19. Dezember 1705

Die „Kaiserliche Administration“ befiehlt, die Waffen niederzulegen

München * Die „Kaiserliche Administration“ erlässt ein Mandat, in dem sie der „rottirten rebellischen Baurschaft“ befiehlt, die Waffen niederzulegen.

Zudem sollen die Bauern die „Anführer der Aufstandbewegung“ zur Anzeige bringen. 

Die „Kaiserliche Administration“ warnt davor, „daß diejenige Dörffer, Höf und Häuser, wo die Bauerschafft sich abwesend befindet, ohne alle Gnad und Bedenken verbrennet und in Asche geleget, diejenige Mannschaft aber, so in Wöhr und Waffen verblieben, und darinne erdappet werden wird, als Rebellen angesehen, und mit Galgen und Schwerdt, Vertreibung ihrer Haab und Gütter gestraft“ werden.

Auch die Eltern der „Aufständischen“ würden „der Straff des Brands und Plünderung, als wann sie selbsten dabey wären, underworffen seyn“. Keiner könne sich damit entschuldigen, nur unter Zwang gehandelt zu haben.


1705

Suchbegriffe

Mordweihnacht, Kaiserliche Administration, Aufstandsbewegung, Aufständische, Sanktionen, Rebellen,

Weitere Ereignisse im Jahr 1705

Ab 1705

München-Graggenau * Nach der Niederlage des Kurfürsten Max Emanuel im Spanischen Erbfolgekrieg“ findet der „wittelsbachische Hausschatz“ in der Zeit von 1705 bis 1715 ein sicheres Versteck bei den „Franziskanern“.

1705

Au * Johann Maximilian von Alberti lässt die „Sakramentspendung“ der „Frauen vom Gaisberg“ durch einen „Benediktiner“ erledigen. 

Dieser liest täglich die Messe und nimmt den Ordensfrauen die „Osterbeichte“ ab.

Selbst die Regeln, nach denen die Klosterfrauen leben, sind stark der „Benediktiner-Regel“ angepasst worden.

1705

Schottland - Portugal - Norditalien * Da der „Templerorden“ in Schottland, Portugal und Norditalien nie offiziell aufgelöst wird, kann er sich als „militärisch-christlicher Laienritterorden“ neu formieren und die „Ordensstatuten“ neu verabschieden.

16. Februar 1705

München - Venedig * Kurfürstin Therese Kunigunde reist zu ihrer Mutter nach Venedig. 

Das ist für die "Kaiserliche Adimistration" Anlass genug, dies als Verstoß gegen den "Ilbesheimer Vertrag" zu werten.

20. März 1705

Wien * Hofkriegspräsidenten", Geheimräte" und hohe „Kanzleibeamte" beraten in Wien über eine zentrale „Administration" für ganz Baiern. 

Prinz Eugen „der edle Ritter" führt den Vorsitz dieser streng geheimen Besprechung. 

Mit Argwohn beobachtet man dort die rege Korrespondenz zwischen München und Brüssel.

Schließlich setzt Kaiser Leopold I. - zur zivilen und militärischen Verwaltung Baierns - die „Kaiserliche Administration" mit Sitz in Landshut ein. 

Zum "Landesadministrator" wird der Diplomat Graf Maximilian Carl von Löwenstein-Wertheim-Rochefort bestellt.

5. Mai 1705

Wien * Kaiser Leopold I. stirbt in Wien.  

Sein 27-jähriger Sohn Joseph I. wird zum Kaiser gewählt.  

Der neue Herrscher des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ will, dass „auf Bainern Keine andere reflexion zu machen sein, als selbiges in soweith genießen zu Können, das es hinkünftig dem Churfürsten Unnutz seyn solle“.  

Von dieser Politik ist die Landbevölkerung am stärksten betroffen. 

  • Sie hat - neben den drastischen Steuererhöhungen - besonders unter den drückenden Quartierlasten und den Schikanen der hier stationierten oder durchmarschierenden kaiserlichen Regimenter zu leiden.  
  • Hinzu kommt die Disziplinlosigkeiten und Exzesse der Soldaten, die der Landbevölkerung oft zusätzliche Leistungen abpressten.  
  • Die Bauern müssen für die Militaristen „Dirnen“ besorgen und bezahlen.  
  • Häufig zwingt man sie bei Vergewaltigungen der eigenen Frau, der Töchter und Anverwandten zuzusehen.  
  • Selbst von jungen Mädchen und Schwangeren nehmen die Soldaten keinen Abstand.  
  • Plünderungen gefährden die Lebensmittelversorgung der ländlichen Bevölkerung und der Bewohner der Städte. 
15. Mai 1705

München * Die „Kaiserliche Administration" verweigert der Kurfürstin Therese Kunigunde die Rückreise nach München.

8.000 Soldaten marschieren um 7 Uhr vor den Stadttoren auf und drohen mit Bombardierung.
Die Münchner kapitulieren.

Nun ist die baierische Hauptstadt München, das „Rentamt München" und damit ganz Baiern besetzt.
In der Folge verlegt man den Sitz der „Kaiserlichen Administration" in die „Herzog-Max-Burg".

Nach dem 16. Mai 1705

München * Mit der österreichischen Besatzung Münchens erleben die „Kaffeehäuser“ einen enormen Aufschwung. 

24. Mai 1705

München * Graf Maximilian Carl von Löwenstein-Wertheim-Rochefort schlägt Kaiser Joseph I. - zur "Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung" in Baiern - die Deportation der kurbaierischen Prinzen in die österreichischen Stammlande vor.

25. Mai 1705

München * Die „Kaiserliche Administration“ schreibt erneut eine außerordentliche „Kriegssteuer“ aus, an der sich korrupte Beamte durch erhöhte Forderungen noch bereichern.

6. Juni 1705

München * Am 6. und 8. Juni leisten die baierischen Beamten einen „Treueid“ auf Kaiser Joseph I..

16. Juni 1705

München * Die „Kaiserliche Administration“ ordnet an, dass jeweils vier Höfe einen tauglichen Mann für die Armee zu stellen haben.

1. Juli 1705

München * Die baierischen „Stände“ leisten ihren „Treueeid“ auf den Kaiser.

24. Juli 1705

München * Die „Kaiserliche Administration“ befiehlt, alle ledigen und herumziehenden Bauernburschen aufzugreifen und dem Militärdienst zuzuführen.

9. September 1705

München * Die „Kaiserliche Administration“ ordnet an, jeden dritten Mann der ursprünglich zu reinen Landesverteidigungszwecken aufgestellten „Landfahnen“ zu rekrutieren.

Um den 2. Oktober 1705

München * Da sich weiterhin die meisten jungen Männer der Rekrutierung durch Flucht entziehen, ordnet die „Kaiserliche Administration“ Zwangsrekrutierungen zur Auffüllung ihrer stark gelichteten Regimenter an.

„Verwaltungsbeamte“ und „Rekrutierungskommandos“ greifen wehrfähige Männer auf, wo immer sie sie finden.
Söhne und Knechte von Bauern werden während der Feldarbeit oder nachts aus den Betten weggeschleppt. Sogar aus den Kirchen werden sie gezogen, auf Wagen gefesselt nach Ungarn oder Italien entführt.

Den Bauern fehlen dadurch die Arbeitskräfte. Bis zu den „Zwangsrekrutierungen“ beschränkte sich die Bevölkerung auf Beschwerden an die „Kaiserliche Administration“.

Erst ab jetzt wird tätlicher Widerstand anzutreffen sein.

Um den 10. Oktober 1705

Niederbaiern - Oberpfalz * Im Innviertel, an Vils und Rott sowie in Teilen der Oberpfalz kommt es wegen der wegen der „Zwangsrekrutierungen" zu ersten Tumulten.

15. Oktober 1705

Lengries * Bei Lenggries im Isarwinkel protestieren die Menschen gegen die „Zwangsrekrutierungen".

16. Oktober 1705

Au * Die „Kirche zur Unbefleckten Empfängnis Maria“ am „Gaisberg“ wird geweiht.

Von jetzt an dürfen Messen in der Kapelle gelesen, das „Allerheiligste“ jedoch noch nicht darin aufbewahrt werden.

Um den 25. Oktober 1705

Oberpfalz - Niederbaiern * In der Oberpfalz und in Niederbaiern bricht der Aufstand gegen die kaiserliche Besatzungsmacht los.

Um den 3. November 1705

Burghausen * Im die „Rentamt Burghausen" bricht der Aufruhr aus.

10. November 1705

Altötting - Burghausen * Die „Kaiserliche Administration" schickt 100 „Grenadiere", 300 „Rekruten", je 100 „Husaren" und „Kürassiere" sowie vier „Regimentsgeschütze" unter Oberst de Wendt in den Raum Altötting-Burghausen. 

13. November 1705

Burghausen * Der Kampf um Burghausen beginnt.

14. November 1705

Wien * Ein kaiserliches „Mandat“ kündigt den Einsatz von Truppen gegen die „Tumultuanten“ an.

16. November 1705

Burghausen * Burghausen kapituliert vor den „Aufständischen“.

Sie ist die erste Stadt, die den „Aufständischen“ in die Hände fällt.
In den „Kapitulationsverhandlungen“ verlangen die „Unterländer“,

  • dass „der Landmann bei seinen alten Privilegien verbleibe,
  • dass man von ihm nicht mehr fordere als unter dem Kurfürsten geschehen, damit die Bauern [...] ihre schuldigen Abgaben entrichten können;
  • alle Bauernsöhne und Knechte sollen zu Hause verbleiben und allein zur Verteidigung des Landes dienen“.

Die Bauern erheben sich also zunächst nur gegen die allzu maßlosen Forderungen der „Kaiserlichen Administration“, nicht gegen die „Besatzungsherrschaft“.

Weil sie zu Verteidigung der Heimat bereit sind, wehren sie sich gegen den Missbrauch der „Landfahnen“ zum kaiserlichen Militärdienst. Die „Aufständischen“ verstehen sich als „ganze Gemein der Kurlande Baiern“.

Um ihnen die Legitimation des gesamten Kurfürstentums zu geben, wird der „Regierungsrat“ Franz Bernhard von Prielmayer zum „Kriegskommissär der Landesdefension“ gezwungen. Prielmayer versucht mäßigend auf die „Aufständischen“ einzuwirken. Doch der Erfolg der „Rebellen“ verändert deren Ziele, weshalb sie schon bald die Beseitigung der „Kaiserlichen Administration“ fordern, weil sie für die „unerträglichen Lasten“ verantwortlich zeichne.

22. November 1705

Kurfürstentum Baiern * Unter dem Pseudonym „J. H. Wormbs“ erlässt Georg Sebastian Plinganser ein Mandat, dass „alle nichtadligen und unverheirateten kurbaierischen Untertanen“ zu den Waffen ruft. 

Als Ziel nennt das Mandat, man solle „mit vereinten Kräften auf die Feinde losgehen, solche aus dem Lande völlig zu vertreiben, nächstdem die alt churbaierische Libertät empor zu heben“.

Damit wird der „Volksaufstand gegen die Ausplünderung der Landbevölkerung“ zur „Erhebung gegen die Besatzungsherrschaft“ des Kaisers.

23. November 1705

Wasserburg * Mit brutaler Härte gelingt es den „Kaiserlichen Truppen“ ein Belagerungsheer der „Aufständischen“ vor Wasserburg zu zerschlagen.

Oberst Johann Baptist de Wendt hat einen Teil der 4.000 Bauern, die Wasserburg eingeschlossen hatten, „wie das wilde Vieh zerfetzt und zerhauen“.

Die Bauern verlieren 300 Tote und ebenso viele Gefangene.

25. November 1705

Benediktbeuern * Wegen den „Zwangsrekrutierungen“ kommt es in Benediktbeuern zu Tumulten. 

27. November 1705

Vilshofen * Die „Aufständischen“ nehmen Vilshofen ein.

28. November 1705

Braunau * Die „Aufständischen“ nehmen die „Festung Braunau“ ein.

Die „Belagerungsarmee“ ernennt den „Mitterschreiber des Gerichts Reichenberg“, Georg Sebastian Plinganser, zum „Kriegskommissär“.

28. November 1705

Neuötting * Die „Kaiserlichen“ erobern das von den „Aufständischen“ besetzte Neuötting zurück.

28. November 1705

München * Auf Bitten der „Landschaftsverordnung“ sagt die „Kaiserliche Administration“ die Einstellung der „Zwangsrekrutierungen“ zu. 

Obwohl sich die „Landschaftsverordnung“ deutlich von den „yblen aufstandt under dem paurs volkh“ distanziert, zeigt sie dennoch Verständnis für die bäuerlichen Belange, weshalb sie sich beim Kaiser vehement über „das unnß schon so lang truckhente Ellent“ beklagt. 
Sie tritt auch für eine „Verständigungslösung“ zwischen den „Aufständischen“ und der „kaiserlichen Obrigkeit“ ein.

29. November 1705

Regensburg * Der in Regensburg stattfindende „Reichstag des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ macht sich Sorgen um „das rebellische Volk“ in Baiern.

Um den 1. Dezember 1705

München * Oberst Freiherr Johann Bapist de Wendt verfügt jetzt über 1.300 Mann, darunter 400 Reiter.

Um den 2. Dezember 1705

Valley * In Valley kommt es zu Tumulten wegen den „Zwangsrekrutierungen“.

Um den 3. Dezember 1705

Oberpfalz - Oberviechtach * Der Oberviechtacher Pfarrer Florian Sigismund Maximilian Miller von Ammenthal und Fraunhofen wirbt in der südlichen Oberpfalz Truppen für die "Aufständischen" an.

4. Dezember 1705

Schärding * Die „Aufständischen“ erobern Schärding.

4. Dezember 1705

Braunau * Der frühere baierische „Kriegskommissär" Matthias Ägidius Fuchs kommt nach Braunau.

Gemeinsam mit Plinganser plant er die Ausweitung der Rebellion übers ganze Land und die Einnahme Münchens.

  • Lokale Erhebungen im Bairischen Wald, an der unteren Isar und im Raum Kehlheim sollen Teile der kaiserlichen Besatzungstruppen binden,
  • während das starke „Unterländer Defensionsheer" über Mühldorf und Ebersberg auf die baierische Hauptstadt vorstoßen soll. 

Flankierend sollen aus den Gerichten nördlich und südlich von München zwei Unterstützungsangriffe gegen die Stadt erfolgen.

Um den 8. Dezember 1705

Burghausen * Die "Aufstandsbewegung" unter der Führung des Pfarrkirchner "Gerichtsschreibers" Georg Sebastian Plinganser erzielt bedeutende Erfolge und kontrolliert nach der Einnahme der Städte Burghausen, Braunau und Schärding die Innlinie und große Teile des "Rentamtes Burghausen"

Als sich die "Rentamtsregierung" notgedrungen auf die Seite der "Aufständischen" stellt, breitet sich die Rebellion über das Rott- und das Vilstal weiter aus.

9. Dezember 1705

Tölz * Der ehemalige baierische "Kriegskommissär" Matthias Ägidius Fuchs begibt sich von Braunau nach Tölz, wo er den dortigen "Pflegskommissär" Johann Ferdinand Dänkel für die Aufstandspläne gewinnen kann.

Die Bevölkerung des "Oberlands" steht dem Aufstand positiv gegenüber.

Fuchs legt dazu ein angebliches Mandat des Kurfürsten Max Emanuel vor.
Diese Fälschung war vermutlich von der Braunauer Führungsgruppe um Plinganser gefertigt worden. 

Es lautet: "Wir, von Gottes Gnaden Maximilian Emanuel, Churfürst zu Baiern etc. etc..

Nachdem Wir mit Schmertzen vernommen, dass ihr, meine Liebe, Getreue, seit unser Abwesenheit mehr und mehr beschweret werdet, und man euch eine Million nach der andern abpresset, benebst den Teutschen Krieg aus euren Mitteln fortsetzen wolle, wodurch dann die Armuth bey auch dermassen zugenommen, dass ihr die unerträglichen Lasten, sowohl in Geld, als Mannschafft, freye Einquartierung, und hin= und wider= Marches nicht länger ertragen könnet, dass ihr auch eur Vieh und Hauß-Zierathe zu Gelde gemacht, und nichts mehr als die leere Wohnung übrig habt, so haben wir nach der allzeit gegen euch erwiesenen und noch habenden Güt und Vorsorge rathsam und gut befunden, euch solchen vorzustellen und zu ermahnen, dass ihr solche unchristliche Beschwerungen nicht länger duftet, sondern hingegen- gesamter Hand einander beystehet, mit Gewehr euch versorget und auf alle Arth und Weise das Land selbst zu beschirmen trachtet, und solches um soviel mehr, da man noch über dem die bequeme Mannschafft zu dem Kriegesdienst mit Gewalt zwingen und wegführen will.

Zu dem Ende wollen wir auch nicht unterlassen, euch, soviel möglich ist, beyzustehen, und unser Winter-Lager nahe bey euch zu nehmen, biß ihr einen festen Fuß ins Land haben werdet.

Womit wir, wie vor diesem, euch in Gnaden und Gunst gewogen verbleiben".

10. Dezember 1705

Anzing * Zwischen gemäßigten Burghauser Delegierten und Vertretern der „Landschaft“ kommt es - mit Einverständnis der „Kaiserlichen Administration“ zum „Kongress von Anzing“, der die Beschwerden der „Aufständischen“ formuliert und einen zehntägigen „Waffenstillstand“ vereinbart. 

Die „Braunauer Aufständischen“ um Georg Sebastian Plinganser bleiben jedoch auf Konfrontationskurs.

Um den 10. Dezember 1705

München * Die Gerüchte, wonach die baierischen Prinzen nach Österreich gebracht werden sollen, werden lauter.

Um den 10. Dezember 1705

Tölz * Die abgedankten "Leutnants" Johann Georg Aberle und Johann Houis kommen nach Tölz.
Ebenso der aus Lenggries stammende Adam Schöttl, damals "Hofmarksjäger in Iffeldorf", genannt "Jägeradam"

Sie propagieren gemeinsam mit dem Tölzer "Pflegskommissär" Johann Ferdinand Dänkel die Erhebung im "Landgericht Tölz".

12. Dezember 1705

München * Die „Kaiserliche Administration“ erlässt für München ein „Abmahnungsmandat“, das den „Aufständischen“ und ihren Familien mit „Sippenhaft“ droht.

12. Dezember 1705

Wasserburg - Burghausen - München * Die Besatzung in Wasserburg wird auf 1.700 Mann verstärkt und dem „Generalwachtmeister“ Georg Friedrich von Kriechbaum übertragen, nachdem die „Kaiserliche Administration“ mit de Wendts Operationen gegen Burghausen unzufrieden war. 

Oberst Johann Baptist de Wendt wird als „Stadtkommandant“ nach München zurückberufen.

13. Dezember 1705

Kelheim * Unter der Führung des „Metzgermeisters“ Matthias Kraus gelingt den „Aufständischen“ die Eroberung von Kelheim.

13. Dezember 1705

Tölz * Tölzer und Benediktbeurer Bauern treffen sich in Stallau, drei Kilometer entfernt von Tölz, zur Vorbereitung des Aufstands. 

Anwesend sind auch der Tölzer "Pflegskommissär" Johann Ferdinand Dänkel und der Bendiktbeurer "Klosterrichter" Wendenschlegel.

15. Dezember 1705

Landau an der Isar * Die „Aufständischen“ erobern Landau an der Isar - und verlieren es kurz darauf wieder.

15. Dezember 1705

Braunau * Der ehemalige baierische „Kriegskommissär“ Matthias Ägidius Fuchs berichtet nach Braunau: „Das Oberland macht mit“

Damit ist der Countdown eingezählt!

15. Dezember 1705

München * Der Anzinger „Posthalter“ Franz Kaspar Hierner trifft in der baierischen Hauptstadt mit einer kleinen Gruppe ansässiger Verschwörer zusammen. 

Diese sind der „Weinwirt“, „Mitglied im Äußeren Rat“ und Sohn des gleichnamigen Bürgermeisters von Tölz, Johann Jäger; der „Weinwirt“ Johann Georg Küttler und der „Bierbrauer“ Georg Hallmayr. 

Hierner verspricht die Mobilisierung der Gerichte Erding, Schwaben und Haag.

Um den 16. Dezember 1705

München * Der „Münchner Verschwörerkreis“ hat sich um den „Eisenhändler“ und „Mitglied des Äußeren Rats“ Sebastian Senser, den „Gastwirt“ Franz Mader, die „Hofköche“ Kaspar Eckart und Sebastian Engelhart, den „Registratur-Adjukt“ Ignaz Haid, den „Studenten“ Anton Passauer und den im Lehel wohnenden „Aujäger“ Franz Daiser erweitert. 

Eine weitere Anwerbung findet weder bei den „Studenten“, noch bei den „Hofbediensteten“ Anklang.

16. Dezember 1705

Niederbaiern * Der auf dem „Kongress von Anzing“ vereinbarte „Waffenstillstand“ wird von den niederbaierischen Bauern gebrochen und die Kampfhandlungen wieder aufgenommen.

16. Dezember 1705

Königsdorf * Die drei Münchner Wirte Johann Jäger, Johann Georg Küttler und Georg Hallmayr nehmen Verbindung mit den „Oberländern“ auf.  

In Königsdorf treffen sie sich mit Adam Schöttl, dem „Jägeradam“, und drei Tölzer Bürger, dem „Weinwirt“ Franz Jäger, der Bruder des Münchner „Jägerwirts“, und den beiden „Bierbrauern“ Michael Schaindl und Anton Fiechtner. 

Man beschließt ein „Manifest“, das den Aufstand begründen soll: 

  • Es sind dies die hohen Steuern und Kriegsumlagen sowie die Quartierlasten und Ausschreitungen der Soldaten;
  • die vertragswidrige Besetzung des „Rentamtes München“ sowie
  • die Verweigerung der Rückkehr der Kurfürstin;
  • die Beschlagnahme kurfürstlichen Eigentums und
  • die befürchtete Deportation der Prinzen.

Weil die „Landschaftsvertretung“ die Interessen des Landes nicht ausreichend unterstützt, ist die Vertreibung der „eingedrungenen frembden Regierungs Göst“ das einzige Mittel.

17. Dezember 1705

Niederbaiern * Der Zulauf zu den aufständischen „Unterländern“ ist so groß, dass deren „Oberkommandant“ Johannes Hoffmann den „Anzinger Waffenstillstand“ bricht und die kaiserlichen Truppen des Freiherrn Johann Baptist de Wendt angreift. 

18. Dezember 1705

Tölz * Im Tölzer „Franziskanerkloster“ treffen sich die Beamten und Gemeindeobmänner des „Gerichts Tölz“ und Umgebung.
Mit anwesend sind der „Pflegskommisär“ Maximilian Alram aus Valley, der ehemalige baierische „Kriegskommissär“ Matthias Ägidius Fuchs und die Offiziere.

Den Anwesenden wird in einer Mischung aus Halbwahrheiten und maßlosen Übertreibungen eröffnet, dass die „Kaiserliche Administration“ die kurfürstlichen Prinzen aus München entführen möchte, weshalb einige Adelige und die Münchner Bürgerschaft dringend bitte, dass man im „Oberland“ zu den Waffen greifen und die „Kaiserlichen“ aus München vertreiben soll.
Aus dem „Rentamt München“ wären dazu 20.000 Mann bereit. Und aus dem „Unterland“ erwarte man weitere 8.000.
Außerdem hätten die Münchner versprochen, dass sie die „Aufständischen“ ohne Verlust eines einzigen Mannes und ohne einen Schuss Pulver in die Stadt schleusen würden.
Den Beamten erklärt man, dass der „Marsch nach München“ den Intensionen des Kurfürsten entspräche, wie der Brief vom 9. Dezember 1705 beweise.
Es wird für die Gerichte südlich von München ein „Aufgebotsbefehl“ erlassen.

19. Dezember 1705

Tölz * Die „Chur-Bairische Landts-Defension Oberlandt“ erlässt das „Tölzer Patent“

Es beinhaltet den Aufruf zur Versammlung der Mannschaften für den 22. Dezember 1705 in Hohenschäfftlarn, 18 Kilometer südlich von München.

21. Dezember 1705

Braunau - München * Der Höhepunkt der politischen Phase des „Baierischen Volksaufstands“ ist erreicht.

In Braunau konstituiert sich ein „Parlament“, der „Landesdefensionskongress“.
Ein „Direktorium“, die „provisorische Regierung“, wird gebildet. 

Die „Kurbaierische Landes-Defension Oberland und Unterland“ unternimmt den Marsch nach München, um mit der Landeshauptstadt beginnend ganz Baiern zu befreien.

22. Dezember 1705

Hohenschäftlarn * Aufgrund des „Tölzer Patents“ treffen gegen 18 Uhr die Tölzer, Benediktbeurer und Reichersbeurer Kontingente in Hohenschäfftlarn ein.

Dort nehmen sie eine zehn Mann starke kaiserliche „Reiterpatrouille“ gefangen, die sie nach Wolfratshausen bringen.

23. Dezember 1705

Schäftlarn * Ein bäuerliches Aufgebot von rund 3.000 Mann aus den verschiedensten „Gerichtsbezirken“ und „Hofmarken“ treffen sich in Schäfftlarn.

  • Vom „Landgericht Tölz“ 500 Mann,
  • vom „Klostergericht Benediktbeuern“ 200 Mann,
  • vom „Klostergericht Tegernsee“ 200 Mann,
  • aus den „Hofmarken Reichersbeueren, Sachsenkam und Dietramszell“ 100 Mann,
  • vom „Landgericht Aibling“ und der „Grafschaft Hohenwaldeck“ 600 Mann,
  • aus der „Grafschaft Valley“ 300 Mann,
  • vom „Landgericht Rosenheim“ 70 Mann,
  • vom „Landgericht Starnberg“ 200 Mann und
  • vom „Landgericht Wolfratshausen“ 600 Mann.

Etwa ein Drittel der Männer haben Gewehre, der Rest ist mit den typischen „Bauernwaffen“ ausgestattet.
Das Aufgebot umfasst 300 Reiter und verfügt über sechs Geschütze.

Am Nachmittag treffen sich in Schäfftlarn die Anführer der „Aufständischen“ zu ihrer ersten Beratung. 

Das Kommando über den gesamten Heerhaufen wird dem kurbaierischen „Hauptmann“ Matthias Mayer übertragen.
Er weigert sich und übernimmt den Oberbefehl erst nach massivem Druck.

Zum „Unterkommandanten“ wird Leutnant Johann Houis ernannt.
Die „Schützen“ führt der „Jägeradam“ Schöttl, die „Reiterei“ der Tölzer „Pflegskommissär“ Joseph Ferdinand Dänkel an.

Als am Abend ungünstige Nachrichten aus München eintreffen, wollen „Hauptmann“ Matthias Mayer und eine ganze Reihe von Beamten das ganze Vorhaben abblasen.
Doch „Pflegskommissär“ Dänkel, „Kriegskommissär“ Fuchs und der Münchner „Weinwirt“ Jäger setzen sich mit aller Kraft für den „Marsch nach München“ ein. 

24. Dezember 1705

Steinhöring * Durch die Verstärkung aus dem nördlichen „Rentamt München“ ist die „Unterländer-Armee“ unter dem Kommando von Johannes Hoffmann auf 16.000 angewachsen.

Ihr Hauptquartier schlagen sie in Steinhöring bei Ebersberg auf.

Die „Kaiserliche Armee“ unter der Führung des „Generalwachtmeisters“ Georg Friedrich Freiherr von Kriechbaum musste sich bis nach Anzing zurück ziehen. 

24. Dezember 1705

Baierbrunn * Gegen 16 Uhr kommt der Zug der „Aufständischen“ in Baierbrunn an. 
Dort findet eine weitere Besprechung statt.

Vom Anzinger „Posthalter“ Hierner war die Nachricht eingetroffen, dass die „Unterländer“ nicht nach München marschieren können, weil ihnen das „Korps Kriechbaum“ in Anzing den Weg versperrt.

Erneut rät „Hauptmann“ Mayer zur Umkehr. 
​Er will über die Schäfftlarner Brücke nach Valley, um sich mit den „Unterländern“ zu vereinigen. 

Mayer kann sich erneut nicht durchsetzen, weshalb der „Marsch nach München“ fortgesetzt wird. 

24. Dezember 1705

Solln * Gegen 20 Uhr trifft die Masse der „Oberländer“ in Solln ein.

Zur gleichen Zeit nimmt die „Schützenvorhut“ ein etwa 80 Mann starkes kaiserliches „Reiterdetachement“ unter Beschuss.
Die Kaiserlichen, die von Oberst de Wendt zur Aufklärung in Richtung Schäfftlarn geschickt worden waren, werden zwar verjagt, können aber trotzdem ausreichend Informationen sammeln.

Der „Starnberger Pfleger“ Johann Joseph Öttlinger verlässt nach der Schießerei in Solln die „Aufständischen“, begibt sich nach München und informiert den „Kaiserlichen Administrator“ Maximilian Carl Graf von Löwenstein-Wertheim-Rochefort über die Unternehmung. 

„Oberst“ Johann Baptist de Wendt leitet Sicherheitsmaßnahmen ein.
Er ersucht das „Korps Kriechbaum“ zum Rückmarsch nach München und macht in Aufrufen bekannt, dass „jede Unterstützung der Aufständischen durch die Einwohner Münchens mit dem Tode bestraft“ werden würde. 

24. Dezember 1705

Solln * Am Abend treffen weitere bedenkliche Nachrichten aus München in Solln ein. 

Die „Münchner Verschwörer“ raten den „Aufständischen“ eindringlich, den Angriff abzubrechen, da die Kaiserlichen zu stark seien und die Münchner Bürgerschaft nichts unternehmen kann (will). 

„Hauptmann“ Matthias Mayer gibt den Befehl zum Rückzug.
Nach einer halben Stunde - bei Pullach - wird er auf Betreiben des „Jägeradam“ und der von ihm geführten „Schützen“ aufgehalten und die Kolonne - unter tumultartigen Szenen - zum Umkehren bewegt.

Dem sich weigernden „Hauptmann“ Mayer wird daraufhin der Oberbefehl entzogen. 
Er selbst wird gefangen genommen. 

24. Dezember 1705

Thalkirchen * Gegen 22 Uhr erreicht der Tross Thalkirchen.

Weil sich etwa 400 Bauern abgesetzt haben, ist die Abteilung auf rund 2.300 Kämpfer geschrumpft.
Auch „Kriegskommissär“ Matthias Ägidius Fuchs und der „Tölzer Weinwirt“ Franz Jäger, der Bruder des Münchner „Jägerwirts“ haben das Aufgebot verlassen.

In Thalkirchen wird unter der Leitung von „Leutnant“ Johann Houis der Angriff auf München vorbereitet.
Die verbliebene Streitmacht wird dazu in drei Gruppen aufgeteilt.

  • Die erste Gruppe mit 800 Mann, darunter der größte Teil der „Schützen“, soll unter der Führung von „Leutnant“ Johann Georg Aberle den „Roten Turm“ einnehmen und den Flussübergang sperren.
  • Die zweite Gruppe mit ebenfalls 800 Männern, aus der Masse der „Spießler und Stängler“ bestehend, soll unter der Leitung von „Leutnant“ Johann Clanze gegenüber dem „Angertor“ Stellung beziehen, um einen Ausbruch der „Kaiserlichen“ zu verhindern.
  • Der Rest, die am schlechtesten Bewaffneten, sowie die „Reiterei“ und die „Artillerie“, etwa 700 Mann stark, sollen in dem nahe gelegenen Dorf „Untersendling“ Stellung beziehen. 
    Dieser Gruppe schließt sich auch die Führungsgruppe der „Aufständischen“ an.
    Sie bezieht im dortigen Wirtshaus ihr Hauptquartier.

Um Mitternacht treten die einzelnen Gruppen den „Marsch auf München“ an.

24. Dezember 1705

Schäftlarn * Ab Mittag bewegt sich der Zug der Bauern in Richtung München.

  • Die „Schützen“ unter Leutnant Houis und dem „Jägeradam“ bilden die Vorhut.
  • In einigem Abstand folgen die „Spießler und Stängler“, bei denen sich die sechs „Böllerkanonen“ befinden.
  • Den Abschluss bildet die „Reiterei“.
25. Dezember 1705

München * Ein von vornherein aussichtsloser Kampf beginnt.

Der Angriffsplan der „Aufständischen“ zeigt zugleich die Unfähigkeit ihrer Anführer.
Wie sollen die „Oberländer“ - ohne Unterstützung der Münchner Bevölkerung und der wesentlich zahlreicheren „Unterländer“ - die mit starken Befestigungen versehene Stadt stürmen?

  • Die Münchner Befestigung besteht aus den beiden 10 und 7 Meter hohen Mauerringen.
  • Denen vorgelagert liegt ein 25 Meter breiter Wassergraben mit gemauerten Böschungen.
  • Jenseits des Grabens befindet sich ein 5 bis 7 Meter hoher Erdwall mit Palisadenwand.
  • Das „Isartor“ wird zudem durch einen vorgeschobenen „Ravelin“ gesichert.
25. Dezember 1705

Landau an der Isar * Erneut erobern die „Aufständischen“ Landau an der Isar. 

Doch auch dieser Erfolg wird nur von kurzer Dauer sein.

25. Dezember 1705

München * Gegen 1 Uhr werden der „Rote Turm“ und die „Isarbrücke“ von den „Aufständischen“ besetzt.

Die dortige „Besatzung“ lässt sich nicht auf einem Kampf mit den „Oberländern“ ein, sondern zieht sich zum „Isartor“ zurück.

Von der gleichzeitig erwarteten Erhebung der Münchner ist aber nichts zu sehen.
Dagegen scheinen die „Kaiserlichen“ auf den Angriff gut vorbereitet zu sein.
Sie haben alle Maßnahmen zur Verteidigung der Stadt getroffen. 

25. Dezember 1705

München * Gegen 4 Uhr verschanzen sich die „Aufständischen“ hinter Erdwällen und Baumstämmen und eröffnen das Feuer in Richtung „Isartor“.

Als die „Kaiserlichen“ zwei Salven abfeuern, bricht der Angriff der „Oberländer“ schon wieder zusammen. 

25. Dezember 1705

München * Gegen 6 Uhr wird ein „Tambour“ von den „Anführern der Aufständischen“ vor das „Sendlinger Tor“ geschickt.

Er soll die „Kaiserliche Administration“ zur Übergabe der Stadt auffordern, wird aber von den „Kaiserlichen“ nicht angehört und muss unverrichteter Dinge wieder abziehen. 

Die „Beamtenführung“ in Untersendling gibt das Unternehmen daraufhin verloren und zieht ab.
Mit ihnen auch „Hauptmann“ Jean Philipp Gauthier, „Leutnant“ Johann Houis, der Tölzer „Pflegskommissär“ Joseh Ferdinand Dänkel und die gesamte „Bauernreiterei“

Nur der Münchner „Jägerwirt“ Johann Jäger, der „Student“ Anton Passauer, „Hauptmann“ Matthias Mayer und „Landleutnant“ xxxxxx Heller verbleiben bei den „Oberländern“

25. Dezember 1705

München * Gegen 7 Uhr trifft die vorausgeschickte „Kaiserliche Kavallerie“ unter der Führung von Oberst Johann Graf von Eckh am „Gasteig“ ein.

Da die „Isarbrücke“ versperrt ist, zieht seine „Reiterei“ in die Au und sucht beim „Radlwirt“ eine Furt durch den Gebirgsfluss.

Etwas später erreicht die „Infanterie“ des „Generalwachtmeisters“ Freiherr Georg Friedrich von Kriechbaum den „Gasteig“.
Mit vier Kanonen wird nun der von den „Aufständischen“ besetzte „Rote Turm“ beschossen.

25. Dezember 1705

München * Um 8 Uhr befiehlt Oberst Johann Baptist de Wendt einen Ausfall aus dem „Isartor“.

Die völlig überraschten oberländischen Bauern fliehen in Richtung Lehel und verstecken sich dort.
Von ihnen werden 32, darunter „Leutnant“ Johann Georg Aberle, gefangen genommen. 
„Hofkoch“ Sebastian Engelhart und der „Jägeradam“ Schöttl können entkommen.

  • Die 100köpfige Besatzung des „Roten Turms“ leistet heftigen Widerstand, wird aber „ungeacht deß starckhen feuers“ niedergemacht.
  • Bei den kriegerischen Auseinandersetzungen am „Roten Turm“ und vor dem „Isartor“ kommen 400 „Aufständische“ ums Leben.
  • 200 werden gefangen genommen.
25. Dezember 1705

München * Gegen 8:30 Uhr lässt „Oberst“ Johann Baptist de Wendt die am „Sendlinger Tor“ stehende „Kavallerie“ gegen die „Abteilung Clanze“ ausbrechen.

Gleichzeitig verfolgt vom „Isartor“ aus die „Companie Lüttig“ die fliehenden Bauern vom „Roten Turm“.
Damit werden die „Oberländer“ von zwei Seiten angegriffen.

  • Von den „Aufständischen“, mit den Flüchtenden vom „Roten Turm“, etwa 900 Mann stark, fallen 200.
  • Weitere 200 Mann werden gefangen genommen,
  • 300 erreichen mit „Leutnant“ Johann Clanze Untersendling.
  • 200 Mann eilen dem „Forstenrieder Wald“ und Thalkirchen zu.

Inzwischen hat „Oberst“ von Eckhs „Kavallerie“ von der Au aus die Isar überquert und nimmt ebenfalls die Verfolgung der „Aufständischen“ in Richtung Untersendling auf.

Die „Kaiserliche Administration“ erfährt erst jetzt, dass Untersendling von den „Oberländern“ besetzt gehalten wird.

Daraufhin rückt „General“ Georg Friedrich von Kriechbaum und „Oberst“ Johann Baptist de Wendt mit insgesamt fünf Bataillonen „Infanterie“ durch das „Sendlinger Tor“ gegen Untersendling vor. 

25. Dezember 1705

Untersendling * Gegen 10 Uhr sind die „Aufständischen“ in Untersendling vollkommen eingeschlossen. 

Angesichts der anrückenden „Kaiserlichen Armee“ ergreift der „Student“ Anton Passauer die Flucht.
Der „Jägerwirt“ Johann Jäger aus München legt sich als „Kranker“ in der Wirtschaft ins Bett.

In dieser Notsituation wird „Hauptmann“ Matthias Mayer wieder das Oberkommando der „Aufständischen-Armee“ übertragen.
Ihm bleibt nur noch die undankbare Aufgabe, sein eigenes und das Leben seiner Mitstreiter zu retten.

  • Dazu lässt er „Chamade“ schlagen und durch einen „Tambour“ an „Generalwachtmeister“ Georg Friedrich von Kriechbaum melden, dass sich die Führer auf „Gnade oder Ungnade“ ergeben.
  • Er bittet zudem, den Bauern das Leben zu schenken.
  • „General“ von Kriechbaum fordert daraufhin die „Anführer der Oberländer“ auf, ihre Waffen niederzulegen. 

Als Matthias Mayer, Johann Clanze und xxxxx Heller das Dorf verlassen, drängen auch die Bauern hinter ihnen auf das freie Feld, legen ihre Waffen nieder und bitten um Gnade. 

Die „Kaiserliche Kavallerie“ stürzt sich nun aber auf die Wehrlosen und haut sie nieder.

Im Anschluss daran feuert die „Infanterie“ auch noch zwei oder drei Salven in den Haufen.

Diejenigen, die noch leben oder fliehen können, werden von den „Kaiserlichen“ gnadenlos verfolgt und niedergestreckt.
Selbst die Kirche ist kein sicherer Zufluchtsort. 

25. Dezember 1705

München * Gegen 11 Uhr ist alles vorbei.

Es werden noch 36 Gefangene gemacht sowie sechs Kanonen, drei Munitionswagen, fünf Fahnen, zwei Dragoner-Standarten und ein paar Pauken sowie 150 Pferde eingesammelt.

Auf kaiserlicher Seite zählt man 40 Gefallene und Verletzte.
Die „Aufständischen aus dem Oberland“ müssen demgegenüber eine Vielzahl von Toten beklagen.

  • Alleine in München werden 1.066 „Oberländer“ beerdigt.
  • Insgesamt sind es etwa 1.100 Tote aus Oberbaiern.
  • 609 „Aufständische“ werden verwundet,
  • nur 107 werden unverletzt in Gefangenschaft gekommen. 

Die Münchner Einwohnerschaft hat während der gesamten Kämpfe brav den Anordnungen der „Kaiserlichen Administration“ Folge geleistet und sich ruhig verhalten.
Der „Stadtmagistrat“ übermittelt noch in der Nacht die „allerunderthenigste treue devotion“ der Bürgerschaft an die kaiserliche Obrigkeit.

Die ermordeten „Aufständischen“ vor den Stadttoren bezeichnet er verächtlich als „paurs rott“.

26. Dezember 1705

Steinhöring * Mit der „Münchner Mordweihnacht“ bricht der „Volksaufstand der Oberländer“ sofort zusammen. 

Der in Steinhöring stehende „Oberbefehlshaber der Unterländer“, Johannes Hoffmann, gibt daraufhin den Befehl zum Rückzug.

Nun machen sich in dem niederbaierischen Heerhaufen Unsicherheit, Angst und Diszplinlosigkeit breit.
Reihenweise begeben sich die „Unterländer Aufständischen“ auf den Weg nach Hause.

28. Dezember 1705

München * Die „Kaiserliche Administration“ sagt allen am Aufstand Beteiligten - mit Ausnahme der „Rändelsführer“ - Gnade zu.

31. Dezember 1705

Cham * Unter der Führung des Oberviechtacher Pfarrers Florian Sigismund Maximilian Miller wird die Stadt Cham von den „Aufständischen“ eingenommen.

31. Dezember 1705

Steinhöring * Von den 16.000 „Unterländer Aufständischen“ in Johannes Hoffmanns Truppe sind gerade noch 1.100 übrig geblieben.


Verwendet in Führung:




Mordweihnacht, Kaiserliche Administration, Aufstandsbewegung, Aufständische, Sanktionen, Rebellen