13. August 1704

Vernichtende Niederlage in der „Schlacht von Höchstädt“

Höchstädt * Es kommt zur „Schlacht von Höchstädt“, die mit der vernichtenden Niederlage der französisch-baierischen Armee durch die kaiserlichen Truppen endet.

Baiern wird aufgegeben.
Die französischen Truppen ziehen sich zurück.

Kurfürst Max Emanuel flieht nach Frankreich.
Kurfürst Joseph Clemens hält sich in Lille auf.


1704

Suchbegriffe

Spanischer Erbfolgekrieg, Schlacht von Höchstädt, Frankreich, Österreich,

Personen

Max Emanuel Kurfürst Joseph Clemens Kurfürst von Köln

Weitere Ereignisse im Jahr 1704

1704

München * Ein französischer Schauspieler, genannt Brieder, ist der erste Münchner „Kaffeesieder“

1704

Au * Zwei „Jungfrauen vom Kloster am Lilienberg“ beziehen unten im Tal ein Haus mit Garten.

Ihrer Ansiedelung geben sie den Namen „Kloster Lilienthal“.

1704

Bogenhausen * In Geldnot verkauft Johann Antonio Gumpp das Bogenhausener „Schloss Neuberghausen“ an die Gräfin Adelheid Felicitas von Törring-Seefeld.

1704

München * Maria Anna Lindmayr leidet an rätselhaften Krankheiten und hat immer wieder religiöse Visionen, die sich mit dem Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges verstärken. Im Jahr 1704 erreichen die Visionen ihren vorläufigen Höhepunkt.

Die Lindmayr spricht nun von einem „kommenden Strafgericht“, wenn sich die Menschen, allen voran der kurfürstliche Hof, nicht bessern und bekehren würden. 

9. Januar 1704

Passau * Die Stadt Passau kapituliert vor den baierischen Truppen. 

Anschließend fällt die Baiern-Armee in Oberösterreich ein.

12. Februar 1704

München * Als Wilhelm, einer der kurfürstlichen Prinzen im Alter von zweieinhalb Jahren stirbt, sieht die „fromme Jungfer Marianndl“ [= Maria Anna Lindmayr] darin die „göttliche Strafe“ für das höfische Faschingstreiben

18. Mai 1704

München * Durch die Visionen und Prophezeiungen der Maria Anna Lindmayr verbreiteten sich bald in der ganzen Stadt die wildesten Gerüchte. Die - berechtigten - Ängste der Bevölkerung vor einem drohenden Krieg und den daraus resultierenden Auswirkungen führen noch am Dreifaltigkeitstag, am 18. Mai, zu einem Volksauflauf.

Der Kurfürstliche Geheime Rat lässt daraufhin die Prediger anweisen, sie sollen gegen die „Ausstreuungen einer gewissen Person“ vorgehen und die Bevölkerung zu „Buße, Tugend und Frömmigkeit“ anhalten.

Die „fromme Marianndl“ wendet sich daraufhin an den Freisinger Fürstbischof Franz von Eckher von Kapfenberg und Lichteneck, der sie von einer „Kommission hochangesehener Geistlicher“ untersuchen lässt. Die Kommission stellt in ihrem Gutachten fest, dass die Lindmayr „in etlich sachen eine mehr als natürliche erkandnuß“ habe.

War die Lindmayrin zuvor in der Stadt noch umstritten, so ist nun die Mehrheit von der Mystikerin überzeugt. Maria Anna Lindmayr ist sich sicher, dass Gott die schlimmsten Gefahren nur dann von der Stadt abwende, wenn man ihm eine „Kirche zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit“ geloben würde. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, erklärt sie, dass ihr dies schon mehrmals geoffenbart worden sei. 

20. Mai 1704

Bedburg * John Churchill, Herzog von Marlborough, tritt von Bedburg - nahe Köln - den Marsch in Richtung Süddeutschland an.

2. Juli 1704

Donauwörth * Die Truppen des Prinzen Eugen von Savoyen und Herzog John Churchill von Marlborough erobern den "Schellenberg" bei Donauwörth.

17. Juli 1704

München * Die drei Stände - Adel, Klerus und die Bürgerschaft Münchens - legen in der Frauenkirche ein „Gelöbnis zur Abwehr der Zerstörung Münchens im Spanischen Erbfolgekrieg“ ab.

Die Vision der Maria Anna Lindmayr, wonach Gott die schlimmsten Gefahren nur dann von der Stadt abwende würde, wenn man ihm eine „Kirche zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit“ baut, wird im „Gelübde der drei Stände“ nicht einmal erwähnt. 

3. August 1704

Straubing * In Straubing wird - wenige Tage nach dem Münchner Gelöbnis - ein „Gelübde zur Abwehr der Belagerung durch die Habsburger“ abgelegt.

Daraus entsteht 1709 eine Dreifaltigkeitssäule

17. August 1704

München * Nachdem Kurfürst Max Emanuel die Schlacht von Höchstädt verloren hat, tritt er seinen Rückzug auf das linke Rheinufer an.

Die „Regentschaft über das Kurfürstentum Baiern“ überträgt Max Emanuel seiner Gemahlin Therese Kunigunde. 

7. November 1704

Ilbesheim * Therese Kunigunde, seit 17. August 1704 Regentin Baierns, schließt mit Kaiser Leopold I. den „Waffenstillstandsvertrag von Ilbesheim“, durch den Baiern aus dem Spanischen Erbfolgekrieg ausscheidet.

Der Kurfürstin verbleibt der größte Teil des Rentamtes München. Das gesamte restliche Kurfürstentum wird von der habsburgischen Kaisermacht besetzt.

Außerdem beinhaltet der „Ilbesheimer Vertrag“  

  • die Auflösung des baierischen Heeres mit Ausnahme einer 400 Mann starken Garde,
  • die Übergabe der Festungen an die Kaiserlichen sowie
  • die Verpflichtung der Kurfürstin „gegen Sr. kaiserl. Majestät und das heilige römische Reich nichts Nachtheiliges oder Schädliches gestatten, hegen und noch weniger vernehmen [zu] lassen“
15. Dezember 1704

Straubing - Landshut - Burghausen * Den „Rentämtern“ Straubing, Landshut und Burghausen wird die gewaltige „Kontribution“ (Zahlungen für den Unterhalt der Besatzungstruppen) von 3,15 Millionen Gulden auferlegt. 

  • Das ist mehr als das Doppelte des gewöhnlichen Steueraufkommens ganz Baierns. 
  • Zudem wird eine außerordentliche „Landsteuer“ ausgeschrieben, um damit die Auflösung des baierischen Heeres zu finanzieren.
  • Darüber hinaus erhalten die kaiserlichen Truppen ihr Winterquartier in den besetzten „Rentämtern“.

Verwendet in Führung:





Sucbegriffe: Spanischer Erbfolgekrieg, Schlacht von Höchstädt, Frankreich, Österreich
Personen: Max Emanuel Kurfürst, Joseph Clemens Kurfürst von Köln