Dezember 2003

Die Verkaufspläne für das „Deutsche Theater“ zerschlagen sich

München-Ludwigsvorstadt * Der Stadtrat beschließt, vier Millionen Euro für die Notsanierung des „Deutsche Theaters“ zur Verfügung zu stellen, um dort bis Ende 2007 spielen zu können und in der Zwischenzeit einen privaten Investor zu finden.

Doch alle Verkaufspläne zerschlagen sich.
Es wird klar, die Stadt müsste ihre Bühne herschenken und einem Käufer für die Sanierung sogar noch 30 Millionen Euro drauflegen.


2003

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Deutsches Theater,

Weitere Ereignisse im Jahr 2003

2003

München * In der Städtischen Verwaltung wird über die Aufstellung eines „Trümmerfrauen-Denkmals“ beraten.

Die Mehrheit lehnt dieses Vorhaben mit nachstehender Begründung ab: 

„Die im Antrag genannten Trümmerfrauen gab es in München nicht. Herangezogen wurden in der Regel arbeitsfähige Männer. Dabei ist besonders zu beachten, dass man die Trümmerbeseitigung direkt nach dem Krieg vor allem ehemaligen Nationalsozialisten als Sühneleistung auferlegt hat“

2003

München-Theresienwiese * Die ehemaligen Wiesnwirte Marianne und Anton Weinfurtner stehen erneut wegen „Steuerhinterziehung“ vor Gericht.  
Das „Landgericht München I“ geht von einem Schaden von 1,5 Millionen Euro für den Fiskus aus.

Marianne Weinfurtner, die das Gericht für die „treibende Kraft“ hält, wird wegen vier und ihr Mann Anton wegen drei Fällen der „Umsatzsteuerverkürzung“ schuldig gesprochen.
Ins Strafmaß einbezogen wird eine Verurteilung der Eheleute zu je zwei Jahren mit Bewährung aus dem Jahr 2001.
Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Anton Weinfurtner und seine am Unternehmen beteiligte Ehefrau und Buchhalterin haben laut dem früheren Urteil den „Fiskus getäuscht, wo immer sich Gelegenheit bot“.  
Frau Weinfurtner wird zu viereinhalb Jahren, Herr Weinfurtner zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. 

Februar 2003

München-Untergiesing * Der Designer Uwe Binnberg und der bildende Künstler Christoph Nicolaus kaufen den „Hochbunker“ an der Claude-Lorrain-Straße, um darin exklusive Wohnungen einzurichten.

Für den „Bunker“ gilt lediglich ein „Bestandsschutz“. Das bedeutet, dass er zwar verändert werden darf, hinterher aber noch das Aussehen des vorherigen Gebäudes erkennen lassen muss. Der „Betonkasten aus Kriegszeiten“ an der Claude-Lorrain-Straße 26 ist damit der erste und einzige „Luftschutzbunker“ in München, der für Wohnzwecke umgebaut werden darf.

Der ursprünglich mit Keller, Erdgeschoss und drei Obergeschossen erbaute achteckige Turm mit seinen 2,40 Metern dicken Mauern bietet eine Gesamtfläche von 280 Quadratmetern. Statt Fenster hat er nur schmale Sichtschlitze, durch die 63 Jahre kaum Licht einfallen konnte und dadurch im Inneren des „Bunkers“ eine dunkle und muffige Atmosphäre erzeugte. Immerhin wurde das „Bauwerk“ im Jahr 1941 für einen Zweck geschaffen, bei dem nicht gerade die Verbreitung einer freundlichen Atmosphäre im Vordergrund stand.

April 2003

München-Ludwigsvorstadt * Die Untersuchungsergebnisse zum „Deutschen Theater“ werden den Stadträten vorgelegt. 

Das „Wirtschaftsreferat“ berechnet die Kosten für die notwendige Sanierung mit 138 Millionen Euro und empfiehlt aufgrund der „unfinanzierbaren Kosten“, das Theater zu schließen.
Innerhalb kürzester Zeit werden 60.000 Unterschriften zum Erhalt des „Deutschen Theaters“ gesammelt. 

Auch Oberbürgermeister Christian Ude will das „Deutsche Theater“ dicht machen, doch das Theater und seine Freunde kämpfen dagegen, schlagen günstigere Alternativen vor, auch einen Neubau.
Doch der kommt aus rechtlichen Gründen nicht in Frage.

Ab 3. April 2003

München-Untergiesing * Bevor die Umbaumaßnahmen für das Projekt „Wohnen im Turm“ beginnen, muss erst eine mehrmonatige Wartezeit überbrückt werden. 
Das geschieht mit einer „Kunstaktion“ unter dem Titel „120 Tage Kunst im Bunker“

Die Eigentümer verfolgen mit dieser Aktion das Ziel, einerseits das Image des „Betonkastens aus Kriegszeiten“ zu verbessern, andererseits wollen sie „durch die Kunst versuchen, das bedrückende des Bunkers aufzubrechen und ihn bis zur tatsächlichen Bautätigkeit mit Leben zu füllen“

Die „Kunstaktion“ dauert bis zum 26. Juli.
Dabei herrscht eine breite Übereinstimmung.
Doch mit dem anschließenden Genehmigungsverfahren der Umbauplanung scheiden sich wieder die Geister.

Während sich Rathauspolitiker von der „Bunker-Kreativität“ begeistert zeigen, melden Architektur- und Denkmalschutzexperten ihre Bedenken an.

Und obwohl das „Gebäude“ gar nicht unter „Denkmalschutz“ steht, meinen sie, dass „so ein Bunker fast das Einzige [sei], das uns heute noch an den Krieg erinnert“.
So ein „Wehrbau“ habe deshalb eine ebenso hohe Aussagekraft wie eine Stadtmauer oder eine Burg.

1. Juni 2003

München * Die „Ladenöffnungszeiten“ werden nochmals verlängert.
Auch an Samstagen können Geschäfte nun bis 20.00 Uhr öffnen.

Die Gesamtstundenzahl der Ladenöffnungszeiten pro Woche hat sich damit seit dem 28. November 1956 von 63,5 auf 84 Stunden erhöht.

16. Juni 2003

München-Graggenau * „Stadtrat“ Siegfried Benker forderte im Namen der „Fraktion der GRÜNEN“ in einem Antrag, sich mit der Kolonalgeschichte in den Münchner Straßennamen und dem Umang mit diesem Erbe verstärkt zu befassen: 

  • „Dem Stadtrat wird dargestellt, welche Straßennamen nach Personen, Ereignissen und Orten aus der Geschichte der ehemaligen deutschen Kolonien benannt sind“.
  • „Dem Stadtrat wird ein Vorschlag unterbreitet, wie mit diesem Kolonialerbe umgegangen werden soll“.

Die Diskussion drehte sich im Vorfeld um die „Von-Trotha-Straße“, die „Von-Gravenreuth-Straße“, die „Dominikstraße“ und die „Wißmannstraße“.

1. August 2003

München * Der „Vorsitzende der CSU-Fraktion“, Hans Podiuk, selbst Bewohner des „Kolonialviertels“, entrüstet sich über den Antrag auf mögliche Straßenumbenennungen: 

„Ich persönlich kann keine Verherrlichung von Kolonialverbrechen erkennen, wenn Straßen nach Orten oder Personen aus der Kolonialzeit benannt sind“

September 2003

München-Theresienwiese * Innerhalb von zehn Monaten sterben Anita Schmid und Eva Stadtmüller, die Wirtinnen der „Fischer-Vroni“. Hans Stadtmüller übernimmt diese Funktion.

20. September 2003

München-Theresienwiese * „Versehentlich“ werden die Plätze in der „Käfer-Wies‘nschänke“ doppelt belegt.

Der Betreiber darf ein weiteres Zelt im Garten aufstellen.

21. September 2003

Freistaat Bayern - München * Nach der Auszählung der „Landtagswahl“ gehören dem „Bayerischen Landtag“ in dieser „15. Legislaturperiode“ 180 Mitglieder an.  

Bei der Wahl zum „15. Bayerischen Landtag“ erhält

  • die CSU mit ihrem amtierenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber 60,7 Prozent [+ 7,8] und 124 Sitze.
  • Die SPD mit ihrem Kandidaten Franz Maget erringt 19,6 Prozent der Stimmen [- 9,1] und 41 Sitze.
  • „DIE GRÜNEN“ kommen auf 7,7 Prozent der Wählerstimmen [+ 2,0] und 15 Sitze.

Edmund Stoiber wird erneut Bayerischer Ministerpräsident und kann mit seiner CSU-Alleinregierung mit einer Zweidrittel-Mehrheit regieren. 

25. September 2003

München * Mit den Stimmen der „SPD“ und der „GRÜNEN“ beschließt der Stadtrat, dass 29 Straßennamen gutachterlich überprüft werden, die einen unmittelbaren Zusammenhang mit der „Kolonialzeit“ haben. 

Noch am gleichen Tag spricht die „CSU“ von einem „Entkolonisierungs-Feldzug“ und davon, dass „es überhaupt keine Notwendigkeit gibt [...] dieStraßenumbenennungen aus der Kolonialzeit [...] intensiver zu durchleuchten“

2. Oktober 2003

München * Dieter Hildebrandt ist nach 145 Sendungen letztmals Gastgeber im „Scheibenwischer“

4. November 2003

Karlsruhe * Vor dem „Bundesverfassungsgericht“ wird nach einer Klage der „Kaufhof AG“ erstmals über die „Ladenöffnungszeiten“ verhandelt. 

Die Warenhauskette will das Verkaufsverbot an Werktagen nach 20.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen beseitigen.


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