1. Mai 1316

Ludwig „der Baier“ erlässt für die „Siechen am Gasteig“ eine „Hausordnung“

Haidhausen * König Ludwig „der Baier“ erlässt für die „Siechen am Gasteig“ eine „Hausordnung“.

Die Ordnung enthält unter anderem eine Vorschrift, wonach „aus der ganzen Versammlung der siechen Menschen” ein „Hausmeister“ und eine „Hausmeisterin“ benennen sind, die auf die „Einhaltung der Hausordnung“ zu achten haben.
Die „Spital-Insassen“ müssen ihnen Gehorsam leisten.

Übertretungen einzelner Bestimmungen haben zum Teil sehr empfindliche Strafen für die „Kranken“ zur Folge.  
„Disziplinierungsmittel“ sind vorgesehen.

Sie reichen von „Geldstrafen“ bis zu „Fasten bei Wasser und Brot“, dem „Essen auf dem Stubenboden“, der „Verrichtung von vorgeschriebenen Gebeten“ - kniend auf dem Stubenboden - in Anwesenheit der anderen „Spitalinsassen“.
Selbst Strafen in der „Kheichen”, dem Kerker, bei Wasser und Brot, sind unter bestimmten Umständen möglich.

Mit vier Stunden nehmen die religiösen Übungen und Gebete den größten Teil des Tages ein.
Die „Arbeitszeiten“ zugunsten des „Leprosenheims“ werden auf dreieinhalb Stunden pro Tag begrenzt.
„Commissionäre” überwachen die Arbeit im „Siechen-Spital“.  

Mittelalterliche „Spendentätigkeit“ hat sehr viel mit dem „Seelenheil des Geldgebers“ zu tun.
Je größer deren „Spendierfreudigkeit“ ausfällt, desto länger sind die „Gebete der Almosenempfänger“ und desto schneller kommen die Reichen dem „Paradies“ ein Stückchen näher.

Das „Leprosenhaus“ ist vornehmlich für Münchner Bürger und die in der Stadt Dienenden bestimmt.  
Nur sie erhalten hier unentgeltliche Aufnahme und Verpflegung.
Für die „Auswärtigen Siechen” müssen die zuständigen „Landgerichte“ die anfallenden Kosten übernehmen.


1316

Suchbegriffe

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Personen

Ludwig IV. der Baier Kaiser

Weitere Ereignisse im Jahr 1316

19. Februar 1316

Ingolstadt * König Ludwig IV. hebt das „Grundruhrrecht“ auf der Isar und allen anderen baierischen Gewässern auf.  

Dadurch gehört das auf einem gestrandeten Schiff oder Floß befindliche Gut nicht mehr dem Finder oder demjenigen, an dessen Grundstück es ans Land gespült wird, sondern es bleibt weiterhin im Eigentum des Eigentümers. 

26. März 1316

München-Kreuzviertel - München-Hackenviertel * Die Kaufingerstraße [= „Kaufringergazz“] wird erstmals genannt. 

7. August 1316

Leyden * Der 67-jährige französische Kardinal Jacques Duèze - in deutschen Quellen auch Jakob von Cahors genannt - wird in Leyden in den Niederlanden nach einem vierzigtägigen „Conclave“ zum Papst gewählt. 

Als Johannes XXII. besteigt er den „Apostolischen Stuhl“ in Avignon.

Zuvor hatte Dante die sieben italienischen Kardinäle beschworen, einen Italiener zum Papst zu wählen, der die Kurie wieder nach Rom bringen sollte.
Das Ansinnen hatte jedoch gegen die 17 französischen Kardinäle keine Chance.

Johannes XXII. ist der zweite in Avignon residierende Papst.

Im deutschen Thronstreit nimmt Johannes XXII. lange eine abwartende Haltung ein und betrachtet den Thron des Reiches als „vakant“.


Verwendet in Führung:

03. Der Gasteig - Ein Stück Alt-München



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Ludwig IV. der Baier Kaiser