9. August 1923

Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Großfeuer“

München-Maxvorstadt * Premiere des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Großfeuer“ im „Steinickesaal“ in der Adalbertstraße 15.

Das Stück wird 67 Mal aufgeführt.


1923

Suchbegriffe

Bühnenstück: Großfeuer, Steinickesaal, Adalbertstraße 15,

Personen

Valentin Karl Karlstadt Liesl

Weitere Ereignisse im Jahr 1923

1923

Lehel - Haidhausen * Neben dem Kloster und der angeschlossenen „Pfarrei St. Anna“ übernehmen die „Franziskaner“ auch noch die neu errichtete „Pfarrei St. Gabriel“ in Haidhausen.

1923

Englischer Garten - Tivoli * Das bei den Münchnern als Ausflugslokal beliebte „Tivoli“ schließt für immer seine Pforten.

1923

Oberföhring - Englischer Garten * Trotz der Aufweitung ihres Flussbetts im Jahr 1889 hat sich die Isar weiter in den Untergrund eingegraben.

Mit dem Bau des „Stauwehrs Oberföhring“ steigt der Wasserspiegel um vier Meter an.
Doch unterhalb des „Stauwehrs“ befindet sich fast kein Wasser mehr, weil 92 Kubikmeter Isarwasser in der Sekunde in den. „Isarkanal“ umgeleitet werden.

In der Folge sinkt der Grundwasserspiegel im nördlichen „Englischen Garten“, weshalb die alten Bäume reihenweise absterben.

1923

Schwabing * Der „Biedersteiner See“ ist eingetrocknet und halb verfüllt.

1923

Berlin * Mit der „Personalabbauverordnung“ wird das „Zölibat für Beamtinnen“ wieder eingeführt.

Dort heißt es:  
„Das Dienstverhältnis verheirateter weiblicher Beamter und Lehrer [...] kann jederzeit gekündigt werden. [...] Dies gilt auch bei lebenslänglicher Anstellung“.  

Gleichzeitig wird eine „Heiratsprämie“, eine Abfindungssumme im Falle der Eheschließung, eingeführt.
Die Beamtinnen verlieren nicht nur ihre Arbeit, sondern auch jeglichen Anspruch auf Pension. 

1923

Hackenviertel * Eine erste Aufzeichnung des Auftritts von Karl Valentin und Liesl Karlstadt auf der „Monachia-Bühne“ zeigt „Orchester- und Fliegerszenen“.

Der Film ist verschollen.

1923

Untergiesing * Im „Inflationsjahr“ 1923 kaufte die Berliner „Lederfirma Adler und Oppenheimer“ die Aktienmehrheit an dem Giesinger Unternehmen auf.

In Folge der „Rezession auf dem internationalen Ledermarkt“ entschloss sich die Firma, ihre Münchner Niederlassung aufzulösen.

Das riesige Firmengelände verkaufte sie - mit Gewinn - an die „Münchner Siedlungs-GmbH“.

Um 1923

Schwabing * Unter der Regie von Erich Engel und Berthold Brecht entsteht der Stummfilm „Die Mysterien eines Frisiersalons“.

Er wird auf dem Speicher eines Hauses in der Tengstraße gedreht.

Karl Valentin lässt den Film aus dem Verkehr ziehen, nachdem er zufällig entdeckt, dass eine amerikanische Groteske den gleichen Inhalt erzählt.
Worum es sich handelte, ist allerdings unklar.

1923

Obergiesing - Untergiesing * Ende 1922 häufen sich die „Propagandamärsche“ der politischen Parteien durch Giesing.

Rechte, linke und konservativ-katholische Parteien ziehen durch die Straßen und singen ihre Parteilieder.

„So habe ich aus einem Lied der Nationalsozialisten gehört: ‚Der Tag der Abrechnung wird kommen‘.
Dass solche Lieder in der Hochburg des Kommunismus, in Obergiesing, reizen, ist selbstverständlich“
, schreibt Polizeikommisar Prebeck von der Polizeistation an der Tegernseer Landstraße.

1923

München * Der Stummfilm „Karl Valentin und Liesl Karlstadt auf der Oktoberfestwiese“ wird gedreht.

14. Januar 1923

Maxvorstadt * Pater Rupert Mayer spricht auf dem „Königsplatz“ vor 10.000 Menschen gegen die „Besetzung des Ruhrgebiets“ durch französische Truppen.

14. Januar 1923

München * Johanna Maria Fey, Karl Valentins Mutter, stirbt.

1. März 1923

Wien * Karl Valentin und Liesl Karlstadt spielen bis 31. März in Wien bei „Leopoldi/Wiesenthal" in der Rotgasse.

Um April 1923

Maxvorstadt * Es kommt zur ersten persönlichen Begegnung zwischen Adolf Hitler und Dr. Fritz Gerlich in der Richard-Wagner-Straße 27.

Gerlich zweifelt bereits zu dieser Zeit an Hitlers intellektuellen Fähigkeiten.

1. Juni 1923

Zürich * Gastspielreise von Karl Valentin und Liesl Karlstadt nach Zürich, wo sie bis 15. Juni in der „Bonbonniere“ auftreten.

1. Juli 1923

Bogenhausen * Die von Friedrich Lauer in seiner Villa in der Neuberghausener Straße 11 gegründete „Münchner Edelmesse GmbH“ wird in eine „Aktiengesellschaft“ umgewandelt.

Sie wird als „Ständige Musterschau Deutscher Qualitätswaren mit Großhandelsvertretung für das In- und Ausland“ definiert.
Nur geschultes, sprach- und warenkundiges Verkaufspersonal bedient die kaufkräftige, elitäre und vornehme Kundschaft.

„Kein Schund, kein Kitsch, keine Ramschware wird zur Schau gestellt, sondern Gediegenes, Zweckentsprechendes, Echtes, mit einem Wort: „Edles“.

26. September 1923

München * Die bayerische Regierung ernennt Gustav Ritter von Kahr zum „Generalstaatskommissar“, auf den die gesamte exekutive (vollziehende) Gewalt übergeht.

Kahr, Lossow und der Chef der „Landespolizei“, Hans Ritter von Seisser, regieren Bayern als „Triumvirat“ und bereiten zusammen mit Rechtsradikalen in Norddeutschland den Staatsstreich in München und Berlin vor.

Oktober 1923

Theresienwiese * Die „Inflation“ zwingt den Magistrat zur Absage des „Oktoberfestes“.

November 1923

Haidhausen * Dr. Fritz Gerlich ist mit Begeisterung dabei, als unter Mitwirkung des „Generalstaatskommissars“ Gustav Ritter von Kahr der „Staatsstreich gegen das Reich“ vorbereitet wird.

Kahrs Rede im „Bürgerbräukeller“ stammt aus den Redaktionsräumen der „Münchner Neuesten Nachrichten“.
Dr. Fritz Gerlich hat an ihr mitgearbeitet.

6. November 1923

Kreuzviertel * Michael von Faulhaber, der seit dem Kriegsende nicht müde wird zu betonen, dass die Ausschaltung der Kirchen aus dem öffentlichen Leben Anstand, Sitte, öffentliche Moral und Autoritätsglauben untergraben, verweigert sich aber gegenüber dem „Reichskanzler“ Gustav Stresemann, als ihn dieser im Oktober 1923 bittet, „sich in den Dienst der Sache der sittlichen Wiedergeburt zu stellen“

Zwei Tage vor dem sogenannten „Hitler-Putsch“ teilt ihm der „Kardinal“ mit, dass er für eine Mitarbeit „aus gesundheitlichen Gründen und aus kirchenrechtlichen Bedenken“ nicht zur Verfügung steht.

Ansonsten meint er aber, „daß die Kirche es als eine Gewissenspflicht empfindet, an der sittlichen Wiedergeburt des Volkes, im Besonderen an dem Abbau der Kritiksucht und an der Pflege des Autoritätssinnes, an dem Abbau- der Selbstsucht und an der Pflege des Opfersinnes nach Kräften mitzuarbeiten.“  

Weitere allgemein gehaltene und nicht zur Problemlösung beitragende Floskeln folgen. 

8. November 1923

Haidhausen * Adolf Hitler stürmt mit einem bewaffneten Stoßtrupp den „Bürgerbräukeller“, in dem die „Freie Vereinigung von Erwerbsständen“ zu einer Veranstaltung eingeladen hatte, und erklärte die „Nationale Revolution“ für „ausgebrochen“.

Am nächsten Tag machen sich die „Putschisten“ auf den Weg in die Innenstadt.

An der „Feldherrnhalle“ kommt es zu einer Schießerei mit der „Landespolizei“.
Sechzehn „Putschisten“ und vier Polizisten kommen dabei ums Leben.

9. November 1923

Maxvorstadt * Beim „Hitler-Putsch“ ist das „Kriegsministerium“ ein Zwischenziel des „Marsches nach Berlin“, der jedoch an der „Feldherrnhalle“ gestoppt wird.

Ernst Röhm besetzt im Auftrag Hitlers mit 400 Bewaffneten sein eigenes Bürohaus, in dem er „Stabsoffizier“ war.
Ohne Erfolg!

15. November 1923

Wien * Karl Valentin und Liesl Karlstadt geben bis 15. Dezember ein Gastspiel im „chat noir“ in der Mariahilferstraße in Wien.


Verwendet in Führung:

12. Auf den Spuren eines Genies - Karl Valentin



Bühnenstück: Großfeuer, Steinickesaal, Adalbertstraße 15
Valentin Karl, Karlstadt Liesl