1845

Die „Königliche Bayerische Staatsbahn“ kauft den „Münchner“

München-Englischer Garten - Hirschau * Da Joseph Anton von Maffei seine erste, im „Eisenwerk Hirschau“ gefertigte Lokomotive immer noch nicht verkauft hat, greift er zur Feder und schreibt an König Ludwig I. folgende Zeilen:

„Es sind sechs Jahre, seitdem der „Münchner“ zu bauen angefangen wurde.
Die Durchschnittszahl der in dieser Fabrik allein seither Beschäftigten Arbeiter beläuft sich für ein Jahr auf 230.
Jeder derselben, gering gerechnet, gebraucht zur Stillung seines Durstes des Tages drei Maaß Bier, was in sechs Jahren 1.511.100 Maaß betrug. 

Bekanntlich entrichtet die Maaß Bier beiläufig 1 Kreuzer ärarialischen Aufschlag, so entziffert sich an diesem einzigen Gefälle schon seither eine Staatseinnahme von ohngefähr 25.000 Gulden“.

Daraufhin kauft die „Königliche Bayerische Staatsbahn“ den „Münchner“ für 24.000 Gulden und reiht ihn unter der „Nummer 25“ in ihren Lokomotivenpark ein.


1845

Suchbegriffe

Hirschau, Der Münchner, Eisenbahn,

Personen

Maffei Joseph Anton Ritter und Edler von

Weitere Ereignisse im Jahr 1845

Um 1845

Haidhausen * Die „Brauerei zur Schwaige“, die heutige „Unionsbrauerei“ in Haidhausen, wird gegründet.

1845

München * Arnold Zenetti legt die „Examina im Hoch- und Tiefbau“ erfolgreich ab. 

1845

München-Isarvorstadt * Josef Schweiger zieht mit seinem Ensemble in das „Wirtshaus Drei Linden“ in der Müllerstraße, der heutigen Kolosseumstraße 4, wo er sein ganzjährig bespielbares „Isar-Vorstadt-Theater“ eröffnet.

1845

Ludwig-Main-Donau-Kanal * Der „Ludwig-Main-Donau-Kanal“ kann durchgängig befahren werden, erfüllt aber wegen seiner zu geringen Dimension nicht die in ihn gesetzten Erwartungen.

1845

München * Friedrich Bürklein wird zur „Generalverwaltung der kgl. Eisenbahnen“ nach München versetzt und studiert - im Regierungsauftrag - Eisenbahnhochbauten in Deutschland, Österreich, Belgien, Holland, Frankreich und England.

Daher kommt es, dass viele bayerische Staatsbahnhöfe nach Bürkleins Plänen errichtet werden.

1845

England * Friedrich Engels veröffentlicht sein Werk „Über die Lage der arbeitenden Klasse in England“, das ihn auch in Deutschland populär macht.

Darin schreibt er: „Die Teilung der Arbeit, die Benutzung der Wasser- und besonders der Dampfkraft und der Mechanismus der Maschinerie - das sind die drei großen Hebel, mit denen die Industrie seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts daran arbeitete, die Welt aus ihren Fugen zu heben. [...]

Denn wie die neue Industrie erst dadurch bedeutend wurde, dass sie die Werkzeuge in Maschinen, die Werkstätten in Fabriken - und dadurch die arbeitende Mittelklasse in arbeitendes Proletariat, die bisherigen Großhändler in Fabrikanten verwandelte; wie also schon hier die kleine Mittelklasse verdrängt und die Bevölkerung auf den Gegensatz von Arbeitern und Kapitalisten reduziert wurde, so geschah dasselbe, außer auf dem Gebiet der Industrie im engeren Sinne, in den Handwerken und selbst im Handel. [...] Die wichtigste Frucht aber dieser industriellen Umwälzung ist das englische Proletariat“.

1845

München - London * König Ludwig I. lässt an den königlichen Gesandten in London, Baron de Getto, einen langen Brief schreiben:
„Bekanntlich wird auf den englischen Posten das Porto für inländische Correspondenz nicht in der anderwärts üblichen Weise berechnet, sondern mittelst eigentümlicher Stempel erhoben“.

Mit diesem „Stempel“ meint Ludwig I. die „Briefmarke“ mit dem Konterfei der damals zwanzigjährigen Königin Viktoria.

1845

??? * Adolf Friedrich von Schack bringt sein dreibändiges Werk „Geschichte der dramatischen Literatur und Kunst in Spanien“ heraus.

3. Januar 1845

Zittau * Johanna Maria Schatte, die spätere Mutter von Karl Valentin,  wird in Zittau (Sachsen) geboren.

7. Januar 1845

München * Prinz Ludwig III. wird als Sohn des späteren „Prinzregenten“ Luitpold und dessen Frau Auguste geboren. 

Er ist damit der älteste Enkel des regierenden Königs Ludwig I. und rund achteinhalb Monate älter als der als „Märchenkönig“ berühmt gewordene Ludwig II..

August 1845

Bonn * Von Paris kommend trifft Lola Montez in Bonn auf Franz Liszt, der dort in Gegenwart königlicher Hoheiten eine Beethoven-Statue enthüllt.  

In Anwesenheit französischer und deutscher Würdenträger stürmt Lola in den Festsaal, springt auf einen Tisch und „tanzte zwischen den Schüsseln“.  

Zu einem weiteren Skandal kommt es in Baden-Baden, als Lola Montez im „Spielsalon“ für einen neben ihr sitzenden Herrn ihr Kleid bis zum Oberschenkel hochzieht, um ihm den im Strumpfband steckenden Dolch zu zeigen.  

Doch solche höchst gewagten Aktionen tragen nur zur Steigerung des Bekanntheitsgrades der jungen Frau bei. 

25. August 1845

Schloss Nymphenburg * Ludwig (II.) wird am Geburts- und Namenstag seines Großvaters Ludwig (I.) um 0:30 Uhr in „Schloss Nymphenburg“ geboren.

Sein Vater, Max II., ist zu diesem Zeitpunkt „Kronprinz“.
Seine Mutter Marie war eine geborene Prinzessin von Preußen.

26. August 1845

Schloss Nymphenburg * Im „Steinernen Saal“ von „Schloss Nymphenburg“ wird der spätere bayerische Thronfolger auf den Namen Otto Ludwig Friedrich Wilhelm getauft.

Es besteht Unklarheit in der Frage, wer als „Taufpate“ fungierte.
Eine Aussage spricht von Bayerns König Ludwig I. und seiner Gemahlin Therese, eine andere Aufzeichnung von König Otto von Griechenland und Friedrich Wilhelm IV. von Preußen.

15. November 1845

München * Ludwig (II.) erhält den neu eingeführten Titel „Erbprinz“ für den ältesten Sohn des „Kronprinzen“ Max II..

28. November 1845

München-Au * Die „Armen Schulschwestern“ beziehen das heutige Gelände nahe dem Mariahilfplatz in der Au. 

1. Dezember 1845

München-Kreuzviertel * Die „Stände-Versammlung“ wird für den 1. Dezember 1845 einberufen und tagt bis zum 24. Mai 1846.  

Die feierliche Eröffnung der Zusammenkunft der „Volksvertreter“ findet, wie bereits beim vorhergegangen Treffen des Jahres 1842, in der „Residenz“ statt.  
König Ludwig I. sucht das „Ständehaus“ in der Prannerstraße nicht mehr offiziell auf.  

Neun Abgeordnete werden ausgeschlossen, darunter acht „Protestanten“.  
Nun kochte der Widerstand gegen die „Konfessionspolitik“ des „Innenministers“ Karl August von Abel hoch.  

Die evangelischen „Untertanen“ fühlen sich schon seit längerer Zeit zurückgesetzt und ungerecht behandelt. 

12. Dezember 1845

München * König Ludwig I. muss den „Kniebeugeerlass“ vollständig zurücknehmen. 


Verwendet in Führung:




Hirschau, Der Münchner, Eisenbahn
Maffei Joseph Anton Ritter und Edler von, König Ludwig I. König