Bis 1927

Ein evangelischer „Betsaal“ in der „Volksschule an der Kolumbusstraße“

München-Au * Eine der „Turnhallen“ der „Volksschule an der Kolumbusstraße“ dient der evangelischen Gemeinde bis zum Bau der „Martin-Luther-Kirche“ als „Betsaal“.


1927

Suchbegriffe

Kolumbusplatz, Kolumbus-Schule, Betsaal, Martin-Luther-Kirche, Protestanten,

Weitere Ereignisse im Jahr 1927

1927

Wien - München * Der „Deutsche und österreichische Alpenverein - DuOeAV“ erklärt den „Arier-Paragraphen“ reichsweit für „zulässig“.

1927

München-Graggenau - München-Angerviertel * Die „Moriskentänzer“ von Erasmus Grasser aus dem „Alten Rathaus“ kommen in das „Stadtmuseum“.

1927

München-Maxvorstadt * Münchens erste elektrische Ampel leuchtet auf der Nordseite des Bahnhofplatzes.

Ab 1927

München * Erste Ausstellungen von Karl Valentins „Alt-Münchner Bildersammlung“.

1927

München-Au * Von 1927 bis 1933 wird die „Parkanlage am Tassilopolatz“ umgestaltet.  

Der Teich verschwindet und im Süden wird ein großer Sandkasten errichtet.  
Bei dieser Umgestaltung bleibt der inzwischen groß gewordene Baumbestand mit Ausnahme der in der Mitte stehenden Bäume erhalten.  
Die Wege führen parallel zu den angrenzenden Straßen um die Rasenfläche herum. 

1927

Berlin * In Berlin erscheint eine Broschüre mit dem euphorischen Titel: „Doch deutscher Seidenbau! Der lohnende neue Betriebszweig“. In der Broschüre ist die Rede vom „mangelnden Rohstoff im Lande“ und den durch Professor Pasteur besiegten Raupenkrankheiten.

Außerdem hätten deutsche Raupenzüchter neue „Blutlinien“ hervorgebracht, die die „deutsche Raupe“ einen bedeutend längeren Faden spinnen lässt, als ausländische Raupen. Sozusagen die „deutsche Turbo-Seidenraupe“. Und weiter: Es sollte unbedingt die „deutsche Edelbrut“ verwendet werden, da von „ausländischer Brut“ eine erhebliche Infektionsgefahr ausgeht. Schließlich will man sich ja auch die Unabhängigkeit vom Ausland bewahren. 

1927

Halle * In Halle kommt es zur Gründung des Reichsverbandes für deutschen Seidenbau.

Eine Denkschrift an den Deutschen Reichstag trägt den Titel „Deutscher Seidenbau schafft Werte für Volk, Staat, Familie, ist Kulturaufgabe, ist soziale Tat“. Natürlich dreht sich bei der schon von nationalsozialistischem Gedankengut durchdrungenen Schrift alles um die „deutsche Seide“, um die „deutsche Maulbeere“ und natürlich um die „deutsche Brut“

1927

München-Obergiesing * Trotz der fehlenden kirchlichen Erlaubnis - beauftragte man Hans Grässel im Jahr 1927 mit dem Bau eines „Krematoriums auf dem Ostfriedhof“, das anno 1929 endlich eingeweiht werden konnte. 

1927

München-Bogenhausen * Die „Villa Lauer“ in der Neuberghausener Straße 11 wird von den „Suevia-Corpsbrüdern“ für 320.000 Rentenmark gekauft.

Es war das großzügiste und exclusivste Verbindungshaus Münchens.

1927

München-Au - Trudering * Auch wegen des Konkurrenzdrucks der Konsumvereine weicht Josef Bernbacher mit seiner Bäckerei von der Rablstraße 38 nach Trudering aus. 

Ab 1927

München-Maxvorstadt * An der Stelle der abgebrochenen „Heß-Villa“ in der Luisenstraße lässt die Landeshauptstadt München einen neuen Museumsbau errichten.

1927

München-Maxvorstadt * Der „Heß-Atelierbau“ und die „Heß-Villa“ an der Luisenstraße werden abgerissen.

1927

Thüringen * Seit dem Jahr 1927 sammeln ehemals bayerische Pfarrer in Thüringen Protestanten, die den „völkischen Enthusiasmus“ an die Stelle des „christlichen Glaubensbekenntnisses“ setzen und in Adolf Hitler den neuen „Heiland und Erlöser“ sehen.

1. Januar 1927

München-Obergiesing * Die „Martin-Luther-Kirche“ ist fertig zur Einweihung.

Natürlich erreichte diese Kirche nicht die Dimensionen der katholischen. „Heilig-Kreuz-Kirche“, ist aber mit elf Metern Breite und 19 Metern Länge durchaus eine der größeren evangelischen Kirchen Münchens.
Auf jeden Fall ist sie die höchstgelegene.

Bereits am Tag der Einweihung reichen ihre 800 Plätze nicht mehr aus für die hereindrängenden Giesinger Protestanten.
Anders als bei früheren Kirchenbauten ist hier ein Zentrum mit Kirche und großem Pfarrhaus entstanden.
Trotz der hohen Kosten von 971.225 Mark kann man die Kirche noch mit reichem Bauschmuck und einer Orgel ausstatten.

Außen, auf der Bronzetür des Hauptportals, sind die wichtigsten der 95 Thesen Luthers zu lesen; rechts und links davon stehen die Figuren der vier Evangelisten und der vier großen Propheten.
Das Innere der Kirche ist mit Gemälden ausgestattet, die alle einem theologischen oder geschichtlichen Programm folgen.

5. Januar 1927

München * Das „Landgericht München I“ hebt in der „Widerspruchsverhandlung“ die einstweilige Verfügung wieder auf, die Hermann Haller gegen das Valentin-Karlstadt-Bühnenstück „Im Senderaum“ am 21. Dezember 1926 erwirkt hatte. 

Theaterdirektor Hermann Haller zieht nach dieser Niederlage vor das „Oberlandesgericht München“
Und nachdem er auch dort nicht zu seinem Recht kommt, zieht er vor das „Reichsgericht“ in Leipzig. 

8. Januar 1927

München-Kreuzviertel * Nachdem sich die hanseatische Kaufmannsfamilie „Emden & Söhne“ aus München zurückzieht, übernimmt Rudolph Karstadt für drei Millionen Reichsmark das „Kaufhaus Oberpollinger“ in der Neuhauser Straße. 

16. April 1927

Marktl * Joseph Aloisius Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., wird in Marktl geboren. 

2. Mai 1927

München * Karl Valentin besucht eine Fahrschule zum Erwerb des Führerscheins.

Obwohl man ihm bestätigt, dass er „an 13 verschiedenen Tagen eine Gesamtstrecke von 150 km während eines Zeitraumes von im ganzen 8 ¾ Stunden unter Aufsicht auf öffentlichen Wegen und Plätzen gelenkt hat“, legt er - trotz dreimaliger Aufforderung - die Prüfung nicht ab. 

23. Mai 1927

Bunzlau * Dieter Hildebrandt kommt in Bunzlau (Schlesien) zur Welt. 

7. Juni 1927

München-Maxvorstadt * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Bühnenstücks „Im Photoatelier“ im Apollo-Theater in der Dachauer Straße 19. Das Stück wird 348 Mal gespielt.

26. Juli 1927

München-Ramersdorf * Das Kennedy-Brünnlein an der Ramersdorfer Kirchhofmauer spendet erstmals Wasser.

31. August 1927

Konnersreuth * Im Auftrag der „Münchner Neuesten Nachrichten“ untersucht Dr. Fritz Gerlich die rätselhafte Heilung und „Stigmatisierung der Therese Neumann von Konnersreuth“.

Gerlich will - wie er sagt - „dem Schwindel auf die Spur kommen“.

2. Oktober 1927

Berlin - München * Aus Anlass des 80. Geburtstags des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg wird der Kurt-Eisner-Mörder Anton Graf Arco auf Valley endgültig amnestiert.

Eine Amnestie beseitigt weder das Urteil noch die Schuld des Straftäters. Sie ist in diesem Fall ein vollständig erfolgter Straferlass


Verwendet in Führung:

20. Untergiesing




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