22. Mai 1583

Das „Kölner Domkapitel“ wählt den Ernst zum Erzbischof von Köln

Köln * Das „Kölner Domkapitel“ wählt den 28-jährigen baierischen Wittelsbacher Ernst, der bereits Herr über die drei Bistümer Freising, Hildesheim und Lüttich ist, zum Erzbischof von Köln.  

Da „die unschätzbare Freundschaft Baierns nur durch außergewöhnliche Opfer erkauft werden kann“, übersieht die „Römische Kurie“ den  

  • ungebührlichen Lebenswandel des „wittelsbachischen Erzbischofs“ und den  
  • Verstoß gegen das „Pfründenhäufungsverbot“ des „Trienter Konzils“.  
  • Außerdem unterläuft der Wittelsbacher in vier von fünf Fällen das für die Übernahme eines Bistums vorgeschriebene „Mindestalter“ und  
  • selbst die „Residenzpflicht“ wird für ihn aufgehoben.  

Die Kurie nimmt Bestechung nicht nur hin, sondern beteiligt sich sogar aktiv daran, sodass „Nuntius“ Malspina schreibt:  
„Nie habe ich käuflichere Leute gefunden als in diesem Kölner Kapitel“.  

Zunächst wird der junge Graf Hans Philipp von Manderscheid-Gerolstein bewogen, für zweihundert Dukaten und eine jährliche Pension auf seinen Kapitelplatz zu verzichten.  
Dann wird auf ähnliche Weise drei ältere Vorrechte auf seine Nachfolge abgelöst.  

Herzog und Fürstbischof Ernst von Baiern wird Kölner Erzbischof und Kurfürst.  
Mit dieser Wahl erhält er den ersten Kurhut für die baierisch-wittelsbachischen Fürsten.  

Mit der Wahl Ernsts zum Kurfürsten wird eine protestantische Mehrheit im „Kurkolleg“, das den „Kaiser“ wählt, verhindert.  

Kurfürst Ernst kann allerdings nur geschützt von baierischen Waffen in Köln einziehen. 


Sortierung 1583

Suchbegriffe

Köln, Domkapitel, Freising, Hildesheim, Lüttich, Rom, Pfründenhäufungsverbot, Konzil von Trient, Mindestalter, Residenzpflicht, Bestechung, Handsalbung, Kaiser, Kurfürst, Kölner Krieg,

Personen

Manderscheid-Gerolstein Hans Philipp Graf von Ernst Kurfürst von Köln

Weitere Ereignisse im Jahr 1583

1583

Köln * Beim „Kölner Krieg“ nimmt Johann Tserclaes Graf von Tilly als „Fähnrich“ eines wallonischen Regiments teil.

1583

Tübingen * Philipp Apian verliert nach 14-jähriger Lehrtätigkeit an der „Universität Tübingen“ seinen Posten, weil er sich weigert, den „Calvinismus“ zu verdammen.

Bis zum Ende seines Lebens widmete sich Apian der Vervollständigung seines topografischen Werkes. 

Zusammen mit einer Beschreibung des Landes Bayern sollte die Sammlung die Darstellung des Landes auf den Landtafeln ergänzen und vervollständigen.  

Philipp Apian ist über der Arbeit an Sammlung und Beschreibung verstorben. 

1583

München-Graggenau * Im „Ridlerhaus“ wird die „Klausur“ eingeführt.

Um Februar 1583

Freising - Köln * Als bei der Auseinandersetzung um die Besetzung des Kölner Bischofsstuhls die Anwesenheit Bischof Ernsts von Baiern dringend notwendig ist, kann er sich nicht von seiner Freisinger Liebschaft losreißen.  

Sein Bruder, der regierende baierische Herzog Wilhelm V. schreibt damals:  
„Das sei gewislich die einzige und vornehmliche Ursach, daß der Bruder darum nicht hinab nach Köln wolle, weil sein Fetl nicht hinab zu bringen sei“

Um April 1583

Köln * Die Kurie nimmt Bestechung nicht nur hin, sondern beteiligt sich sogar aktiv daran, sodass „Nuntius“ Malspina schreibt: „Nie habe ich käuflichere Leute gefunden als in diesem Kölner Kapitel“.

Zunächst wird der junge Graf Hans Philipp von Manderscheid-Gerolstein bewogen, für zweihundert Dukaten und eine jährliche Pension auf seinen Kapitelplatz zu verzichten.
Dann wird auf ähnliche Weise drei ältere Vorrechte auf seine Nachfolge abgelöst.

18. April 1583

München-Kreuzviertel * Ungeachtet der ungeheueren Schuldenlast und der Widerstände seiner Familie, der Räte und der Münchner Bürgerschaft legt Herzog Wilhelm V. den Grundstein für die prachtvolle „Michaelskirche“ und das palastartige Kloster der „Societas Jesu“.

18. April 1583

München-Kreuzviertel * Der Grundstein für die „Michaelskirche“ in der Neuhauser Straße wird gelegt. 

4. Oktober 1583

Trier * Das „Fürstbistum“ Trier übernimmt den „Gregorianischen Kalender“.

Auf den 4. folgt der 15. Oktober 1583.


Verwendet in Führung:





Sucbegriffe: Köln, Domkapitel, Freising, Hildesheim, Lüttich, Rom, Pfründenhäufungsverbot, Konzil von Trient, Mindestalter, Residenzpflicht, Bestechung, Handsalbung, Kaiser, Kurfürst, Kölner Krieg
Personen: Malspina Nuntius, Manderscheid-Gerolstein Hans Philipp Graf von, Ernst Kurfürst von Köln