1883

Carl Gabriel heiratet in Dresden Margarete Meisel

Dresden * Carl Gabriel heiratet in Dresden Margarete Meisel, deren Vater ein „anatomisch-ethnologisch-naturhistorisches Museum und Panoptikum“ betreibt.

Mit dieser Schau reist das neuvermählte Paar mehrere Jahre durch Europa.


1883

Suchbegriffe

Anatomisch-ethnologisch-naturhistorisches Museum, Panoptikum, Dresden,

Personen

Gabriel Carl Schausteller

Weitere Ereignisse im Jahr 1883

1883

München-Maxvorstadt * Das „Panorama“ an der Theresienstraße 78 wird eröffnet.

1883

Pfronten * Die Planungen für „Burg Falkenstein“ bei Pfronten beginnen.

1883

München-Au * Johann Valentin Fey führt das „Möbeltransport-Geschäft Falk & Fey“ in eigener Regie.

Um 1883

London * Hubert Herkomer macht sich einen Namen als Porträtist.

Queen Viktoria und Richard Wagner sitzen ihm Modell.

1883

Bushey * Hubert Herkomer betreibt in Bushey, England, eine „Kunstschule“.

Sie schließt 1904.

1883

München-Angerviertel * Die „ständige Wache“ wird in „Berufsfeuerwehr“ umbenannt.

1883

München - Bogenhausen * Der „Panoramenmaler“ Ernst Philipp Fleischer wohnt bis 1911 in München.

1883

Ägypten - Indien * Robert Koch entdeckt die „Cholera-Erreger“, die die akute bakterielle Darminfektion verursachen.

1883

München * In München kämpfen neben dem „Münchner-Velociped-Club“ noch zwei weitere „Fahrradvereine“ um die Gunst des Publikums: der „Münchner Bicyle Club“ und „Bavaria“.

Sie brauchen jetzt selbstverständlich auch eine Bahn und so wird am „Heumarkt“ an der Kapuzinerstraße eine 400 Meter lange Strecke eröffnet, die sich allerdings als unzweckmäßig erweist.

Daher entsteht kurze Zeit später auf der „Theresienwiese“ eine neue Bahn - mit einem eingebauten Hügel als Hindernis -, die auf dem „Oktoberfest“ mit den „Wiesenrennen“ eine zusätzliche Attraktion bietet.

1883

München * Die „Wasserversorgung aus dem Mangfalltal“ bringt reines, gesundes Wasser nach München.

1883

München * Der Schauspieler Josef Kainz verlässt München, nachdem er noch in zwei „Separatvorstellungen“ für König Ludwig II. aufgetreten ist.  

Eine Audienz zum Abschied verweigert König Ludwig II..

1883

München-Graggenau * König Ludwig II. lässt das „Cuvilliés-Theater“ als erste Bühne Deutschlands elektrifizieren. 

1883

München-Graggenau * Im dritten Stock der „Residenzpost“ wird das „Umschaltbüro“ für die „Fernsprechvermittlungsanlage“ untergebracht.

Dazu wird auf dem Dach der „Hauptabspannständer“ aufgestellt.

Ab dem Jahr 1883

München * Zur Schonung der Pferde darf mit den weiß-blau gestrichenen „Trambahnwagen“ nur noch an den hierfür bestimmten Stellen gehalten werden.  

Das Fahrpersonal ermöglichte aber Stammkunden - durch vorgetäuschte Pannen - das Einsteigen vor ihrem Haus. 

1883

München-Englischer Garten - Schwabing * Das „Seehaus“ am „Kleinhesseloher See“ wird von Gabriel von Seidl als Bootshaus errichtet.

Später nimmt es das „See-Restaurant Kleinhesselohe“ auf.

1883

München * Das Fahrrad ist ein Luxusartikel. Es kostet um die fünfhundert Mark.

Das „Rad fahren“ ist ein Modesport und ein Privileg wohlhabender bürgerlicher Kreise, „die darin ein Mittel sahen, sich gegen die 'niederen Schichten' des Volkes abzusetzen“.

Durch steigende Produktionszahlen und Rationalisierung in der Herstellungstechnik sinken die Preise und das Fahrrad wurde zum Gebrauchsgegenstand.

Obwohl „die Arbeiterschaft im Allgemeinen (...) eine ausgesprochene Abneigung diesem neuen Verkehrsmittel gegenüber an den Tag legte - sie betrachtete das Radfahren als einen Sport für Bourgeoisjünglinge“ - wird das Fahrrad für sie nun zum Gebauchsgegenstand, mit dem sie den täglichen Arbeitsweg wesentlich schneller bewältigen können.

1883

München * Ein „Radfahrergruß“ wird eingeführt.

Wo immer sich zwei „Velozipedisten“ begegnen, grüßen sie sich mit „All Heil“.

1883

München - Berlin * Oskar von Miller verlässt München.

In Berlin nimmt er die Aufgabe eines „Technischen Direktors“ bei der „Deutschen Edison-Gesellschaft“, der späteren „Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft - AEG“, wahr.

Seine Hauptaufgabe besteht im Bau elektrischer Zentralstationen zur Versorgung kleiner Stadtbezirke.

1883

München-Untergiesing * Die „Kunstmühle Bavaria AG“ baut die „Giesinger Kunstmühle“ zur zweitgrößten Mühle Münchens und der größten „Mahlmühle“ östlich der Isar um.

Nur die „Tivoli-Mühle“ am „Englischen Garten“ ist auf Münchner Gebiet noch größer.
Damit gilt die Mühle als „Handelsmühle“.
Zuvor war sie jahrhundertelang eine sogenannte „Bachmühe“.

1883

München-Isarvorstadt * Eine „Musikerbörse“ wird in der Singspielhalle „Neue Welt“ in der Blumenstraße ins Leben gerufen.

1883

München-Hackenviertel * „Das Aquarium“ am Färbergraben, am 21. Mai 1881 eröffnet, schließt seine Pforten.

13. Februar 1883

Venedig * Richard Wagner stirbt in Venedig in den Armen seiner Frau Cosima.

Zu Recht behauptet König Ludwig II. von sich, er hat Richard Wagner „zuerst erkannt“ und „der Welt gerettet“.

15. Februar 1883

Stettin * Karl Albrecht Fritz Gerlich wird in Stettin in Pommern geboren und streng im „calvinistischen Glauben“ erzogen.

1. März 1883

München * Die Münchner „Telephonabonnenten“ können erstmals probeweise - mit 118 Anschlüssen - telefonieren. 

5. April 1883

München-Kreuzviertel * Der „30. Landtag“ dauert vom 5. April 1883 bis zum 1. Juli 1886 und steht ganz im Zeichen der „wachsenden Schulden“ des „Märchenkönigs“ Ludwig II. auf Grund seiner Schlösserbauten, der „Entmündigung“ sowie dem Tod Ludwigs II.. 

1. Mai 1883

Deutsch-Südwestafrika * Der 22 Jahre alte „Kaufmannsgehilfe“ Heinrich Vogelsang erwirbt im Auftrag des Bremer „Tabakhändlers“ Adolf Lüderitz die „Bucht von Angra Pequena“, die heutige „Lüderitzbucht“ in „Deutsch-Südwestafrika“, und ein zirka 40 „Meilen“ langes und 20 „Meilen“ tiefes Landstück, um darauf einen „Handelsposten“ zu errichten.

Das Land gehörte bis dahin dem „Volk der Nama“ in Bethanien. Vogelsangs Verhandlungspartner war Josef Frederiks II..

Der vereinbarte Kaufpreis für das circa 70 mal 35 Kilometer große Gebiet beträgt 250 alte Gewehre und 100 englische Pfund. Adolf Lüderitz hoffte auf dem - allgemein als wertlos angesehenen - Land, das sich um die Bucht herum erstreckte, „Bodenschätze“ zu finden.

Nach dem Vertragsabschluss wird dem Verkäufer jedoch erklärt, dass es sich nicht um „englische Meilen“ [= 1,609 Kilometer], sondern selbstverständlich um „preußische Meilen“ zu 7,532 Kilometer handelte. Josef Frederik II. hatte damit einen Großteil seines Stammesgebietes von rund 300 mal 150 Kilometer an Heinrich Vogelsang verkauft. Adolf Lüderitz beansprucht fortan ein um das sechszehnfache größeres Gebiet. 

Die „Nama“ fühlten sich von den Deutschen zurecht getäuscht, konnten sich aber trotz ihrer Proteste nicht durchsetzen. Dieser Handel ging als „Meilenschwindel“ in die Geschichte ein. 

1. Mai 1883

München * Die Münchner „Telefonanlage“ wird ihrer Bestimmung übergeben.
Sie umfasst inzwischen 145 Teilnehmer.

Die große Nachfrage führte anfangs noch zu Engpässen; später entwickelt sich das Telefonnetz kontinuierlich weiter. 

2. Mai 1883

München-Haidhausen * Eduard Theodor Grützner lässt sich am „Praterbergl“, in der heutigen Grütznerstraße 1 und schon damals in unmittelbarer Nähe zum „Maximilianeum“ gelegen, eine Villa durch den renommierten „Architekten“ Leonhard Romeis erbauen.

Das ist zwei Jahre bevor sich Franz von Lenbach durch Gabriel von Seidl sein „Palais“ errichten lässt.

Nun erhält er von der „Lokalbaukommission“ die allgemein vorgeschriebene „Wohnbewilligung“ erteilt, die eine ausreichende Wohnqualität sicherstellen soll, was bei diesem „Bauherrn“ freilich nur eine Formalie darstellt.

10. Mai 1883

Petersburg * Eugen Leviné wird in St. Petersburg geboren. 

9. Juni 1883

München-Maxvorstadt - Nymphenburg * Die erste „Dampftrambahn“ Süddeutschlands fährt vom „Stiglmaierplatz“ nach „Nymphenburg“

1. Juli 1883

München * Mit dem Ergänzungsparagraphen 33a der „Gewerbeordnung“ müssen Personen, die „gewerbsmäßig Singspiele, Gesangs- und deklamatorische Vorträge, Schaustellungen von Personen oder theatralische Vorstellungen“ öffentlich veranstalteten, „ohne Rücksicht auf die etwa bereits erwirkte Erlaubnis zum Betriebe des Gewerbes“, um eine gesonderte Erlaubnis dafür nachzusuchen.

Das bedeutete, dass nicht nur der Besitzer und damit „Betreiber der Singspielhalle“, sondern auch der „Direktor der Singspielhalle“ und der „Direktor der Volkssänger-Gesellschaft“ eine „Konzession“ benötigt.
Außerdem muss jeder Unterhaltungskünstler für jede Stadt, in der er auftritt, eine „ortspolizeiliche Erlaubnis“ vorweisen.

1. August 1883

Mangfalltal - München * Die Wasserleitung aus dem „Mangfallgebiet“ wird - mit den üblichen Gottesdiensten in der katholischen „Frauenkirche“, der evangelischen „Matthäuskirche“ und in der „Synagoge“ - offiziell eingeweiht.

20. September 1883

Schloss Fürstenried * Prinz Otto wird „Schloss Fürstenried“ bis zu seinem Tod nicht mehr verlassen. 

Er ist „lebendig begraben“

25. Oktober 1883

München-Obergiesing * Der Außenbau der neuen „Heilig-Kreuz-Kirche“ in Ziegelbauweise ist abgeschlossen.

November 1883

München-Lehel * Ein Artikel in den „Münchner Neuesten Nachrichten“ befasst sich mit der „Bedeutung des Isarquaies für München“.
Der Verfasser betont darin die städtebaulich „unvergleichlich günstige Lage des Mariannenplatzes“, der sogar als Bauplatz für den „Justizpalast“ in Erwägung gezogen worden ist.

Der evangelischen Kirchenverwaltung erscheint der Bauplatz als sehr teuer, weshalb sie noch das Gelände der „I. Kraft- und Arbeitsmaschinen-Ausstellung“ am Isartorplatz ins Gespräch bringt.
Die „Lokalbaukommission“ schlägt ihrerseits noch Standorte auf der „südlichen“ beziehungsweise „nördlichen Kohleninsel“ vor.  Schließlich einigt man sich doch auf den Mariannenplatz als Standort für die „Lukaskirche“.  

Das Gotteshaus sollte eigentlich die protestantische Kirche für den Münchner Osten werden, doch bereits 1889 wurde am Preysingplatz in Haidhausen die „Johanneskirche“ als evangelische „Notkirche“ erbaut.
Nun haben die Protestanten auch „ihren Sammelpunkt jenseits der Isar“. Doch das war bestimmt kein Zufall, denn der Architekt beider Kirchen ist Albert Schmidt, der gleichzeitig - heute kaum vorstellbar - den acht Mitgliedern der „protestantischen Kirchenverwaltung“ in München angehörte. 

„Der soziale Status der protestantischen Gemeindemitglieder lag deutlich über dem Durchschnitt. Viele gehörten der geistigen und finanziellen Oberschicht an“, weshalb die Gruppierung sehr selbstbewusst auftrat, was im fundamental katholischen Bayern ganz bestimmt auch nötig war [und ist?]. 

14. November 1883

München-Au * Johann Valentin Fey kauft das Anwesen in der Entenbachstraße 63 [später:Zeppelistraße 41] vom „Tapezierer“ Karl Falk um 50.000 Mark. 


Verwendet in Führung:

03. Der Gasteig - Ein Stück Alt-München
06. Die nördliche Au
34. Bierzelt-Rallye auf dem Oktoberfest



Anatomisch-ethnologisch-naturhistorisches Museum, Panoptikum, Dresden
Gabriel Carl Schausteller, Meisel Margarete Schaustellerin, Gabriel Margarete Schaustellerin