Um März 1840

Theres Feldmüller erwirbt weitere Grundstücke in Obergiesing

Obergiesing * Theres Feldmüller erwirbt weitere Grundstücke in Obergiesing.

Sie lässt ihre Äcker und Wiesen parzellieren und verkauft - wann immer sie Geld braucht - ein Stück ihres Grundbesitzes als Bauplatz an zugewanderte Kleingewerbetreibende, Tagelöhner und Arbeiter des Baugewerbes zum Bau von „Eigenheimen“. Auch neu erbaute Häuser kauft und verkauft sie öfter.

Die „Feldmüller-Siedlung“ entsteht. Dieses „Arbeiterquartier“ aus der Zeit König Ludwig I. entwickelt sich gleichzeitig mit der mittelständisch-bürgerlichen „Maxvorstadt“


1840

Suchbegriffe

Feldmüller-Siedlung, Maxvorstadt, Arbeiterquartier,

Personen

Feldmüller Theres

Weitere Ereignisse im Jahr 1840

1840

Haidhausen * Die „Preysing-Allee“ wird der Gemeinde Haidhausen vom Grafen Max VI. Franz de Paula von Preysing-Hohenaschau kostenlos überlassen, nachdem ihm die Unterhaltskosten zu hoch geworden sind.

1840

Maxvorstadt - Schwabing * Friedrich von Gärtner beginnt im Auftrag König Ludwigs I. mit den Planungen zum „Siegestor“.

Johann Martin von Wagner wird mit dem Skulpturenschmuck des „Siegestores“ beauftragt.

Ab 1840

Untergiesing * Wolfgang Wiensberger, der durch „Heurath“ in den Besitz des „Gutshofes Birkenleiten“ kommt, verkauft Teile seines unbebauten Wiesengrundes, den man damals „Birkenau Lohe“ oder „Bei den Pfaffenhäuser“ nannte, als Bauplatz.

Dadurch entsteht in der Zeit von 1840 bis 1845 die „Kolonie Birkenau“.

Sie ist in sich abgeschlossen und liegt weit außerhalb der Vorstadt Giesing - inmitten von Feldern.
​Sie befindet sich zwischen dem Bahndamm, der Birkenau, der Sommer-, sowie Oberen- und Unteren Weidenstraße.

Die „Kolonie Birkenau“ stellt das Gegenstück zur „Feldmüller-Siedlung“ in Obergiesing dar.

??? 1840

Berg am Laim * Simon von Eichthal erwirbt die „Hofmark Berg am Laim“ für 40.000 Gulden.  

1840

Untergiesing * Die Kultivierung des durch die Regulierung der Isar gewonnenen Landstreifens der rechten Isarseite beginnt mit der Pflanzung von Weiden.

Sie zieht sich aber lange Zeit hin, weil der Dammbau nur schleppend vorankommt.

1840

Fürth * Friedrich Bürklein beginnt den Bau des Rathauses in Fürth, das nach dem Vorbild des „Palazzo Vecchio“ in Florenz ausgeführt wird.

1840

Athen * Als Friedrich von Gärtner zum Bau der Residenz des Königs Otto nach Athen geht, begleitet ihn Friedrich Bürklein als „Bauüberwacher“.

Um 1840

Au * In zeitgenössischen Beschreibungen Münchens findet Giesing eigentlich nur wegen seines „Narrenhauses“ Erwähnung: 

„Untergiesing, ein Dörfchen am südlichen Ende der Vorstadt Au, hat eine Irrenanstalt, die jedoch wegen Mangel an Dotation den Anforderungen der Heilkunde nicht in dem Maß entsprechen kann, wie ähnliche Anstalten in anderen Hauptstädten“.

Noch Jahre später wird bemängelt, dass die Giesinger „Narrenanstalt“ zu klein ist und den Ansprüchen nicht genügt. Von Anfang an müssen statt der geplanten fünfundzwanzig Personen vierzig bis fünfzig Patienten versorgt werden.

In einer zeitgenössischen Beschreibung heißt es sarkastisch: Es ist für eine „so große Stadt wie München von günstigem Vorurtheil, ein so kleines Narrenhaus zu besitzen“.

1840

München * München ist für die Eingemeindung der drei östlichen Vororte Au, Haidhausen und Giesing.

1840

Au * Elisabeth Falk wird geboren.

1840

Au * Die alte Mariahilf-Kirche wird abgebrochen.

Die Mauern werden zum Bau des „Muffatwehres“ verwendet.

1840

Au * Pfarrer Rabl erwirbt für die „Armen-Industrie-Schule“ ein Grundstück an der Hochstraße 11, auf dem „Knaben und Mädchen nützliche Kenntnisse in der Obstbaumzucht und Gartenkunde“ erlernen können.

1840

Haidhausen * Die „Frauen vom Guten Hirten“ kaufen - unterstützt von König Ludwig I. - das ehemalige „Preysing-Schloss“

Sie errichten auf dem Anwesen eine „Institution zum Zwecke der Besserung gefallener Mädchen, Frauen und Witwen, dann der Bewahrung der jungen schutzlosen weiblichen Unschuld vor Verführung“.

Ende 1840

Maxvorstadt * Die Bauarbeiten für das „Max-Joseph-Stift“, einem „Erziehungsinstitut für Töchter aus höheren Ständen“ sind abgeschlossen.

1840

Großbritannien * In England wird eine „Postreform“ durchgeführt, die ein einfaches und kundenfreundliches Tarifsystem beinhaltet.

Es basiert auf dem Grundsatz, dass die niedrig bemessene und nur nach Gewicht gestaffelte „Portogebühr“ ohne Rücksicht auf die Entfernung erhoben wird und hofft, dass durch die preiswerte Briefbeförderung die Zahl der versandten Briefe und damit auch die Einnahmen steigen werden.

Dazu werden „Briefmarken“ eingeführt.

1840

Haidhausen * In den Überlegungen des „Kronprinzen“ Max II. nimmt die Errichtung des „Nationalbaus” eine hohe Priorität ein.

Doch eine mögliche Nutzung steht noch aus.
Sie findet sich erst mit dem Plan, dort ein „Erziehungsinstitut für künftige Staatsbeamte“ zu gründen.

Nun werden die Pläne für ein „Athenäum” bezeichnetes Bauwerk konkretisiert.
In den ersten Planungen wird es als „riesiger Kultur- und Sportcampus mit Kirchen, Sälen, einem Schwimmbad usw, mit insgesamt 23 Gebäuden” beschrieben.

15. Januar 1840

Obergiesing * Die Theres Feldmüller meldet sich in München ab, um sich in Obergiesing niederzulassen und mit ihrem ererbten Vermögen ein Bauernanwesen zu kaufen. 

Die Ökonomie verpachtet sie weiter.
Es sind vermutlich Teile des ehemaligen „Sturmhofs“, der bereits in der vorherigen Generation „zertrümmert“ worden war.

Daneben betreibt sie am Färbergraben Nr. 4 in München eine „Milchniederlage“.

15. Januar 1840

München * Eine „Kinderschutzverordnung“ legt fest, dass Kinder unter 12 Jahren nicht regelmäßig in Fabriken, Berg-, Hütten- und Pochwerken“ beschäftigt werden dürfen.

Um März 1840

Englischer Garten - Hirschau * Das Gasthaus „Zum Hasenstall“ in der „Hirschau“ wird eröffnet. 

Es wird zur „Werkskantine“ der „Maffei‘schen Maschinenbauanstalt“
Seine Gäste sind ausschließlich Arbeiter aus der „Maffei-Fabrik“.

Um ??? April 1840

Mecklenburg * Adolf Friedrich von Schack wird „Kammerjunker“ des Großherzogs Paul Friedrich von Mecklenburg und „Legationssekretär bei der Mecklenburgischen Bundestagsgesandtschaft“ in Frankfurt am Main.

23. Mai 1840

Berg am Laim * Nachdem König Ludwig I. die Errichtung einer „Erziehungsanstalt“ im ehemaligen „Berg am Laimer Jagdschlösschen“ der Wittelsbacher genehmigt hat, kaufen die „Englischen Fräulein“ die Immobilie.

Nach einjährigen Umbauarbeiten kann der Unterricht aufgenommen werden.

24. Juli 1840

Untergiesing * Nach einem Regierungsbeschluss dürfen die neuen Eigentümer in der „Birkenau“ jeweils nur zwei einstöckige Häuser mit drei Fenstern an der Straßenlinie zusammenbauen.

Dadurch ist die „Birkenau“ sehr einheitlich erbaut.
Zwischen den Häusern ist ein Abstand von 30 Fuß einzuhalten.
Zu jedem Haus gehört ein Gartenteil.
Außerdem sind die Besitzer zum Unterhalt der Straße verpflichtet, was natürlich zu Problemen führt.

Oktober 1840

Theresienwiese * „Ohne Unterschied des Standes und Geschlechtes lagerte man sich hier um die Tische, oder, wo es an Platz gebrach, gruppenweis auf die bloße Erde. [...]

Man that es mit jener Bonhomie, die keine Skrupel kennt, weil ihr der Genuß über alles geht“, heißt es 1840 über die Geselligkeit der Wiesn.

4. Oktober 1840

München - Augsburg * Die rund 60 Kilometer lange Eisenbahn-Gesamtstrecke von München nach Augsburg kann erstmals der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Auf der vorerst eingleisigen Strecke braucht der Reisende - trotz der acht Zwischenstationen - eine Fahrzeit von nur 2 Stunden 45 Minuten.
Auf der Straße benötigt die Kutsche „17 Poststunden“ bis sie in der Banken- und Handelsmetropole am Lech ankommt.

In der Anfangszeit verkehren zwischen München und Augsburg täglich zwei Züge.
Sie fahren um 8 Uhr und um 15 Uhr an ihren Endpunkten ab.
Während der Sommermonate werden drei, gelegentlich vier Züge eingesetzt.

Neben dem Lokomotivbetrieb werden „Nacht-Fahrten mit Pferde-Kraft“ durchgeführt.

  • Bei diesen Fahrten ziehen neben den Schienen herlaufende Pferde die Wagen.
  • Die Reisenden brauchen - bei fünfmaligem Pferdewechsel - acht Stunden bis ans Ziel.
  • Da dieses Fahrten nicht rentabel sind und der Bahndamm dabei Schaden nimmt, werden sie nach kurzer Zeit wieder eingestellt. 

Verwendet in Führung:

18. Krippen, Porzellan & Falkenjagd * Auer Impressionen im Nationalmuseum



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