September 1985

Das „Container-Bier“ beginnt sich auf der „Wiesn“ durchzusetzen

Theresienwiese * Das „Container-Bier“ beginnt sich auf der „Wiesn“ durchzusetzen, auch wenn der Stadtrat nur einen „rückholbaren Versuch“ genehmigen will, weil „eine auf der Welt einzigartige Tradition nicht einfach beendet werden kann“.

Selbst der bayerische „Landesvater“ Franz Josef Strauß beklagt, dass hier „die Axt ans Eichenfass“ gelegt und dadurch „ein Stück bayerischer Tradition zu Grabe getragen“ werde.


1985

Suchbegriffe

Oktoberfest, Wiesnbier, Container-Bier, Bier-Container, Pilotprojekt, Rückholbarer Versuch, Tradition, Axt ans Eichenfass,

Personen

Strauß Franz Josef Ministerpräsident

Weitere Ereignisse im Jahr 1985

1985

Haidhausen * Der „Daphne-Brunnen“ vom Orleansplatz muss dem U-Bahn-Bau weichen uns sein Dasein in einem städtischen Bauhof fristen. 

1985

Au * Der „Erfolgs-Regisseur“ Joseph Vilsmeier kauft das inzwischen ziemlich heruntergekommene „Pesthaus“ in der Auer Franz-Prüller-Straße um 300.000 DMark.

1985

Englischer Garten - Hirschau * Das „Maffei-Kraftwerk“ am Eisbach, heute „Tivoli-Kraftwerk“, wird in die „Denkmalschutzliste“ der Stadt München aufgenommen.

1985

Schwabing * Das wegen seiner Außenfarbe Rosa von den Studenten umgangssprachlich „Schweinchenbau“ genannte Seminargebäude beherbergt die Fächer Pädagogik, Psychologie, Musik- und Kunsterziehung.

1985

Maxvorstadt * Die Giebelskulpturen der „Propyläen am Königsplatz“ werden abgenommen und durch Kopien ersetzt.

Die Originale befinden sich im „U-Bahnhof Königsplatz“.

1985

Isarvorstadt * Die Landeshauptstadt München fördert die neu gegründete Regionalgruppe der „Münchner Aids-Hilfe“

1985

Haidhausen * Die Landeshauptstadt München kauft den „Atelier- und Wohntrakt“ der „Villa Stuck“ an der Ismaninger Straße und überlässt ihn dem „Jugendstil-Verein“

Gleichzeitig erhöht die Stadt ihren jährlichen Zuschuss von 99.000 auf 180.000 DMark. 

1985

Englischer Garten - Schwabing * Das heutige „Seehaus am Kleinhesseloher See“ wird von den Architekten Ernst Hürlimann und Ludwig Wiedemann errichtet.

25. Mai 1985

Vatican * „Bischof“ Friedrich Wetter wird in das „Kardinalskollegium“ aufgenommen. 

17. Juli 1985

München - Au * Der Planungsausschuss des Stadtrats lehnt den Antrag auf Abriss des „Karl-Valentin-Geburtshaues“ in der Zeppelinstraße 41 ab und tritt mit den Eigentümern, Bernhard Sprenger und Evelyn Hofer, in Verkaufsverhandlungen ein. 

20. August 1985

Graggenau * Der „SPD-Stadtrat“ Alfred Lottmann stellt - aus Anlass des drei Jahre später bevorstehenden „70. Jahrestage der Revolution und der Ermordung Kurt Eisners“ - an Oberbürgermeister Georg Kronawitter den Antrag für eine „Würdige Gestaltung eines Denkmals für Kurt Eisner“ und kritisiert dabei entschieden die im Jahr 1976 gefundene Lösung.  

Lottmann regt eine Veränderung der Straßenführung in der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße an, um dort den Platz für eine „Säule oder ähnliches“ zu schaffen. 

September 1985

Theresienwiese * 5.454.200 Mass „Wiesnbier“ werden an 7.140.000 Besucher ausgeschenkt.

Seit September 1985

Theresienwiese * Am ersten „Wiesnsonntag“ findet in der „Bräurosl“ unter dem Motto: „Bayerisch feiern - International schnacksln“ der „Guy Sunday“ statt.

September 1985

Theresienwiese * Das „Tourismusamt“ legt die Schreibweise „Wiesn“ ohne Apostroph fest.

Einzig die Firma Käfer zeigt sich beratungsresistent und schreibt ihre „Käfer Wies'n-Schänke“ bis zum heutigen Tag noch mit Apostroph. 

September 1985

Theresienwiese * Manfred Schauer übernimmt den „Schichtl“ auf dem Oktoberfest. 

16. September 1985

München * Der „Bezirksausschuss des 1. Münchner Stadtbezirks“ spricht sich - unter dem eigenwillig betitelten Tagesordnungspunkt „Denkmal für einen Bürgerschreck“ - gegen die Errichtung eines „Kurt-Eisner-Denkmals“ aus.

30. Oktober 1985

Graggenau * In der „Vollversammlung des Münchner Stadtrates“ legt Stadtrat Alfred Lottmann ein weiteres Motiv für seine Initiative dar:  

  • Es sei dringend an der Zeit, Verleumdungen über Kurt Eisner den Boden zu entziehen, die diesen einerseits als „galizischen Ostjuden“ oder andererseits als verantwortlich für die „Opfer der Revolution“ in der Zeit nach dem Februar 1919 hinstellten.
  • Das adäquate Mittel für eine Rehabilitation Eisners sieht Lottmann in seiner „Denkmalinitiative“ und der dadurch ausgelösten „öffentlichen Debatte“.

Gegen die Stimmen von CSU und FDP wird dem Antrag, Kurt Eisner ein „würdiges Denkmal in der Kardinal-Faulhaber-Straße“ errichten zu lassen, stattgegeben.

Doch eine neuerliche Ablehnung des Denkmals im „Bauausschuss“ zeichnet sich ab.

8. November 1985

Maxvorstadt * Oberbürgermeister Georg Kronawitter enthüllt auf dem „Platz der Opfer des Nationalsozialismus“ ein „würdiges Denkmal“, das den provisorischen Gedenkstein ersetzt. 

Der Bildhauer Andreas Sobeck hat einen sechs Meter hoher „symbolischer Kerker aus südafrikanischen Impalagestein“ geschaffen, in dem eine „ewige Flamme“ an die Verfolgten erinnern soll. 

Das Denkmal trägt die Inschrift: „Den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“

Nach dem 8. November 1985

Maxvorstadt * Der alte Gedenkstein vom „Platz der Opfer des Nationalsozialismus“ wird - mit neuer Inschrift versehen und zur „Erinnerung an die Opfer des Widerstands gegen den Nationalsozialismus“ auf dem „Platz der Freiheit“ in Neuhausen aufgestellt. 

10. November 1985

Haidhausen * Die „Philharmonie“ im „Gasteig-Kulturzentrum“ wird feierlich eröffnet.

29. November 1985

München * Eine „Bürgerversammlung“ spricht sich gegen die Errichtung eines „Kurt-Eisner-Denkmals“ in der Kardinal-Faulhaber-Straße aus.

Rasch wird offensichtlich, dass sich die Debatte weniger um den Ort für das angeregte „Denkmal“ dreht, als vielmehr zu einer grundsätzlichen politischen Auseinandersetzung um Kurt Eisner und die Revolution von 1918/19 entwickelt. 

Dezember 1985

Maxvorstadt * Knapp drei Wochen nach der Einweihung des neuen „Mahnmals“ auf dem „Patz der Opfer des Nationalsozialismus“ beschließt der Münchner Stadtrat, dass die „Ewige Flamme“ nur an besonderen Gedenktagen beziehungsweise nur nachts brennen soll. 


Verwendet in Führung:

34. Bierzelt-Rallye auf dem Oktoberfest



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Strauß Franz Josef Ministerpräsident