1905

Die Ausstellung „Die Volkskrankheiten und ihre Bekämpfung“ wird gezeigt

München-Isarvorstadt - Museumsinsel * In einem kleinen Ausstellungsbau auf der „Kohleninsel“ wird die Wanderausstellung „Die Volkskrankheiten und ihre Bekämpfung“ gezeigt.


1905

Suchbegriffe

Kohleninsel, Ausstellung: Die Volkskrankheiten und ihre Bekämpfung, Museumsinsel, Volkskrankheiten,

Weitere Ereignisse im Jahr 1905

1905

München-Untergiesing * Das „Brausen- und Wannenbad“ an der Pilgersheimerstraße 5 wird durch den städtischen Baurat R. Schachner erbaut.

1905

Madrid - Monte Carlo - Wien * „Mata Hari“ steht auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.

Sie tritt in Madrid, Monte Carlo und Wien auf.
Die Kritiker liegen ihr zu Füßen. 

1905

Wien * Die „Sektion Wien des Deutsch- und Österreichischen Alpenvereins - DuOeAV“, die aus dem „Turnverein“ hervor gegangen war, wird mit einem „Arier-Paragraphen“ gegründet.

1905

Mittenwald * Das „letzte Floß“ verlässt Mittenwald in Richtung München. 

1905

München * Die Isar hat sich in die „Flinzschicht“ eingegraben. 

Die Eintiefung beträgt 8,5 Meter.

1905

Berlin - Karlsruhe * Ein Firmenkonsortium unter der Leitung der Firma „L. Loewe & Co“ erhält den Auftrag über eine „Ortsvermittlungsstelle für Wählbetrieb“

Der Fabrikationsauftrag für die Herstellung der „Strowger-Wähler“ und damit die Lizenz wird den zum „Loewe-Konzern“ gehörenden „Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken Berlin - Karlsruhe“ übertragen.

Diese verfügen über entsprechend ausgebildetes Personal und über moderne feinmechanische Werkstätten.
Die Erfahrung im Umgang mit elektrischen Schaltungen steuern Mitarbeiter der „Firma Siemens & Halske“ bei.

Da alle angeschlossenen Teilnehmer sofort nach Inbetriebnahme der neuen Vermittlungsstelle ihren eigenen „Fernsprech-Selbstwählanschluss“ ausprobieren wollen, schmoren in der Folge von Überlastung und Blockade der Wähler in den ersten Betriebsstunden ständig die Sicherungen durch.

Empörte Teilnehmer stürmen daraufhin das Dienstgebäude.
Erst als diese wieder besänftigt waren, gelingt es dem Wartungspersonal die Schwachstellen des Systems abzustellen.
Seither arbeitet die Anlage störungsfrei. 

Vor 1905

München * Eine nicht datierte Aktennotiz vermerkt:

Die „Zensur“ betrifft auch „das kleine Theaterwesen, die Varietées, Tingeltangel, Singspielhallen, Cabarets; ferner die Volkssänger, Komiker, Rezitatoren sind vermittels der Präventivzensur nach Möglichkeit in ordnungsgemäßen Bahnen zu halten, zumal da erfahrungsgemäß gerade auf diesem Weg die Kenntnis von Unsittlichkeiten und Unanständigkeiten aller Art in die breitesten Schichten der Bevölkerung getragen wird“.

1905

Deutschland - Österreich * Hubert von Herkomer betreibt in den Jahren 1905 bis 1907 legendäre Automobilrennen, die „Herkomerkonkurrenz“, die durch Deutschland und Österreich führt.

1905

München-Maxvorstadt * Neuer Eigentümer der Doppelhaus-Villa an der Brienner Straße 38/40 ist der „Fabrikant“ und „Leutnant a. D.“ Wilhelm Reischl.

1905

München-Isarvorstadt * Die alte eiserne „Wittelsbacherbrücke“ wird an der Stelle der „Brudermühlbrücke“ neu montiert und dient bis zum Jahr 1905 - wegen fehlender Straßen - als Fußweg.

1905

Berlin * Carl Gabriel eröffnet sein erstes „Kinematographentheater“ in Berlin.

1905

München-Maxvorstadt * Das Haus Richard-Wagner-Straße 13, mit dem einladenden „Salve“ auf der Haustüre, wird gebaut.

In den vier Stockwerken befindet sich jeweils eine Wohnung mit fünf Zimmern.

1905

München * Die Zahl der „Weinwirtschaften“ in München ist auf 141 angewachsen.

1905

München-Graggenau * Mit dem Ausbau des Neuen Rathauses wird der „Ratskeller“ von 956 qm auf 1.931 qm, und der „Regieweinkeller“ von 586 auf 1.697 qm vergrößert.

1905

München-Obergiesing * Die Stadt wagt einen erneuten Vorstoß für ein „Krematorium“ - wieder ohne Erfolg. 

1905

München-Maxvorstadt * Das „Rentier-Ehepaar“ Hanfstängl ist Eigentümer des Anwesens Richard-Wagner-Straße 9.

1905

München-Bogenhausen * Die Kuppel der Bogenhausener „Georgskirche“ wird letztmals mit Schindeln gedeckt.

1905

München *Der „Magistrat der königlichen Haupt- und Residenzstadt“ erlässt eine „Badeordnung“, die nur wenig mit den heutigen Vorstellungen von Freizeitvergnügen vereinbar ist. Es herrscht „Zucht und Ordnung“.

Es gibt zum Beispiel eine eigens ausgewiesene „Einsprungstelle“ ins Becken. „Das Herumliegen auf dem Boden ist nicht gestattet“. Außerdem bestimmt die „Badeordnung“, dass „Zuschauer (...) keinen Zutritt in das Bad“ haben.

Im Liegeraum darf man nicht lesen, „weil dies die Gehirntätigkeit beeinflußt“.

Sogar einen Tipp gegen „Sonnenstich“ kann man der Anweisung entnehmen. Darin heißt es: „Den Gästen wird empfohlen, den Kopf mit einem Tuche zu beschatten und sich bei großer Hitze öfter abzubrausen“

Und sogar für schlechtes Wetter gibt die „Badeordnung“ den Freibadbenutzern eindeutige Verhaltensmaßregeln mit auf den Weg: „Wenn Regen eintritt“, heißt es hier, „so kann man sich noch ca. ¼ Stunde lang dem Regen aussetzen, dann aber ist der Körper zu bekleiden“.
Natürlich gibt es auch Vorschriften über die angemessene Bekleidung in der Badeanstalt. Die „Badeordnung“ schreibt hierbei Folgendes vor: „Jeder Badende muß mit einer geordneten Badehose versehen sein, der Gebrauch von Schürzen und ähnlichen Bekleidungsstücken ist untersagt“.

Ab dem Jahr 1905

München-Au * Fast jedes Jahr gründet der „Arbeiter-Turn-Verein München-Ost“ eine neue Abteilung oder nimmt eine weitere Sportart auf. 

1905

München * Paul Nicolaus Cossmann konvertiert vom jüdischen zum katholischen Glauben.

Während des Ersten Weltkriegs tauscht er seine liberalen Ideen gegen einen skrupellosen Nationalismus ein.

In den „Süddeutschen Monatsheften“ wird er später verbissen die „Dolchstoß“-Theorie propagieren.

1905

München * Ludwig Thomas Buch „Lausbubengeschichten“ wird veröffentlicht.

Es enthält autobiographische Züge. 

1905

München-Graggenau * Das „Münchner Kindl“ kommt auf die Spitze des zwölfstöckigen, 85 Meter hohen Turm des „Neuen Rathauses“.

1905

München * Die erste „Kraftdroschken-Gesellschaft“ wird in München von 22 Personen gegründet.

2. Januar 1905

Deutsch-Südwestafrika * In der entscheidenden Schlacht schlagen die deutschen „Kolonialtruppen“ die Aufständischen vernichtend.  

Im Winter 1904/05 haben sich in „Deutsch-Südwestafrika“ die „Nama“, die von den Deutschen „Hottentotten“ genannt werden, erhoben. 
Doch das beendet den Krieg nicht. 

22. Januar 1905

Petersburg * Der „Petersburger Blutsonntag“

Zaristische Truppen erschießen zahlreiche Demonstranten einer friedlichen Kundgebung in Petersburg.

3. Februar 1905

München-Au * Im „Münchner-Kindl-Keller“ findet eine Solidaritätskundgebung zu Gunsten der Opfer der ersten Russischen Revolution statt.

15. Februar 1905

München-Kreuzviertel * Das „Kaufhaus Oberpollinger“ der hanseatischen Kaufmannsfamilie „Emden & Söhne“ ist fertiggestellt.

14. März 1905

München-Kreuzviertel * Das „Kaufhaus Oberpollinger“ wird „früh 8 Uhr“ eröffnet. 

Die Menschen strömen in das neue Kaufhaus, „durch das der Atem der großen weiten Welt weht“

15. März 1905

Berlin * „Reichskanzler“ Bernhard von Bülow gibt im „Reichstag“ bekannt, dass das „Deutsche Reich“ Schritte zur Verteidigung der Wirtschaftsinteressen in Marokko unternehmen wird.  

Dabei hatte Deutschland bis dahin niemals Einwände gegen die von Frankreich ausgeübte Kontrolle des Militärs, der Polizei, der Verwaltung, der Banken und des Handels in Marokko erhoben. 

31. März 1905

Tanger * Während seiner traditionellen Mittelmeerreise besucht Kaiser Wilhelm II. die marokkanische Hafenstadt Tanger.  

In seiner Rede betont der deutsche Kaiser die „Unabhängigkeit des Scherifenreichs“ Marokko und bietet hierfür den „Schutz Deutschlands“ an.  
Er beabsichtigt mit seiner Ansprache, Frankreich und Großbritannien über die „Marokkofrage“ zu spalten und fordert eine internationale Konferenz zur Regelung der „Souveränität Marokkos“.  

Es kommt zur sogenannten „Marokko-Krise“, die, weil das deutsche Verhalten für Frankreich eine scharfe Provokation darstellt, sofort zu einem Krieg führen könnte.  
Angesichts dieser drohenden Gefahr gehen die Großmächte auf die Forderung Deutschlands ein und rufen eine internationale Konferenz über die weitere Zukunft Marokkos zusammen. 

22. April 1905

Deutsch-Südwestafrika * „General“ Lothar von Trotha erlässt eine ähnliche „Proklamation“ wie gegen die „Herero“ und droht den „Nama“ ebenfalls mit „Vernichtung“.

Da die „Proklamation“ jedoch nicht zur massenweisen Unterwerfung der „Nama“ führt und die gewünschte Wirkung verpufft, bleiben entscheidende Erfolge für die deutschen Truppen aus.
Der „Guerillakrieg“ setzte sich fort. 

Mai 1905

München * Ludwig Thoma veröffentlicht seinen Roman „Andreas Vöst“.

Er handelt vom Streit eines Bauern mit einem Pfarrer und thematisiert den Aufstieg des kirchenkritischen „Bayerischen Bauernbundes“

20. Juni 1905

München-Lehel * Der „Schnitterin-Brunnen“ am Thierschplatz im Lehel geht in Betrieb.

26. Juni 1905

München * Ludwig Thoma wird für sein Gedicht „An die Sittlichkeitsprediger in Köln am Rheine“ zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. 

Um den 15. Juli 1905

Eglfing * Die Kranken der „Kreis-Irrenanstalt für Oberbayern“ können in die neue Anstalt nach Eglfing verlegt werden.

17. Juli 1905

Königreich Bayern * Die „Landtagswahlen“ sind von einem erneuten und ausgeweiteten „Wahlbündnis“ zwischen der „SPD“ und dem „Zentrum“ geprägt. 

Bei den „Bayerischen Landtagswahlen“ erhält

  • das „Zentrum“ 102 (bisher 83),
  • die „Fortschrittspartei“ 22 (44),
  • die SPD 12 (11) Mandate.

Die „Liberalen“ setzten ihren Abstieg fort und können nur noch 22 [- 22] Mandate erringen.  
Doch damit ist der Weg für eine Zweidrittelmehrheit geebnet, welche zu einer „Wahlrechtsreform“ benötigt wird. 

Um August 1905

München-Au * Johann Royes besucht seine 24-jährige Tochter Gisela, die spätere Ehefrau von Karl Valentin, in der Au.  

Dabei bemerkt er die unübersehbare Schwangerschaft seiner Tochter. 

Sie erhält von dem „frommen Katholiken“ eine saftige Watschn, nachdem er erfahren hat, dass der Vater des Kindes „bloß a luthrischer Komödiant“ sei.  
Also ein Taugenichts und Habenichts. 

5. August 1905

München-Schwabing * Der „Kunstmaler“ und „Lehrer“ Anton Azbé stirbt im Alter von 43 Jahren.

Seit September 1905

München-Theresienwiese * Das „Oktoberfest“ dauert 16 Tage.

Es beginnt am 3. September-Samstag um 12 Uhr - zunächst noch ohne feierliches Zeremoniell.

28. September 1905

München-Kreuzviertel * Große Veränderung bringt die Sitzungsperiode des „34. Landtags“, der vom 28. September 1905 bis zum 23. März 1907 tagt. 

19. Oktober 1905

Aufhausen/Oberpfalz * Karl Valentins Freundin Gisela Royes bringt die gemeinsame uneheliche Tochter Gisela zur Welt. 

Um kein Aufsehen zu erregen und weil das Kind zum unpassenden Zeitpunkt geboren wird, findet die Geburt in Aufhausen in der Oberpfalz statt. Das ist der Wohnsitz der Familie der Mutter.

20. Oktober 1905

Berlin * Allen Redakteuren beim „Vorwärts“ wird gekündigt, ihnen aber die Möglichkeit der Bewerbung um Wiedereinstellung gelassen.

Kurt Eisner kündigt daraufhin von sich aus.

25. Oktober 1905

Deutsch-Südwestafrika * Der charismatische „Anführer der Nama“, Hendrik Witbooi, stirbt an den Folgen einer Schussverletzung.
Das tut aber dem Widerstand der „Nama“ keinen Abbruch.

Vereinzelte Überfälle und Gefechte ziehen sich bis zum Jahr 1908 hin. 

30. November 1905

München-Kreuzviertel * Im bayerischen Abgeordnetenhaus wird ein „Wahlgesetz“ einstimmig angenommen.

Es ersetzt die bisherige Landtagswahl mittels „Wahlmänner“ durch „direkte Wahl“.

9. Dezember 1905

München * Franz Stuck erhält das „Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone“ und damit den persönlichen Adel. 

26. Dezember 1905

Berlin * Der sogenannte „Schlieffen-Plan“ wird in Berlin vorgelegt.  

Er sieht für den Fall eines „Zweifrontenkrieges“ vor,

  • die Masse des deutschen Heeres zunächst im Westen gegen Frankreich einzusetzen,
  • mit dem Nordflügel die französischen Befestigungen zu umgehen und
  • das französische Heer entscheidend im Rücken zu fassen.  

Nach einem Sieg über Frankreich sollen die deutschen Truppen nach Osten verlegt werden, um dort gegen Russland vorzugehen.  

Der preußische Offizier Alfred Graf von Schlieffen will auf diese Weise den Krieg gegen Frankreich und Russland in zwei aufeinander folgende Feldzüge aufzuteilen. 


Verwendet in Führung:

07. Reif für die Inseln?



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