Um 1850

Die ersten „Stempeluhren“ werden installiert

Königreich Bayern * Die ersten „Stempeluhren“ werden installiert, wodurch die Erfassung der Arbeitszeit ständig präzisiert wird.


1850

Suchbegriffe

Industrialisierung, Stempeluhren, Arbeitszeiterfassung,

Weitere Ereignisse im Jahr 1850

1850

Haidhausen * Der „Kreuzlgießergarten“ an der Ecke Gasteig und Rosenheimer Straße wird zur „Gastwirtschaft zum Salzburger Hof“.

Bis zum Jahr 1850

Untergiesing * Die „Kolonie Birkenau“ ist, bis zur Aufschüttung der Dammanlagen der Isar - in den Jahren zwischen 1850 und 1860 - durch die jährlichen Frühjahrs- und Herbsthochwässer bedroht.

Vor der Bebauung sind die Giesinger Weidenflächen im Hochwassergebiet zwischen „Entenbach“ und „Kühbachl“ stellenweise eine mit Weiden und Birken bestandene Wiesenfläche.
Aus dem Wildwuchs des älteren Lohwaldes entsteht später - durch das Vieh und die Beweidung - eine Baumkultur.

1850

München * Die Festlegung der „Brauperiode für untergäriges Bier“ auf die Zeit vom 29. September (Michaeli) bis 23. April (Georgi) wird aufgehoben.

1850

München * Die Münchner Bierkeller sind in bürgerlichen Kreisen so populär, dass man sie zu den „Volksbelustigungsorten“ zählt.

1850

Burglengenfeld * Joseph Anton von Maffei ist Hauptaktionär und Vorstand der oberpfälzischen „Eisenwerk-Gesellschaft-Maxhütte“ bei Burglengenfeld.

Das Unternehmen hat sich vor allem auf die Herstellung von Eisenbahnschienen spezialisiert.

1850

München-Lehel * Als sich das alte Chortürmchen der „Anna-Kirche“ als baufällig herausstellt, verwirklichen sich die Bewohner der „Anna-Vorstadt“ einen Traum.  
Ihre Kirche soll zwei Türme mit Glocken und Uhren erhalten.

Die „Anna-Vorstädter“ gründen einen „Turmbau-Verein“ und beauftragen den Architekten August von Voigt mit der Planung einer dem Zeitgeschmack entsprechenden neuromanischen Außenfassade, die stilistisch von der nahegelegenen „Ludwigskirche“ beeinflusst ist.  

Mit dem neuen Aussehen der Kirche soll das „Lehel“ einen besonderen städtebaulichen Akzent erhalten, damit es sich gegenüber „der an kostbaren Baudenkmälern so reichen Residenzstadt“ als würdig erweisen kann.  

Die Türme waren im ursprünglichen Plan von Johann Michael Fischer bereits vorgesehen und hätten der Kirchenfassade in etwa das Aussehen der „Michaels-Kirche“ in Berg am Laim gegeben.  
Es ging aber den „Lechlern“ nicht nur um Kirchentürme mit einem Geläute von fünf Glocken, sondern in der Hauptsache um die notwendige Vergrößerung des Kirchenraumes, da die Kirchengemeinde zwischenzeitlich erheblich angewachsen war. 

1850

Berg am Laim * Die „Loretokapelle“ an der heutigen Berg-am-Laim-Straße wird abgerissen.

1850

München * König Max II. ernennt Friedrich Bürklein zum „Professor an der Polytechnischen Schule in München“ und befördert ihn zum „Baurath“ bei den „Generaldirektionen der kgl. Verkehrsanstalten“.

Den ersten Auftrag, den Bürklein vom König erhält, ist der „Stadtverschönerungsplan“.

1850

Vorstadt Au * Der „Schmied und Geschmeidemacher“ Lorenz Meiller kauft das Anwesen an der heutigen Lilienstraße 5.

Ab 1850

München * Erstmals können großflächige Glasscheiben ohne Sprossen hergestellt werden. 

Ideal für die eleganten, neuen „Kaufhäuser“

1850

München * Der Malzverbrauch aller Münchner Brauereien liegt bei 284.582 Hektoliter.

1850

München-Maxvorstadt - Schwabing * Das „Siegestor“ wird zwei Jahre nach der Abdankung König Ludwig I. fertiggestellt.

Es soll an die siegreichen Feldzüge der Jahre 1813 bis 1815 gegen Napoleon erinnern.
Das „Siegestor“ ist 411.000 Gulden teuer.

1850

München-Maxvorstadt * Während seines Aufenthalts im „Georgianum“ (bis 1852) entwickelt der spätere „Landpfarrer“ Sebastian Kneipp seine „Wasserkur“.

1850

München-Kreuzviertel * Ein Braumeister aus Kulmbach namens Heiss kauft die Brauerei „Zum Oberpollinger“

26. Februar 1850

München * Da „Turnvereine“ seit dem in diesem Jahr verabschiedeten „Vereinsgesetz“ als politische Zusammenschlüsse gelten, wird der Vorläufer der „Münchner Feuerwehr“ schon wieder aufgelöst. 

Ihr Vermögen, ihre Geräte und ihr gesamtes Inventar fallen der Stadt zu.
Der alte Schlendrian geht weiter.

1. Mai 1850

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Maffei'sche Maschinenfabrik“ präsentiert ihr erstes Dampfschiff.

Über dem zu den Werkstätten in der „Hirschau“ führenden Isarkanal fährt der Raddampfer „Stadt Donauwörth“ über die Isar bis zur „Praterinsel“.
Die Fabrikarbeiter haben den Dampfer, der eine Länge von etwa 40 Metern bei 3½ Meter Breite und einen sehr geringen Tiefgang besitzt, reich verziert und an der Landspitze nahe der „Praterinsel“ eine große, mit maschinentechnischen Emblemen geschmückte Pyramide aufgebaut.

Eine große Schar Neugieriger beobachtet die Fahrt des Schiffes, das mit einer Leistung von 43 Pferdestärken gegen den Strom der Isar hinauf fährt; später dann flussabwärts bis zur Donau.

1. Mai 1850

München * Arnold Zenetti wird als „Bauingenieur beim Stadtbauamt“ angestellt.

Seine ersten Verdienste erwirbt sich der junge Zenetti beim Bau der „Maximilianstraße“ und der „Maximiliansbrücke“

1. Mai 1850

Vorstadt Au * Mit der Unterstützung Auer Bürger erhält Johann Schweiger - trotz des Widerstand der „Hoftheaterintendanz“ - die Konzession für ein eigenes „Theater in der Vorstadt Au“.

Es befindet sich im Garten der Wirtschaft „Kaisergarten“ in der Lilienstraße 2.

Jetzt haben die Münchner die Qual dar Wahl. Und schon bald heißt es: „Heut‘ geh‘ ich zum Schani, morgen zum Maxl“.

1. Mai 1850

Vorstadt Au * Das „Schweiger Volkstheater“ in der Au erhält Gasbeleuchtung.

Nach dem 1. Mai 1850

Vorstadt Au - München-Isarvorstadt * Die „Schweiger Volkstheater“ dürfen auf Druck des „Königlichen Hoftheaters“ keine „Dramen“ und „Konversationsstücke“ mehr zur Aufführung bringen, sondern nur noch „Lokalpossen“ aufführen.

6. Juli 1850

München * Der „Münchner Turnverein“ wird verboten und aufgelöst.

28. August 1850

Weimar * Die Richard-Wagner-Oper „Lohengrin“ wird unter der Leitung von Franz Liszt in Weimar zur Uraufführung gebracht.

3. Oktober 1850

München-Theresienwiese *  „Bavaria“ soll enthüllt werden, aber es regnet.  

Deshalb wird die Feier so lange verschoben, bis die Sonne scheint. 

9. Oktober 1850

München-Theresienwiese * Bei strahlendem Sonnenschein kann die „Bavaria“ enthüllt werden.

Die „Münchner Neuesten Nachrichten“ beschreiben das Ereignis wie folgt:
„In ehrfurchtsvoller Haltung umstanden Tausend und Tausende den gefeierten König Ludwig, dem Momente harrend, der dessen großartige Schöpfung dem Volke vor Augen stellen sollte. 

Ein Zeichen - und eine Bretterwand von circa 70 Fuß Höhe und 40 Fuß Breite stürzt in einem Stück unter dem Donner der Kanonen über den Berg, ein zweiter Wink, und die zu beiden Seiten derselben befindlichen Bretterwände stürzen weiters krachend zusammen und ,Bavaria‘, das Sinnbild des bayer. Vaterlandes, stand vom schönsten Sonnenlichte beleuchtet vor den Augen der staunenden Volksmenge, welche in endlosen Jubelruf ausbrach“.

Gegossen wurde die „Bavaria“ in der „Königlichen Erzgießerei“ unter Ferdinand von Miller.
Der Entwurf für die Statue stammt von Ludwig von Schwanthaler.

Von der Sohle zum Scheitel misst die Bavaria 15,78 Meter, bis zum Kranz 18,1 Meter, und vom Sockel sind es gar 30 Meter.  Es ist damals das größte erzene Standbild der Welt.
Alleine das Erzgewicht beträgt 1.438,66 Zentner.

Über 126 Stufen kann man der monumentalen Frau im Inneren bis in den Kopf steigen. 

15. Oktober 1850

München-Maxvorstadt - Schwabing * Das „Siegestor“ wird - noch ohne der „Quadriga“ - eingeweiht.

Um November 1850

München * Um zu einem neuen Baustil zu gelangen, veranlasst König Max II. eine öffentliche Ausschreibung für das „Athenäum“-Projekt.

Die „Kgl. Akademie der Bildenden Künste“ verschickt dazu eine „Einladung zu einer Preisbewerbung die Anfertigung eines Bauplanes zu einer höheren Bildungs- und Unterrichtsanstalt betreffend“ an insgesamt einhundert Architekten in Deutschland, deren Beteiligung man gerne gesehen hätte. Zudem wird die Konkurrenz in Tageszeitungen und Fachzeitschriften angekündigt.

Das Wettbewerbsprogramm und die nachgereichten „Erläuternden Bemerkungen“ stellen die Bewerber jedoch vor eine komplexe Aufgabe.

So soll durch die „Verschmelzung der Elemente und Eigentümlichkeiten“ der Stilgattungen aller Epochen - unter Berücksichtigung der „altdeutschen“ gotischen Baukunst ein „bis dahin noch nicht dagewesener Baustil“ im Sinne eines „bayerischen Nationalstils“ geschaffen werden.

Der Wunsch nach Verwendung des „Formenprinzips der altdeutschen, sogenannten gotischen Architektur“ lassen aber den Architekturwettbewerb letztlich scheitern.

6. November 1850

München-Graggenau - München-Lehel * Der „Vorstand der Obersten Baubehörde“, Direktor Schierlinger, gibt ein Gutachten ab, worin er die Durchführung der projektierten Straße „als eine gerade Verbindung des Max-Joseph-Platzes mit Brunntal“ für möglich hält, gleichzeitig aber auch auf die zu erwartenden Terrainschwierigkeiten hinweist.

Das Gebiet rund um die heutige Maximilianstraße ist ein von zehn mehr oder weniger großen Bächen durchzogenes Isar-Schwemmland, in dem zahlreiche „Mühlen“ liegen.

Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung ist das Verfüllen der Bäche und eine damit verbundene Stilllegung der „Mühlen“ nicht möglich.
Außerdem fällt das Gelände zur Isar hin deutlich ab, weshalb auf der ganzen Strecke ein Niveauausgleich vorgenommen werden muss.

15. November 1850

München-Kreuzviertel * Der „Verein zur Ausbildung der Gewerke“ wird gegründet.

August von Voit übernimmt den Vorsitz und erklärt in seiner Rede, dass es zur Verpflichtung des Vereins gehört,

  • die „deutsche Kunst wieder vollständig frei zu machen von Nachahmung“,
  • worunter er die „schädliche Orientierung an der Kunstindustrie Frankreichs“ versteht.

Statt dessen wollen die Vereinsmitglieder

  • „auf die reichen, schönen, lebendigen, entwicklungsfähigen Formen des romanischen und germanischen Styles in Deutschland“ zurückgreifen,
  • um so „am größten und schwierigsten Bau der Gegenwart, an der Einheit des Vaterlandes“ mitzuwirken.
Um Dezember 1850

München * Der Architekt Georg Christian Friedrich Bürklein reicht - im Auftrag des Königs - einen „Stadtverschönerungsplan“ ein.

Bürklein bringt auch den Gedanken des „Forums“ ein, indem er die Straße mit der vom König gewünschten Parkanlage verbindet.

Die Anlage wäre allerdings wesentlich größer und parkähnlicher ausgefallen, als dies heute der Fall ist. Da sich aber ein großer Park mit der Verkehrsstraße nur schwer vereinbaren lässt und außerdem die Vororte jenseits der Isar vom Stadtbezirk eher ferngehalten worden wären, nimmt man Abstand von diesen Plänen.

Was bleibt ist die Verbindung der Straße mit der Grünanlage, eben das heutige „Forum“, deren Platzmitte in den früheren Planungen mit vier Fontänen ausgestattet werden sollte.

Obwohl sich die Planungen für das Straßenprojekt noch über viele Jahre hinziehen, beginnt die praktische Umsetzung schon wesentlich früher.


Verwendet in Führung:




Industrialisierung, Stempeluhren, Arbeitszeiterfassung