30. April 1945

Amerikanische Truppen befreien München von den Nazis

München * Auf ihrem Vormarsch gegen die „Alpenfestung“ befreien amerikanische Truppen München.

Die „Rainbow Division“ besetzt Hitlers Wohnung am Prinzregenten Platz 16.
Im Geldschrank finden die Amerikaner zwölf Exemplare der ersten Ausgabe von „Mein Kampf“ mit Autogramm, jedoch keinerlei Wertsachen und Dokumente.


1945

Suchbegriffe

Alpenfestung, Rainbow-Devision, Prinzregentenplatz, Mein Kampf,

Personen

Hitler Adolf

Weitere Ereignisse im Jahr 1945

1945

München-Lehel * Die Einwohnerzahl im „Lehel“ hat sich auf 4.000 reduziert. 

Nach 1945

München * Die Brüder Hopp strengen einen Prozess zur Firmenauseinandersetzung und Auflösung der „oHG“ an.

Daraus entstehen für jeden eine Firma:

  • Das „Transhand-Möbelhaus, Inhaber Christian Hopp“ und
  • die „Transhand, Transport und Lagerei, vormals Falk & Fey, Inhaber Robert Hopp“.
Bis 1945

München-Englischer Garten - Lehel * Der Zusammenfluss aller äußeren Stadtbäche wird - bis zur Kreuzung mit dem „Eisbach“ - als „Schwabinger Bach“ bezeichnet.
Dieser Bachabschnitt wird seither „Eisbach“ genannt. 
Er beginnt unter der Prinzregentenstraße mit der Vereinigung des „Stadtmühlbachs“ und des „Stadtsägmühlbachs“.

Genau umgekehrt ist es beim jetzigen „Schwabinger Bach“.
Er heißt bis 1945 „Eisbach“.
So heißt der Bachabschnitt ab der Galeriestraße nach dem Zusammenfluss von „Kögelmühlbach“ und „Kainzmühlbach“.

Ab der Kreuzung zwischen „Eisbach“ und „Schwabinger Bach“ besteht wieder die alte Namensgebung.

1945

München-Isarvorstadt * Ella und Toni Reichenbach werden Wirtinnen der „Deutschen Eiche“.

Nach 1945

München-Maxvorstadt * Die „Talare“ des „Professoren-Kollegiums“ an der „Akademie der Bildenden Künste“ werden nur noch in vereinfachter Form hergestellt.

1945

Deutsches Reich und Ausland * In den „Lebensborn-Heimen“ sollen etwa 8.000 Kinder geboren worden sein, davon vor 1940 etwa 80 Prozent, nach 1940 etwa 50 Prozent „unehelich“.

Fast alle Akten und Unterlagen des „Lebensborn e.V.“ wurden vernichtet, sodass genaue Einzelheiten nur schwer festzustellen sind.

1945

München-Untergiesing * Die „Braunauer Eisenbahnbrücke“ wird erneut durch Sprengungen beschädigt.

7. Januar 1945

München-Maxvorstadt * Die Wohnhäuser in der Richard-Wagner-Straße 1 und 3 werden in der Nacht zum 8. Januar durch Bomben zerstört. 

Hausnummer 5 wird beschädigt.

7. Januar 1945

München-Maxvorstadt * In der Bombennacht zum 8. Januar werden die „Villa Freundlich“ an der Brienner Straße 43 und die „Villa Klopfer“ an der Brienner Straße 41 zerstört.

7. Januar 1945

München-Maxvorstadt * Das Anwesen Richard-Wagner-Straße 16 wird durch Bomben zerstört, das Nebengebäude Richard-Wagner-Straße 18 erhält nur leichtere Schäden. 

Danach wird das geräumte Ruinengrundstück als Parkplatz benutzt.

7. Januar 1945

München-Kreuzviertel * Nach mehreren Treffern brennt das „Kaufhaus Oberpollinger“ in der Nacht zum 8. Januar vollkommen aus. 

Was nicht durch die Bomben zerstört ist, wird gestohlen. 

Ab 9. Januar 1945

Berlin * Die „Hauptverhandlung“ gegen Alfred Delp vor dem „Volksgerichtshof“ in Berlin beginnt.

„Hitlers Blutrichter“, der „Präsident des Volksgerichtshofs“, Dr. Roland Freisler, führt die Verhandlung und beschimpft den Angeklagten mit den Worten:
„Sie Jämmerling, Sie pfäffisches Würstchen - und so etwas erdreistet sich, unserem geliebten Führer ans Leben zu wollen. [...]
Eine Ratte - austreten, zertreten sollte man so was“.

11. Januar 1945

Berlin * Alfred Delp wird wegen „Hochverrats“ zum Tode verurteilt.

11. Januar 1945

Berlin * Die „Hauptverhandlung vor dem Volksgerichtshof“ gegen Franz Sperr beginnt. 

Er kam durch Aussagen und Unterlagen von Mitgliedern des „Kreisauer Kreises“ nach dem misslungenen Attentat auf Hitler in die Fänge der „Gestapo“.

15. Januar 1945

München * Alle in „Mischehe“ lebenden arbeitsfähigen Juden sollen bis zum 15. Februar per Sammeltransport in das „Ghetto Theresienstadt“ deportiert werden.

23. Januar 1945

Berlin * Der wegen „verräterischen Unterlassens“ in einem Ringen des Reiches „um Sein und Nichtsein“ zum Tode verurteilte Franz Sperr wird hingerichtet.

27. Januar 1945

Auschwitz * Sowjetische Truppen befreien das „Konzentrationslager Auschwitz“

2. Februar 1945

Berlin * Der 37-jährige „Jesuitenpater“ Alfred Delp wird in Berlin-Plötzensee gehängt. 

Seine Asche wird auf den „Berliner Rieselfeldern“, auf denen man die Abwässer der Metropole versickern lässt, verstreut.

19. März 1945

Berlin * „Reichskanzler“ Adolf Hitler befiehlt: 

„Alle militärischen, Verkehrs-, Nachrichten-, Industrie- und Versorgungsanlagen, die sich der Feind für die Fortsetzung seines Kampfes irgendwie sofort oder in absehbarer Zeit nutzbar machen kann, sind zu zerstören“.
Und weiter: „Entgegenstehende Weisungen sind ungültig“.

Für „Gauleiter“ Paul Giesler ist nun der Zeitpunkt gekommen, alle Isarbrücken Münchens zu sprengen.

20. März 1945

Giengen * Erhard Auer stirbt auf einem Transport in Giengen an der Brenz. 

30. März 1945

Ripley * Eric Patrick Clapton wird in Ripley, Borough of Guildford, in Großbritannien geboren.  

Der englische Blues- und Rock-Gitarrist und -Sänger ist 20-facher „Grammy“-Gewinner und als einziger Musiker dreifaches Mitglied der „Rock and Roll Hall of Fame“.  

Clapton prägte mit seinen Bands Yardbird und Cream sowie als Solo-Musiker die Entwicklung des Bluesrocks seit den 1960er Jahren wesentlich mit.  
Er gilt als einer der bedeutendsten Gitarristen. 

Um April 1945

Straubing * Die „Guillotine“ wird aus dem „Gefängnis München-Stadelheim“ nach Straubing transportiert.

Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner wird die Köpfmaschine - angeblich - in den Fluten der Donau versenkt - und nie gehoben. 

Das Mordinstrument von Johann Reichhart soll sich nach den neuesten Recherchen im Depot der Bayerischen Nationalmuseums befinden. 

Bis Ende April 1945

Deutsches Reich * In der Zeit von 1924 bis 1945 vollstreckt alleine der „Scharfrichter“ Johann Reichhart die Todesurteile an 3.009 Personen, darunter an 250 Frauen.

Ende April 1945

München-Au * Die „Museum-Lichtspiele“ müssen kriegsbedingt schließen.

Ende April 1945

München-Maxvorstadt * Die „Wehrmacht“ bleibt bis Kriegsende Herr im Haus des ehemaligen „Kriegsministeriums“, dem „Wehrkreiskommando VII“.

April 1945

München-Neuhausen * Nach fünf Luftangriffen ist von der Firma „Transhand Transport- und Handels oHG, vormals Falk & Fey“ nur mehr ein „Tempo-Dreirad-Lieferwagen“ und zwei Lagerhäuser übrig geblieben.

17. April 1945

München * Der letzte und zugleich 73. Luftangriff der alliierten Bomber auf München findet statt. 

Bei den Luftangriffen der alliierten Truppen sind insgesamt

  • 6.632 in München lebende Personen ums Leben gekommen,
  • 15.800 werden verwundet.
  • Rund 300.000 Münchner sind obdachlos geworden.
  • Die Bevölkerungszahl Münchens geht von 824.000 im Jahr 1939 auf 479.000 im Jahr 1945 zurück.
24. April 1945

Berlin - München * „Reichsleiter“ Martin Bormann schreibt an den „Münchner Gauleiter“ und „Reichsverteidigungskommissar“ Paul Giesler ein Telegramm mit dem Inhalt:
„Verteidigen Sie Ihren Gau mit Rücksichtslosigkeit und Schärfe!“

Aus München sollte ein „positives Stalingrad“ werden.

25. April 1945

München-Maxvorstadt * Das Haus in Richard-Wagner-Straße 11 erhält einen Volltreffer eines späten Bombardements und muss vorübergehend vollständig geräumt werden.

Das HsNr. 13 erhält Schäden durch den Luftdruck.

29. April 1945

München * Nur wenige Stunden bevor die amerikanischen Soldaten München besetzen, will ein „Sprengkommando der Wehrmacht“ die „Ludwigsbrücke“ zerstören.
Ihre Erhaltung verdanken wir den Überredungskünsten des Kommissars der „Landespolizei“, Jakob Eder.

Ungehorsame Zivilisten retten durch ihren Einsatz die „Großhesseloher-“ und „Bogenhausener Brücke“.

Die „Grünwalder Brücke“, diejenige bei Föhring und die strategisch völlig unbedeutende „Bosch-Brücke“ am „Deutschen Museum“ fliegen aber dennoch in die Luft.

30. April 1945

München-Haidhausen * Mit dem „Einmarsch der Amerikaner“ wird die „Villa Stuck“ umgehend von den US-Militärbehörden beschlagnahmt. 

Da die unteren Räume für Bürozwecke zu dunkel sind, wollen die „Amis“ die Wände weiß übertünchen.
Diese Maßnahme kann gerade noch verhindert werden.
Auch deshalb, weil die Besatzer ins Nachbarhaus umziehen. 

30. April 1945

München * Die „Befreiung Münchens“.

Amerikanische Truppen marschieren in der bayerischen Landeshauptstadt ein. 
Die Situation der Münchner folgendermaßen dar: 

  • Es gibt mehr als 6.000 Bombentote.
  • 82.000 zerstörte Wohnungen.
  • 5 Millionen Kubikmeter Schutt mit einem Gesamtgewicht von 7 Millionen Tonnen. 
  • In 9 Stadtbezirken sind mehr als die Hälfte der Häuser zerstört.
  • Hunderttausende Münchnerinnen und Münchner sind obdachlos.
  • Die Münchner Straßen sind von 3.500 Bombeneinschlägen verwüstet.
  • Die Gas-, Wasser-, Strom- und Telefonleitungen sind unterbrochen.
  • 90 Prozent der Bahnanlagen sind zerstört.
  • Die Münchner Straßenbahn ist die am schwersten beschädigte in allen drei Westzonen. 
Nach Mai 1945

München-Obergiesing * Nach dem Zweiten Weltkrieg etabliert sich im Obergiesinger Gasthaus „Schweizer Wirt“ der „Hundemarkt“, auf dem nicht nur die Hunde ihren Besitzer wechseln, sondern auch illegal arbeitende Hundemetzger ihre Opfer erstehen.  

Im geräumigen, viereckigen Hof der Wirtschaft gibt es Hunde aller Größen und Rassen.  
Am Boden liegen Lattenroste, damit die Hunde trocken sitzen können.  
Je nach Temperament - schwanzwedelnd oder phlegmatisch - erwarteten sie ihr Schicksal.  
Kleinere Hunde sind in Körben untergebracht.

Trotz des warnenden Schildes „Annähern und Füttern der Hunde verboten, die Vereinsleitung übernimmt keine Haftung“, wird jedes lebende Ausstellungsstück gestreichelt.  
Und die Ware informiert sich schnuppernd über die Kundschaft.  

Jeden Samstag, zwischen 13 und 16 Uhr, herrscht hier ein ohrenzerreißendes Gekläffe und Gewinsel.  
Hier kann hier jeder seinen „Zamperl“ verkaufen.  
Man muss nur die Platzgebühr - 30 Pfennig für einen jungen, 50 Pfennig für einen Hund über sechs Monaten - bezahlen können.  

Veranstalter ist der „Verein Hundebörse“, der das Geschäft bereits seit dem Jahr 1898 betreibt. 

Ab Mai 1945

Bayern - Amerikanische Besatzungszone * Nach dem Einmarsch der Amerikaner in München holt man den „Scharfrichter“ Johann Reichhart aus seinem Haus im Gleißental.

Er muss jetzt für die Besatzungsmacht arbeiten und auf Befehl der amerikanischen Militärregierung bis 1947 weitere 156 Hinrichtungen vollziehen.

Den „Mastersergant“ Hazel Woods hat er in der „Kunst des schnellen Tötens am Galgen“ einzuweisen.

Woods erhängt die im „Nürnberger Prozess“ verurteilten „Hauptkriegsverbrecher“.

Mai 1945

München-Untergiesing * Von den 1.350 „Harritschwägen“, die im Jahr 1939 im Dienst der „Müllabfuhr“ standen, sind bei Kriegsende fünfzig Prozent vernichtet, der Pferdebestand ist sogar um siebzig Prozent gesunken.

Um den Betrieb aufrecht erhalten zu können, behilft sich die Stadt mit Holzvergaser-Autos und alten Wehrmachtsfahrzeugen. Die Arbeitskräfte kommen aus anderen städtischen Stellen.

Da es sonst keine Entsorgungsmöglichkeiten gibt, lässt man den „Müll“ einfach in Bombentrichtern, Geländemulden und Kiesgruben verschwinden, die bei späteren Bauvorhaben als teuere „Altlasten“ wieder zum Vorschein kommen.

Nach Mai 1945

München-Untergiesing * Nach dem Krieg verlegt die „Templer-Ordensgemeinschaft“ ihren Sitz nach Untergiesing.

Sie mietet das „Anton-Ungerer-Palais“ an der Birkenleiten 27, die Villa des Maschinenfabrik-Besitzers Joseph Ungerer.

Als dieser sein Anwesen an die „Landeshauptstadt München“ verkauft, bezahlen die „Templer“ die Miete an die Stadt.

Nach Mai 1945

München-Untergiesing * Nach dem Krieg wird das „Marianum“ in der heutigen, stark bereingten Form wieder aufgebaut.

Mai 1945

München-Graggenau * Das „Neue Rathaus“ ist ein „Hauptsitz der amerikanischen Militärregierung“.

Mai 1945

München * Als die Amerikaner Ende April 1945 München besetzen, finden sie nur noch 84 Juden vor.

Ab Mai 1945

München * Bei der Schutträumung haben die Verkehrswege Vorrang, sodass bereits erste Straßenbahnen ihren Betrieb wieder aufnehmen können. 

Die ersten Straßen werden von kriegsgefangenen deutschen Soldaten freigelegt. Diese werden unterstützt von NSDAP-Mitgliedern, die von den US-Besatzern zur Mitarbeit gezwungen werden. Ohne ihre Mithilfe bekommen sie keine Marken für Lebensmittel. 

Das Münchner Stadtarchiv zählt nicht mehr als 1.500 Menschen, die sich in nennenswertem Umfang am Schutträumen beteiligt haben. Davon waren etwa 1.300 Männer und 200 Frauen.

Von diesen waren wiederum 90 Prozent zuvor in nationalsozialistischen Organisationen tätig gewesen. 

Nach Mai 1945

München-Untergiesing * Nach massiven Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wird die „Bäcker-Kunstmühle“ wieder aufgebaut und in das Eigentum der „Bäcker-Innung“ zurückgeführt.

2. Mai 1945

München * Die amerikanische Militärregierung gliedert die „Berufsfeuerwehr“ aus der Polizei aus.

8. Mai 1945

Deutschland * Der „Tag der bedingungslosen Kapitulation“.

Der Zweite Weltkrieg ist für Deutschland verloren.

8. Mai 1945

München * Nur noch 64 Juden können von den US-Truppen bei Kriegsende in München „befreit“ werden.

11. Mai 1945

Kloster Ettal - München-Kreuzviertel * Pater Rupert Mayer kehrt nach fast fünfjähriger Abwesenheit nach „Sankt Michael“ zurück.

28. Mai 1945

München * Als erster „Bayerischer Ministerpräsident“ wird auf Vorschlag von Kardinal Michael von Faulhaber der vorletzte Vorsitzende der „Bayerischen Volkspartei - BVP“, Fritz Schäffer, von den Amerikanern eingesetzt. 

Die Amerikaner haben den „Kardinal“ gebeten, ihnen einen geeigneten Mann für dieses Amt zu nennen. 

Fritz Schäffer gehört zu den Gründern der „Christlich-Sozialen Union“, die sich als Nachfolgerin der katholischen „Bayerischen Volkspartei“ versteht.
Mit der „CSU“ erhält die Kirche eine politische Organisation, die ihre Belange durchsetzen hilft.

Der „Verbindungsmann“ zwischen Kirche und Partei ist Prälat Georg Meixner, der als „Vorsitzender des kulturpolitischen Ausschusses der CSU“ fungiert. 

Nach Juni 1945

München-Englischer Garten * Der „Englische Garten“ wird noch lange Zeit nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Auf dem „Hirschanger“ werden 93.000 Kubikmeter Schutt gelagert.
Die „Schönfeldwiese“ ist von „Splitterschutzgräben“ durchzogen.
680 Bombentrichter hat der Bombenkrieg alleine im „Englischen Garten“ hinterlassen.

8. Juni 1945

München-Maxvorstadt * Der Soldatensender „American Forces Network - AFN“ nimmt von der Kaulbachstraße 15 aus seinen Betrieb auf.

Die technischen Einrichtungen sind vorhanden, weil die „Gauleiter“ Adolf Wagner und Paul Giesler ihre Informationen von hier aus über Kabel direkt zum „Sender Ismaning“ übertragen haben.

29. Juni 1945

Salzburg * Das Leben des Grafen Arco endet ebenso abrupt, wie sein Ruhm begonnen hat: 

Nach Kriegsende stirbt Anton Graf Arco auf Valley mit seinem Auto - für damalige Zeiten ein Zeichen seltenen Wohlstands - bei einem Verkehrsunfall.
Kurz hinter Salzburg überholt er mit seinem Wagen ein Pferdefuhrwerk und stößt bei diesem Manöver mit einem entgegenkommenden Fahrzeug der amerikanischen Armee zusammen. 

Um Juli 1945

München-Lehel * Nach der ersten Sicherung der Bausubstanz beginnt man nach dem Ende des Krieges mit der Eindeckung des neuen Dachstuhls der „Anna-Klosterkirche“.  

Anschließend wird das Gewölbe, das sich durch die Hitzeeinwirkung um 25 Zentimeter gesenkt hat, stabilisiert und die zerstörten Kapitelle nachgegossen.  
Aus den verbliebenen Resten komponieren die Mitglieder der Pfarrgemeinde einen fragmentarischen Hochaltar.  
Auch die Seitenaltäre werden in vereinfachter Form neu gestaltet.

Um August 1945

München-Haidhausen * Die Familie Heilmann-Stuck bezieht den von den Bombardierungen verschonten Teil der Dachzimmer in der „Villa Stuck“

7. August 1945

München-Berg am Laim * Die Berg am Laimer Halserspitzstraße und Halserspitzplatz werden wieder in Schüleinstraße und Schüleinplatz zurück benannt.

18. September 1945

München * Die mangelnden Bemühungen bei der „Entnazifizierung“ führen zur Absetzung des „Ministerpräsidenten“ Fritz Schäffer.

Gleichzeitig wird Wilhelm Hoegner von der SPD zum „Ministerpräsidenten“ ernannt.

19. September 1945

München * Die amerikanische Militärregierung verfügt mit der „Proklamation Nr. 2“ die Bildung der „Verwaltungsgebiete“ Groß-Hessen, Württemberg-Baden und Bayern, „die von jetzt ab als Staaten bezeichnet werden“.

Die von den Amerikanern im Rahmen ihrer Demokratisierungsbestrebungen eingesetzten bayerischen Staatsregierungen stehen aber unter der Oberhoheit der „US-Militärregierung für Bayern“.

„US-General“ Clay, erst stellvertretender, später oberster „Militärgouverneur“, schrieb später in seinen Memoiren:
„Rückblickend meine ich, dass wir diese Aufgabe sicher als hoffnungslos angesehen hätten, wenn wir das chaotische Durcheinander voll überblickt hätten“.

20. September 1945

München * In der amerikanischen Besatzungszone werden politische Parteien zugelassen.

Oktober 1945

München-Theresienwiese * Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs lassen die Durchführung des „Oktoberfestes“ nicht zu.

Um Oktober 1945

München-Haidhausen * Günther Franke richtet im ehemaligen „Bildhauer-Atelier“ der „Villa Stuck“ eine „Galerie für Werke des 20. Jahrhunderts“ ein. 

3. Oktober 1945

München-Kreuzviertel * Pater Rupert Mayer wird auf eigenem Wunsch von Kardinal Faulhaber von den Aufgaben als „Präses der Marinaischen Männerkongregation“ entbunden.

6. Oktober 1945

München * Die „Süddeutsche Zeitung“ erscheint zum ersten Mal, als erste Zeitung im Nachkriegs-Bayern. 

16. Oktober 1945

München-Haidhausen * Die ehemaligen Vereinsmitglieder des „Turn- und Sportvereins München-Ost“ gründen in der „Gaststätte Sedan“ in Haidhausen und gründeten den Verein neu.

Nur wenige Monate später zählte der Verein bereits über elfhundert Mitglieder. 

1. November 1945

München-Kreuzviertel * Pater Rupert Mayer erleidet während der Messe in der nicht zerstörten „Kreuzkapelle“ in der „Sankt-Michaels-Kirche“ einen Schlaganfall, dem er wenige Stunden später im Krankenhaus „Josephinum“ erliegt.

Da ihn seine Beinprothese aufrecht hält, prägen die Münchner daraufhin das Wort:
„Selbst im Tod ist Pater Mayer nicht umgefallen“.

8. November 1945

München-Graggenau * „Kardinal“ Michael von Faulhaber weiht die „Mariensäule“ am Marienplatz neu ein. 

Ab 20. November 1945

München * Liesl Karlstadt spielt im „Volkstheater“ in dem Stück „Sturm im Wasserglas“.

20. November 1945

Nürnberg * Der „Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess“ beginnt.

24 Mitglieder der NS-Führung werden von den Alliierten für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen.
Es ist ein Medienspektakel ersten Ranges, aber kein Tribunal.

Um Dezember 1945

Planegg * Karl Valentin träumt von der Errichtung eines eigenen Filmateliers. 

Es bleibt beim Träumen.

Um Dezember 1945

München-Maxvorstadt - München-Schwabing * Der Abriss des „Siegestores“ wird beschlossen.

23. Dezember 1945

München-Maxvorstadt * Ida Krone eröffnet einen neuen provisorischen Zirkusbau an der Marsstraße. 


Verwendet in Führung:

02. Haidhausen - dort wo's bogenhauserisch ist
36. Täterorte - Opferorte * Nationalsozialismus



Alpenfestung, Rainbow-Devision, Prinzregentenplatz, Mein Kampf
Hitler Adolf