1863

Der „Turnverein München“ eröffnet seine erste „Turnhalle“

München-Isarvorstadt * Aus dem „Münchner Turnverein“ wird der „Turnverein München“.

Die Vereinsmitglieder können der Eröffnung ihrer ersten „Turnhalle“ beiwohnen.
Sie befindet sich an der Jahnstraße in der „Isarvorstadt“.


1863

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Weitere Ereignisse im Jahr 1863

1863

München-Haidhausen * Eine neue „Münchner Bauordnung“ regelt das Bausystem derart, dass im „Ostbahnhofviertel“ der geschlossen bebaute Häuserblock bestimmend ist.

Das kommt den Bauspekulanten recht, da diese ohnehin kein Interesse an einer „offenen Bauweise“ haben.

1863

München * Die Ernennung zum „Adeligen lebenslänglichen Reichsrat der ersten Kammer des Landtags“ durch König Max II. ist der Höhepunkt der politischen Karriere von Joseph Anton von Maffei.

Damit gehört er dem höchsten bayerischen Gremium an und sitzt an der Spitze der Entscheidungsträger. 
Dieses politische Engagement verschafft dem Geschäftsmann und dem gesamten „Geldadel“ seiner Zeit einen massiven Informationsvorsprung. 

Mit diesem Insider-Wissen ist es vergleichsweise einfach, sein Geld in gewinnbringende Projekte und Immobiliengeschäfte zu investieren.
Von der „Karmelitenbrauerei“ in Regensburg über das „Gut Weichs“ bei Ohlstadt zu einer „Villa in Feldafing“ und einem weiteren Großanwesen in der Nähe von Iffeldorf, das „Gut Staltach“.

1863

München * Der „Münchner Männerturnverein“ betreibt die Gründung einer „Freiwilligen Feuerwehr“.

Doch die bürgerlichen Entscheidungsträger lassen das Projekt erneut scheitern.

Bis zum Jahr 1863

München-Haidhausen * Nachdem die „Unheilbaren vom Spital am Gasteig“ nach Untergiesing gebracht worden waren, werden die Gebäude des ehemaligen „Leprosenhauses“ abgerissen.

Nur die Anstaltskirche „sancti Nycolai ad Lepros“ und die „Altöttinger Kapelle“ bleiben bestehen.

1863

München-Untergiesing - Cannstadt * Die evangelische Familie des Carl Kraemer aus Cannstadt in Württemberg kommt in das Giesinger Geviert, wo sie und ihre Nachkommen die „Kraemer‘sche Kunstmühle“ betreiben.

1863

München-Haidhausen * Die Kirchturmkuppel der Haidhauser „Sankt-Johann-Baptist-Kirche“ muss erneuert werden.

Trotz der 1.000 Gulden höheren Kosten entscheidet sich der Münchner Magistrat für die schlanke, bis heute bestehende „Spitzpyramide“.

Bis 1863

München - München-Au * Die erste Betriebszeit des von Michael Zechmeister eingerichteten, schienenunabhängigen Verkehrsmittels dauert lediglich von 1861 bis 1863.  

Während dieser Zeit werden drei Linien eingerichtet.  
Dabei erreicht die „klassische Strecke“ den Mariahilfplatz und damit das Herz der Au.  
Giesing und Haidhausen - aber auch die anderen „Vorstädte“ - werden nicht angefahren. 

1863

München - München-Maxvorstadt * Die Familie des Steyrer Hans nach München, wo sie die Gastwirtschaft „Wilhelm Tell“ führt.

Standesgemäß erlernt der Hans das „Metzgerhandwerk“ in einem Laden am Maximiliansplatz.
Zwischendurch holt er sich Ochsenviertel vom Haken und stemmt sie zur Ertüchtigung.

Januar 1863

München-Englischer Garten - Schwabing * Der „Großhandelsaufmann“ Benedikt Benedikt vergrößert durch Zukäufe sein für einen „Zoologischen Garten“ vorgesehenes Grundstück am Westrand des „Englischen Gartens".

Es hat jetzt die Größe von sechs Fußballfeldern und ist damit etwa ein Zehntel des heutigen „Tierparks Hellabrunn“.

Die landschaftliche Anlage des „Zoologischen Gartens“ übernimmt der königliche „Hofgärtner“ August Klein.
Die Bauten erstellt der Münchner Architekt Carl Schönhammer.

Als nächstes werden Tiere angeschafft, die das Münchner Klima vertragen müssten.

23. Februar 1863

Tettenweis * Franz Stuck wird in Tettenweis in Niederbayern geboren. 

Sein Vater ist der Müller Franz Stuck, seine Mutter Anna ist eine geborene Schuhwerk. 

20. März 1863

Athen * Die griechische Nationalversammlung wählt auf Empfehlung Englands den 17-jährigen Prinzen Wilhelm Georg von Dänemark zum neuen König. 

Er wird als Georgios I. gekrönt. 

23. Mai 1863

Leipzig * In Leipzig wird der „Allgemeine Deutsche Arbeiterverein - ADAV“ gegründet und Ferdinand Lassalle zum „Präsidenten“ gewählt. 

6. Juni 1863

Bamberg * Die ehemalige fürstbischöfliche Residenz in Bamberg wird der neue Wohnsitz für das abgesetzte griechische Königspaar Otto und Amalie. 

13. Juli 1863

Wien * Die Hauptstreitmacht der Osmanen steht vor Wien. 

25. August 1863

Schloss Hohenschwangau * Seinen 18. Geburtstag und damit seine „Volljährigkeit“ feiert „Kronprinz“ Ludwig II. auf „Schloss Hohenschwangau“.

September 1863

München-Graggenau * Kronprinz Ludwig [II.] bezieht mit seinen Erziehern die „Kronprinzen-Appartements“ im „Festsaalbau“ der „Residenz“

September 1863

München * Mit Professor Karl von Pilotys Befürwortung kann Eduard Theodor Grützner ein Kunststudium in München beginnen.

20. September 1863

Berchtesgaden * „Kronprinz“ Ludwig II. leistet in Berchtesgaden den Eid auf die „Bayerische Verfassung“.

Um den 10. Oktober 1863

München-Kreuzviertel * Der „Bayerische Landtag“ genehmigt die für die Stadtviertel des Münchner Ostens so wichtig werdende Eisenbahnstrecke über Mühldorf zur österreichischen Landesgrenze.
Zeitgleich bewilligt er 15,4 Millionen Gulden für den Bau der Linie.  

Die genaue Streckenführung ist zu diesem Zeitpunkt allerdings an mindestens zwei Stellen noch offen.

  • Einmal, weil auf österreichischer Seite die rund fünfzig Kilometer lange Teilstrecke von der Grenze in Richtung Linz nicht von der „Eisenbahnverwaltung“, sondern von einem privaten Konsortium aus Großgrundbesitzern, Unternehmern und Bankiers finanziert wird und
  • sich als Alternativen der Grenzübergang bei Braunau oder das vierzig Kilometer innabwärts gelegene Schärding anbieten.
  • Von einem dieser Grenzübergänge soll die Eisenbahn das oberösterreichische Neumarkt und darüber hinaus Linz erreichen. 
  • Die zweite ungeklärte Streckenführung war gleich am Beginn der Bahnlinie.

Die „Generaldirektion der Kgl. Bayerischen Staatseisenbahnen“ - als zuständige Planungsbehörde - will jedenfalls die Strecke unmittelbar nach der „Großhesseloher Brücke“ - der seit dem Jahr 1858 bestehenden Hauptverkehrsstrecke „München - Holzkirchen - Rosenheim - Salzburg“ - abzweigen lassen. 
In einem weiten Bogen soll die Bahntrasse dann durch den „Perlacher Forst“, weiter über das „Obergiesinger Feld“, südlich an Haidhausen vorbeiführend das Stadtgebiet in östlicher Richtung verlassen.
So jedenfalls sieht die grobe Planung lange Zeit aus.

Nun ist aber in Obergiesing, östlich der Tegernseer Landstraße, ein großes „Neubaugebiet“ geplant.
Und um zu verhindern, dass die Bahnverwaltung baureife oder möglicherweise schon bebaute Grundstücke teuer erwerben muss, verweigert das „Ministerium des Inneren“, das bei allen Bauvorhaben in der Haupt- und Residenzstadt ein Planungs- und Einspruchsrecht besitzt, ihre Zustimmung zum Wohnungsbau so lange, bis eine detaillierte Bahnplanung vorliegt.
Erst danach will das „Innenministerium“ den künftigen Baulinien zustimmen. 

10. November 1863

München * Mit einem „Hirtenbrief“ forderte „Erzbischof“ Gregorius von Scherr die immer radikaler agierenden „Haberer“ auf, „von einem Thun und Treiben abzulassen, das gegen die Grundsätze der Religion, der bürgerlichen Ordnung und aller Sittlichkeit verstößt“

28. November 1863

Berlin * Cosima von Bülow und der 24 Jahre ältere Richard Wagner werden ein Liebespaar.

Bei einer gemeinsamen Spazierfahrt durch Berlin gestehen sie sich ihre Zuneigung. Cosima schreibt: „Unter Tränen und Schluchzen besiegelten wir das Bekenntnis, uns einzig gegenseitig anzugehören“.

28. Dezember 1863

München * Kronprinz Ludwig II. will an Richard Wagner schreiben, setzt seinen Entschluss aber erst vier Monate später in die Tat um.


Verwendet in Führung:

20. Untergiesing




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