1893

Die „Armbrustschützengilde des Winzerer Fähndls“ in Landshut

Landshut * Einem größeren Publikum wird die „Armbrustschützengilde des Winzerer Fähndls“ erstmals beim „II. Niederbayerischen Bundesschießen“ in Landshut vorgeführt.


1893

Suchbegriffe

Landshut, Armbrustschützengilde, Winzerer Fähndl, Oktoberfest, Niederbayerisches Bundesschießen, Bundesschießen,

Weitere Ereignisse im Jahr 1893

1893

München-Lehel * Aus Anlass der Eröffnung des „Café Prinzregent“ - in der Prinzregentenstraße 4 - dichtete ein namentlich nicht überlieferter Münchner „Volkssänger“ folgende Zeilen:

Jetzt werd, wohin man schaut,  
Kaffeehaus um Kaffeehaus baut.  
Den Ruf als Bierstadt büaß ma ein,  
bald wern ma a Kaffeestadt sein!
 

Und tatsächlich genossen die „Cafés“ in München bis zum Ersten Weltkrieg einen hohen Stellenwert im gesellschaftlichen Leben. 

1893

München-Maxvorstadt * In der letzten Fassung seines Testaments geht Graf von Schack davon aus, dass seine Sammlung nach seinem Tod nach Berlin überführt wird.

Er billigt dieses Vorgehen ausdrücklich.

1893

München * Die amerikanische Tänzerin Loïe Fuller tritt mit ihrem „Serpentinentanz“ erstmals in München auf. 

1893

München-Maxvorstadt * Im „Café Luitpold“ in der Brienner Straße wird ein „Panoptikum und Anthropologisches Museum“ eröffnet.

1893

München-Untergiesing * Josef Fischer gewinnt auf dem „Schyrenplatz“ ein Rennen über viertausend Meter gegen das „Traberpferd Flora I.“ in 6 Minuten 47 Sekunden.

Der „Dauerradfahrer“ hat dabei einen Vorsprung von 5,4 Sekunden.

Bis zum Jahr 1893

Deutsches Reich * Bis dahin ist das „Fräulein vom Amt“ ist ein Mann.
Erst ab jetzt wird verstärkt weibliches Personal für den „Fernsprechdienst“ eingestellt.

Aufgrund der steigenden Nachfrage bei den Telefonanschlüssen ist die Einstellung von Frauen ein betriebswirtschaftlicher Faktor, da die Lohnkosten der weiblichen Vermittlungskräfte um über 25 Prozent unter denen ihrer männlichen Kollegen liegen. 

1893

München-Haidhausen * Der „Schlossermeister“ Andreas Schärfl erhält für seine Erfindung einer „Hebelblechschere“ Patentschutz unter der Nummer 77960.

1893

München-Lehel * Der Innenraum der „Anna-Klosterkirche“ erhält einige Umgestaltungen im Sinne des an die „Nazarenerkunst“ orientierten Zeitgeschmacks.  

Dabei gehen wertvolle Altarblätter von Cosmas Damian Asam für immer verloren. 

1893

München-Angerviertel - Viktualienmarkt * Eine Münchner Zeitung beschreibt unter dem Titel „Kuranstalt“ den „Ziegenmilchmarkt am Freibankeck“ mit nachstehenden Zeilen:

„Knapp an der nördlichen Schrannenhalle stellen sich frühmorgens einige Frauen mit etwa zwei Dutzend Ziegen ein und verzapfen brühwarme Ziegenmilch an die leidende Menschheit“.

1893

München-Obergiesing * Der „Trinkbrunnen“ am Aufgang zur „Heilig-Kreuz-Kirche“ am Giesinger Berg geht in Betrieb.

1893

München-Haidhausen * Das „Brunnhaus auf der Kalkofeninsel“ wird zu Münchens erstem Elektrizitätswerk umgebaut.

Die dazu notwendige Energie liefert der Auer Mühlbach.

1893

München * Franz Stuck wird zum Professor ernannt. 

1893

München-Theresienwiese * Der Magistrat der Stadt teilt Johann Rössler von der „Ochsenbraterei“ mit, dass er für eine Ausschankgenehmigung eine Bierbude bauen müsse.

Dafür fehlt dem „Metzgermeister“ aber das Geld.

1893

Landsberg * Alois Wolfmüller beschäftigt sich in seiner Geburtsstadt Landsberg intensiv mit den Motorproblemen.

Beim Lesen der Zeitschrift „Radfahr-Humor und Radfahr-Chronik“ wird der Ingenieur auf den Münchner „Chefredakteur und Sportjournalisten“ aufmerksam. Es kommt zu einer geschäftlichen Vereinbarung zwischen Alois Wolfmüller und Heinrich Hildebrand.

Unter Mithilfe seines Jugendfreundes aus Landsberg, des Ingenieurs Hans Geisenhof, entstehen die ersten Modelle. Die „Tüftler“ mieten dafür den „Stadel“ des „Unterzehetmayrhofes“ in der Münchner Straße 133 in Unterföhring an und bringen dort den neuartigen Motor zum Laufen. Doch bei den ersten Fahrversuchen „zeigte das Vehikel eine Neigung zum Krebsgang“, wie es Alois Wolfmüller ausdrückt. Das heißt, dass das Gefährt rückwärts läuft. Als er wenige Tage später vorwärts lief, ist die Beschleunigung so groß, dass der Motor abgestellt werden muss und danach einfach nicht mehr anspringen will. Die „Zündung“ ist eines der noch nicht gelösten Probleme.

Die Polizei untersagt zeitweise alle Fahrversuche, da wegen „der großen Schnelligkeit die Leute auf dem Trottoir (...) einen Nervenschock bekommen“ könnten. Alois Wolfmüllers Ansuchen, sein „Motorrad“ auf dem Hauptplatz in Landsberg erproben und vorführen zu dürfen, wird abgelehnt, da man alles absperren und sämtliche Vierbeiner, vor allem Pferde und Kühe, aus der Stadt verbannen müsste, da keines dieser Tiere je ein mit einem Verbrennungsmotor angetriebenes Fahrzeug gehört, gerochen oder gesehen habe.

Nachdem das Motorrad seine erste „Einhundert-Kilometer-Strecke“ bestanden hat, reichen die Konstrukteure das „Patent“ für ihr „Zweirad mit Petroleum- oder Benzinmotorbetrieb“ ein.

20. April 1893

Tiefenthal * Der spätere „Scharfrichter“ Johann Reichhart kommt in Tiefenthal im Landkreis Regensburg zur Welt. 

Sein Vater besitzt eine kleine Landwirtschaft und ist im Nebenerwerb „Wasenmeister“.

12. Juni 1893

München - München-Schwabing * Herzog Max Emanuel in Bayern stirbt im Alter von 43 Jahren.  

„Schloss Biederstein“ erbt seine Gemahlin Amalie. 

15. Juni 1893

München - Deutsches Reich - Berlin * Bei dieser „Reichstagswahl“ sind über 106.800 Münchner Männer wahlberechtigt. 

  • Den „Wahlkreis München I“ (Altstadt, Lehel, Maxvorstadt) gewinnt Georg Birk [SPD],
  • der „Wahlkreis München II“ (Isarvorstadt, Ludwigsvorstadt, Au, Haidhausen, Giesing), München-Land, Starnberg, Wolfratshausen, wird von Georg von Vollmar [SPD] erobert. 
22. Juni 1893

München-Haidhausen * Der „protestantische Kirchenbauverein“ wendet sich an die „Lokalschulkommission“, um eine dritte und vierte evangelische Klasse in Haidhausen zu errichten. 

29. Juni 1893

München-Lehel * Der Grundstein für die evangelische „Lukaskirche“ im Lehel wird gelegt. 

Juli 1893

München * Der „XIV. Deutsche Feuerwehrtag“ findet in München statt.

Aus diesem Anlass präsentiert sich die „Münchner Feuerwehr“ auf dem Marsplatz mit all ihren Geräten und Fahrzeugen.

In der „Schrannenhalle“ gibt es einen überblick über die neueste Fahr- und Gerätetechnik zu sehen.

12. Juli 1893

Königreich Bayern * Bei der Neuwahl zum „Bayerischen Landtag“ können zwei neue Parteien in die „Abgeordnetenkammer“ einziehen.  

  • Die „Sozialdemokratische Partei Deutschlands - SPD“ erhält fünf Mandate,
  • der „Bayerische Bauernbund - BBB“ stellte sogar neun „Abgeordnete“.  
  • Das „Zentrum“, das aus der „Patriotischen Partei“ hervorgegangen ist, verfügt nur noch über 74 Mandate.  

Aufgrund der unterschiedlichen Bestimmungen in Reich, Land und Stadt sind

  • bei der „Landtagswahl“ 56.100, hingegen
  • bei der „Reichstagswahl“ 106.800, und
  • bei der „Kommunalwahl“ aber nur 19.292 Münchner wahlberechtigt. 
August 1893

München * Der „Wachsplastiker“ Emil Eduard Hammer stellt bei der „Königlich Bayerischen Polizeidirektion München“ ein „Gesuch um die ortspolizeiliche Erlaubnis zur Einrichtung und Betrieb eines Panoptikums“.

Noch im selben Monat erhält er die Genehmigung.

Um August 1893

München - Bayreuth * Carl von Perfalls Nachfolger, der im Jahr 1893 zum „Generaldirektor“ ernannte Ernst von Possart, organisiert sofort nach seinem Amtsantritt fünfundzwanzig „Musteraufführungen“ der Werke Richard Wagners.

Er will damit Bayreuth ganz bewusst eine künstlerische Konkurrenz erwachsen lassen.

Das ruft umgehend Cosima Wagner, die Witwe des Komponisten und selbst ernannte „Gralshüterin von Bayreuth“, auf den Plan. Frau Wagner sieht in dem Münchner Theater natürlich nicht nur das Erbe Bayreuths gefährdet, sondern auch ihren eigenen Plan, mithilfe „deutscher Bundesfürsten“ ein zweites, größeres „Richard-Wagner-Festspielhaus“ zu erbauen, bedroht.

Sie macht Ärger und bezeichnet die „Münchner Festspiele“ als „eine Affenfratze unseres ernsten mühseligen Strebens. Alles Lüge und Hohlheit [...] Es ist ein Treiben an Stelle des Strebens. Der Schacher an Stelle des Dienstes“.

3. August 1893

München * „Fahrradkarten“ werden ausgegeben.

  • Radfahrer müssen am Lenker ein Nummernschild anbringen.
  • Kinder unter dreizehn Jahren dürfen überhaupt nicht radeln,
  • Jugendliche zwischen dreizehn und achtzehn Jahren sowie
  • Frauen dürfen nur dann den „Radschein“ erwerben, wenn der Vater, der Vormund oder der Ehemann bei der Polizei seine schriftliche Einverständniserklärung abgegeben hat.

Im Nebenraum eines Wirtshauses können sie dann den Betrieb des Fahrzeugs erlernen und sich anschließend einer Prüfung unterziehen.

September 1893

München-Theresienwiese * Carl Gabriel zeigt erstmals seine „Wachsfigurenausstellung“ auf dem „Oktoberfest“.

28. September 1893

München-Kreuzviertel * Der „32. Landtag“ dauert vom 28. September 1893 bis zum 10. Juni 1899. 

Ab Oktober 1893

München * Im „Deutschen Volksblatt“ wird die von den Antisemiten propagierte Aktion „Kauft nicht bei Juden“ mit dem Abdruck einer Liste jüdischer Geschäftsinhaber in München begleitet.

Ziel ist dabei der Boykott der jüdischen Geschäfte durch die „christlichen Konsumenten“.

9. November 1893

München-Haidhausen * Der aus Haidhausen stammende „Gemeindebevollmächtigte“ Anton Forster schlägt „Zum Gedenken an die 25. Wiederkehr der glorreichen Siege von 1870/71“ einen monumentalen Brunnen am Weißenburger Platz vor.

Sein Antrag wird am 1. März 1894 genehmigt und anschließend ein Künstler-Wettbewerb ausgeschrieben.
Aus diesem Vorschlag entsteht letztlich der „Friedensengel“.

1. Dezember 1893

Samotschin/Posen * Ernst Toller wird in Samotschin/Posen geboren. 

5. Dezember 1893

München * Kommunalwahl: Von den rund 380.800 Einwohner Münchens haben gerade einmal 19.292 das Wahlrecht für die Stadtratswahl.  

Die Wahlberechtigten setzen sich vor allem Haus- und Grundbesitzern, selbstständigen Handwerkern, Geschäftsleuten und Industriellen zusammen.

  • Nur der darf wählen, der das (gebührenpflichtige) „Bürgerrecht“ besitzt.
  • Voraussetzung dafür sind unter anderem der Besitz des „Heimatrechts“, ein „ständiger Wohnsitz in München“, die Entrichtung von Steuern sowie Unbescholtenheit und Volljährigkeit.
  • Tagelöhner, Handwerksgesellen, kleine Gewerbetreibende und Frauen sind vom politischen Leben nahezu ausgeschlossen.  

Trotzdem kann Georg Birk als erster Sozialdemokrat in das Gemeindekollegium einziehen. 

31. Dezember 1893

München-Englischer Garten * Der „Englische Garten“ umfasst 272,40 Hektar.

31. Dezember 1893

München * Das Münchner Stadtadressbuch verzeichnet zwölf „Bicycle-und Velozipedisten-Clubs“  sowie sieben „Veloziped-Fahrschulen“.


Verwendet in Führung:

34. Bierzelt-Rallye auf dem Oktoberfest



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