13. Oktober 1835

Die feierliche Enthüllung des „Max-Joseph-Denkmal“

München-Graggenau * Die feierliche Enthüllung des „Max-Joseph-Denkmal“ findet statt.

Es ist der zehnte Todestag des Königs.
Seit dem Beschluss des „Magistrats“ bis zur Einweihung des „Monuments“ sind fünfzehn Jahre vergangen und selbst die Grundsteinlegung liegt schon elf Jahre zurück.

Das „Max-Joseph-Denkmal“ gilt schon der Kunstkritik des 19. Jahrhunderts als das künstlerisch herausragendste „Herrscherdenkmal“ der Epoche.


1835

Suchbegriffe

Max-Joseph-Denkmal, Herrscherdenkmal,

Personen

Max I. Joseph König

Weitere Ereignisse im Jahr 1835

1835

München * Die Zahl der „Kaffeehäuser“ hat sich in München auf 41 erhöht. 

1835

München * Die Vision von Simon von Eichthal, dem „Bankier“ und Mitbegründer der „Eisenbahngesellschaft München - Augsburg“, zum Eisenbahnbau lautet:

„Die Großartigkeit des Unternehmens wird es dann auch möglich machen, im Inlande Anstalten ins Leben zu rufen, aus welchen Dampfwägen und alle diejenigen Gegenstände, welche zur Verfertigung und Befahrung der Eisenbahnen sonst aus England und den Niederlanden bezogen werden müssen, hervorgehen können“.

1835

München * Gründung einer Aktiengesellschaft zum Betrieb der Dampfschifffahrt auf der Donau zwischen Ulm und Linz durch bayerische Bankiers und Unternehmer.

1835

Vorstadt Au * In einem Bericht heißt es: „Die Auer neigen sich insbesondere zu zwei Hauptuntugenden hin, nämlich zu einem unbegränzten Leichtsinne und zum übermäßigen Trinken“.

1835

München-Englischer Garten - Hirschau * Joseph Anton von Maffei investiert in einen riskanten Zukunftsmarkt: dem Schiffs- und Lokomotivenbau.

Um den Ausbau des bayerischen Eisenbahnnetzes zu forcieren, beteiligt er sich - als einer der Initiatoren und Hauptaktionäre von Münchner und Augsburger Bank- und Kaufleuten - an der Gründung einer „Aktiengesellschaft zum Bau der Eisenbahn München - Augsburg“.

Um März 1835

München-Graggenau * Vom Baubeginn bis zum Herbst 1836 haben sich die Baukosten für die Hauptpost infolge „höchst nöthiger und diensttauglicher  Bauwendungen“ auf 186.229 Gulden erhöht.

Ausschlaggebend sind Nachforderungen Lippes sowie Veränderungen an der Hauptfassade des „Rokoko-Palais“, die entgegen Ludwigs Weisung vorgenommen worden sind.

2. März 1835

Wien * Kaiser Franz I. Joseph Karl (Franz II.) von Österreich stirbt in Wien. 

Ab dem 11. April 1835

München-Maxvorstadt * Die Arbeiten für die von Friedrich von Gärtner im Stil des romantischen Historismus geplanten Bauten gegenüber der Universität beginnen.
Sie dauern sechs Jahre an.

Nördlich der heutigen Veterinärstraße entsteht das „Max-Joseph-Stift“ für „höhere Töchter“;
südlich davon das „Georgianum“ für angehende Geistliche.

1. Juni 1835

Aibling * Das „Theresienmonument“ an der Brücke über die Mangfall, gleich hinter Aibling, wird eingeweiht.

Das Denkmal erinnert an die tränenreiche Verabschiedung der Bayernkönigin Therese von ihrem 17-jährigen Sohn Otto, auf seinem Weg nach Griechenland.
Das „Theresienmonument“ ist eine neugotische „Fiale mit eingestellter Muttergottesfigur“, nach Plänen von Friedrich Ziebland. 

1. Juni 1835

Nauplia * König Otto von Griechenland ist volljährig geworden und übernimmt damit vom dreiköpfigen „Regentschaftsrat“ die Regierung.  

Obwohl die griechischen Schutzmächte England, Frankreich und Russland den Griechen bereits vor König Ottos Einsetzung eine Verfassung versprochen haben, regiert Otto zunächst als nahezu uneingeschränkter Herrscher. 

Bestärkt wird der darin von seinem Vater, dem Bayernkönig Ludwig I., der ihm schreibt:
„Nicht zu reiflich überdacht kann die Einführung einer Verfassung werden; es ist die Höhle des Löwen, aus der keine Fußstapfen gehen; sie hat Folgen, die man gar nicht voraussieht“

18. Juni 1835

München * Auf Betreiben des „Hofbankiers“ Simon von Eichthal beteiligt sich Joseph Anton von Maffei - unterstützt von den Bankhäusern „Rothschild“ in Frankfurt sowie „Hirsch“ in Würzburg - mit 250.000 Gulden an der Gründung der „Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank“.

In den kommenden fünf Jahren steuert Ritter von Maffei als Vorstandsmitglied die Geschicke der Bank aktiv mit.

23. Juli 1835

Haidhausen * Grundsteinlegung für das „Muffat-Brunnhaus“ auf der „Kalkofeninsel“.

Oktober 1835

München-Theresienwiese * Gottfried Reichardt wird sich mit einem Ballon in die Lüfte erheben.

Er erreicht Eggenfelden.

Oktober 1835

München-Theresienwiese * König Ludwig I. verbietet zwar alle öffentlichen Feiern aus Anlass seiner „Silberhochzeit“.

Gleichzeitig „geruht“ er aber, „die Verherrlichung und Verjüngung der 25-jährigen Jubelfeier des Oktoberfestes zu gestatten“.  
Dabei lassen sich die beiden Anlässe nicht trennen, da sie in einem direkten Zusammenhang stehen.

Dieses „Oktoberfest“ wird deshalb auch als „Familienfest der erhabenen Wittelsbacher und ihres Volkes“ bezeichnet.  

Der „Festumzug“ umfasst 86 aufwändig geschmückte Wägen, die

  • die „Kreise Bayerns“ präsentieren,
  • Epochen der bayerischen Geschichte,
  • verschiedene Lebenswelten der Regionen,
  • unterschiedliche Bevölkerungsschichten, Berufsgruppen und Erwerbszweige oder lokale Legenden darstellen.  

Die in Tracht gekleideten „Festzugs-Teilnehmer“ verkörpern die bayerische Gesamtnation. 

Oktober 1835

München-Theresienwiese * Zur „25. Jubiläums-Wiesn“ kommt sogar Johann Strauß (Vater) aus Wien.

Er sorgt hier für die musikalische Unterhaltung und spielt zum Tanz auf.
„Die sämtlichen Produktionen dieses genialen Walzerkompositeurs ernteten enthusiastischen Beifall“.

15. Oktober 1835

München-Maxvorstadt * Grundsteinlegung für das „Max-Joseph-Stift“ an der Ludwigstraße.

November 1835

München-Graggenau * Die Missachtung des königlichen Willens sowie die beträchtliche Kostenüberschreitung führen im November dazu, dass König Ludwig I. „das ernstliche Mißfallen“ gegenüber Klenze, Ohlmüller und „Postdirektor“ Lippe ausspricht.

Die Einsetzung einer „Untersuchungskommission“ unterbleibt jedoch in Hinblick auf den bereits sehr weit fortgeschrittenen Bau.

Doch unmittelbar danach ordnet Ludwig - unter Umgehung der Ministerien - in mündlichem Befehl an Klenze die von diesem vorgeschlagene „polychromatische Bemalung“ an.

Dezember 1835

Passau * Der Jurist und Publizist Dr. Johann Georg August Wirth, einer der Wortführer des „Hambacher Festes“, wird nach seiner Freilassung nach Passau gebracht, um dort noch eine sechswöchige „Kontumazstrafe“ (Verurteilung wegen Nichterscheinen vor Gericht) aus dem Jahr 1831 abzusitzen. 

Dezember 1835

Berlin * Adolf Friedrich von Schack schreibt sich an der „Humboldt-Universität“ in Berlin ein.

7. Dezember 1835

Nürnberg - Fürth * Der englische Lokomotivführer Wilson befährt auf seiner ebenfalls aus England stammenden 10-PS-Lokomotive „Adler“ erstmals die Strecke zwischen Nürnberg und Fürth mit einer Geschwindigkeit von knapp zwanzig Stundenkilometern.

Der „Lokomotiv-Führer“ verdient - mit einem Jahresgehalt von 2.571 Mark - mehr als der „Eisenbahndirektor“

Um den 15. Dezember 1835

München - Augsburg * Nach dem Erfolg des „Adlers“ gibt König Ludwig I. die Zustimmung zum Bau der sechzig Kilometer langen Strecke zwischen München und Augsburg.  

Mit den Planungen der Neubaustrecke wurde erneut Paul Denis beauftragt. 

Denn noch während man in Nürnberg die Schienen nach Fürth verlegte, trafen sich in München und Augsburg vermögende Herren, um den Bau einer Eisenbahn zwischen den beiden Städten zu planen. 

Als Probleme mit verkaufsunwilligen Grundstückseigentümern auftreten, beschließt der „Landtag“ ein Gesetz, das Enteignungen erlaubt. 


Verwendet in Führung:

23. Maximilianstraße
29. Graggenau



Max-Joseph-Denkmal, Herrscherdenkmal
Max I. Joseph König