26. April 1986

Die „Katastrophe von Tschernobyl“ führt zum Umdenken

Untergiesing * Wasserkraftwerk an der Bäcker-Kunstmühle

Die Verhandlungen zwischen Günter Tremmel und der Landeshauptstadt München ziehen sich bereits sieben Jahre hin, bis sich schließlich die Katastrophe im „Kernkraftwerk von Tschernobyl“ ereignet.

Diese führt dazu, dass sich erstmals breite Gesellschaftsschichten mit den „Gefahren der Kernkraft“ konfrontiert sehen.
Die bislang nur in kleinen „Gesprächszirkeln“ diskutierten Fragen nach alternativen Energie- und Technologieformen erfasst nun auch das Interesse der Öffentlichkeit und führen zum Umdenken.

Nicht mehr einzelne Energieformen sind gefragt, sondern ein Mix aus einer Vielzahl von alternativen und wieder erneuerbaren Energien werden das Ziel, Forderungen nach einem „Ausstieg aus der Atomkraft“ werden erstmals laut formuliert.


1986

Suchbegriffe

Bäcker-Kunstmühle, Giesinger Mühle, Tschernobyl, Kernkraft, Atomkraft, Alternative Energieformen, Erneuerbare Energien,

Personen


Weitere Ereignisse im Jahr 1986

Um das Jahr 1986

Haidhausen * Der „Kriechbaumhof“ wird an der Ecke Wolfgang-/Preysingstraße - mit einem Kostenaufwand von 1,1 Millionen Mark - originalgetreu, aber mit viel neuem Holz - wieder aufgebaut. 

1986

Maxvorstadt * Das Anwesen Richard-Wagner-Straße 11 wird generalsaniert.

1986

Graggenau * Der „Ratskeller“ wird von den Familien Wieser und Winkelhofer betrieben.

1986

München * Dieter Hildebrandt spielt in Helmut Dietls TV-Serie „Kir Royal“ an der Seite von Franz Xaver Kroetz den schmierigen Klatschfotografen Herbie Fried. 

Um 1986

Isarvorstadt * Der - vorläufige - Abstieg der „Deutschen Eiche“ in der Reichenbachstraße 13 beginnt.

Ab 1986

Untergiesing * Von 1986 bis 1989 hat das „Baureferat“ den „Rosengarten“ umgestaltet und erweitert, um allen interessierten Hobbygärtnern zu zeigen, wie Profis Rosen arrangieren und verwenden.

Die „Rose“, die gerne als die „Königin der Blumen“ bezeichnet wird, veranstaltet jedes Jahr im „Rosengarten“ ein Feuerwerk der Farben.

Im Juni und Juli blühen über 8.500 Rosen.
Die rund zweihundert verschiedenen Sorten sorgen für Formen- und Farbenvielfalt.

21. Februar 1986

Kreuzviertel * Um 10 Uhr Ortszeit, ziehen die Aktivisten des Vereins „Das andere Bayern“ ein 2,50 Meter hohes, grell gelb-grünes Gemälde Kurt Eisners auf Plastikfolie auf, das der Kunstmaler Eckart Zylla geschaffen hatte.

Zylla malt eine rote Zielscheibe auf das Bild und signiert es.
Danach wird eine Gehsteigplatte zerschlagen, das Bild zusammengefaltet und anschließend das Plastikbild in dem „Denkloch“ vergraben.

Mit der „Kunst-Aktion Kurt Eisner“ will der Verein auf die Lächerlichkeit dieser bis ins Unerträgliche verzögerten „Denkmal-Diskussion“ aufmerksam machen. 

27. Februar 1986

München * Der „Bauausschuss“ lehnt ein „Denkmal für Kurt Eisner in der Kardinal-Faulhaber-Straße“ ab, nachdem im zuständigen „Bezirksausschuss“ darüber gestritten worden war, ob der Gehweg an dieser Stelle verbreitert werden sollte und man damit auf zehn Parkplätze verzichtet werden müsse.

1. März 1986

Graggenau * Der U-Bahnhof Odeonsplatz für die U 5 wird eröffnet.  

Er verknüpft die Strecken der U 5 mit der der U 3/6. 

5. März 1986

Graggenau * In der Stadtratssitzung werden die Planungen für das „Denkmal für Kurt Eisner in der Kardinal-Faulhaber-Straße“ verworfen.

Nun beschäftigt sich die „Kommission Kunst am Bau“ in neun Sitzungen mit dem Problem eines „Eisner-Denkmals“.

22. Mai 1986

München * Der Bayerische Rundfunk blendet sich aus Dieter Hildebrandts „Scheibenwischer“-Sendung über den Reaktorunfall in Tschernobyl aus und macht sich damit bundesweit lächerlich. 

Um Juli 1986

Englischer Garten - Hirschau * Das „Tivoli-Kraftwerk“ wird in technisch modernisierter Form wieder in Betrieb genommen.

Um den August 1986

Vatikan * Papst Johannes Paul II. bekräftigt die Existenz des Satans.

„Hexenangst“ ist aber beileibe keine rein katholische Angelegenheit.
„Hexenglauben“ findet sich auch unter Protestanten.
Vor allem pietistisch geprägte Richtungen innerhalb der protestantischen Konfession bejahen eine angstbesetzte Vorstellung vom „Teufel“

September 1986

Theresienwiese * Konstantin Wecker dichtet und singt:

„Sogar die Wiesn is ma no ned zwida
do nimm i ma jeds Jahr a paar Tag frei
do triff i hoid de oidn Freinderl wieda
natürlich Augustiner, Schenke 2“
.

Der Text stammt von seiner CD „Wieder dahoam“.

Oktober 1986

Untergiesing * Tschernobyl beschleunigt auch die zähen Verhandlungen mit der Stadt, sodass ein auf dreißig Jahre befristeter Pachtvertrag unterschrieben werden kann.

12. Oktober 1986

Bayern - München * Franz Joseph Strauß wird zum dritten Mal „Ministerpräsident“ und kann mit 128 CSU-Abgeordneten gegen 61 SPD- und 15 Grüne-Abgeordnete regieren.

Die SPD büßt 4,4 Prozent ein, die CSU 2,5 Prozent.
Die „Grünen“ schaffen mit 7,5 Prozent den Einzug in den „Bayerischen Landtag“ ohne Schwierigkeiten.

November 1986

Maxvorstadt * Der Stadtrat hebt die „Sparmaßnahme“, wonach die „Ewige Flamme“ im neuen „Mahnmals“ auf dem „Patz der Opfer des Nationalsozialismus“ nur an besonderen Gedenktagen beziehungsweise nur nachts brennen soll, wieder auf, weil damit die „wesentliche Symbolik des Mahnmals außer Kraft gesetzt“ würde. 

Damit wird eine mehr als peinlich zu bezeichnende Diskussion beendet. 


Verwendet in Führung:

13. Was der Auer Mühlbach erzählt
20. Untergiesing



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Tremmel Günter Kraftwerksbetreiber