September 1926

Xaver Kugler betreibt das „Augstiner-Festzelt“

München-Theresienwiese * Xaver Kugler betreibt das „Augstiner-Festzelt“.

Die „Festhalle“ erhält einen Turm.
Er besteht bis zur „Wiesn“ im Jahr 1938.
Erst 2010 wird er wieder aufgebaut.


1926

Suchbegriffe

Oktoberfest, Augustiner-Festzelt, Augustiner-Turm, Wiesn,

Personen


Weitere Ereignisse im Jahr 1926

1926

München-Lehel - Praterinsel * Zur Vergrößerung der Ausstellungsflächen im „Alpinen Museum“ auf der „Praterinsel“ wird die Terrasse im ersten Obergeschoss überbaut.

Damit gewinnt der Bau an Monumentalität.

1926

Molsheim * Der erste „Bugatti Royale“ (Chassis 41-111) wird hergestellt.
Die Konstruktion des Typs 41 führt Jean Bugatti aus, Ettore Bugattis Sohn.

Wie damals im Luxuswagen-Markt üblich, liefert die Firma Bugatti nur das „Rolling Chassis“, also, das Fahrgestell mit allen Komponenten samt Motor und Kühlergrill, während die Gestaltung des Aufbaus unabhängigen Karosseriebauunternehmen überlassen wird.

Ettore Bugatti behält jedoch die Kontrolle über sein Projekt, indem er die Lieferung des Chassis von seiner Zustimmung zum ausgewählten Karosseriebauer und zum Karosserie-Entwurf abhängig macht:
Nur die angesehensten Firmen und die geschmackvollsten Aufbauten sollen für seinen „Royale“ gut genug sein.
Jean Bugatti zeichnet einige dieser Entwürfe. 

Bis 1926

München-Englischer Garten - Hirschau * In der „Maffei'schen Fabrik“ sind 44 Dampfschiffe für deutsche Seen und Flüsse entstanden.

1926

München * Da Anton von Arco nach dem Krieg seinen erlernten Beruf eines „Leutnants“ nicht mehr ausüben kann, arbeitet er bei der neu gegründeten „Lufthansa“. 

Bald darauf verdient er sein Geld als „Immobilienmakler“ und als „Vortragsreisender“, wo er seine politischer Ideen propagiert und von seinem Heldenstatus profitiert. 

1926

München-Haidhausen * Die „Altöttinger-Kapelle“ am Gasteig wird entfeuchtet, restauriert und umfassend erneuert.

Aus dieser Zeit stammt auch der Umgang mit den 14 Kreuzwegstationen aus Majolika.

1926

München-Großlappen * Das „Klärwerk Großlappen“ geht in Betrieb.

1926

München * Hannes König tritt der „Kommunistischen Partei“ bei.

Er wird während der Zeit des Nationalsozialismus überwacht und hat Berufsverbot.

1926

München-Berg am Laim * Laut dem Adressbuch gehört das Grundstück am Standort des heutigen „Technischen Rathauses" an der Friedenstraße 40 der „L. Bernheimer oHG“, die „künstlerische und vornehme Wohnungseinrichtungen in historischen Stilarten“ anbietet.

Die jüdische „Antiquitätenhändler“-Familie betreibt ihr Hauptgeschäft am Lenbachplatz.

1926

München-Theresienwiese * Die Stadtverwaltung erwirbt erneut Privatgrundstücke auf der „Theresienwiese“ und weitet damit den Münchner „Burgfrieden“ auf das Gebiet der Nachbargemeinde Untersendling aus.

1926

München-Maxvorstadt * Die Abbrucharbeiten an der „Heß-Villa“ in der Luisenstraße 35 beginnen.

Um 1926

München-Kreuzviertel * „Kardinal“ Michael von Faulhaber beschäftigt sich mit Bagatellen. 

Es geht um das Verhindern

  • eines zweiten „Frauenturnfestes“,
  • der Entziehung der „Portofreiheit“ für kirchliche Stellen,
  • der „moralischen Zuchtlosigkeit der Jugend“,
  • um die „uneheliche Mutterschaft“,
  • darum, „daß das Turnen nach Geschlechtern getrennt geschehe,
    daß die Turnkleidung die Körperformen nicht aufdringlich betone,
    daß jede Turnübung, besonders an Geräten, vermieden wird, die der weiblichen Art nicht angemessen sind, und
  • daß das Schauturnen von Frauen und Mädchen unterlassen werde“.
  • „Gemeinschaftsbäder“ hält er für überflüssig.

Und wenn sie schon bestehen sollen, dann fordert „Kardinal“ Faulhaber „Volles Pluder-Badekostüm für beide Geschlechter“.

13. Januar 1926

München * Die beiden Hauptverantwortlichen der „Perlacher Arbeitermorde“ im „Hofbräukeller“, „Leutnant“ Georg Pölzing und „Vizewachtmeister“ Erich Prüfert, werden durch ein Münchner „Schwurgericht“ freigesprochen. 

1. Mai 1926

München-Lehel * Umbenennung des „Königlich Bayerischen Arbeitermuseums“ in „Soziales Landesmuseum in München“.

5. Mai 1926

München-Graggenau * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Brilliantfeuerwerk oder Ein Sonntag in der Rosenau“ im  „Schausspielhaus“ in der Maximilianstraße 26. 

Das Stück erlebt 256 Vorstellungen.

1. Juni 1926

Los Angeles * Die Schauspielerin Marilyn Monroe wird als Norma Jeane Mortenson (Baker) in Los Angeles geboren. 

27. Juni 1926

München-Obergiesing * Der Grundstein für die Giesinger „Martin-Luther-Kirche“ wird gelegt.

Auf gleicher Höhe sollen sich hier zwei Kirchen einander gegenüberstehen: der katholische Kathedralbau der „Heilig-Kreuz-Kirche“ und die evangelische „Martin-Luther-Kirche“.
Die Kirche steht auf dem Grund des ehemaligen „Lehner-Bauerhofs“.

Ihre bewusste Platzwahl solle die Präsenz der protestantischen Gemeinde in Giesing betonen.

4. Juli 1926

München-Obergiesing * Ein Jahr dauerten die Planungsarbeiten und nun kann der Grundstein für die neuen „Vereinsanlagen“ des „TSV München-Ost“ an der St.-Martin-Straße gelegt werden. 

„Ein imposanter Festzug bewegte sich vom Vereinslokal in der Kellerstraße durch Haidhausen zur Baustelle“
Obwohl die Grundsteinlegung ein Fest für den ganzen Münchner Osten ist, erscheint kein offizieller Vertreter der Stadt. 

Doch unabhängig von der Geringschätzung einer konservativ-völkisch-nationalen Stadtregierung und Stadtverwaltung kommt der Bau zügig voran. 

16. Juli 1926

München-Kreuzviertel * Pater Rupert Mayer wird zum „Präfekten und Kirchenvorstand am Bürgersaal in München“ ernannt. 

7. August 1926

Berlin * Das „Reichsgericht“ in Berlin bestätigt die „Freisprüche“ der beiden Hauptverantwortlichen der „Perlacher Arbeitermorde“ im „Hofbräukeller“, „Leutnant“ Georg Pölzing und „Vizewachtmeister“ Erich Prüfert. 

September 1926

München-Au * Nach wenigen Monaten muss Johann Reichhart seine Wirtschaft am Mariahilfplatz 1 wieder aufgeben.

Sobald seine Gäste von seiner Nebentätigkeit als „Scharfrichter“ erfahren, verlassen sie entsetzt das Lokal.
„Zu Dir kann man nicht mehr kommen. An jedem Bierglas, das Du in der Hand hältst, klebt Blut“.

Seine Ehefrau hat ihn verlassen.
Seinen Kindern schreien die Mitschüler nach: „Dein Vater is a Kopfabschneider, Kopfabschneider!“

September 1926

München-Theresienwiese * Carl Gabriel zeigt auf dem „Oktoberfest“ mit „Die Drei dicksten Mädchen“ eine als „7. neuestes Weltwunder“ bezeichnete Schau.

September 1926

München-Theresienwiese * Als Johann Rössler stirbt, übernimmt seine Witwe die Geschäfte der „Ochsenbraterei“ und betreibt diese bis 1958.

1. September 1926

München-Ludwigsvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Rundfunkszene“, später „Der Antennendraht/Im Senderaum“ im  „Deutschen Theater“ in der Schwanthalerstraße 13. 

Das Stück wird insgesamt 498 Mal aufgeführt.

15. September 1926

München-Berg am Laim * Die Straßenbahnlinie 31 nach Berg am Laim wird eröffnet.  

Die Wendeschleife ist in der Baumkirchner Straße. 

28. November 1926

München-Obergiesing * Das Vereinsheim und die Turnhalle kann an die Vereinsleitung des „TSV München-Ost“ übergeben werden.

Für einige Jahre wird es mit dem „Turn- und Sportverein München-Ost“ noch aufwärtsgehen, doch mit den beginnenden 1930er Jahren kommt die Wirtschaftskrise und damit verbunden eine hohe Arbeitslosigkeit, die auch die Mitglieder des Sportvereins trifft.  

Die dadurch sinkenden Beitragszahlungen machen die Rückzahlung der Bauschulden und die Begleichung der laufenden Kosten immer schwieriger.

Die größte Gefahr für den Arbeiterverein kam jedoch von den Nationalsozialisten. 

1. Dezember 1926

München-Haidhausen * Die ab dem Jahr 1925 beschafften Trambahn-Wagen haben auf dem Gelände der „Straßenbahn-Direktion“ in Haidhausen überhaupt keinen Platz mehr.  

Die Folge sind unwirtschaftliche Leerfahrten zu anderen „Betriebshöfen“.  
Man lässt deshalb den „Betriebshof“ auf und beginnt sofort mit dem Einbau von „Büroräumen“ für die „Direktion“ und einer neuen „Fahrerschule“ in der „Motorwagenhalle“

21. Dezember 1926

München * Theaterdirektor Hermann Haller, der im Berliner „Admiralspalast“ seine bekannte „Haller Revue“ aufführt, erwirkt am „Landgericht München I“ eine einstweilige Verfügung gegen das Valentin-Karlstadt-Bühnenstück „Im Senderaum“

Es geht dabei um Plagiatsvorwürfe gegen Karl Valentin, wobei nicht der Münchner Komiker, sondern der Leiter des „Deutschen Theaters“, Hans Gruß, der das Valentin-Bühnenstück „Im Senderaum“ aufgeführt hat, im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen steht. 

Hermann Haller behauptet in seiner Anklageschrift, dass Karl Valentin sein später entstandenes Bühnenstück „Im Rundfunksenderaum“ aus dem Sketch „Hinter den Kulissen des Rundfunks“ von Roland Jeans aus Hermann Hellers Revue „An und Aus“ geklaut hätte. 

Der Kläger verlangt die 

  • „Unterlassung der weiteren Karl-Valentin-Aufführungen“
  • „Rechnungslegung über die aus den bisherigen Aufführungen erzielten Einnahmen“ 
  • und natürlich „Schadensersatz“.

Verwendet in Führung:

34. Bierzelt-Rallye auf dem Oktoberfest



Oktoberfest, Augustiner-Festzelt, Augustiner-Turm, Wiesn
Kugler Xaver Wiesnwirt