Nach April 1314

Wirklich aufgehoben wird der „Tempel-Ritterorden“ nur in Frankreich

Paris * Wirklich aufgehoben wird der „Orden der Tempel-Ritter“ nur in Frankreich.

In Aragón werden sie ähnlich wie in Frankreich behandelt, in England ergreift King Edward II. zunächst die Partei des Ordens und schwenkt später - nur widerwillig - auf die päpstlich-französische Linie ein, sodass die „Tempelritter“ der Verfolgung größtenteils entgehen.

In Schottland wird die „päpstliche Bulle“ nie verkündet, weshalb der „Templerorden“ dort ungehindert fortleben kann.

Im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ findet eine Verfolgung der „Templer“ nicht statt. Sie schließen sich nach der offiziellen Auflösung des „Ordens“ den „Johannitern“ oder dem „Deutschen Orden“ an.


1314

Suchbegriffe

Templer, Johanniter, Deutscher Orden, Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation, Frankreich,

Personen


Weitere Ereignisse im Jahr 1314

1314

Freising * Konrad III. „der Sendlinger“ wird zum Bischof von Freising gewählt. 

18. März 1314

Avignon - Paris * Die Verfügungsgewalt über die höchsten Würdenträger des „Templer-Ordens“ hat sich der Papst vorbehalten.

Sie werden von einem „Kardinalskollegium“ zu lebenslanger Haft verurteilt.
Zwei von ihnen, der „Großmeister“ Jacques de Molay und der „Praeceptor der Normandie“, Geoffroy de Charnay, pochen auf ihre Unschuld und lehnen das Urteil ab.

Jacques de Molay und Geoffroy de Charnay werden - ohne Rücksicht auf den Papst - noch am gleichen Tag auf der „Ile de la Cité“ in Paris verbrannt.

Der letzte „Templer-Großmeister“ soll den Papst und den König noch auf dem Scheiterhaufen verflucht haben, weshalb Clemens V. später „der verfluchte Papst“ genannt wird.

Der „Templer-Prozess“ ist bis heute einer der ganz großen Justizskandale geblieben.
Dem „Templer-Orden“ wurde bis zum heutigen Tage keine Genugtuung erteilt.

Das Hauptziel der Verfolgung der „Tempelherren“ durch König Philipp „dem Schönen“, sich das bewegliche Vermögen des „Ritterordens“ anzueignen, war allerdings gescheitert.
Der sagenhafte „Schatz der Templer“ wird nie gefunden, sein Verbleib nie geklärt.
Das bildet wiederum die Grundlage für eine Vielzahl von Spekulationen.
Und kein „Orden“ bot so viel Anlass zu Spekulationen wie der der „Templer“.

Durch ihr Engagement im „Heiligen Land“ kamen die „Tempelritter“ mit Traditionen der jüdischen Welt, des Islam und nicht zuletzt der Antike in Berührung, die ihren mittelalterlichen Horizont enorm erweiterten.

Ihre beachtlichen Erfolge auf technischem und finanziellem Gebiet lassen sich darauf zurückführen.

Sie entwickelten ein eigenes Weltbild, das höchstwahrscheinlich als Fernziel die „Vereinigung der monotheistischen Religionen“ anstrebte.
Gleichzeitig musste der „Ritter-Orden“ erkennen, dass sein neu erworbenes Wissen für das abergläubische mittelalterliche Europa noch nicht nachvollziehbar war und deshalb Schwierigkeiten heraufbeschwören musste.
So wurde vieles geheim gehalten, und aus diesen Geheimnissen entstanden sowohl die „Arroganz der Wissenden“ als auch viele Legenden.

20. April 1314

Roquemaure * Der „verfluchte Papst“ Clemens V. stirbt im Jahr der Ermordung der „Tempelherren“ in Roquemaure in Frankreich.

August 1314

Frankfurt am Main * Auf Vorschlag des Mainzer Erzbischofs verzichtet die luxemburgische Partei auf die Kandidatur König Johanns von Böhmen zum römischen König und unterstützt dagegen Herzog Ludwig den Baiern.

Da sich trotz des Kandidatenwechsels keine eindeutigen Mehrheitsverhältnisse abzeichnen, droht eine Doppelwahl mit anschließendem Thronkampf.

19. Oktober 1314

Sachsenhausen * Baierns Herzog Rudolph I., der Kölner Kurfürst, der Herzog von Sachsen-Wittenberg und der Böhmenkönig aus dem Haus der Herzöge von Kärnten wählen in Sachsenhausen bei Frankfurt den Habsburger Friedrich den Schönen zum Deutschen König.

20. Oktober 1314

Frankfurt am Main * Die Kurfürsten von Mainz, Trier und Brandenburg sowie der Herzog von Sachsen-Lauenburg wählen Herzog Ludwig den Baiern ebenfalls zum Deutschen König.

25. November 1314

Bonn - Aachen * Herzog Friedrich der Schöne, in dessen Besitz sich die Reichskleinodien befinden, wird vom richtigen Coronator, dem Erzbischof von Köln, am falschen Ort - in Bonn - zum König gekrönt. 

Herzog Ludwig der Baier wird am richtigen Ort, der Pfalzkapelle in Aachen, vofalschen Coronator, den Mainzer Erzbischof, zum König gekrönt. Ein Thronkampf ist damit unvermeidlich geworden.

29. Dezember 1314

Frankreich * Frankreichs König Philipp IV., der sich bei der Verfolgung der „Templer“ hervorgetan hat, stirbt.


Verwendet in Führung:

13. Was der Auer Mühlbach erzählt
20. Untergiesing




Sucbegriffe: Templer, Johanniter, Deutscher Orden, Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation, Frankreich
Personen: Edward II. englischer König