26. Juni 1690

In den Freisinger Isarauen findet eine Hirschjagd statt

Freising * In den Freisinger Isarauen findet eine Hirschjagd mit Pistolen statt. Es ist eine der beliebten „eingestellten Jagden“, bei denen die zuvor zusammengetriebenen Tiere in einem eigens erbauten Parcur von den anwesenden hohen Herrschaften reihenweise hingeschlachtet werden.


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Freising, Isarau, Eingestellte Jagd, Jagd, Parcur,

Weitere Ereignisse im Jahr 1690

1690

Au * Die Münchner Bäcker errichten - sehr zum Ärger der Auer Bäcker - ein „Brothäusl“ auf dem innerhalb des „Münchner Burgfriedens“ gelegenen Gasteigbergs.

Um 1690

Berg am Laim * Zu den bedeutendsten Vertretern der „Franziskaner“ gehört der aus Neustadt an der Donau stammende  Fortunatus Hueber, ein wortgewaltiger, hochgebildeter und erfahrener Ordensmann und Prediger, der in mehrere hohe Ämter berufen wird.  

Ihn erwählt der 22-jährige Kölner Erzbischof und Kurfürst Joseph Clemens für die Organisation, Werbung und Betreuung der von ihm am 8. Mai beziehungsweise am 29. September 1693 gegründeten „Michaels-Bruderschaft“ und des „Michaels-Ritterordens“.

1690

Berg am Laim * Der aus Rovereto in Graubünden stammende Architekt Enrico Zucalli legt seinen ersten Planungsentwurf für die Berg am Laimer „Josephsburg“ für den Kölner Kurfürsten Joseph Clemens vor.  

Zucalli hatte gerade seine Arbeiten an der „Theatinerkirche“ beendet, „Schloss Nymphenburg“ weitergebaut und die Schlösser „Lustheim“ und „Schleißheim“ begonnen.

1690

Au * Alleine die „holländische Tuchmacherei“ in der „Tuchfabrik für Militäruniformen“ gibt fast 2.000 Personen Brot und Lohn.

Neben „erstklassigen gelernten Arbeitern“ beschäftigt man „ausgediente Soldaten, arme Weiber und Kinder“, dazu kommen „eingewiesene Bettler und Nichtsnutze“. Anno 1682 schrieb die „Hofkammer“, dass „Arme im Wollhause zu München Beschäftigung finden, Faulenzer dagegen ins Zuchthaus“ eingeliefert würden.

Auch dieser Unternehmung war kein langes Leben beschieden.

Ab 1696 ging es auch mit der „Fabricca“ wieder bergab. Anno 1720 war sie am Ende.

24. Januar 1690

Frankfurt am Main * Joseph I. wird römisch-deutscher König. 

20. April 1690

Versailles * Maria Anna Christine Victorie, die ältere Schwester des Kurfürsten Max Emanuel und Gemahlin von Ludwig, dem Dauphin von Frankreich, stirbt in Versailles. 

18. Juni 1690

Freising * Bischof Joseph Clemens trifft in Freising ein, wo ihn Deputierte des Domkapitels in einem Zeltlager vor der Stadt begrüßen. Anschließend formiert sich ein Festzug, in dem „Ihro kurfürstliche Durchlaucht von Köln, unser gnädigster Herr“ in der blausamtenen, mit Gold reich verzierten Leibkutsche - begleitet von „zwei kleinen, getauften Türken“ - sitzt und mit großem Gefolge zum Domberg zieht. Kein anderer Freisinger Fürstbischof leistet sich einen solchen Aufwand für die feierliche Gestaltung der Einnehmung von Freising.

19. Juni 1690

Freising * In einer fünfteiligen Zeremonie ergreift Bischof Joseph Clemens Besitz von seiner Bischofskirche und der Bischöflichen Residenz. War der am Tag zuvor vollzogene Einzug nach Freising eine Darstellung des Freisinger Hofstaates und des Militärs, so gestaltet sich die Übernahme des Freisinger Dombezirks als eine Prozession des Hofstaates und der Geistlichkeit.

Den Abschluss der Feierlichkeiten bildet ein großes Freyschiessen, an dem sich zweihundertsechzig Schützen und Schützenkompanien in vier Durchgängen beteiligen. Acht Tage dauert das Schützenfest.

Bei den Umzügen stehen römische Gottheiten und die vier Elemente im Mittelpunkt. Fürstbischof Joseph Clemens tritt darin in der Rolle des „Capo der Sonnenquadrille“ auf.

25. Juni 1690

Freising * Selbst die baierische Kurfürstin und Kaisertochter Maria Antonia kommt nach Freising zu Besuch. Zu ihren Ehren wird ein Turnier mit Lanzen, Pfeilen, Pistolen und Degen veranstaltet.

1. Juli 1690

Haidhausen * Neben der Eingangstüre der alten Haidhauser Sankt-Johann-Baptist-Kirche findet sich nachstehender Text. Das dazugehörige Votivbild hat sich nicht erhalten.

„Im Jahr 1690 den 1. Juli entstand ein solches Hochgewitter, welches man sich beflissen mit läuten und Wettersegnen von dem Firmament zu vertreiben, verhoffend, solches ohne Schaden abzugehen.

Darauf augenblicklich ein solcher Donnerstreich geschah, daß sich Jedermann entsetzte, und wie zu sehen ein Donnerkeil in Kirchthurm geschlagen, auch an demselben abgefahren, und bey den Glockenseilern etlich Persohn niedergeschlagen und beschädiget, darunter eine ledige Weibspersohn der Strahl getroffen, daß sie des Todes verblieben, indem der Strahl so erschrecklich hin und wieder gefahren, dem Mesner unter den Füßen durch und einem Mann über dem Kopf“.


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