Dezember 1804

Napoleon will dynastische Verbindungen mit den europäischen Häusern

Paris - München - Wien * Napoleon Bonaparte will eine dynastische Verbindung zwischen seiner Familie und den großen europäischen Häusern. 

Der baierische Minister Maximilan Joseph von Montgelas unterstützt den Gedanken, Napoleons Stiefsohn Eugéne Beauharnais, Vizekönig von Italien, mit Auguste Amalie, der Tochter des baierischen Kurfürsten, zu verehelichen.


1804

Suchbegriffe

Dynastische Verbindung,

Personen

Napoleon Bonaparte französischer Kaiser Montgelas Maximilian Joseph Graf von Auguste Amalie Beauharnais Eugéne

Weitere Ereignisse im Jahr 1804

1804

Schwabing * „Hofbaumeister“ Franz Thurn überarbeitet „Schloss Biederstein“.

Friedrich Ludwig Sckell legt den Garten neu an.

1804

Untergiesing * Die eingeleiteten Untersuchungen, ob bei der Verleihung der „Hofmarksrechte“ alles mit rechten Dingen zugegangen ist, ziehen sich bis zum Jahr 1804 hin und werfen alles über den Haufen.

Sie kommen zum Ergebnis, dass sowohl die Erteilung der „Jurisdiktion“ über die 68 „Untertanenfamilien“, als auch die „Edelsitzverleihung“ an Franz Anton von Pilgram unstatthaft war und damit ungültig sei.

„Pilgramsheim“ muss wieder der „Niedergerichtsbarkeit“ der „Hofmark Falkenau“, die einverleibten Auer Häuser wieder der „Auer Gerichtsbarkeit“ unterstellt werden.

Im Laufe der Untersuchungen geht das Pilgram'sche Besitztum in mehrere Hände über.

1804

München-Isarvorstadt * Das Projekt „Ausbau des Torweges am Isartor“ wird wieder aufgegriffen.

Der Grund liegt in dem seit dem Ende des 18. Jahrhunderts zunehmenden Verkehr durch das „Isartor“.  

Sowohl München als auch die Gemeinden rechts der Isar sind enorm angewachsen.  
Dem entsprechend erhöht sich auch der tägliche Pendelverkehr.  

War die Ausfallstraße zu Rumfords Zeiten noch mit 28 Fuß [ca. 8,40 Meter] geplant worden, so fordert man jetzt eine Breite von 48 Fuß [ca. 14,40 Meter].  
Die Regierung erhöht die Straßenbreite am 1. September 1807 sogar auf 100 Fuß. 

Anno 1804

München-Lehel * Die Regierung hat beschlossen, in den ehemaligen Klostergebäuden der „Hieronymiten“ die „kurfürstliche Leibjägerei“ und die „Gewehrkammer“ unterzubringen. 

1804

Bogenhausen * Freiherr Maximilian Joseph von Montgelas lässt unterhalb Bogenhausen durch Oberst Adrian von Riedl eine Holzbrücke über die Isar errichten, die er als bequeme Verbindung nach München nutzt. 

Sie hält bis zum Jahr 1812. 

1804

München * Franz Maria Schweiger gehört der Schauspielertruppe des Lorenz Lorenzoni an.

1804

Marquartstein * Joseph Hazzi berichtet in seinen „Statistischen Auffschlüsse über das Herzogthum Baiern“ über die Bewohner in dem Gebiet um Marquartstein bei Traunstein:  

„Sie heiraten gern und sehr früh, erzeugen viele Kinder, mitunter eben so viele uneheliche, das man nicht nur für kein sündhaftes, sondern vielmehr für ein gutes Werk hält“

1804

München * Aron Elias Seligmann wird das „Rechnungswesen des Ministerialauswärtigen Départements“ übertragen.

Das heißt, er übernimmt die Auszahlung der Gehälter an die Beamten des auswärtigen Dienstes des baierischen Kurfürsten Max IV. Joseph in München und im Ausland. 

Gleichzeitig gründet Seligmann ein Bankhaus und gewährt dem wirtschaftlich zerrütteten Kurfürstentum Baiern Darlehen und Zuschüsse in Millionenhöhe.

Dadurch stabilisiert sich die wirtschaftliche Situation im durch Landzuwächse immer größer werdenden Kurfürstentum. Durch die bessere Finanzausstattung Baierns finden sich weitere Geldgeber.

Im Gegenzug werden der Familie die vollen „bürgerlichen Rechte“ zugestanden.

1804

Bogenhausen * Oberst Riedel baut die erste Isarbrücke bei Bogenhausen.

Sie hält bis zum Jahr 1812.

2. Januar 1804

München-Kreuzviertel * Im ehemaligen „Theatiner-Kloster“ findet die erste öffentliche Versteigerung von Mobiliar des Klosters statt. 

30. Januar 1804

Schwabing * Das „Schloss Biederstein“ kommt von Kurfürst Max IV. Joseph als Schenkung „in die Hände unserer vielgeliebten Frauen Gemahlin“ Caroline. 

9. März 1804

München * Friedrich Ludwig Sckell übernimmt die extra für ihn geschaffene „Hofgartenintendanz“ mit Sitz in München. 
Zu diesem Zeitpunkt ist der „Englische Garten“ bereits weitgehend angelegt.

Freiherr Reinhard von Werneck wird seiner Stellung als „Direktor des Englischen Gartens“ enthoben.
Er wird vom Kurfürsten zum Trost zum „Generalmajor á la suite“ befördert und mit der „Reorganisation des Kadettenkorps in München“ beauftragt.

Für den „Englischen Garten“ treten nun ökonomische Gesichtspunkte zugunsten der Anlage eines großflächigen „Landschaftsgartens“ in den Hintergrund.
Friedrich Ludwig Sckell legt aus diesem Grund einen „Plan A“ an, der den vom ihm vorgefundenen Zustand der „Gartenanlage“ festhält.

4. Mai 1804

Petersburg - Berlin * Zar Alexander I. schließt ein „Defensivbündnis“ mit Preußen.

18. Mai 1804

Paris * Napoleon Bonaparte wird als erblicher Kaiser von Frankreich proklamiert. 

24. Mai 1804

München-Graggenau * Der Grundstein für das „Palais Salabert“, dem heutigen „Prinz-Carl-Palais“, wird gelegt. 

Das Gartenpalais wird nach Plänen von Carl von Fischer erbaut.

21. Juli 1804

München-Kreuzviertel - München-Graggenau * In einem „kurfürstliches Reskript“ an die „Oberbaierische Militär-Inspektion“ heißt es:

„Wir haben gnädigst beschlossen, den bisherigen Parade-Platz dem Vergnügen des Publikums allein zu widmen, und zu diesem Zwecke verschönern zu lassen.
Dagegen bestimmen Wir den Platz des ehemaligen Franziskaner-Klosters zur Zeit als Parade-Platz, und eröffnen solches Unserer oberbaierischen Militär-Inspektion zu Anweisung der hiesigen Kommandantschaft“
.

Das „Franziskanerkloster“ ist inzwischen abgerissen und der dazugehörige „Friedhof“ eingeebnet worden.
Der dadurch entstandene große Raum erhält bald darauf die Bezeichnung „Max-Joseph-Platz“.
Über den Gräbern des „Franziskanerfriedhofs“ stampfen seither Soldatenstiefel, vor allem aus der „Kosttor-Kaserne“ und der „Kreuzkaserne“

Bis zum Frühjahr 1826 dient der heutige „Max-Joseph-Platz“ als „Exerzierplatz“ der „Münchner Garnison“, um sich auf einen potenziellen Einsatz sorgfältig vorbereiten zu können.

Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt es keine militäreigenen großen „Truppenübungsplätze“.
Die eigentliche Truppenausbildung muss daher auf den „Kasernenhöfen“ und „Exerzierplätzen“ stattfinden.

11. August 1804

Wien * Franz II. nimmt - ohne Rücksprache mit den „Reichsfürsten“ und unter Bruch der „Reichsverfassung“ - als „Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ den Titel eines erblichen Kaisers von Österreich an.  
Damit ändert er auch seinen Namen in Franz I. Joseph Karl.  

Gleichzeitig gliedert er seinem Kaiserreich sämtlichen Reichsbesitz ein, über den er ohne Zustimmung des „Reichstags“ eigentlich gar nicht verfügen darf.  

Den Titel des „Erwählten Römischen Kaisers“ trägt er unabhängig davon bis zum 6. August 1806. 

November 1804

Rom * Kronprinz Ludwig I. befindet sich bis Herbst 1805 auf seiner ersten Reise nach Rom.

Von der Stadt so beeindruckt, will er auch in München haben, „was zu Rom ‚museo‘ heißt“.

6. November 1804

Petersburg - Wien - Stockholm * Zar Alexander I. schließt ein „Defensivbündnis“ mit Österreich und Schweden.

14. November 1804

München * Die Kurfürsten-Witwe Maria Leopoldine geht eine Ehe mit Ludwig Joseph Graf von Arco ein. 

2. Dezember 1804

Paris * Napoleon Bonaparte krönt sich zum Kaiser von Frankreich. 

31. Dezember 1804

München * Offiziell gibt es in München 31 „Kaffeeschenken“.
Davon elf „Realrechte“ und zwanzig „persönliche Konzessionen“.

Der Unterschied zwischen den „Kaffeeschenken“ und den „Traiteurs“ wird beseitig.
Beiden wird gestattet „Billards zu halten und nebst Kaffee und anderen Getränken auch Kost zu geben“


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Dynastische Verbindung
Napoleon Bonaparte französischer Kaiser, Montgelas Maximilian Joseph Graf von, Auguste Amalie, Beauharnais Eugéne