1911

Das „Alpine Museum“ wird in den Räumen des „Café Isarlust“ eröffnet

Lehel - Praterinsel * Nach Umbauarbeiten kann das „Alpine Museum“ in den ehemaligen Räumen des „Café Isarlust“ auf der „Praterinsel“ eröffnet werden.

Ziel der Ausstellung ist die Präsentation des „Alpinismus“ und der Aktivitäten des „Deutsch- und Österreichischen Alpenverein - DuOeAV“. Im ersten Jahr zählt man bereits 30.000 Besucher.


1911

Suchbegriffe

Alpines Museum, Café Isarlust, Praterinsel, Feuerwerksinsel, Alpinismus, Deutsch- und Österreichischer Alpenverein - DuOeAV,

Weitere Ereignisse im Jahr 1911

1911

Theresienwiese * Der „Verband zur Bekämpfung betrügerischen Einschenkens“ fordert die Erhöhung des Schaumraumes in den Krügen oberhalb des Eichstrichs auf 4 Zentimeter.

Bis zur Umsetzung der Forderung werden noch weitere 73 Jahre vergehen.

1911

Maxvorstadt * Das Haus an der Brienner Straße 43 geht in das Eigentum des „Geheimen Kommerzienrats“ Julius Freundlich über.

Die „Villa Freundlich“ wird durch Gabriel von Seidl und der „Firma Heilmann & Littmann“ umgebaut.

1911

Maxvorstadt * Lolo von Lenbach kauft einen Teil des Grundstücks-Nachlasses des „Rentiers“ Schäfer an der Brienner Straße 43 und lässt es bebauen.

Es trägt die Anschrift Richard-Wagner-Straße 2.

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Bayern * Auf Drängen der bayerischen Industrie verlegt die katholische Kirche zwei „Heiligenfeste“ und sämtliche „Patrozinien“ der Kirchen- und Ortspatrone auf Sonntage; drei „Marienfeiertage“ werden sogar ganz gestrichen.

1911

Bogenhausen * Das Wirtshaus „Neuberghausen“ in Bogenhausen wird stillgelegt und das Anwesen an Friedrich Lauer verkauft.

Nach weiteren Zukäufen errichtet er hier seine 3.000-Quadratmeter-Villa.

1911

Berlin * Der im Jahr 1911 gegründete „Wehrverein“ formuliert seine „Kolonialpolitik“ so:  

„Ein vorwärtsstrebendes Volk wie wir, das sich so entwickelt, braucht Neuland für seine Kräfte, und wenn der Friede das nicht bringt, so bleibt schließlich nur der Krieg“

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Haidhausen - Au * Dr. Hermann Schülein ist „Direktor“ der „Unionsbrauerei“ und der „Münchner-Kindl-Brauerei“.

1911

Maxvorstadt * Franz Rank baut auf den Grundstücken der „Firma Gebrüder Rank“ an der Richard-Wagner-Straße 17 und 19 ein Wohnhaus im „klassizierenden Jugendstil“.

Architekt für HausNr. 19 ist Max Neumann.

1911

Au * Der - immer in Geldnöten steckende - örtliche „Kirchenbauverein St.-Wolfgang“ erwirbt auf dem Gelände der aufgelassenen „Kreisirrenanstalt“ einen Bauplatz zu günstigen Bedingungen. 

1911

Au * Der „Arbeiter-Turnverein München“ benennt sich in „Freie Turnerschaft München“ um. 

1911

München * Die Suche nach einer geeigneten „Koststelle“ übernimmt an Stelle des „Arbeitsamtes“ ab sofort der „städtische Berufsvormund“.

1911

München * Der neue Roman „Der Wittiber“ von Ludwig Thoma kommt in die Buchläden.

Es geht darin um einen Landwirt, der nach dem Tod seiner Frau zum Alkoholiker wird. 

15. Februar 1911

München * Elisabeth Wellano kündigt ihren Job bei „Hermann Tietz“ und steht für 3.- Mark Gage jeden Abend auf der Bühne im „Frankfurter Hof“.

19. Februar 1911

Speyer * Michael Faulhaber wird im „Kaiserdom“ zu Speyer inthronisiert.

Um den April 1911

Marokko * Frankreich geht in Marokko militärisch gegen Gruppen vor, die die Kooperation der Regierung des „Scharifenreichs“ mit den europäischen Mächten bekämpfen.  

Deutschland sieht darin eine günstige Gelegenheit, seine Interessen in Afrika entscheidend weiterzuentwickeln.  
Wenn schon die Franzosen ihren Kampf gegen aufständische „Berber“ aufgenommen haben, dann will die deutsche Regierung auf alle Fälle die deutschen „Kolonialisten“ vor den Kämpfern schützen.  

Und wenn die sich schon nicht bedroht fühlten, dann musste eben das deutsche „Auswärtige Amt“ in Marokko ansässige Firmen auffordern, ein „Hilfeersuchen“ zu stellen, damit man eingreifen kann. 

29. April 1911

Graggenau * Im „Café Perzl“ am Marienplatz [heute: „Kaufhaus Ludwig Beck am Rathauseck“] wird ein „Ehrenabend“ anlässlich des 20. Bühnenjubiläums von Constantin Pfrang, genannt „Stanzl“, durchgeführt.

Unter „Nummer 6“ tritt Karl Valentin als „Karikatur“ auf.
Er ist der einzige Künstler, bei dem während seines Auftritts nicht serviert wird. 

Um Mai 1911

Speyer * Kurz nachdem Michael Faulhaber zum „Bischof“ ernannt worden ist, löst er im „Bistum Speyer“ sämtliche „Simultankirchen“ auf.   

Das sind Gebetshäuser, in denen seit langer Zeit Katholiken und Protestanten - zu verschiedenen Zeitpunkten - ihre Andachten abhalten.

Vielleicht Mai 1911

Ludwigsvorstadt * Karl Valentin und Elisabeth Wellano treffen im „Hotel Frankfurter Hof“ aufeinander.

Der bereits etablierte Karl Valentin kommt auf die „dantschige“ Nachwuchs-Schauspielerin zu und meint:
„Sie, Fräulein, Sie sind als Soubrette aufgetreten.
Heut hab ich Sie zum ersten Mal gesehen. 

Des is nix. Wissen‘s, Sie sind zu schlank für a Soubrette.
Als Soubrette muss man kess sein, die muss an großen Busen haben.
Außerdem sind Sie viel zu schüchtern. Und so brav schaun Sie aus, fast wia a Kommunionmäderl. -

Aber Sie sind sehr komisch.
Sie müssen sich aufs Komische verlegen.
Das ist geeignet für Sie“
.

Daraufhin ist das Fräulein Wellano empört und schwer beleidigt.

Doch Karl Valentin meint es ehrlich, weshalb er weiter auf Liesl Wellano einredet und meint:
„Ich schreib Ihnen einmal in der nächsten Zeit a komisches Soubrettencouplet, also eine Parodie auf eine richtige Soubrette. Und des bringens dann“.

Er schreibt ihr also ein Couplet mit dem Titel „Das Gretchen“.

Die talentreiche Nachwuchsschauspielerin ist zwar nicht überzeugt davon, lässt sich aber auf das Abenteuer ein, lernt das Lied auswendig und trägt es vor. „Ich hab mich aber nicht so schön angezogen im Flitterkleid, sondern schon a bissl komisch gmacht“, schreibt sie später.

Und weiter: „Damals war es Mode, dass man irgend einen Herrn im Publikum ansingt als Soubrette“.
Liesl sucht ihr Opfer aus und singt in der letzten Strophe: „O nimm mir diesen Stein vom Herzen“.

Dabei greift sie in ihren Ausschnitt, zieht einen Isarkiesel hervor, schmeißt ihn auf den Boden und schmettert dann weiter:
„Bereit mir nicht so viel Kummer, Sorg und Schmerzen, Sag‘ es aufrichtig, hast Du mich lieb, Du kecker Herzensdieb“.

Das war ein Riesenerfolg und ein großer Lacher - und machte aus der einst „feschen Soubrette“ eine „komische Soubrette“

6. Mai 1911

München * Elisabeth Wellano unterschreibt einen „Bühnenkontrakt“ bei Adalbert Meiers „Gesellschaft die lustigen Dachauer“.

Ihre monatliche Gage ist doppelt so hoch wie ihr Verdienst im „Kaufhaus Hermann Tietz“ war.
Das Engagement dauert vom 1. Juni 1911 bis 1. Juli 1912.

Juni 1911

München * Ludwig Thomas Ehe mit Marietta de Rigardo wird geschieden. 

1. Juli 1911

Agadir * Das Kanonenboot „Panther“ kreuzt in den Gewässern vor der marokkanischen Hafenstadt Agadir auf.  

Frankreich und die anderen Großmächte sind total überrascht und natürlich nicht darauf vorbereitet.  
Frankreich fühlt sich erpresst.
Und auch die englische Regierung erklärt, dass sie eine Schwächung ihres Bündnispartners zugunsten Deutschlands keines Falls akzeptieren wird.  

Damit wird die „Zweite Marokkokrise“ zwischen Deutschland und Frankreich ausgelöst.  

Es kommt zu zähen Verhandlungen, in denen Frankreich einen Zipfel Togos an Deutschland abtreten muss, den sogenannten „Entenschnabel“.  
Deutschland erklärt dafür im Gegenzug sein Desinteresse an der französischen Marokkopolitik.

Der im Jahr 1911 gegründete „Wehrverein“ formulierte es so: „Ein vorwärtsstrebendes Volk wie wir, das sich so entwickelt, braucht Neuland für seine Kräfte, und wenn der Friede das nicht bringt, so bleibt schließlich nur der Krieg“. 

18. Juli 1911

Graggenau * Lion Feuchtwanger zieht in die Burgstraße 10. 

31. Juli 1911

Lehel * Karl Valentin (Fey) heiratet Gisela Royes in der St.-Anna-Basilika im Lehel.

26. September 1911

München * Der Münchner Magistrat beschließt die „Automobilisierung der Berufsfeuerwehr“.

29. September 1911

Rom - Türkei * Italien, Mitglied im „Dreibund“, erklärt dem „Osmanischen Reich“ den Krieg, um in den Besitz von Libyen zu kommen.  

Doch anders als von Italien erwartet, begrüßt die einheimische Bevölkerung die Italiener nicht als „Befreier“, sondern als „feindliche Invasoren“

6. Oktober 1911

Maxvorstadt * Das „Heß‘sche Anwesen“ in der Luisenstraße 35 wird versteigert.

23. Oktober 1911

Tripolis * Die italienischen Besatzungstruppen gehen in einem „Pogrom“ gegen die arabische Bevölkerung vor und erschießen dabei innerhalb von fünf Tagen wahllos tausende Araber, verbrennen deren Hütten und beschlagnahmen das Vieh.  

Auch in den folgenden Wochen führte die Besatzungsmacht Massenhinrichtungen auf öffentlichen Plätzen durch und deportierte etwa 4.000 Araber auf Strafinseln. 

1. November 1911

Tripolis * Der italienische Leutnant Giulio Cavotti lässt über zwei Oasen bei Tripolis die ersten „Zwei-Kilo-Bomben“ auf lebende Ziele abwerfen.  

Der Angriff dient keinem militärischen Zweck, sondern geschieht im Rahmen der „Vergeltungsaktionen“ gegen die arabische Bevölkerung. 

14. November 1911

Kreuzviertel * Das „Zentrum“ verweigert die „Beratung des Verkehrsetats“, weil ihr der „linksliberale“ Verkehrsminister Heinrich von Frauendorfer zu „sozialistenfreundlich“ ist und dem der „SPD“ nahestehenden „Süddeutschen Eisenbahnerverband“ ein „Streikrecht“ einräumt.  

Das „Zentrum“ will sich dem Prinzregenten als regierungsfähig darstellen und versucht sich mit einem scharfen antisozialdemokratischen Kurs zu profilieren.  

Daraufhin macht Prinzregent Luitpold von seinem verfassungsmäßigen Recht Gebrauch, löst den „Landtag“ vorzeitig auf und setzt „Neuwahlen“ an.  
Die letzte derartige „Landtags-Auflösung“ findet im Jahr 1869 statt.  

Bei der Verkündung dieses Beschlusses in der „Abgeordnetenkammer“ vermerkt das Protokoll „lebhaften Beifall links und bei den Sozialdemokraten“


Verwendet in Führung:

07. Reif für die Inseln?



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