1833

Der „Hallerbräukeller“ an der Inneren-Wiener- und Preysingstraße

Haidhausen * An der Ecke Innere-Wiener- und Preysingstraße entsteht der „Hallerbräukeller“, der nach seinem Besitzer auch „Schützinger Keller“ genannt wird.

An seiner Stelle entsteht später ein Wohnhaus, das in seinem Erdgeschoss das „Kaffee- und Gasthaus Gasteig“ beherbergt.

Heute ist dort das „Café Atlas“.


1833

Suchbegriffe

Bier, Bierkeller, Hallerbräukeller, Schützinger Keller, Kaffee- und Gasthaus Gasteig, Café Atlas, Innere-Wiener-Straße, Preysingstraße,

Weitere Ereignisse im Jahr 1833

1833

Haidhausen - Au * Das Münchner Stadtadressbuch zählt

  • in der Wiener Straße 20,
  • in der Preysingstraße 3,
  • in der Kellerstraße 5,
  • auf der Nordseite der Rosenheimer Straße 7 und
  • auf der Südseite der Rosenheimer Straße 13,
  • also insgesamt 49 „Bierkeller“ auf. 

Die Bierkeller liegen alle im „Münchner Burgfrieden“.

1833

München-Maxvorstadt * Der nun in mehrere Teile aufgetrennte Guss für das „Max-Joseph-Denkmal“ kann doch noch hergestellt werden.
Das letzte Sockelrelief wird anno 1835 fertig.

Vermutlich werden jetzt alle Teile im „Sandgussverfahren“ hergestellt, da das Denkmal aus vielen, zum Teil beachtlich großen Einzelgussstücken besteht.

Das Denkmal wird in der „Erzgießerei“ komplett zusammengebaut und danach in der Gänze auf den „Max-Joseph-Platz“ gebracht.
Das ist eine enorme Leistung, denn alleine die „Königsfigur“ wiegt 7.800 Kilogramm.

1833

Vorstadt Au * Das Brunnwerk am Neudeck kommt für 100 Gulden in den Besitz der Vorstadt Au.

1833

München-Graggenau * Der Bildhauer Ludwig von Schwanthaler erhält den Auftrag, zwölf Bronzefiguren mit Ahnen der Wittelsbacher für den „Thronsaal“ der Residenz zu erstellen. 

1833

München-Graggenau * Das „Hofbräuhaus“ ist als öffentliches Lokal zugänglich.

Hier spielt der „Kapellmeister Sulzbeck“ mit seine „Bande“ auf.
Von hier aus ertönt immer wieder der Landler „Huraxdax, packs bei der Hax“.

1833

München * In München werden 1.376 eheliche und 1.180 uneheliche Kinder geboren. 

1833

Haidhausen * Da Dr. Sieber die Ansicht vertritt, dass sein Haidhauser Gut „Haidenau“ sich „bey Haidhausen“ befindet, erklärt das „Landgericht Au“, dass der „Besitz Haidenau“ nicht nur „bey“, sondern sogar „mitten“ in Haidhausen liegt und „durch den Starrsinn des Besitzers nicht in eine andere Gemeindegemarkung versetzt“ werden kann.

30. Januar 1833

Nauplia * König Otto von Griechenland trifft im Geleit von 33 Segelschiffen mit der britischen Fregatte „Madagaskar“ in der damaligen griechischen Hauptstadt Nauplia ein. 

Mit Otto reisen 3.500 bayerische Soldaten, eine größere Zahl Wissenschaftler und Verwaltungsbeamte sowie ein dreiköpfiger „Regentschaftsrat“, bestehend aus dem ehemaligen bayerischen „Finanzminister“ Joseph Ludwig Graf von Armansperg, dem „Kgl. Staatsrat“ Georg Ludwig von Maurer und dem „Generalmajor“ Karl Wilhelm von Heideck. 

Der „Regentschaftsrat“ soll bis zur Volljährigkeit Ottos - in zweieinhalb Jahren - die Regierungsgeschäfte führen. 

6. Februar 1833

Nauplia * König Otto von Griechenland zieht in die griechische Hauptstadt Nauplia ein. 

Angeblich wird er von 50.000 „jubelnden“ Landesbewohnern begrüßt und feierlich empfangen. 

21. März 1833

München * König Ludwig I. steht dem „Haberfeldtreiben“ positiv gegenüber.

Für ihn ist es kein Politikum, denn: „Bey dem alten Brauch des Haberfeldtreibens soll es gelassen, die dagegen gegebenen Verordnungen aufgehoben werden […].
Ohne meine Genehmigung soll keine Verordnung gegen einen alten Brauch gemacht werden“

3. Juni 1833

München * Maximilian Bernhard Graf von Arco-Zinneberg heiratet Leopoldine Gräfin von Waldburg-Zeil-Trauchburg. 

2. Juli 1833

Darmstadt * Johann Valentin Fey, der Vater von Karl Valentin, wird in Darmstadt geboren. 

11. Juli 1833

Athen * Athen wird - statt Nauplia - zur neuen Hauptstadt Griechenlands erwählt. Die Stadt hat stark unter dem Unabhängigkeitskrieg gelitten. Von 2.000 Häusern sind gerade mal sechzig noch bewohnbar. 

19. Juli 1833

München * Die Beförderung der Post hat für Monarchen wie Ludwig I. einen sehr unerwünschten Effekt. Denn nun können die Bayern aus dem Ausland Zeitungen beziehen, die liberales und demokratisches Gedankengut transportieren.

Das wachsende Informationsbedürfnis der Untertanen steigt und stellt die Regierung vor immer neue Probleme, da die herkömmlichen Mittel der Zensur nicht mehr greifen. Wie schwierig die Situation für die reaktionäre bayerische Verwaltung ist, zeigt die Anweisung an die Postämter, wonach schweizerische und französische Zeitungen vor der Auslieferung an die Zensurbehörde zu geben sind.

29. Juli 1833

Landau/Pfalz * Der Prozess gegen die Wortführer des Hambacher Festes findet in Landau statt. Er dauert bis zum 16. August und endet mit dem Freispruch der Angeklagten.

König Ludwig I. versucht die Freilassung des Juristen und Publizisten Dr. Johann Georg August Wirth sowie des Juristen Dr. Philipp Jakob Siebenpfeiffer zu verhindern, indem er aufgrund napoleonischer Gesetze eine „Präventivhaft“ anordnet. Aus seiner Sicht sind von den Beiden „staatsgefährdende Aktivitäten“ zu befürchten.

Wegen kleinerer Vergehen (Beamtenbeleidigung) werden sie vor ein Zuchtpolizeigericht gestellt und zur Höchststrafe von zwei Jahren verurteilt. 

Um August 1833

München-Graggenau * Wie gut, dass ausgerechnet jetzt die Raumprobleme des Münchner „Hauptpostamtes“ und die Umzugsabsichten der „Generalpostadministration“ bekannt werden.

  • Bayernkönig Ludwig I. und sein Architekt Leo von Klenze sehen darin eine neue Chance für die abschließende Gestaltung des „Max-Joseph-Platzes“.
  • Und das Allerbeste daran ist, dass man die entstehenden Kosten für den Erwerb des Gebäudes und den Umbau der „Postdirektion“ aufbürden kann.
25. August 1833

München-Ludwigsvorstadt * An König Ludwigs I. Geburtstag wird die evangelische Matthäuskirche in Anwesenheit der Königinmutter Caroline eingeweiht. Der katholische König selbst bleibt der Zeremonie allerdings fern. 

1. September 1833

München-Graggenau * Leo von Klenze legt dem König die Grundzüge seiner Planungen für den Platz vor der Oper in Form von zwei Baulinienalternativen vor.

  • Die eine führt zu einer symmetrischen Platzgestalt, indem der „Königsbau“ und die geplante neue Fassade der „Hauptpost“ zwei gleich große Flächen beidseitig der Mittelachse begrenzen, die ihrerseits durch die Längsachse des „Nationaltheaters“ und den geplanten Aufstellungsort des „Max-Joseph-Denkmals“ festgelegt ist.
    Diese Symmetrie ist allerdings nur um den Preis einer „ganz in die Karikatur fallende Breite“ des „Postgebäudes“ von etwa vier Metern zu erreichen.
  • Der zweite Vorschlag rückt die Bauflucht weiter in den Platz, ausgerichtet auf die Südecke der Perusagasse, was erheblichen Gewinn an Raumtiefe für das „Postgebäude“ bedeuten würde.

König Ludwig I. entscheidet sich für die erste Lösung, da im anderen Falle das „Denkmal“ für seinen Vater aus der Platzmitte geraten würde.

Mit der „Hauptpost“ soll ein markantes Beispiel für die hauptsächlich auf Stadtverschönerung ausgerichtete Baupolitik Ludwigs I. entstehen. Es ist aber zugleich ein Musterbeispiel dieser höchst fragwürdigen Baupolitik.

Um seine Planungen verwirklichen zu können, braucht der König öffentliche und private Investoren, die seine gestalterischen Ideen unter Vernachlässigung von wirtschaftlichen und funktionalen Überlegungen akzeptieren.
Private Bauherren lassen sich unter solchen Bedingungen kaum noch finden.
Das haben nicht zuletzt die Erfahrungen in der „Ludwigstraße“ gezeigt.

Doch auch die Veranlassung öffentlicher Bauaufträge gestaltet sich zunehmend schwierig.
Die staatlichen Aufwendungen für königliche „Luxusbauten“ geraten immer stärker in die Kritik.

Insbesondere im Umgang mit der „Ständeversammlung“, die die Ausgaben bewilligen oder, wie bei der „Hauptpost“, im Hinblick auf weitere Bauaufgaben zumindest akzeptieren soll, findet Ludwig eigene Wege.
Im Fall des „Postgebäudes“ ist dies eine Mischung aus Täuschungsmanövern, neoabsolutistischer Herrscherwillkür sowie einer Instrumentalisierung von teils opportunistischen, teils ahnungslosen Beteiligten.

Denn letztlich werden bei den äußerst komplizierten und kaum durchschaubaren Vorgängen, bei denen man auch den Einsatz eines Strohmannes und die bewusste Verfälschung und Verschleierung wichtiger Tatsachen nicht scheut, nahezu alle mit den Plänen befassten Instanzen, von der „Postadministration“ über das „Ministerium des Königlichen Hauses“, des „Innen-, Außen- und Finanzministeriums“ und der „Ständevertretung“, in unterschiedlicher Form und in jeweils anderen Punkten getäuscht und ausgenutzt.

Um den 5. September 1833

München-Graggenau * Leo von Klenze legt - unaufgefordert und ohne „Anspruch auf diesen Bau zu begründen“ - einen Vorschlag für die Fassadengestaltung der Residenzpost vor, die er zur Kaschierung der 292 Fuß [90 Meter] langen und 70 bis 80 Fuß hohen Front auf dem nur 18 bis 19 Fuß tiefen bebaubaren Grundstück für geeignet hält. Dabei verfällt er „auf den Gedanken eines offenen Portikus - eines so schönen Gedankens der alten und neuen Zeiten, wozu hier der Bauplatz und seine Lage nach Norden und sein Verhältnis wie geschaffen scheint“

Da das „Törringsche Palais in seiner ganzen Höhe bedeckt werden müßte, so schien es beßer, die Analogie einer Anlage aus dem Cinquecento als aus der Antike zu nehmen, und Florenz bietet dazu die schönsten Beispiele dar“. Beigefügt sind wieder zwei alternative Vorschläge. Sie sehen über einer in Anlehnung an Filippo Brunelleschis Findelhaus gestalteten Bogenhalle ein wahlweise in kleine Fenster oder Arkaden geöffnetes Obergeschoss vor.

Das florentinische Vorbild dürfte Klenze nicht allein im Hinblick auf Dimensionen und Proportionen gewählt haben.
So wie er den „Königsplatz“ als ein hellenisch-antikes Forum gestaltete, konnte mit dem an den „Palazzo Pitti“ erinnernden „Königsbau“ und die Angleichung des „Toerring-Palais“ an das „Ospedale degli Innocenti“ ein Platz entstehen, der einen Eindruck der florentinischen Renaissance vermittelt.

Die Rückwand der Arkaden ist schmucklos: „Ich habe in diesen Skizzen den Grund der Arkaden ganz glatt und ungeziert gelaßen, jedoch würde sich eine paßliche, vom Königsbaue aus vorzüglich anzusehende Zierde [...] leicht finden laßen. [...]
Es scheint mir hier eine der seltenen Gelegenheiten die Großartigkeit und Einfachheit der Florentinischen Gebäude, welche ich soviel wie irgendjemand kenne und schätze, ohne Manier, Gewalt und Opfer dessen, was Vernunft und architectonische Consequenz erheischen anzuwenden und zu erreichen“
.

Dem möglichen Wunsch des Königs nach einer dem „Königsbau“ ähnlichen Fassade begegnete Klenze im Voraus mit dem Hinweis auf die völlig unterschiedlichen Größenverhältnisse.

König Ludwig I. akzeptiert die Idee der Bogenhalle, gibt aber zu bedenken, wie ein Gebäudeteil finanziert werden könne, der „nur Zierde“ und deshalb der „Postkasse“ kaum aufzubürden sei. 

Klenze wiegelt ab: „Da dieser Bau namentlich im oberen Stock nicht blos Zierde, sondern für den Nutzen der Post eingerichtet würde, so glaube ich nicht, daß ein Grund vorliegt, ihn nicht von dieser Administration bestreiten zu laßen“.

In den folgenden Monaten wird diese Frage zum zentralen Streitpunkt.
König Ludwig I. verteidigt die Idee gegenüber dem „Finanzminister“ Maximilian Emanuel Freiherr von Lerchenfeld und dem „Minister des königlichen Hauses“ Gise. 

Die beiden Minister machen etatrechtliche Bedenken insbesondere im Hinblick auf die „Ständeversammlung“ geltend, die ihrerseits bei der Entscheidungsfindung völlig übergangen worden ist.

18. Oktober 1833

München-Maxvorstadt * Der Grundstein für den „Obelisken“ auf dem Carolinenplatz wird gelegt. 

Er ist ein Denkmal für die im „Russlandfeldzug Napoleons“ umgekommenen bayerischen Soldaten.

20. Oktober 1833

Haidhausen - Ottobrunn * Der in Haidhausen niedergelassene „Steinmetzmeister“ Anton Ripfel beginnt mit den Arbeiten an dem 8,75 Meter hohen Ehrendenkmal in Form einer griechisch-dorischen Säule am Ortsrand von Ottobrunn, dem damaligen „Hehenkirchner Forst“.  

Die sogenannte „Ottosäule“ trägt die Inschrift: „3 ¼ Stunden von München entfernt, wo Ludwig I., König von Bayern, von seinem edlen Sohn, Otto I. von Griechenland, am 6. Dezember 1832 Abschied nahm“.

Die Aufstellung der „Ottosäule“ geschieht in Abstimmung mit dem Regenten.
Da der huldigende Aspekt des Denkmals schon von Anfang an feststeht, wünscht König Ludwig I. solche Initiativen nicht nur, sondern erwartet sie geradezu.

15. November 1833

Landau/Pfalz * Der Jurist Dr. Philipp Jakob Siebenpfeiffer, einer der Wortführer des „Hambacher Festes“, flüchtet aus seinem Gefängnisaufenthalt und reist in die Schweiz. 

31. Dezember 1833

Haidhausen * Aus einem Bericht des „Königlichen Landgerichts Au“ geht hervor, dass die rein landwirtschaftlich tätige Bevölkerung in Haidhausen - einschließlich der ansässigen und nichtansässigen Tagelöhner und Dienstboten - 445 Personen umfasst.

Die rein gewerbliche Bevölkerung - mit Gesellen, Lehrlingen, Dienstboten und Taglöhnern - beträgt 4.053 Menschen, wovon 1.764 Personen in Haidhausen ansässige Tagelöhner sind.

Das bedeutet, dass die gewerbliche Bevölkerung zahlenmäßig die bäuerliche um das Neunfache übertrifft. 


Verwendet in Führung:

03. Der Gasteig - Ein Stück Alt-München
10. München - Weinstadt & Biermetropole



Stadtteil: 274
Straße: Innere-Wiener-Straße 0
Position: 48.13240 - 11.59085
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