1860

Das „Auer Tor“ wird abgerissen

München-Haidhausen - München-Au * Das „Auer Tor“ an der Zusammenführung des „Gasteigs“ und der Rosenheimer Straße wird abgerissen.


1860

Suchbegriffe

Auer Tor, Gasteig, Rosenheimer Straße,

Weitere Ereignisse im Jahr 1860

1860

München-Maxvorstadt * Der ständige Ausbau des Schienennetzes zieht für den „Centralbahnhof“ Erweiterungen und Umbaumaßnahmen nach sich.  
Durch die Aktivitäten der privaten „Ostbahn-Aktiengesellschaft“ droht der „Centralbahnhof“ zusätzlich aus allen Nähten zu platzen.  

Deshalb erbaut man nördlich des Bahnhofgebäudes eine eigene Einsteighalle für die „Ostbahn“.
Sie überspannt vier Gleise, hat eine Länge von rund 145 und eine Breite von 24 Metern.

Um das einheitliche Bild des „Centralbahnhofs“ zu erhalten, blendet Friedrich Bürklein der „Ostbahnhalle“ einen dreigeschossigen Pavillon als Kopfbau vor.
Zur Symmetrie erhält der Bahnhof am südlichen Ende einen von der Post genutzten Erweiterungsbau. 

1860

München * Die 18 „Braun- und Weißbierbrauereien Münchens“ erzeugen 802.389 Hektoliter Bier.

Davon werden 6.775 Hektoliter exportiert.

Bei einer Einwohnerzahl von rund 140.000 ergibt sich für dieses Jahr ein Pro-Kopf-Verbrauch von 535 Liter. Dieses durchschnittliche Quantum, das „jeder Münchner“ zu sich nimmt [vom Säugling bis zum bettlägerigen Kranken], reduziert sich im Laufe der folgenden Jahre.

1860

München * Der neu gegründete „Münchner Männerturnverein“ versucht die Gründung einer „Freiwilligen Feuerwehr“.

Gleichzeitig befasst sich der Magistrat mit der Gründung einer „bezahlten und kasernierten Feuerwehr“.

Beide Projekte werden abgelehnt.

1860

München-Haidhausen * König Max II. lässt das „Spital der Unheilbaren“ und das gesamte Anwesen aufkaufen, um es in seine „Maximiliansanlagen“ einbeziehen zu können.

1860

München-Untergiesing * Zu jedem Haus in der „Birkenau“ gehört ein Gartenanteil, der bei einigen Häusern bereits mit Stallungen und sonstigen Gebäuden bebaut ist.

Der Gartenanteil wird von den meisten Bewohnern für gewerbliche Zwecke genutzt, denn sie sind fast ausschließlich „Gänsemäster, Geflügel- und Federnhändler“ sowie „Fiaker“, also Pferdefuhrunternehmer.

Daneben siedeln sich in der „Birkenau“ auch Tagelöhner an und es gibt hier eine Bierwirtschaft, nämlich das „Gasthaus zum Fiakerheim“.

1860

München-Isarvorstadt * Die Bautätigkeit für das „Gärtnerplatz-Viertel“ - als ein planmäßig angelegtes typisches Mietshaus-Quartier - beginnen.

1860

München * Die Münchner „Ziegeleibesitzer“ schließen sich im „Verein Münchner Ziegeleien“ zusammen und verpflichten sich in ihren Statuten, jährlich nur eine festgelegte Anzahl von Steinen zu brennen.

Gleichzeitig vereinbaren sie einen Mindestpreis.

Um 1860

München-Englischer Garten - Hirschau * Immer mehr Münchner nutzen das in der „Hirschau“ gelegene Wirtshaus „Zum Hasenstall“ als Ausflugslokal.

In Stadtführern taucht deshalb auch der Name „Hirschauer Ausflugslokal“ auf.
Die Bezeichnung „Zum Hasenstall“ gerät immer mehr in Vergessenheit.

1860

München * Das „Sommersud-Verbot“ wird aufgehoben und das ganzjährige Brauen erlaubt.

Es dauert aber noch 20 Jahre, bis die Münchner Brauer die Möglichkeit nutzen.

7. Mai 1860

Rosenheim - Traunstein * Die 53,3 Kilometer lange Eisenbahnstrecke von Rosenheim bis nach Traunstein ist fertiggestellt. 

16. Mai 1860

München * Der „Münchner Turnverein“ wird als „Verein zur körperlichen Ausbildung“ wieder gegründet.

30. Juni 1860

New York * Lola Montez erleidet einen Schlaganfall, ist linksseitig gelähmt und kann nicht mehr sprechen. 

15. Juli 1860

Deutschland ohne Sachsen * Richard Wagner erreicht seine „Teil-Amnestierung“ für Deutschland - mit Ausnahme von Sachsen.

1. August 1860

Traunstein - Salzburg * Die 29,5 Kilometer lange Eisenbahnstrecke von Traunstein bis zur Grenze bei Salzburg ist fertiggestellt. 

12. August 1860

München - Salzburg * Die in fünf Teilabschnitten erbaute und insgesamt 188 Kilometer lange Eisenbahn-Strecke von München nach Salzburg kann erstmals befahren werden.
Ab Salzburg führt die Bahnlinie weiter nach Wien.

Kaiser Franz Joseph I. von Österreich trifft aus Wien mit der „k.k. privilegierten Kaiserin-Elisabeth-Bahn“ ein, König Max II. von Bayern in Salzburg in seinem „Hofzug“ an. 
Der bayerische Zug wird von zwei 
„Maffei-Lokomotiven“ gezogen.

Mit dieser Zugverbindung liegt München genau zwischen den zwei großen europäischen Metropolen Wien und Paris. 

September 1860

München-Haidhausen - München-Au * Die Insassen des „St.-Nicolai-Spitals der Unheilbaren“ ziehen in die Räume des aufgelassenen „Irrenhauses Giesing“ an den heutigen Kolumbusplatz um.

Waren die Raumverhältnisse und die Unterbringung der „Pfründner“ am Gasteig schon misslich, so gestalten sich die Verhältnisse im „neuen Nicolaispital“ noch ungünstiger und werden sogar als „menschenunwürdig“ bezeichnet, was für diese „elendgewohnte Zeit“ eine starke Aussage bedeutet.

Trotzdem ist das Spital siebzehn Jahre in Betrieb.

3. September 1860

München-Englischer Garten - Hirschau * Das „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei liefert den von ihr gefertigten eisernen Dachstuhl für die „Befreiungshalle“ bei Kehlheim und beginnt vor Ort mit den Arbeiten.

Innerhalb von 14 Tagen ist die „Bedachung“ des kolossalen Gebäudes vollendet.

19. September 1860

Ebenried * Coletta Möritz kommt in Ebenried bei Pöttmes im Landkreis Aichach als zweites lediges Kind ihrer Mutter zur Welt.

1. Oktober 1860

Weimar * Franz Lenbach wird als „Lehrer der historischen Malerei“ an der neuen „Kunstschule in Weimar“ angestellt.

15. Dezember 1860

München * Erstmals erklingt die „Bayernhymne“,  intoniert von den Mitgliedern der Münchner „Bürger-Sänger-Zunft“

  • Komponiert hat die Melodie Konrad Max Kunz, der „Chordirigent der Königlichen Hofoper“.
  • Den Text der „Bayernhymne“ verfasste der wegen kritischer Artikel im Visier der Obrigkeit stehende „Lehrer“ Michael Öchsner. 

Die Melodie in G-Dur geht angenehm ins Ohr und hat deshalb großen Anteil an der Popularität der „Bayernhymne“.

Bis 31. Dezember 1860

München-Englischer Garten - Hirschau * Im „Eisenwerk Hirschau“ von Joseph Anton von Maffei sind 465 Lokomotiven entstanden.

Davon fanden 129 einen Käufer im Ausland.


Verwendet in Führung:

03. Der Gasteig - Ein Stück Alt-München
06. Die nördliche Au
16. „An jedem Eck a Gaudi“ - Die Münchner Volkssänger



Auer Tor, Gasteig, Rosenheimer Straße