September 1880

401 Wirts-, Verkaufs- und Schaubuden auf der „Theresienwiese“

München-Theresienwiese * 401 Wirts-, Verkaufs- und Schaubuden - darunter auch Völker- und Abnormitätenschauen, Menagerien, Varietés, Zirkuszelte und Museen - befinden sich auf der „Theresienwiese“.


1880

Suchbegriffe

Oktoberfest, Völkerschau, Abnormitätenschau, Menagerien, Varietés, Schaubuden, Verkausbuden,

Weitere Ereignisse im Jahr 1880

1880

München-Au * Mit einem Bierausstoß von 360.000 Hektolitern liegt die „Franziskaner-Brauerei“ an dritter Stelle in München.

Acht Dampfmaschinen erzeugen eine Leistung von 800 PS.

Fünf Kälteerzeugungsmaschinen ersetzen täglich 4.000 Zentner Eis und diesen zur Kühlung der Lagerkeller.

1880

München * Joseph Anton Ritter von Maffei's Neffe und Nachfolger, Hugo Alois von Maffei, gehört zu den Gründern der „Bayerischen Rückversicherungsgesellschaft“, aus der später die „Allianz-Versicherung“ hervorgeht. 

1880

München-Haidhausen * Der „Zengerbräu“ wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und gleichzeitig in „Aktienbrauerei Bürgerliches Bräuhaus München“ umbenannt.

Anno 1880

München-Au - München-Haidhausen * Die Balanstraße erhält ihren Namen erst, nachdem sich einige Anwohner des ursprünglich „Irrenweg” genannten Verkehrswegs gegen diese seit dem Jahr 1867 gültige amtliche Bezeichnung wenden.

Die neue Straßenbezeichnung leitet sich von der am 1. September 1870 tobenden Schlacht des nahe Sedan gelegenen Balan ab.  
An sie knüpfen sich „ruhmreiche Erinnerungen für die bayerische Armee, in Sonderheit für die Münchner Regimenter“

1880

München * Ernst von Possart holt den jungen österreichischen Schauspieler Josef Kainz nach München. 

1880

München-Graggenau * Die Firma „Franz Kathreiner‘s Nachfolger“ beschäftigt 37 Personen.

1880

München - Nürnberg * Die „Bell-Telephone-Company“ will in München und Nürnberg eine „Ortssprechanlage“ aufstellen. 

Diese Pläne stoßen aber bei der bayerischen Landesregierung auf Ablehnung, da diese das „Telephonwesen“ unter staatlicher Aufsicht wissen will. 

1880

München-Graggenau * Der große „Sitzungssaal“ für die „Gemeindebevollmächtigten“ im „Neuen Rathaus“ wird mit einem 15 x 4 Meter großen Monumentalgemälde des Malers Karl von Piloty geschmückt.

1880

München-Haidhausen * Eduard Theodor Grützner erhält den „Verdienstorden des Heiligen Michael, Ritterkreuz erster Klasse“.

Um 1880

Schwabing * Das Gebäude Georgenstraße 8/10 wird nach dem Entwurf von Josef Hoelzle als symmetrisches Doppelhaus hergestellt.

1880

München-Maxvorstadt * Der „Bildhauer“ Anton Heß lässt sich durch den Architekten Leonhard Romeis neben seinem „Atelierbau“ ein villenartiges Wohnhaus im Stil der „deutschen Renaissance“ errichten.

Der Bildhauer will ein Wohnhaus, in dem er seine über Jahrzehnte angesammelten Antiquitäten, vornehmlich aus der Renaissancezeit, als Wohngegenstände gebrauchen kann.
Leonhard Romeis muss deshalb „von innen nach außen“ planen.

Fußböden, Holzdecken und Wandvertäfelungen bilden die Vorgaben, nach deren Abmessungen sich die Zimmergrößen der einzelnen Räume zu richten haben.
Aus den Maßen der Zimmereinrichtung ergibt sich die Zimmergröße und -höhe, aus der Zimmergröße der Grundriss und erst daraus kann er die Gestaltung der Fassade entwickeln.

Architekt Romeis hat also zum einen die Aufgabe, fünf komplette Zimmer mit Wandvertäfelung und zum Teil auch Erker und Sitznische sowie verschiedene Decken in einen Bau zu integrieren, als auch gleichzeitig fehlende Teile im Stil der historischen Teile zu entwerfen, um eine einheitliche Wirkung des ganzen Hauses zu erzielen.

Anton Heß verzichtet in einigen Bereichen auf Komfort und zieht unpraktische Möbel, wie kurze, gotische Betten, oder zum Teil niedrigere Türen einem Wohnen in zeitgenössischem Mobiliar vor.
Der Bildhauer sammelt die Gegenstände also zur wirklichen Benutzung und strebt keine „Stilreinheit“ an.

So kombiniert er in seinem Haus Südtiroler Stuben aus Kurtatsch und Montan aus dem Jahr 1576 mit Türen und einem Treppengeländer aus Münchner Bürgerhäusern, Portal- und Türverkleidungen aus Kloster Seeon, um 1620, und Plafonds aus Ulm.

Ab 1880

München - Paris - Amsterdam * Der Steyrer Hans dehnt seine „Gastauftritte“ auch auf das Ausland - nach Paris und Amsterdam - aus.

Das ist zwischen 1880 bis 1885. Engagements in Amerika reizen den „bayerischen Herkules“ ebenso,  doch scheitern diese Reisen an der Furcht des „Kraftmenschen“ vor einer „Seekrankheit“. Also bleibt er auf dem europäischen Kontinent und zeigt hier seine „Kunststücke“.

1880

München-Untergiesing * Die von dem „Bayerischen Hofbankier“ Simon von Eichthal mitbegründete „Bayerische Hypotheken- und Wechselbank“ ersteigert die „Giesinger Mühle“ um 80.000 Mark,

1880

München-Au * Ein anonymes Finanzkonsortium erwirbt die „Singlspielerbrauerei“ und betreibt sie unter dem Namen „Münchner-Kindl-Aktiengesellschaft“ weiter.

Die neue Leitung der Aktiengesellschaft vermehrt den Immobilienbesitz an der Rosenheimer Straße beachtlich.
Der Bierausstoß kommt nicht über den einer mittleren Brauerei hinaus.

Um das Jahr 1880

München-Haidhausen * Sigmund Feuchtwanger, Lion Feuchtwangers Vater, gründet eine „Kunstbutterfabrik“ [= Margarine] in der Grillparzerstraße in Haidhausen. 

Nach 1880

Bogenhausen * Auf dem vom „Gas-Konsortium“ aufgekauften Grund entsteht das „Gaswerk am Kirchstein in Steinhausen“.

1880

München-Ludwigsvorstadt * Im „Thalia-Theater“ in der Bayerstraße 16a wird eine abends beleuchtete und geschmückte „Rollschuhbahn“ für 150 bis 200 Personen eröffnet.

1880

Schloss Neuschwanstein * Der Dachstuhl von „Schloss Neuschwanstein“ wird aufgesetzt. 

Damit ist der Rohbau vollendet. 

Seit um den 3. Februar 1880

Schloss Fürstenried * Das „Schloss Fürstenried“ wird für die Unterbringung des Prinzen Otto saniert und umgebaut.  

Die Arbeiten dauern bis zum Jahr 1883. 

13. März 1880

München * Die Unterbringung des Prinzen Otto in „Schloss Fürstenried“ wird offiziell beschlossen.  

Ottos Vermögensverwaltung erwirbt das Schloss um 126.915 Mark.  
Damit ist „Schloss Fürstenried“ Ottos Privateigentum. 

„Schloss Fürstenried“ wird der ständige Aufenthaltsort des Prinzen Otto von Bayern bis zu dessen Tod. 

Um April 1880

Südtirol * Leonhard Romeis bereist Südtirol, um dort für das Wohnhaus seines ersten Bauherrn und Kollegen an der „Kunstgewerbeschule“, den „Bildhauer“ Anton Heß, Burgen und Schlösser zu studieren.

26. Juni 1880

München-Isarvorstadt * Die erste deutsche „Radrennbahn“ auf der „Lautner'schen Eisbahn“ an der Auenstraße wird eröffnet.

Die „Aschenbahn“ ist 333 Meter lang.

3. Juli 1880

München * Carl von Eichthal, der „Kgl. Bay. Hofbankier“ und Mitbegründer der „Bayerischen Vereinsbank“, stirbt in München. 

26. Juli 1880

Bogenhausen * Das „Gas-Konsortium“ erwirbt am „Kirchstein“ von dem „Ziegeleibesitzer“ Nicolaus Huber ein Areal von insgesamt 6,077 Hektar.

30. Juli 1880

München-Au * Die „Gesellschaft für Lindes Eismaschinen, Wiesbaden“ kauft die „Spießmühle“ in der Au mit den dazugehörigen Wasserechten.

August 1880

München * Der „Scharfrichter“ Lorenz Schellerer stirbt nach 72 selbst vorgenommenen Enthauptungen in der Psychiatrie, in die er wegen Verfolgungswahns eingeliefert worden ist.

In der Zwischenzeit ist Joseph Kißlinger, ebenfalls ein Verwandter der Reichharts, zum „Scharfrichter“ ernannt worden.

13. August 1880

München - Bogenhausen * Das „Gas-Konsortium“ kauft weitere 2,976 Hektar am Kirchstein an.

22. August 1880

Pfaffenberg * Ludwig Gandorfer, der spätere Bauernführer, wird in Pfaffenberg im Landkreis Straubing-Bogen geboren. 

Um September 1880

München-Theresienwiese * Auf dem „Oktoberfest“ sind jährlich 6 bis 8 „Fischbrater“ vertreten.

Hauptsächlich werden einheimische „Renken“ aus dem Starnberger See, „Weißfische“, „Nasen“ und „Braxen“ gebraten danach verkauft.

Der „Brathering“ verschwindet am Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Speisenangebot.
Dafür werden „Fischbratereien und -bäckereien“ mit verschiedenen Fischsorten erwähnt. 

Auch „Krebssiedereien“ bieten ihre Waren an.

18. November 1880

München-Au * Das Anwesen „Nockhergarten“ kommt in den Alleinbesitz von Franz Xaver Schmederer.

Es umfasst 3,614 Tagwerk.

6. Dezember 1880

München-Au * Eröffnung der „Mariahilf-Volksschule“ am Mariahilfplatz.

12. Dezember 1880

Schloss Neuschwanstein * König Ludwig II. bewohnt erstmals „Schloss Neuschwanstein“

31. Dezember 1880

München * In München leben 28.530 evangelische Personen. 

31. Dezember 1880

München-Lehel * Die Zahl der „Seelen“ in der „Anna-Pfarrei“ ist inzwischen auf 17.000 angestiegen. 

31. Dezember 1880

München * Der Export Münchner Bieres liegt bei 254.450 Hektoliter.


Verwendet in Führung:

34. Bierzelt-Rallye auf dem Oktoberfest



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