12. Juli 1931

Die Auflage des „Illustrierten Sonntags“ steigt auf 100.000 Exemplare

München * Die Auflage des „Illustrierten Sonntags“ steigt von 30.000 Exemplare im Oktober 1930 auf über 100.000 Exemplare an.


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Gerlich Fritz Dr.

Weitere Ereignisse im Jahr 1931

1931

München-Au * Ludwig Weinberger junior, der zuvor sein Studium am „Technikum“ in Köthen abgeschlossen hat, tritt in das väterliche Karosserie-Unternehmen in der Au ein.

Fast gleichzeitig übernimmt Weinberger eine BMW-Vertretung.
Seit dieser Zeit werden fast nur noch BMW-Fahrgestelle mit Aufbauten – häufig offene Zweisitzer – versehen.
Bis zum Zweiten Weltkrieg entstehen etwa 300 Karosserien.

Dr. Joseph Fuchs, der rennfahrende Chirurg aus Nürnberg, lässt sich von Ludwig Weinberger jun. einen Bugatti Typ 50 mit 4,9-Liter-Maschine karossieren.
Die schwarze Lackierung und die postgelb abgefassten Tür- und Seitenbänder lassen das ohnehin niedrige Zweitüren-Cabriolet noch gestreckter erscheinen.

Die Gestaltung dieses Autos weist schon eine große Ähnlichkeit mit dem „Bugatti Royale“ auf. 

1931

Frankreich * Der Erste, der einen „Bugatti Royale“ kauft, ist der französische Industrielle Armand Esders. 

1931

München-Bogenhausen * Aufgrund von Bürgerprotesten dauert das Genehmigungsverfahren für den Betrieb einer Chemieanlage des Pharma-Unternehmens „Pharmacia M. Schmidt & Co“, den späteren „Togal-Werken“, auf dem Anwesen des ehemaligen Betz‘schen Anwesens zehn Jahre lang.

1931

Planegg * Willy Heide pachtet eine heruntergewirtschaftete, halbvergessene Waldwirtschaft in Planegg und baut sie zu einer florierenden Ausflugsgaststätte um.

Der Name seines Vorgängers Wilhelm Volm findet sich noch heute im Namen des Wirtshauses: „Heide-Volm Planegg“.

1931

München-Graggenau - München-Zamdorf * Der Münchner Stadtrat beschließt einstimmig die Vorschläge der Namensbezeichnungen mit „kolonialem Bezug“ für eine „Emin-Pascha-Straße“, die „Wißmannstraße“, die „Lüderitzstraße“ und die „Dominikstraße“

1931

Berlin * Der „Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund - NSDStB“ übernimmt in der „Deutschen Studentenschaft“, dem Dachverband der „Allgemeinen Studentenausschüsse“, die Führung. 

1931

München-Englischer Garten - Hirschau * Die Firmen „Krauss“ und „Maffei“ fusionieren.

Das Werk in der „Hirschau“ wird stillgelegt nach Allach verlegt.

17. Januar 1931

München-Schwabing * Am 17. und 18. sowie vom 26. bis 28. Januar treten Karl Valentin und Liesl Karlstadt im „Goethesaal“ in der Leopoldstraße auf.

2. Februar 1931

München-Schwabing * Karl Valentin stellt den „Antrag zur Erteilung eines Bühnenspielbetriebs im Goethesaal“ in der Leopoldstraße 46a und begründet diesen mit seiner Asthmaerkrankung.

Doch selbst ein Künstler wie Karl Valentin muss sich den polizeilichen Vorgaben unterwerfen.
Er erhält zwar die „Konzession“, doch kleinliche behördliche Auflagen zwingen ihn schon bald wieder zur Aufgabe des Lokals.

Die „Feuerpolizei“ will ihm sogar eine wichtige Pointe aus dem Bühnenstück „Im Photoatelier“ zunichte machen.
Sie verbietet Karl Valentin, dass das in der Szene vom Gehilfen abgeschnittene glühende Ende der Zigarette, die Valentin verbotenerweise im Atelier raucht, auf den Boden fällt und sich durch seine Rauchentwicklung verrät, was zu Valentins Ausrede führt, es handle sich dabei wohl um ein „Glühwürmchen“.

23. Februar 1931

München-Schwabing * Karl Valentin erhält die Konzession für eine „Valentin-Bühne im Goethesaal“.

28. Februar 1931

München-Ludwigsvorstadt * Offizielle Eröffnung von Karl Valentins und Liesl Karlstadts „Valentin-Bühne im Goethesaal“

Das Unternehmen entwickelt sich im ersten Monat ganz gut.

April 1931

München-Angerviertel * Nach einer vierjährigen Umbauphase wird das „Münchner Stadtmuseum“ wiedereröffnet. 

Die Hauptattraktion sind die „Moriskentänzer“ von Erasmus Grasser aus dem „Festsaal des Alten Rathauses“

22. April 1931

München-Ludwigsvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Stummfilms „Die beiden Musikal-Clowns“ im „Deutschen Theater“ anlässlich der Tagung des „Reichsverbands Deutscher Lichtspieltheaterbesitzer“

Der Film kommt nie in die Kinos.

23. April 1931

München-Schwabing * Das „Valentin-Karlstadt-Unternehmen im Goethesaal“ ist schon wieder am Ende. 

Ein Berg offener Rechnungen bleibt übrig.

26. April 1931

München * In der „Süddeutschen Sonntagspost“ heißt es zu Karl Valentins Scheitern im „Goethesaal“

„Seine Nervenzerrüttung ist in erster Linie auf die zahlreichen, fortgesetzten, paragraphenhaften, kleinlichen Reklamationen zurückzuführen, mit denen die Behörden ihm die Arbeit auf seiner eigenen Bühne erschwerten“.

30. April 1931

München * In einem aus einer Zeile bestehenden Brief an die Polizeidirektion gibt Karl Valentin - knapp zwei Monate nach der Eröffnung - seine „Konzession für einen Spielbetrieb im Goethesaal“ in der Leopoldstraße 46a wieder zurück. 

4. Mai 1931

München-Maxvorstadt * Die Pfandleihanstalt in der Augustenstraße 20/22 wird eröffnet. 

5. Juni 1931

München-Maxvorstadt * Ein Großbrand zerstört den Münchner „Glaspalast“.

Fast 3.000 Gemälde werden ein Raub der Flammen.

30. Juni 1931

Berlin - Lehel * Wegen der „Weltwirtschaftskrise“ schließt Preußen aus Geldmangel seine Münchner „Gesandtschaft“.

Juli 1931

München * Es kommt zum „Katholischen Bildersturm“ gegen ein ausgestelltes Szenenfoto aus dem Valentin-Stück „Der Firmling“.

Die katholische Kirche hatte in der Presse verlautbaren lassen, dass das Bild „eine unwürdige und verzerrende Verletzung des heiligen Sakraments der Firmung“ darstelle.

Karl Valentin droht München zu verlassen.

1. Juli 1931

Berlin - München * Die Berliner „Industrie- und Handelskammer“ will in einer Anfrage über die „Cenovis-Werke“ wissen, ob das Unternehmen für Lieferungen an Behörden geeignet ist.

Die umgehend erfolgte Antwort führt dazu aus, dass die Firma „als durchaus leistungsfähig und zuverlässig zu gelten hat.
Das Unternehmen kann deshalb auch für die Lieferung an Behörden als geeignet bezeichnet werden. 

Der Generaldirektor des Unternehmens ist Herr Dr. Julius Schülein aus der bekannten, hochangesehenen, alteingesessenen Brauerfamilie, der die Aktienbrauerei zum Löwenbräu gehört“.

September 1931

München-Theresienwiese * Der Hamburger Carl Hagenbeck zeigt auf dem „Oktoberfest“ die „Kanaken der Südsee“.

18. September 1931

München-Haidhausen * Die 23-jährige „Privatstudierende“ Angelika Maria „Geli“ Raubal begeht in Adolf Hitlers Wohnung am Prinzregentenplatz 16 Selbstmord durch Erschießen.

Es handelt sich dabei um eine Tochter von Hitlers Halbschwester Angela Raubal.

Die schweren Verletzungen und die weitere Umstände, über die die „Münchner Post“ berichtet, signalisieren der Öffentlichkeit den Verdacht auf ein Verbrechen.
Die Staatsanwaltschaft beauftragt deshalb sofort den Polizeiarzt, die Leiche nochmals zu untersuchen.

21. September 1931

München - Wien * Die Ermittlungsbehörden geben überraschend den Leichnam von Hitlers Nichte Geli Raubal zur Bestattung frei, ohne eine Obduktion anzuordnen.

Ungewöhnlich rasch wird die Tote nach Wien überführt, wo sie bereits am 23. September auf dem „Zentralfriedhof“ beerdigt wird.

29. September 1931

Eichstätt * Die Begegnung mit der „Resl von Konnersreuth“ war Dr. Fritz Gerlichs persönliches „Damaskus-Erlebnis“.

Er konvertiert am „Fest des heiligen Michael“ in der Chorkapelle der Kapuziner in Eichstätt zum katholischen Glauben und lässt sich auf den Namen Michael taufen.

18. Oktober 1931

St. Louis * Chuck Berry erblickt in St. Louis, Missouri, das Licht der Welt. 

Um den 23. Dezember 1931

München * Der Fotoband „Das Karl Valentin Buch“ erscheint im „Verlag Knorr & Hirth“.

Der überdimensionale Untertitel des Buches lautet:
„Erstes und einziges Bilderbuch von Karl Valentin über ihn und Lisl Karlstadt mit Vorwort und ernsthafter Lebensbeschreibung und Bildunterschriften von ihm selbst, sowie zwei Aufsätzen von Tim Klein und Wilhelm Hausenstein“


Verwendet in Führung:

38. Richard-Wagner-Straße




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