8. April 1378

Die Kardinäle einigen sich nicht auf einen Römer

Rom-Vatikan * Die Kardinäle einigen sich zwar nicht auf einen Römer, wohl aber auf einen Italiener, den Erzbischof von Bari namens Bartolomeo Prignano. 

Weil jedoch das „Konklave“ am Wahltag erneut von römischen Bürgern gestürmt wird, schiebt man um sich zu retten" für kurze Zeit den Seniorkardinal Tebaldeschi als angeblich neu gewählten Papst vor.


1378

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Kirchenspaltung, Rom, Konklave,

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Weitere Ereignisse im Jahr 1378

1378

München-Graggenau * Der „Bürgerbrunnen“ heißt jetzt „Marktbrunnen“

Er steht vor dem Haus des Hans Impler, an der Stelle des heutigen „Fischbrunnens“.

27. März 1378

Rom-Vatikan * Als Papst Gregor XI. stirbt, befürchten die Römer, dass der neue Papst wieder nach Avignon zurückkehren wird.  

Auch deshalb, weil sich an der französischen Dominanz im „Kardinalskollegium“ nichts geändert hat.

April 1378

Freising * Leopold von Sturmberg wird Bischof von Freising. 

7. April 1378

Rom-Vatikan * Bewaffnete römische Bürger stürmen das „Konklave“ und fordern die Wahl eines Römers zum Papst.

9. April 1378

Rom-Vatikan * Erst einen Tag nach der Wahl wird die Ernennung Bartolomeo Prignanos zum Papst Urban VI. bekannt gegeben.

Die Wirren des „Konklaves“ bietet den Kardinälen später die Möglichkeit, das Wahlergebnis öffentlich anzufechten.

August 1378

Rom-Vatikan * Papst Urban VI. regiert sehr autokratisch und unerbitterlich streng.

Insbesondere die elf französischen Kardinäle und der Spanier Peter von Luna rücken daher von ihm ab und monieren, dass die Wahl unter Zwang stattgefunden und der Gewählte sich zudem als „unfähig und geisteskrank“ erwiesen hat - und erklären ihn für abgesetzt.

Papst Urban VI. ernennt daraufhin 29 neue Kardinäle, wodurch das Kollegium erheblich vergrößert wird.

Dagegen protestieren nun auch italienische Kardinäle, denn üblicherweise entscheiden Papst und Kardinäle gemeinsam über die Ernennung neuer Purpurträger.

An einer Ausweitung des Kreises haben die Kardinäle kein Interesse, weil die Einkünfte des Kollegiums dann auf mehr Köpfe verteilt werden muss.

20. September 1378

Fondi * Die protestierenden Kardinäle verlassen den päpstlichen Hof, schließen sich mit den Franzosen zusammen und wählen in Fondi Robert von Genf zum Papst Clemens VII..

Damit ist das „Schisma“ besiegelt: Zwei Päpste konkurrieren um den Anspruch, der „wahre Inhaber der kirchlichen Höchstgewalt“ zu sein.

Das „Abendländische Schisma“ unterscheidet sich gegenüber früheren Kirchenspaltungen fundamental. Waren es in vergangenen Zeiten meistens Könige und Kaiser, die im Streit mit dem Papst ihnen genehme „Gegenpäpste“ einsetzten, so war die jetzige Trennung aus der Mitte der Kirche entstanden. Außerdem gleicht es einem revolutionärer Akt, dass sich das „Kardinalskollegium“ selbst die Kompetenz zusprach, einen Papst abzusetzen und einen Nachfolger zu wählen.

Frankreich, England und Spanien erklären Clemens VII. zum rechtmäßigen Papst.
Das deutsche Reich ist uneins, aber Kaiser Carl IV. und sein Nachfolger Wenzel unterstützten Urban VI., ebenso Schottland, Ungarn und weitere Territorien.


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Kirchenspaltung, Rom, Konklave
Prignano Bartolomeo Bischof von Bari, Tebaldeschi Seniorkardinal