1889

Der „Turnverein München 1860“ erhält eine „Turnhalle“ an der Auenstraße

Isarvorstadt * Nachdem der „Turnverein München von 1860“ die Trainingsstätte dem Bau der heutigen Hans-Sachs-Straße weichen muss, errichten die „Sechziger“ eine neue „Turnhalle“ an der Auenstraße.


1889

Suchbegriffe

Schyrenplatz, Turnverein München von 1860, Hans-Sachs-Straße, Auenstraße,

Weitere Ereignisse im Jahr 1889

1889

Isar * Die Isar hat sich seit der Flussregulierung der Jahre 1806 bis 1812 so eingegraben, dass das Flussbett von 44 auf 60 Meter verbreitet werden muss.

1889

Cansas City * Almon B. Strowger meldet einen sogenannten „Hebdrehwähler“ zum Patent an.

Den Anstoß zur Entwicklung eines automatisierten Vermittlungssystems gibt eine Telefonistin. 

Nach einer gerne erzählten Anekdote ärgerte sich der Bestattungsunternehmer Almon B. Strowger aus Cansas City über ein ihm missgesonnenes „Fräulein vom Amt“.
Die Bedienkraft in der Telefonvermittlung vermittelte potenzielle Kunden grundsätzlich an Konkurrenzunternehmen des Herrn Strowger.

Kein Wunder, dass der Bestattungsunternehmer alles daran setzte, einen Vermittlungsapparat zu entwickeln, der ihn von menschlichen Einwirkungen unabhängig und die ungeliebte Telefonistin überflüssig machen würde. 

1889

Höllriegelskreuth * Der Münchner „Bauunternehmer“ Jakob Heilmann erbaut und betreibt in Zusammenarbeit mit dem befreundeten „Bankier“ Wilhelm von Finck, Mitinhaber des „Bankhauses Merck, Finck & Co.“ und Johannes Kaempf, „Vorstandsmitglied der Bank für Handel und Industrie“, der späteren „Danat-Bank“, das achte deutsche Drehstrom-Kraftwerk „Zentrale I“, das später „Wasserkraftwerk Höllriegelskreuth“ genannt werden wird.

Es ist bis 1940 in Betrieb und wird dann durch einen Neubau ersetzt.

1889

Haidhausen * Die Stadt München kauft das ehemalige „Langer-Schlössl“ und lässt es abreißen, um dafür ein Verwaltungsgebäude, Stallungen, Wagenhallen sowie Werkstätten für „Trambahnzwecke“ zu erstellen.

In letzter Minute erkennt der „Chemiker“ Adolf Keim den Wert und die Unersetzbarkeit der Wandgemälde.

Da aber die Stadt kein Geld zur Abnahme und Übertragung der Gemälde an einen geeigneteren Ort hat, finanziert Adolf Keim die Verlagerung der Fresken aus seiner eigenen Tasche.
Selbst die Zusage der Landeshauptstadt München, die Finanzierung von fotografischen Aufnahmen der Fresken für Dokumentationszwecke zu übernehmen, lassen die Verantwortlichen auch wieder fallen.

So werden die Wandgemälde - privat finanziert - in die „Städtische Handelsschule an der Herrenstraße“ übertragen, wo sie im Zweiten Weltkrieg endgültig zerstört werden.

1889

Bad Wörrishofen * Sebastian Kneipp, katholischer Pfarrer und Erfinder der „Kneipp-Wasser-Kuren“, legt sich mit den „Bohnenkaffee-Herstellern“ an.

Deren Produkte prangert Kneipp als „giftig“ an, während er den „Malzkaffee“ in den „Siebten Himmel“ lobt.

1889

München * Die Brüder Heinrich und Wilhelm Hildebrand beginnen mit der Konstruktion eines „Zweirades mit Dampfmotor“, nachdem Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach mit ihrem kleinen und schnell laufenden „Benzinmotor“ in der 1880er Jahren die Voraussetzung für die Weiterentwicklung des „Velocipedes“ zum „Motorzweirad“ geschaffen hatten.

Zur Verwirklichung ihres „Dampf-Kraftrades“ wenden sich die Brüder Hildebrand an zahlreiche Fahrrad- und Motorfirmen, die ihr Projekt - eine Dampfmaschine mit Kessel, Wasser- und Kohlevorrat - allerdings immer wieder ablehnen. 

Wilhelm steigt schließlich aus Frust aus dem Projekt aus, doch Heinrich Hildebrand kann den Ingenieur Alois Wolfmüller gewinnen und mit ihm Zweiräder mit einem „wassergekühlten Zweizylinder- Viertaktmotor“ ausstatten. 

Das ist der Durchbruch.

1889

Graggenau * Das „Postamt“ in der „Residenzpost“ erhält eine lichtdurchflutete, neubarocke „Schalterhalle“ durch die Firma Heilmann & Littmann eingebaut.

1889

Graggenau * Erweiterungsarbeiten am „Neuen Rathaus“ beginnen im Bereich Diener- und Landschaftsstraße.

1889

Maxvorstadt * Die Villa in der Kaulbachstraße 15 wird vom Architekten Gabriel von Seidl für den „Kunstmaler“ Friedrich August von Kaulbach erbaut.

Anno 1889

Berg am Laim * Der „Konsumverein von 1864“ kauft ein Grundstück an der „Bergamlaimstraße 2 ½“ für einen Holzhof. 

Das Grundstück stellt sich als absolut ungeeignet heraus, kann aber erst im Jahr 1919 mit Verlust verkauft werden. 

1889

Englischer Garten - Graggenau - Haidhausen - Bogenhausen * Das Rad fahren im „Englischen Garten“, in den „Maximiliansanlagen“ und im „Hofgarten“ ist untersagt.

Auch viele Straßen der Innenstadt sind für „Velocipedisten“ tagsüber nur zu Fuß zu benutzen, das Rad muss geschoben werden.

Herbst 1889

Isarvorstadt * In den Stallgewölben der „Neuen Isarkaserne“ an der Zweibrückenstraße bemerkt man besorgniserregende Sprünge im Mauerwerk.

Die Fäkalien der Pferde haben das tragende Mauerwerk stark angegriffen.

30. Januar 1889

Berlin * Für „Strafmaßnahmen“ in „Deutsch-Ostafrika“ stellt der „Reichstag“ zwei Millionen Reichsmark zur Verfügung gestellt. 

17. Mai 1889

Schloss Hohenschwangau * Königinmutter Marie Friederike, Ludwig II. Mutter, stirbt auf „Schloss Hohenschwangau“.

Ihre Grabstätte befindet sich in der „Fürstengruft“ der „Theatinerkirche“ in München. 

23. Mai 1889

Trebnitz * Ernst Niekisch wird im schlesischen Trebnitz geboren. 

28. Mai 1889

Lehel * Die Familie Feuchtwanger zieht an den St.-Anna-Platz 2. 

3. Juli 1889

Haidhausen * Die „Verwaltung der Landeshauptstadt München“ kauft von der „Münchner-Kindl-Brauerei“ das Anwesen des „Schloßwirths“, das an der Stelle des ehemaligen „Langerschlößls“ steht.

Die Wirtschaft wird abgerissen und an seiner Stelle ein „Pferdestraßenbahn-Betriebshof“ errichtet.  

Der im Münchner Volksmund seit altersher als „Depot“ bezeichnete „Betriebshof“ entsteht auf einem 4.800 Quadratmeter großen Areal.  

Es beherbergt ein

  • dreistöckiges „Wohngebäude“ mit „Bureaux“,
  • eine zweistöckige „Etagenstallung“ für 180 Pferde mit einer Rampe zum Obergeschoss,
  • eine achtzehngleisige „Wagenhalle“ für vierundfünfzig „Trambahnwagen“ mit dem
  • darüber befindlichen „Hafer-, Heu- und Strohmagazin“ und
  • ein zweistöckiges „Werkstättengebäude“
  • mit einer „Schreinerei“ und
  • einer „Schlosserei“ im Parterre sowie
  • einer „Lackiererei“ und
  • einer „Sattlerei“ im ersten Stock.  

Die Wagen können mit einem Aufzug in die letztgenannten Werkstätten hochgezogen werden.  
Außerdem ermöglicht eine besondere Durchfahrt im „Werkstättengebäude“ das Ein- und Ausrücken der „Trambahnwagen“

29. Juli 1889

München * Aus Anlass des „VII. Deutschen Turnfestes“ hat das „Winzerer Fähndl“ ihren ersten öffentlichen Auftritt in München.

Sie stellen den Zug „Herzog Wilhelms IV. zum Turnier im Jahre 1518“ dar.

September 1889

Berlin * Das Berliner Ehepaar Gotthilf und Anna Heinze, er ein „Zuhälter“, sie eine „Prostituierte“, halten über mehrere Tage ein Mädchen fest, missbrauchen es sexuell und ermorden es schließlich.  

Das ist der Ausgangspunkt für die Gesetzgebung für das „Kuppelei-Gesetz“, die sogenannte „Lex Heinze“

23. September 1889

München * In München findet der erste „Bayerische Katholikenag“ statt. 

Oktober 1889

Theresienwiese * Die „Menges‘sche Ost-Afrikaner-Karawane“ wird auf dem „Oktoberfest“ gezeigt.

20. Oktober 1889

Haidhausen * Aktive Protestanten haben über 30.000 Mark an Spendengeldern gesammelt, um am Haidhauser Preysingplatz eine „Notkirche“, die „Johannes-Kirche“, mit 200 Sitzplätzen zu errichten. 

An diesem Tag wird die Kirche eingeweiht. 


Verwendet in Führung:

20. Untergiesing



Schyrenplatz, Turnverein München von 1860, Hans-Sachs-Straße, Auenstraße