13. Januar 1724

Erweiterung des „Burgfriedens“ um das „Kloster am Lilienberg“

München - Au * Gegen den Willen des Stadtrats erfüllt Kurfürst Max Emanuel die Bitte von Johann Maximilian von Alberti und stimmt der Erweiterung des „Münchner Burgfriedens“ um das „Kloster am Lilienberg“ zu.


1724

Suchbegriffe

Kloster Lilienberg, Burgfrieden,

Personen

Max Emanuel Kurfürst

Weitere Ereignisse im Jahr 1724

1724

München * Im Kurfürstentum wird eine „Tanzsteuer“ eingeführt.

Die Weinwirte in München, Landshut, Straubing, Burghausen und Ingolstadt müssen 4 Gulden im Jahr bezahlen, in den übrigen Städten und Märkten 2 Gulden.

Die „Bierbrauer“ zahlen nur einen Gulden „Tanzsteuer“.

1724

München - Freising * Carl Meichelbeck veröffentlicht den „Augsburger Schied“, Münchens Gründungsurkunde, in seiner lateinischen „Historia Frisingensis“ und dem gleichzeitig erschienenen Buch mit dem Titel „Kurtze Freysingische Chronic“

1724

München - Au - Untergiesing * Der Münchner Rat wünscht - aufgrund der Neufestsetzung des erweiterten Burgfriedens - die Eingemeindung der Au und der „Lohe“.

8. Februar 1724

Hildesheim * Die „Domherren von Hildesheim“ wählen den 23jährigen Kölner Kurfürsten Clemens August zu ihrem Bischof. 

Damit ist dieser Herr über vier Bistümer.

15. Mai 1724

München - Köln - Trier - Pfalz * Die Kurfürsten von Baiern, Köln, Trier und der Pfalz schließen sich zur „Wittelsbachischen Hausunion“ zusammen.

Mit vier Kurstimmen und einem Heer von 30.000 Mann verfügen die verbündeten Fürsten über eine ansehnliche politische und militärische Macht.

18. August 1724

Au * Johann Georg Messerer erhält die „Weißbiergerechtigkeit“ und bald darauf auch die „Braunbier- und Branntwein-Ausschank-Gerechtigkeit“.

Johann Georg Messerer muss viel Geld in den Umbau des Hauses und die Urbarmachung seiner Gründe investieren.

Die „Falkenau“ ist noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine „Isarau“.
Auch einige Häuser sind entstanden.

Da aber Herzog Ferdinand Maria Innocenz, der Bruder des Kurfürsten Carl Albrecht, um das Jahr 1730 die „Falkenau“ zur „Hühnerjagd“ nutzen will, dürfen auf den öden Gründen keine weiteren Häuser errichtet werden.

Man überlegt sogar, die vorhandenen Tagwerkerhäuser abzutragen, „weil in den Gebüsch der Auen allerhandt herrnlose Pursch und zimblich ybl renomiertes Angesindl zu großer Beschwerdte vnd besorglichen Unhäyls der ganzen Nachbarschaft“ sich aufhält.

7. November 1724

München-Lehel * Durch eine kurfürstliche Neubestätigung der Burgfriedensgrenze zugunsten Münchens wird das „Lehel“ offiziell als Vorstadt eingegliedert.  

Der Münchner Magistrat übernimmt damit die grundherrliche Zuständigkeit über das Gebiet und seiner Bewohner und weitet dadurch seine Gerichtsbarkeit auf den vor den Stadttoren gelegenen Bezirk aus.  
Die städtische Verwaltung nimmt eine eigens dafür eingesetzte „Lehel-Deputation“ wahr.  

Für die „Lechler“ ist das genau der richtige Zeitpunkt, den Bau einer Kirche mit eigenen Zuständigkeiten für die Betreuung der damals etwa zweitausend Einwohner der Vorstadt zu fordern.  
Die Bewohner des „Lehels“ gehören trotz ihrer Lage vor der Stadtmauer seit jeher zur „Graggenau“ und damit zur „Pfarrei Unserer Lieben Frau“.  
Doch diese Zugehörigkeit ist mit allerhand Schwierigkeiten verbunden, da die „Lechler“ durch Graben, Wall und Mauer von ihren Seelsorgern getrennt sind.  

Muss ein Schwerkranker in der Nacht mit den Sterbesakramenten versehen werden, so führt dies ausnahmslos zu Problemen, da die Stadttore nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Münchner Bürgermeisters geöffnet werden dürfen.  
Die „Lechler“ holen in einem solchen Fall einen „Paulanerpater“ vom „Kloster Neudeck“ in der Au herbei.  

Das nimmt aber schon unter normalen Witterungsbedingungen einen Zeitaufwand von mindestens zwei Stunden in Anspruch.  
Bei den schwierigen Wegeverhältnissen ist das gerade im Winter äußerst umständlich und schwierig.   

Zum Leidwesen der Hinterbliebenen stirbt deshalb so mancher „Lechler“ ohne Sakrament und geistlichen Trost. 

7. November 1724

München * Im „Burgfriedensbrief“ wird der Münchner Burgfrieden neu festgelegt.

Ursprünglich reicht der zum Hoheitsgebiet der Stadt zugerechnete „Burgfrieden“ im Norden bis unmittelbar vor das Dorf Schwabing.
Das „Leprosenhaus“ am heutigen Nicolaiplatz gehört noch zum Stadtgebiet.
Von dort aus zieht sich die Stadtgrenze etwas südöstlich zur heutigen Veterinärstraße, überquert hier den Schwabinger Bach und in schnurgerader Richtung die „Hirschau“ bis zur Isar.

Da aber Kurfürst Max Emanuel souverän über die „Hirschau“ als Jagdgebiet verfügen will, klammert er das Gebiet aus dem „Münchner Burgfrieden“ aus und erklärt:
„Wür aber ersagte Hirschau Uns zu Unseren fürstlichen Jagden und Lust specialiter gnädigst reserviert haben“.

Mit der Ausgemeindung der „Hirschau“ aus dem „Burgfrieden“ der Stadt verläuft nun die Stadtgrenze vom Schwabinger Bach aus stark südöstlich bis etwa an die Stelle des heutigen „Monopteros“, in dessen Nähe sich heute auch die „Burgfriedenssäule“ mit der Nummer 12/13 befindet.

Für die Ausgemeindung der „Hirschau“ aus dem Stadtgebiet Münchens wird die Stadt durch die Eingemeindung der drei „Mühlen am Dreimühlenbach“, der „Schwalbensteinmühle“, der „Au- oder Papiermühle“ und der „Brudermühle“ entschädigt.
Gleichzeitig wird das „Lehel“ der städtischen Gewalt unterstellt. 

Eine schriftliche Fixierung des Münchner „Burgfriedens“ erfolgt aber erst zwölf Jahre später. 

Um Dezember 1724

München-Lehel * Der „kurfürstliche Aumeister“ Johann von Daiser und weitere sieben hochangesehene „Lechler“ stellen ein Gesuch an Kurfürst Max Emanuel.  

Sie haben erfahren, dass die „Hieronymiten“ vom Walchensee eine andere Niederlassung suchen und beantragen deshalb die Verlegung der „Patres“ in die Münchner Vorstadt. 

11. Dezember 1724

Schloss Drogenbusch * Kurprinz Carl Theodor, der spätere pfalz-baierische Kurfürst, wird auf Schloss Drogenbusch bei Brüssel geboren.


Verwendet in Führung:

03. Der Gasteig - Ein Stück Alt-München
06. Die nördliche Au
16. „An jedem Eck a Gaudi“ - Die Münchner Volkssänger



Kloster Lilienberg, Burgfrieden
Max Emanuel Kurfürst, Alberti Johann Maximilian von