12. März 1787

Gräfin Maria Josepha von Toerring-Seefeld überspannt den Bogen

Untergiesing * Der Gräfin Maria Josepha von Toerring-Seefeld werden alle Forderungen gebilligt. 

Voraussetzung ist allerdings die Erfüllung von zwei Auflagen.

  • Zum einen muss die Gräfin die dem „Landrichter“ und dem „Amtsknecht“ entgangenen Einnahmen in Höhe von 175 Gulden im Jahr ersetzen,
  • zum anderen die „Inleute der Falkenau“ gegen den herkömmlichen Lohn zur „kurfürstlichen Jagdlust“ sowie zur „Räumung der kurfürstlichen Fischweiher“ gebrauchen lassen.

Dagegen wehrt sich die Gräfin und verlangt nun ihrerseits die Überlassung des „Paulanerstocks“ in der Au.

Damit jedoch verärgert die Gräfin Maria Josepha von Toerring-Seefeld den Kurfürsten und die den Vorgang bearbeitende Administration massiv.

Sie kann nichts mehr erreichen und versucht nun, die „Hofmark Falkenau“ an den Landesherren zu veräußern.
Dafür verlangt sie 45.000 Gulden und begründet den Preis mit dem Argument, dass das Anwesen durch die „Jurisdiktion“ so wertvoll geworden sei.
Sie vergisst geflissentlich zu erwähnen, dass sie selbst genau diesen Preis bei ihrem Kauf bezahlen musste.

Doch am kurfürstlichen Hof empfindet man diese Preisvorstellungen als ungehörig hoch - und geht deshalb gar nicht darauf ein.
Statt dessen wird ein Untersuchungsverfahrens eingeleitet, ob bei der Verleihung der „Hofmarksrechte“ denn wirklich alles mit rechten Dingen zugegangen war.


1787

Suchbegriffe

Falkenau, Hofmark Falkenau, Inleute, Fischweiher, Paulanerstock, Amtsknecht, Landrichter, Jurisdiktion,

Personen

Toerring-Seefeld Maria Josephs Gräfin von

Weitere Ereignisse im Jahr 1787

1787

Au * Die Mühle und das mit kostbarer Malerei geschmückte Schloss, die Hammerschmiede und kleine bewohnte Gebäude, Gärten und Weiher gehen an den „churfürstlichen Kommerzienrath“ Fleischmann und dessen Frau Maria Anna über.

Mittlerweile ist das Gut ziemlich heruntergekommen und „Kommerzienrat“ Fleischmann versucht, das Gebäude wieder in einen besseren Zustand zu versetzen.
Fleischmann stockt die niedrigen Häuschen auf und setzt eine Tabakspflanzung an.

In der neuartigen und ersten „Rauchtobacks-Fabricke in Baiern“ - dieses Privileg hat ihm Kurfürst Carl Theodor übertragen - wird dadurch Arbeit und Broterwerb für viele Männer, Frauen und Kinder geschaffen.
Sie finden hier ein karges Einkommen.

1787

München * Kurfürst Carl Theodor ernennt Sir Benjamin Thompson zum „Geheimen Rat“.

1787

Au - München * Die Auer wünschen die Eingemeindung nach München.

1787

München * Als Folge der „Illuminatenaffäre“, in deren Verlauf die Mitglieder dem Vorwurf „landesverräterischer und religionsfeindlicher Bestrebungen“ ausgesetzt sind, verlässt Maximilian Joseph von Montgelas das Kurfürstentum Baiern und tritt in den Dienst Herzog Carl II. August von Pfalz-Zweibrücken.  

Dieser wird, je länger die Kinderlosigkeit des pfalz-baierischen Kurfürstenpaares andauert, als voraussichtlicher Erbe von Pfalzbaiern, der drittgrößten Ländermasse des Reiches, gehandelt, und von den fünf Großmächten umworben.

Kurfürst Carl Theodor hat sich aufgrund seiner Pläne, Kurbaiern gegen die österreichischen Niederlande einzutauschen, bei der baierischen Bevölkerung äußerst unbeliebt gemacht.
Und selbstredend liegt das Interesse der zweibrückischen Herzöge an der Verhinderung des Tauschprojekts. Und da kommt ihnen Freiherr Montgelas gerade recht.

Von Zweibrücken aus hält er die geheimen Verbindungen zu den baierischen Oppositionskreisen aufrecht. Dadurch kann - in Verbindung mit dem preußischen König Friedrich II. und der antiösterreichischen „Patriotenpartei“ am Münchner Hof - die Existenz Kurbaierns unangetastet erhalten werden.

Eine der wichtigsten Vorkämpferinnen ist die Witwe des Herzogs Clemens Franz de Paula, des Cousins des letzten baierischen Kurfürsten Max III. Joseph: Herzogin Maria Anna. 

31. März 1787

Berg am Laim * Die Abbruchsgenehmigung für das alte Berg am Laimer „Hofmarkschloss“ wird erteilt und die Gebäude bald darauf zerstört.

11. August 1787

Leimen * Simon Aron Seligmann, der spätere Baron Simon von Eichthal, „Kgl. Bay. Hofbankier“ und Mitbegründer der „Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank“, wird in Leimen geboren. 

16. August 1787

München * Kurfürst Carl Theodor führt für die „Rekrutierung von Mitgliedern für Freimaurer und Illuminaten“ die Todesstrafe ein. 


Verwendet in Führung:

20. Untergiesing



Falkenau, Hofmark Falkenau, Inleute, Fischweiher, Paulanerstock, Amtsknecht, Landrichter, Jurisdiktion
Toerring-Seefeld Maria Josephs Gräfin von