24. Dezember 1692

Kurfürstin Maria Antonia stirbt in Wien

Wien - Brüssel * Baierns Kurfürstin Maria Antonia stirbt in Wien.

Kurfürst Max Emanuel, der „Gouverneur der Spanischen Niederlande“, nimmt die Todesnachricht in Brüssel gelassen und ungerührt entgegen.  
An den Begräbnisfeierlichkeiten im weit entfernten Wien nimmt er natürlich nicht teil.


Sortierung 1692

Suchbegriffe

Wien, Brüssel,

Personen

Maria Antonia Kurfürstin Max Emanuel Kurfürst

Weitere Ereignisse im Jahr 1692

1692

Walchensee * Bald zählt die Gemeinschaft der „Eremiten am Wallersee“ - gegen alle Abmachungen - bereits neun „Klausner“, woraufhin der Ordensgeneral der „Karmeliten“ die „Tertiaren-Gemeinschaft am Walchensee“ aus dem Orden entlässt. 

1692

München * Paulus Graf von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn zum „Obristhofmeister“ befördert, womit er als „Vorsitzender des kurfürstlichen Geheimen Rats“ das höchste Hofamt bekleidet. 

3. März 1692

Haidhausen * Da Graf Franz Pongraz von Leiblfing in seinem Bestreben, die Erhöhung seines Besitzes in Haidhausen zur geschlossenen Hofmark, nicht nachlässt, erklärt Kurfürst Max Emanuel schließlich die Hofmark des Geheimen und Conferenzrates, Kämmerers, Revisionsrates und Pflegers von Waldmünchen, des inzwischen in den Reichsstand erhobenen Reichsgrafen von Leiblfing - wegen der „vill vnd lange Jar trew geleisteter Dienst vnd aus absonderlichen gnaden“ - mitsamt dem Brunnthal für geschlossen. Damit ist der Haidhauser Schlossbesitzer endlich am Ziel seiner langjährigen Bemühungen.  

In seiner geschlossenen Hofmark unterstehen ihm nun alle dem „Hofkastenamte zinsbaren Unterthanen zu Haidhausen“ und nicht nur die Bauern und Dienstboten, die seine Güter bearbeiteten. Neben riesigen landwirtschaftlichen Flächen besitzt der Graf auch das Recht Scharwerke, Bodenzins und sonstige Steuern und Abgaben - also die gesamten Einkünfte aus Haidhausen - einzutreiben. Selbst die Vergabe der Gerechtsamkeiten“ also die Erlaubnis innerhalb der Hofmark ein bestimmtes Handwerk oder Gewerbe ausüben zu dürfen, unterliegen nun ausschließlich seiner Entscheidung.  

  • Dem Hofmarkherrn unterstehen „im Dorfe 85 Hausbesitzer, die Scharwerkgeld zu entrichten haben.  
  • In der Schwaige nimmt er von 42 Untertanen Scharwerkgeld und Bodenzins ein.  
  • Der Großwirt hat Stift und Gilt zu entrichten und Melber, Metzger, Schmid, Hufschmid und Schneider haben unterschiedliche Beträge abzuführen.  
  • Der jährliche Ertrag der Hofmark beläuft sich auf 188 Gulden 11 Kreuzer“.  

Die Konsequenz aus der Erhebung Haidhausens zur geschlossenen Hofmark ist der Austritt aus dem Verband des Gerichts ob der Au.  

Während der Leiblfing‘schen Hofmarkszeit wird die Ansiedlung minderbemittelter Leute stark begünstigt. Jeder, der die Gebühren entrichten und eine Herberge erwerben kann, darf sich niederlassen und heiraten. Zeitgenossen merken kritisch an, dass der Hofmarkherr nur auf seinen Vorteil bedacht ist und sein Streben einzig der Erhöhung seiner Einnahmen gilt. Er ergreift „jede Gelegenheit Geld aus den Untertanen zu pressen, z.B. durch offenbare Begünstigung der Herbergskäufe und Ansässigmachungen und Verehelichungen, wegen der anfallenden Laudemien, Verbriefungs- und anderer Taxen und Sporteln“

5. März 1692

München - Brüssel * Max Emanuel macht sich - ohne seine schwangerne Ehefrau Maria Antonia - auf den Weg von München in die „Spanischen Niederlande“.

13. März 1692

München * Graf Max Cajetan von Törring-Seefeld und Adelheid Felicitas Canossa heiraten.

Er erhält dafür vom Kurfürsten Max Emanuel:

  • einmalig 30.000 Gulden plus eine jährliche Pension von 4.000 Gulden,
  • dazu die „Niedergerichtsbarkeit“ über verschiedene Untertanen im „Landgericht Weilheim und Starnberg“,
  • vier ganze und drei halbe Höfe, vier Güter und zwei Sölden
  • sowie eine neue „Braugerechtigkeit“ für Seefeld.
  • Außerdem die Garantie für Max Cajetans militärischen Aufstieg.
26. März 1692

Brüssel * Kurfürst Max Emanuel zieht feierlich in Brüssel ein.

27. Oktober 1692

Wien - Brüssel * Baierns Kurfürstin Maria Antonia bringt in der „Wiener Hofburg“ einen Sohn zur Welt.  

Das Kind wird noch am selben Tag vom päpstlichen „Nuntius“ im Beisein des Kaiserpaares in feierlicher Zeremonie auf den Namen Joseph Ferdinand Leopold getauft.  

Kurfürst Max Emanuel, der Vater des Kindes, ordnet - nachdem er von der Geburt seines Sohnes erfahren hat - in Brüssel eine „Festbeleuchtung“ an - und gibt ein „Galadiner“.  
Er nutzte schließlich jeden sich bietenden Grund zum Feiern. 

27. Oktober 1692

Wien - Brüssel * Baierns Kurfürstin Maria Antonia bringt in der „Wiener Hofburg“ einen Sohn zur Welt.

Das Kind wird noch am selben Tag vom päpstlichen „Nuntius“ im Beisein des Kaiserpaares in feierlicher Zeremonie auf den Namen Joseph Ferdinand Leopold getauft.

Kurfürst Max Emanuel, der Vater des Kindes, ordnet - nachdem er von der Geburt seines Sohnes erfahren hat - in Brüssel eine „Festbeleuchtung“ an - und gibt ein „Galadiner“.  
Er nutzt schließlich jeden sich bietenden Grund zum Feiern. 

12. Dezember 1692

Wien * Kurfürstin Maria Antonia unterzeichnet in Wien ihr Testament und schließt darin ihren Ehemann Max Emanuel vom Erbe aus.


Verwendet in Führung:





Sucbegriffe: Wien, Brüssel
Personen: Maria Antonia Kurfürstin, Max Emanuel Kurfürst, Spanische Niederlande