Um 1946

Aus dem „Ausflugslokal Hirschau“ wird das „Parkrestaurant Hirschau“

München-Englischer Garten - Hirschau * Aus dem „Ausflugslokal Hirschau“ wird das „Parkrestaurant Hirschau“.

Auf der großen Wiese vor dem Lokal entsteht der „Luna-Park“, mit Schiffsschaukeln, Karussells und einem großen Tanzplatz.


1946

Suchbegriffe

Englischer Garten, Hirschau, Ausflugslokal Hirschau, Parkrestaurant Hirschau, Luna-Park, Schiffschaukel, Karussell, Tanzplatz,

Weitere Ereignisse im Jahr 1946

Ab dem 1946

München-Au - USA * Der von Ludwig Weinberger gestaltete „Bugatti Royale“ wird vom „General-Motors-Ingenieur“ Charles Chayne restauriert.
Dabei werden zahlreiche Änderungen und Eingriffe vorgenommen.

Technisch gehört dazu

  • der Ersatz des einzelnen „Schebler-Vergasers“ durch eine Anlage mit vier „Strombergvergasern“ und
  • die Umrüstung von mechanischen auf hydraulische Bremsen.
  • Der Umbau der Bremsen erfordert andere Felgen, denn Bugatti hat die Trommelbremsen des Originals in die aus Guss-Aluminium gefertigten Felgen integriert, um die ungefederten Massen zu reduzieren. 
  • Charles Chayne setzt auf die neuen Stahl-Felgen eigens angefertigte, verchromte Radkappen.

Zu den äußerlichen Veränderungen gehört eine Umlackierung auf perlmutt-weiß mit schwarzen Akzenten, schwarzem Verdeck und ebensolchem Koffer.

Auch den Innenraum überarbeitet Charles Chayne nach seinen Vorstellungen. 

1946

München * Paul von Hindenburg, Franz Ritter von Epp, Franz Xaver Schwarz, Adolf Hitler und Hermann Göring werden die „Münchner Ehrenbürgerwürde“ aberkannt.

1946

München * Die Hörfunkserie des Bayerischen Rundfunks „Es dreht sich um Karl Valentin“ wird nach Protestbriefen aus Hörerkreisen nach der fünften Folge wieder eingestellt.

Nach 1946

München-Maxvorstadt * Das Anwesen Richard-Wagner-Straße 7 wird an die „Erbengemeinschaft Schülein“ zurückgegeben.

1946

München-Maxvorstadt * Die „Staatsschule für angewandte Kunst“ wird in die „Akademie der Bildenden Künste“ eingegliedert.

Ab Februar 1946

München * Liesl Karlstadt hat eine Rolle in dem Stück „Das schwedische Zündholz“ übernommen.

Es wird im „Volkstheater“ aufgeführt.

8. Februar 1946

München * „Ministerpräsident“ Wilhelm Hoegner, SPD, erhält den Auftrag, einen Entwurf für einen neue „Bayerische Verfassung“ zu erarbeiten. 

Im Sitzungssaal der ehemaligen „Preußischen Gesandtschaft“ in der Prinzregentenstraße 9 trifft sich der 21-köpfige „Verfassungsausschuss der Verfassungsgebenden Landesversammlung“ zu insgesamt 32 Sitzungen.

23. Februar 1946

Bonn * Konrad Adenauer, ein entschiedener „Katholik“ und späterer „Bundeskanzler“ der Bundesrepublik Deutschland, schreibt an Pastor Bernhard Custodis in Bonn über die „Bischöfe im Dritten Reich“ die nachfolgenden Zeilen: 

„Ich glaube, dass, wenn die Bischöfe alle miteinander an einem bestimmten Tage öffentlich von den Kanzeln aus dagegen Stellung genommen hätten, sie vieles hätten verhüten können.
Das ist nicht geschehen und dafür gibt es keine Entschuldigung. Wenn die Bischöfe dadurch ins Gefängnis oder in Konzentrationslager gekommen wären, so wäre das keine Schande, im Gegenteil.
Alles das ist nicht geschehen und darum schweigt man besser“
.

Ab März 1946

München * Der Gebäudeschutt wird - professionell und systematisch - geräumt. 

Mit Baggern und Flaschenzügen werden Mauerreste zum Einsturz gebracht, Sprengfirmen und das Sprengkommando der städtischen Feuerwehr sind im Einsatz, komplizierte Manöver plant die städtische „Bauwacht“

Mit einem Netz aus Kleinbahnen mit Dampflokomotiven und Kipploren werden die Trümmer beseitigt. Mit der „Bockerlbahn“ wird der Schutt nach Sendling, zum Luitpoldpark und aufs Oberwiesenfeld gebracht, wo die großen „Schuttberge“ entstehen. 

20. März 1946

München * Das „Kultusministerium“ erklärt die „Akademie der Bildenden Künste“ für aufgelöst und verfügt die Eröffnung einer „Hochschule für Bildende Künste“.

26. März 1946

München-Maxvorstadt * Knapp zehn Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und des Zusammenbruchs des „Dritten Reichs“ - gibt Oberbürgermeister Karl Scharnagel - anlässlich des „Tages der Opfer des Faschismus“ - bekannt, dass das Rondell zwischen Brienner Straße und Maximiliansplatz künftig den Namen „Platz der Opfer des Nationalsozialismus“ tragen wird. 

Seine Lage inmitten der Stadt und „vor allem die Tatsache, dass  das Denkmal des großen deutschen Dichters Friedrich von Schiller trägt, der Freiheit und Menschenwürde in seinen Werken feierte“, lassen diesen Ort „als Erinnerungsstätte besonders geeignet erscheinen“

Der Standort wird allerdings bewusst gewählt, denn schräg gegenüber - im 1944 zerstörten ehemaligen „Wittelsbacher Palais“ an der Brienner Straße 50 - befand sich das gefürchtete „Hauptquartier der Geheimen Staatspolizei“.
Das war das Zentrum der politischen Verfolgung.

Die Länge des Platznamens macht sein Aussprechen zwar praktisch unmöglich.
Doch das macht nichts, denn der Platz dient nicht als Adresse.
Er ist einfach ein Verkehrsknoten mit Grünfläche. 

Der Form halber hat er aber trotzdem eine Postleitzahl erhalten: 80333. 

11. April 1946

München * Die Stadt München ruft die Bewohner zur freiwilligen Räumhilfe auf.
4.943 Personen melden sich. 

Doch den Großteil der Räumarbeiten erledigen beauftragte sowie bezahlte Profis und keine Freiwilligen, aber keine „Trümmerfrauen“

30. April 1946

München * Die Stadt begeht den ersten „Jahrestag der Befreiung Münchens“

2. Mai 1946

München-Maxvorstadt * Die Benennung des „Platzes der Opfer des Nationalsozialismus“ sorgt bei Münchnerinnen und Münchner, denen die „Befreiung“ offensichtlich als Niederlage erscheint, für Unmut.  

In der Nacht zum 2. Mai wird eines der neuen Namensschilder abgeschraubt und an seiner Stelle eines mit dem Namen „Platz der Opfer demokratischer Menschenverdummung“ angebracht. 

Doch nicht nur die ehemaligen Täter - auch viele andere wollen keine Diskussion über die Verbrechen.
Oberst James Kelly, „Vorsitzender der US-Verwaltung“, wünscht keine Aufarbeitung der Vergangenheit.
Obwohl seine Aufgabe die Erziehung der Münchnerinnen und Münchner hin zur Demokratie ist, meint er, es ist angebracht, von der vergangenen Zeit überhaupt nicht mehr zu sprechen und sie und ihre Ereignisse nicht mehr dauernd zu erwähnen.

Die Vorbehalte bleiben bis in die heutige Zeit.
Dennoch wird der Platz zunehmend dazu genutzt, eine Gedenkkultur in München zu etablieren. 

16. Mai 1946

New York * Zu „Buffalo Bills“ Stars gehört die gefeierte und exzellente „Meisterschützin“ Annie Oakley.

aIhr wird später das weltberühmte Musical „Annie get your gun“ gewidmet.
Es hat in New York Uraufführung.

Juni 1946

München-Haidhausen * Die „Akademie der Tonkunst“ soll in der „Villa Stuck" ihren Unterrichtsbetrieb wieder aufnehmen. 

Nach einem kurzen Intermezzo im „Maximilianeum“ wird ihr die „Villa Stuck“ als neue Wirkungsstätte zugewiesen. 

6. Juni 1946

München-Graggenau * Der erste frei gewählte „Münchner Stadtrat“ kommt im provisorisch eingerichteten „Großen Sitzungssaal“ zusammen.

12. Juni 1946

München-Au * Die „Museum-Lichtspiele“ können mit dem Alfred-Hitchcock-Film „Im Schatten des Zweifels“ wieder eröffnet werden.

26. Juni 1946

Freistaat Bayern * Bis 30. September 1946 unternimmt Liesl Karlstadt mit dem Stück „Das schwedische Zündholz“ eine ausgedehnte Tournee durch 56 bayerische Städte.

30. Juni 1946

Freistaat Bayern - München-Maxvorstadt * Erstmals nach der Nazi-Diktatur finden in Bayern wieder demokratische Wahlen statt.

Die CSU wird mit 109 Abgeordneten stärkste Fraktion.
Der „Landtag“ wird in der „Aula der Ludwig-Maximilians-Universität“ tagen. 

7. August 1946

München * Die „Akademie der Tonkunst“ wird in „Staatliche Hochschule für Musik“ umbenannt. 

8. August 1946

München-Haidhausen * Die Studenten der „Staatlichen Hochschule für Musik“ übernehmen die „Villa Stuck“ für ihre Studienzwecke. 

Zeitweise sind hier bis zu 316 Studierende eingeschrieben, darunter auch - ab Oktober 1946 - Wolfgang Sawallisch. 

5. September 1946

Sanisbar-Stadt * Freddy Mercury, der spätere Leadsänger und Komponist von „The Queen“, wird als Farrokh Bulsara in Sansibar-Stadt, im heutigen Tansania, geboren. 

14. September 1946

München-Theresienwiese * Vertreter der Stadt und der „Militärregierung“ eröffnen auf der „Theresienwiese“ - statt des „Oktoberfestes“ - ein „Herbstfest“.  

Statt des „Märzenbieres“ gibt es „Dünnbier“.  
Gegen Abgabe bestimmter „Marken“ gibt es Brote, Wurst oder Backwaren.  
Die nicht mehr zeitgemäßen „Schießbuden“ waren durch „Ring- und Ballwurfbuden“ ersetzt worden.  
„Wiesn-Musik“ gibt es nur in einem der zwei „Bierzelte“.  

Das „Herbstfest“ ist noch kein „Oktoberfest“, aber der Anfang ist gemacht.  
Für die Landeshauptstadt war des „Herbstfest“ ein finanzieller Erfolg.

21. September 1946

München-Theresienwiese * Als Ersatz für das „Oktoberfest“ wird ein „Herbstfest“ durchgeführt.

Um Oktober 1946

München-Bogenhausen * In den „Festsaal“ der ehemaligen „Lauer-Villa“ wird eine „Synagoge“ eingebaut.

Sie ist das erste jüdische Gotteshaus in München nach dem Zweiten Weltkrieg.

15. Oktober 1946

Nürnberg * „Reichsmarschall“ Hermann Göring entzieht sich seiner Hinrichtung durch Selbstmord. 

16. Oktober 1946

Nürnberg * Der „Mastersergant“ Hazel Woods legt neun „Hauptkriegsverbrechern“ die Schlinge um den Hals.

Es sind dies

  • der „Außenminister“ Joachim von Ribbentrop;
  • der „Chef des Oberkommandos der Wehrmacht“ Wilhelm Keitel;
  • der „Chef der Sicherheitspolizei“ Ernst Kaltenbrunner;
  • der „Reichsminister für die besetzten Ostgebiete“ Alfred Rosenberg;
  • der „Generalgouverneur von Polen“ Hans Frank;
  • der „Innenminister“ Wilhelm Frick;
  • der „Herausgeber der antisemitischen Zeitung Der Stürmer“ Julius Streicher;
  • der „Gauleiter von Thüringen“ Fritz Sauckel;
  • „Generaloberst“ Alfred Jodl und
  • der „Reichskommissar für die Niederlande“ Arthur Seyss-Inquart.

„Reichsmarschall“ Hermann Göring hat sich mit einer Zyankali-Kapsel am 15. Oktober 1946 seiner Hinrichtung durch Selbstmord entzogen.

17. Oktober 1946

München * Liesl Karlstadt nimmt die Zusammenarbeit mit Karl Valentin wieder auf.

Zuerst mit gemeinsamen Rundfunkaufnahmen.

17. Oktober 1946

München-Obergiesing * In aller Frühe fahren Lastwagen der „US-Armee“ am „Krematorium des Ostfriedhofes“ vor.  

Ihre Fracht besteht aus zwölf Särgen, von denen zwei leer sind.  
Angeblich befinden sich darin die Leichen von zwölf in einem Krankenhaus verstorbenen „US-Soldaten“, die nun unter der Aufsicht von Offizieren eingeäschert werden sollen.  

Tatsächlich enthalten die Särge die Leichen von neun in Nürnberg am Tag zuvor hingerichteten „Hauptkriegsverbrechern“:  

Es sind dies:  

  • der „Außenminister“ Joachim von Ribbentrop;  
  • der „Chef des Oberkommandos der Wehrmacht“ Wilhelm Keitel;  
  • der „Chef der Sicherheitspolizei“ Ernst Kaltenbrunner;  
  • der „Reichsminister für die besetzten Ostgebiete“ Alfred Rosenberg;  
  • der „Generalgouverneur von Polen“ Hans Frank;  
  • der „Innenminister“ Wilhelm Frick;  
  • der „Herausgeber“ der antisemitischen Zeitung „Der Stürmer“ Julius Streicher;  
  • der „Gauleiter von Thüringen“ Fritz Sauckel;  
  • der „Generaloberst“ Alfred Jodl und  
  • der „Reichskommissar für die Niederlande“ Arthur Seyss-Inquart.  

Der zehnte Tote ist der „Reichsmarschall“ Hermann Göring, der sich am 15. Oktober 1946 seiner Hinrichtung durch Selbstmord entzogen hatte.  

In der Amtssprache hieß das:
„Die Leiche Hermann Wilhelm Görings ist zusammen mit den Leichen der Kriegsverbrecher, die gemäß dem Urteil des Internationalen Gerichtshofes am 16. Oktober in Nürnberg hingerichtet worden sind, verbrannt und die Asche im geheimen in alle Winde verstreut worden“

1. Dezember 1946

München * In einem „Volksentscheid“ wird über die neue „Bayerische Verfassung“ abgestimmt.

Mit 70,6 Prozent der abgegebenen Stimmen nimmt das bayerische Volk das Gesetzeswerk an.

1. Dezember 1946

Freistaat Bayern * Bei der ersten Wahl zum „Bayerischen Landtag“ erhält die CSU 104 Sitze, die SPD erringt 54, die „Wirtschaftliche Aufbauvereinigung - WAV“ 13 und die FDP 9 Sitze.

Dadurch kann „Ministerpräsident“ Hans Ehard ein reines „CSU-Kabinett“ leiten.

1. Dezember 1946

Freistaat Bayern * In einem „Volksentscheid“ stimmen die Bayern der neuen, unter der Führung des SPD-Politikers Wilhelm Hoegner ausgearbeiteten „Bayerischen Verfassung“ mit 70,6 Prozent der abgegebenen Stimmenzu. 

2. Dezember 1946

München * Das „bayerische Konkordat“ aus dem Jahr 1924 wird in der „Bayerischen Verfassung“ abgesichert. 

8. Dezember 1946

München * Die Verfassung des „Freistaats Bayern“ tritt in Kraft. 

21. Dezember 1946

München-Lehel * Hans Ehard von der „Christlich Sozialen Union - CSU“ wird zum ersten demokratisch legitimierten „Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern“ der Nachkriegszeit gewählt. 

Er richtet seine „Staatskanzlei“ in der Prinzregentenstraße 9 ein.


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