13. Oktober 1841

„Der Münchner“ erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 59 km/h

München-Englischer Garten - Hirschau * „Der Münchner“, die von dem englischen Ingenieur Joseph Hall in der Münchner „Hirschau“ gefertigte Lokomotive absolviert erfolgreich ihre Probefahrt auf der Strecke München - Augsburg.

Die Lokomotive ist noch vollständig einem englischen Vorbild nachgebaut.
Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32 km/h auf der Horizontalen bei 161 Tonnen Anhängelast übertrifft sie jedoch die Leistung der englischen Vorbilder.

„Der Münchner“ erreicht bei Probefahrten sogar eine Spitzengeschwindigkeit von 59 Stundenkilometern. 


1841

Suchbegriffe

Eisenbahn, Münchner, Hirschau, Augsburg, Lokomotive, Englischer Garten,

Personen

Maffei Joseph Anton Ritter und Edler von Hall Joseph Ingenieur

Weitere Ereignisse im Jahr 1841

1841

London * Eliza oder Betty James [= Lola Montez] befasst sich mit den damals modernen spanischen Tänzen und besucht einige Ausbildungsstunden bei einer Tanzlehrerin in London.  

Seit dieser Zeit gibt sie sich als spanische Adelige mit dem exotischen Namen „Maria de los Dolores Porrys y Montez” aus.

Bald stellten sich die ersten Verehrer aus den besten Londoner Kreisen ein und schon erscheint ihr Name in allen Zeitungen.  
Damit beginnt der Karriere-Stern der „Donna Lola Montez vom Teatro Real, Sevilla” zu leuchten.  

Das gebildete England begeistert sich seit den Dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts an Spanien und den von dort stammenden Tänzen. 

1841

München-Maxvorstadt * Das „Georgianum“, das weltweit einzige staatliche „Priesterseminar“, zieht in seinen Neubau an der Ludwigstraße.

1841

Vorstadt Au - Giesing * Die Auer legen Beschwerde ein, da die „Irrenanstalt“ ja innerhalb ihrer Grenzen liegt.

Die Giesinger Gemeindeverwaltung argumentiert damit, dass sich die aus der Au seit 1812 weder um die „Irrenanstalt“, noch um die Straßen und Wege gekümmert haben. Außerdem beweist alleine schon der Name „Giesinger Irrenhaus“ deren gemeindliche Zugehörigkeit.

Schließlich haben die Giesinger damit Erfolg.

1841

Vorstadt Au * Der „Krebsbauernhof“ umfasst 98,6 Tagwerk Grund.

Davon liegen im Steuerdistrikt Obergiesing 65,6 Tagwerk, der Rest verteilt sich auf die Au, Haidhausen und Perlach.

14. Januar 1841

München-Graggenau * Im Münchner „Hof- und Nationaltheater“ findet ein „Ringkampf“ statt.  

Gegen den bislang unbesiegten „französischen Herkules“ Jean Dupuis tritt der Meisinger Simmerl an - er ist „Hausknecht beim Faberbräu“.  

Der Simmerl zwingt den Franzosen auf den Boden und kassiert die als Belohnung ausgesetzten 1.000 bayerischen Gulden. 

Mai 1841

Haidhausen * Eine Spende König Ludwigs I. in Höhe von 10.000 Gulden und weitere Schenkungen und Sammlungen ermöglichen den „Frauen vom guten Hirten“ in Haidhausen den Bau einer Klosterkirche und von zwei Wohngebäuden.

1. Mai 1841

Haidhausen * Die Klosterinsassen des Ordens der „Frauen vom guten Hirten“ feiern - nach dem Vorbild ihres französischen Mutterhauses - in Haidhausen die erste - freilich noch nicht öffentliche „Maiandacht“.

12. Juni 1841

Berg am Laim * Die Klosterfrauen der „Englischen Fräulein“ eröffnen im ehemaligen Jagdschlösschen der Wittelsbacher - weit vor den Toren Münchens - mit dreizehn Zöglingen zwischen sechs und sechzehn Jahren die „Deutsche Werktagsschule der Englischen Fräulein in Berg am Laim“.

Im Gegensatz zum Nymphenburger Institut werden in Berg am Laim keine Töchter der höheren Stände erzogen.
„Hier wird das Institut für bürgerliche Stände bestimmt, die Gränzen einer guten Elementarschule, nach dem Schulplan des Königreichs Bayern, nicht überschritten.
Nur ausnahmsweise wird theoretischer Musikunterricht, sowie Unterricht in der französischen Sprache [...] ertheilt.

Dagegen werden die Zöglinge in allen Zweigen der weiblichen Hand-Arbeiten, und der Haushaltung, der Küche, der Wäsche, des Gartens usw. vorzugsweise eingeübt“.

Das angesprochene Bildungsziel für Mädchen unter König Ludwig I. lautet:
„Es [das Weib] soll das von Männern gefundene bloß lernen, um es zu benützen, und nur lernen, was sich in seinem Wirkungskreis als künftige Magd oder Frau, Gattin, Mutter, Gesellschafterin anwenden lässt“.

Der Elementarunterricht findet täglich je zwei Stunden vormittags und nachmittags statt.
Es bleibt also genügend Zeit für Hausfrauenarbeiten.

August 1841

München-Maxvorstadt - Schwabing * Das endgültige Reliefprogramm für das „Siegestor“ wird festgelegt. 

9. September 1841

München * Joseph Anton von Maffei vertritt gegenüber König Ludwig I. die Auffassung, dass es notwendig ist, „alles Eisenbahnmaterial im eigenen Land herzustellen, um unabhängig vom Ausland zu werden“.

Er habe zu diesem Zweck das „Lindauer'sche Hammerwerk, eine Eisenschmiede mit kleinem Walzwerk, erworben und zu einer Maschinenfabrik mit Gießerei und Kesselschmiede umgestaltet“.
Dort, in der „Hirschau“, stünde seine erste, mit eigenen Mitteln erbaute Lokomotive vor der Vollendung.

Und weil er die Maschine auch verkaufen will, bittet er den König - in einer peinlich unterwürfigen Sprache - zur Namengebung der Lokomotive:

„Euer Königliche Majestät wollen den in meiner Werkstätte erbauten ersten Bayerischen Dampfwagen den Namen Allergnädigst zu bestimmen geruhen.
Indem ich der Gewährung dieses allerunterthänigsten Gesuchs von Eurer Königlichen Majestät Huld und Gnade entgegenharre, erstrebe ich allertiefster Ehrfurcht Euer Königlichen Majestät
allerunterthänigst treugehorsamster Joseph Anton von Maffei“
.

11. September 1841

München - Berchtesdaden * Das von Joseph Anton von Maffei aufgesetzte Schreiben zur Namensgebung seiner in der „Hirschau“ gefertigten Lokomotive erhält der Verfasser mit einem von König Ludwig I. ausgeführten handschriftlichen Vermerk aus Berchtesgaden zurück: 

„Mit vielem Vergnügen erfuhr des Dampfwagens Erbauung aus München und dem ausgesprochenen Wunsche gemäß, daß ich ihm einen Namen geben möchte, soll er der „Münchner“ heißen“.

Von einem Kaufangebot für die Lokomotive ist nichts zu lesen.
Das wird bis noch 1845 dauern.

Überhaupt muss Joseph Anton von Maffei seine erste Lokomotive wie Sauerbier anbieten, denn „Der Münchner“ war keine Auftragsarbeit, sondern eher ein Gesellenstück, mit dem er die Leistungsfähigkeit seines Unternehmens unter Beweis stellen will.
Räder, Treibachse, Kesselbleche und einige feinmechanische Teile mussten noch aus England bezogen werden.

Und die „München - Augsburger Eisenbahngesellschaft“ hatte sich schon mit acht Lokomotiven eingedeckt und war damit überversorgt.

25. September 1841

Wöllkauer Anhöhe bei Irschenberg * In der Nacht vom 25. zum 26. September 1841 zitieren etwa 100 „Haberer“ auf der „Wöllkauer Anhöhe“ bei Irschenberg den Pfarrer Ignaz Kalm zur mitternächtlichen Stunde heraus und lesen ihm beim Schein von Fackeln und Laternen aufgrund seines „recht liederlichen Lebenswandels“ die Leviten.

Man wirft ihm unter anderem vor, dass „er sich mit Dirnen und Eheweibern abgebe, ja, daß er sich sogar soweit verfehlt habe, einer am Sterbebette befindlichen Weibsper­son die Schamteile zu berühren“.

Die Anschuldigungen führen dazu, dass der Pfarrer Ignaz Kalm „wegen seines äußerst unsittlichen und in der That höchst empörenden Wandels“ des Amtes enthoben wird.

Die „geistlichen Herren“ rücken immer mehr in das Zentrum der Verfolgung, je mehr die „Amtskirche“ mit der zunehmenden Kriminalisierung der „Haberer“ eine kritische Position gegenüber den „Treiben“ einnimmt. 

7. Oktober 1841

München-Englischer Garten - Hirschau * Die „Münchner“ genannte Lokomotive wird von „zehn Pferden gezogen und aufs Schönste mit Blumen und Girlanden geschmückt“ zum „Bahnhof auf dem Marsfeld“ gebracht.

Denn in der Zwischenzeit hatte Joseph Anton von Maffei, der „Vorsitzende der München-Augsburger-Eisenbahngesellschaft“, im „Maffeischen Eisenwerk“ in der „Hirschau“, mit dem Bau von Lokomotiven begonnen.
Das erforderliche technische „Know-how“ brachte der Engländer Joseph Hall in das Unternehmen ein. 

15. Oktober 1841

München-Kreuzviertel * Das „Hotel Bayerischer Hof“ kann seine Eröffnung feierlich begehen.

Zu den ersten Gästen gehört die Großherzogin Stephanie von Baden, die unter dem Namen einer „Gräfin von Malberg“ aus Karlsruhe absteigt.

29. Oktober 1841

München - Schleißheim * Robert von Langer wird „Direktor der Zentral-Gemälde-Galerie“.

In dieser Funktion darf er die „Alte Pinakothek“ einrichten und die „Schleißheimer Galerie“ umordnen.

13. November 1841

München - München-Kreuzviertel * Königin Caroline von Bayern stirbt.

König Ludwig I. verbietet die Aufbahrung der Toten in der evangelischen Kirche.
Sie wird stattdessen in die „Herzog-Maxburg“ gebracht. 

„Schloss Biederstein“ erbt ihre jüngste Tochter, die Herzogin Ludovika in Bayern. 

18. November 1841

München-Kreuzviertel * Der Sarg der evangelischen Königin Caroline wird in einem feierlichen Zug von der „Herzog-Maxburg“ zur „Theatinerkirche“ geleitet.

Sechzehn evangelische Geistliche gehen vor dem Sarg, dahinter König Ludwig I. und weitere hohe monarchische Würdenträger.

An der „Theatinerkirche“ angekommen, bleibt das Kirchenportal geschlossen.

Trotz schlechten Wetters muss die Aussegnung vor der Kirche vorgenommen werden. Erst dann können die sterblichen Überreste der Königin an die Priester des „Kollegiatsstifts von Sankt Cajetan“ übergeben werden.

Die katholischen Priester sind in gewöhnlicher Straßenkleidung erschienen, die Kirche ist dem Anlass entsprechend nicht ausgeschmückt, keine brennenden Kerzen, keine Orgelmusik, kein Gesang. Die evangelischen Geistlichen dürfen die „Theatinerkirche“ nicht betreten. Der Sarg wird ohne Gebet und Segen in der Gruft abgestellt. Angeordnet hat diese Maßnahmen gegen die „Häretikerin“ der Erzbischof von München-Freising, Lothar Anselm Freiherr von Gebsattel.

19. November 1841

München-Kreuzviertel * Der „Trauergottesdienst“ für die verstorbene evangelische Königin Caroline findet in der noch immer ungeschmückten „Theatinerkirche“ statt.

Erzbischof Lothar Anselm Freiherr von Gebsattel untersagt auch hier Gebete, Gesang, Kerzen und geistliches Ornat.


Verwendet in Führung:

04. Haidhausen - Das Franzosenviertel



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Maffei Joseph Anton Ritter und Edler von, Hall Joseph Ingenieur