beim „Haberfeldtreiben von Weyarn“ in der Nacht vom 3. auf den 4. Mai 1834, das sich gegen die „Wirtstochter“ Anna Kirchberger, die „Hausmagd“ Maria Strohschneider, den „Wirt“ Alois Kirchberger und andere Dorfbewohner richtet, kommt es zur direkten Konfrontation zwischen den Dorfbewohnern und den „Haberern“.

Der Wirt, sein Sohn und der Knecht gehen auf die „Haberer“ los. Vater und Sohn Kirchberger werden nur leicht verletzt, der Knecht wird dagegen von fünf Schüssen schwer verwundet.
Auch auf den herbeigeholten Pfarrer wird geschossen. Er kann den Verletzten nur im Schutze des Straßengrabens erreichen.

Die heftigen verbalen Attacken richteten sich erneut gegen den „Standesunterschied“ von „Wirt“ und „Dirn“.

Durch die Vorgänge von „Weyarn“ wird das „Haberfeldtreiben“ endgültig kriminalisiert. 

16. Mai 1834

Vorstadt Au * Johann Nestroys „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ erlebt im „Schweiger‘schen Volkstheater in der Vorstadt Au“ seine Münchner Premiere. 

Erst knapp vier Wochen später wird das Bühnenstück im „Königlichen Hof- und Nationaltheater“ nachgespielt.

Juni 1834

München-Graggenau * Johann Nestroys „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ wird im „Königlichen Hof- und Nationaltheater“ nachgespielt.

Juni 1834

München-Graggenau * Monatelang ziehen sich die Auseinandersetzungen um die Umbaufinanzierung des „Palais Toerring-Jettenbach“ hin.

Die „Ministerien“ haben wegen der Unzweckmäßigkeit und Unglaubwürdigkeit des Projekts erheblich Vorbehalte.
Der teuere Vorbau bringt kaum einen Zugewinn an Raum und ist außerdem durch mangelnde Belichtung nur sehr schlecht nutzbar. 

Was also soll die entstehenden Kosten rechtfertigen?

Schon deshalb holen die befassten „Ministerien“ einen Gegenentwurf des „Maurermeisters“ Höchl ein, der anstelle der Bogenhalle eine einfache Fassade vorsieht.
Doch das steht den Interessen des Königs diametral entgegen.

Ludwig I. geht es einzig und alleine um die Gestaltung der Fassade, die er von den Wohnräumen seines Schlosses aus zu sehen bekommt. 

Einen letzten Vermittlungsversuch unternehmen die „Minister“ Maximilian Emanuel Freiherr von Lerchenfeld und Friedrich August Freiherr von Gise im Juni 1834.

Wenn der König schon nicht auf den kostspieligen „Arkadenvorbau“ verzichten will, soll er dessen Errichtung doch durch einen Zuschuss aus seinen Mitteln unterstützen, „damit, wenn in künftiger Ständeversammlung dieser Bau zur Sprache kommt und dem Ministerium zum Vorwurf gemacht wird, es habe denselben mit Vernachlässigung des Raums nur im Sinne architektonischer Schönheit geführt, alle Klagen einzelner Mitglieder der Ständeversammlung dadurch beseitigt werden können“.

Der König reagiert rigoros, selbstherrlich und schroff: „Die Stände über Fassaden von Gebäuden zu hören ist der Verfassung nicht gemäß. Einmischung derselben in die Administration leide ich nicht. Dieses ist Mein letztes Wort in Betreff dieses Gegenstandes“.

Da der „Generalpostadministrator“ Lippe nichts weiter als ein opportunistischer Erfüllungsgehilfe des Königs ist, genügt ein Machtwort und die „Postdirektion“ bezahlt den gesamten Umbau des „Palais“ - einschließlich der nicht nur unbrauchbaren, sondern für ihre Belange geradezu unfunktionalen Säulenhalle - aus dem eigenen Haushalt.

15. Juni 1834

Schloss Maxlrain * In der Nacht vom 15. zum 16. Juni 1834 verüben - angeblich - die „Haberer“ einen „lebens- und eigentumsgefährlichen Angriff auf das Schloß Maxlrain“.

Doch bei der „Schlacht von Maxlrain“ sind vollkommen andere Gründe maßgeblich. Bestimmt werden „Mord- und Branddrohungen“ ausgesprochen, denn die bewaffneten „Burschen“ verdächtigen den Maxlrainer „Jäger“ des Mordes an einem ihrer Freunde.

Der Aufruhr läuft ziemlich unorganisiert ab und hat auch sonst nur wenig Ähnlichkeit mit einem „Haberfeldtreiben“

Juli 1834

Nürnberg - Fürth * Nachdem die Aktien schnell verkauft sind, kann der „Königlich-Bayerische Bezirksingenieur“ Paul Denis mit den notwendigen Vermessungsarbeiten zur Errichtung der Eisenbahnlinie zwischen Nürnberg und Fürth beginnen.

Aufgrund eines trockenen Sommers kommen die Schienenverlegungsarbeiten für die 6,05 Kilometer lange Strecke zwischen Nürnberg und Fürth schnell voran. 

17. Juli 1834

Valley * Das „Schloss Valley“ brennt ab.

Man vermutet, dass „Haberer“ hinter dieser Brandschatzung stecken. 

31. Juli 1834

München * König Ludwig I. gibt seine wohlwollende Haltung gegenüber dem „Brauch“ des „Haberfeldtreibens“ auf und erteilt den Befehl:

„Seine Majestät der König haben zu genehmigen geruht, daß

  • die alte Sitte des Haberfeldtreibens in jenen Gemeinden, in welchen selbes zur Verübung von Exzessen irgendeiner Art, d.h. als Spottung vor die Häuser der Mütter unehelicher Kinder mißbraucht wurde, oder künftig mißbraucht wird, verboten, und daß
  • sodann die von einem solchen Verbote betroffenen Gemeinde für etwaige Zuwiderhandlungen in solidum [= ganzheitlich] verantwortlich erklärt und nach Lage der Sache durch die Kreisregierung selbst mit militärischer Exekution belegt werde“
11. August 1834

Schloss Maxlrain * Auf den Maxlrainer Schlossherrn, Carl Theodor Graf von Lodron, wird ein Überfall versucht und am 11. August 1834 in einem Drohbrief ein Brandanschlag ankündigt. Jetzt wächst die Angst vor den Haberern ins Unermessliche. Auch, weil das Schloss Valley bereits am 17. Juli 1834 abgebrannt war. 

21. August 1834

Valley * Auf den „Brauereiaufseher“ von Valley wird ein Anschlag verübt.

Wieder verdächtigt man „Haberer“. 

29. August 1834

München * Auf Bitten der „Regierung von Oberbayern“ um Mithilfe bei der „Bekämpfung des Haberfeldtreibens“ erlässt das „Bischöfliche Ordinariat“ eine „oberhirtliche Verfügung“ an die „Dekanatsämter“ Miesbach, Aibling und Söllhuben.

Darin können diese entnehmen, dass sie „durch alle in ihrem seelsorgerischen Wirkungskreise ihnen zu Geboth stehenden Mittel, durch zweckmäßig eindringliche Belehrung in Kanzelvorträgen und Christenlehren sowohl, als vorzüglich im Beichtstuhle zur Ausrottung dieses so tief gewurzelten Übels mit aller Kraft und Klugheit einzuwirken, […] und besonders der männlichen Jugend die schwere Verantwortung, die sie sich vor dem weltlichen wie vor dem göttlichen Richterstuhle zuziehen würde, vorzustellen, wenn sie an diesen strafbaren nächtlichen Exzessen und unbefugten Rotten auf die eine oder andere Weise theilnehmen, und dieselben begünstigen würden“

11. September 1834

München-Graggenau * Nach einem ersten Verkaufsangebot über 250.000 Gulden senkt Graf Toerring-Gutenzell - auf Einspruch Ludwigs I. - den Preis für seinen Besitz an der Stelle der späteren „Residenzpost“ aus „patriotischer Gesinnung“ auf 185.000 Gulden, um dann einen um weitere 5.000 Gulden gedrückten Vertrag zu unterzeichnen.

Dezember 1834

Nauplia - Athen * Die griechische Regierung zieht von Nauplia nach Athen um. 


Verwendet in Führung:

15. Lehel
24. Brienner Straße
25. Prinzregentenstraße
38. Richard-Wagner-Straße




Sucbegriffe: Heidelberg, Firdausi
Personen: Schack Adolf Friedrich von Kunstmäzen