1824

Das „Artillerie-Regiment“ soll vom „Max-Joseph-Platz“ zu verbannt werden

Graggenau * Die „Kommission zum Wiederaufbau des Hof- und Nationaltheaters“ stellt den Antrag, nach der Eröffnung des neuen Theaters das „Artillerie-Regiment“ vom „Max-Joseph-Platz“ zu verbannen.

  • Man verweist dabei auf die Belästigung der ganzen Nachbarschaft durch den täglichen Ausbildungsbetrieb.
  • Außerdem würden in keiner „Haupt- und Residenzstadt“ außer in München, auf einem Stadtplatz ständig Militärübungen stattfinden.
  • Vielmehr sucht sich überall sonst das Militär „Exerzierplätze“ außerhalb der Städte.

1824

Suchbegriffe

Max-Joseph-Platz, Kommission zum Wiederaufbau des Hof- und Nationaltheaters, Artillerie-Regiment, Exerzierplatz, Nationaltheater, Militär,

Weitere Ereignisse im Jahr 1824

1824

Untergiesing * Ignaz Mayer stirbt. Die „Untergiesinger Lederfabrik“ geht in den Besitz seines Schwagers Arnold von Eichthal über.

Die Leitung der „Großgerberei“ erhält damals Franz Kester, der die Lederfabrik zu einer der modernsten ihrer Art in ganz Deutschland und zur größten auf dem europäischen Festland machen wird.

1824

Englischer Garten - Schwabing * König Max I. Joseph lässt am Südufer des „Kleinhesseloher Sees“ durch den Bildhauer Ernst von Bendel für Friedrich Ludwig von Sckell ein Denkmal errichten.

1824

Schwabing * Leo von Klenze baut im Park von „Schloss Biederstein“, anstelle des „Belvedere“ von Carl von Fischer, das neue „Schloss Biederstein“

1824

Maxvorstadt * „An der Straße nach Nymphenburg“ wird mit dem Bau der „Erzgießerei“ begonnen.

1824

Lehel * Die Zahl der „Seelen“ in der „Anna-Pfarrei“ liegt bei 4.352. 

1824

Bogenhausen * Bogenhausen erhält in einem alten Bauernhof am Kirchplatz 3 eine eigene Schule.

1824

Haidhausen * Der Haidhauser Dorfteich, die „Große Lacke“, wird aufgeschüttet, in eine Wiese umgewandelt und mit Bäumen bepflanzt.

1824

Angerviertel * Baubeginn der „Synagoge“ in der Theaterstraße, der heutigen Westenriederstraße, nach einem Entwurf des „Königlichen Baurats“ Jean Baptiste Métivier.

Die Arbeiten sind bis 1826 fertiggestellt.

Anfang 1824

München - Graggenau * Leonhard [Aron Elias] Freiherr von Eichthal stirbt und wird auf dem „Alten Südlichen Friedhof“ beigesetzt.

Das Privatbankhaus in der Theatinerstraße führt der jüngste Sohn Simon weiter.

1824

Maxvorstadt * Peter von Cornelius wird Direktor der „Königlichen Akademie der Bildenden Künste“.

1824

Theresienwiese * Die Stadt kauft Privatgrundstücke auf der „Theresienwiese“ auf, um das große Areal als „Festplatz“ erhalten zu können.

1824

München * In den Kasernen sind aber nicht nur die Soldaten, sondern auch deren Ehefrauen untergebracht.

Diese müssen sich - gemeinsam mit ihren Männern und ihren Kindern - die Kasernenzimmer mit mehreren Soldaten teilen, sodass sich das ganze Ehe- und Familienleben „vor Publikum“ abspielt.

Ein Bericht beschreibt die Situation so: „[...] In Krankheit und Geburtsfällen müssen die Weiber in den nämlichen Zimmern, in denen sich auch die Mannschaft befindet, nur durch einen leichten Vorhang gedeckt, ihr Schicksal erleiden [...]

Wenn auch in Geburts Fällen im entscheidenden Augenblicke die Mannschaft aus dem betreffenden Zimmer entfernt, und für einige Zeit in ein anderes Zimmer gewiesen wird, so müssen zur Nachtzeit, wenn die leeren Bettstellen der im Dienst befindlichen Leute nicht hinreichen, drei Mann in einer Bettlade der Ruhe genießen“.

11. Januar 1824

München * Baron Leonhard von Eichthal, der erste „nobilitierte“ Jude, „Hoffaktor“ und Finanzier des Bayerischen Staates, stirbt in München. 

16. Februar 1824

Graggenau * Am Tag des „fünfundzwanzigjährigen Regierungsjubiläums“ von König Max I. Joseph wird der Grundstein für ein freistehendes Standbild gelegt.

Dabei wird nochmals gefordert, dass „das Monument vorzugsweise den Typus der Regierung unseres allergnädigsten Königs darstellen“ soll, „den die Geschichte seiner Zeit ganz zuverlässig in der väterlichen Liebe erkennen wird“.

18. Juni 1824

Speyer * Arnold Zenetti wird in Speyer als Sohn des „Regierungsrats“ Johann Baptist Zenetti geboren.

Sein Bruder Julius wird „Regierungspräsident von Mittelfranken“, sein Bruder Wilhelm „Abt von St. Bonifaz“ in München. 

21. Juli 1824

Haidhausen * Graf Clemens Anton von Toerring-Seefeld verkauft das „Patrimonialgericht Haidhausen“ um 70.000 Gulden an die Stadt München.

Der Verkauf muss rückgängig gemacht werden, da er nicht die Billigung der Regierung findet.

26. Juli 1824

Angerviertel * Der Grundstein für den Bau der „jüdischen Synagoge“ an der Westenriederstraße wird gelegt. 

6. August 1824

Haidhausen * Johann Peter von Langer stirbt.

Noch kurz vor seinem Tod äußert er sich vor seinen Studenten folgendermaßen:
„Meine Herren, es gibt nur drei wahrhaft große Künstler: Der Erste war Raffael, der Zweite ist mein Sohn und den Dritten verbietet mir die Bescheidenheit, Ihnen zu nennen!“
Kritik nahm er nicht mehr wahr.

Den Bestrebungen, ihn als „Akademiedirektor“ abzusetzen, muss er sich nicht mehr stellen, da er das Zeitliche segnet. 

Robert von Langer erhält zwar das väterliche Adelsprädikat übertragen, doch für das Amt des „Akademie-Direktors“ wird im gleichen Jahr Peter Cornelius berufen. 

6. August 1824

München-Theresienwiese * In einer gemeinsamen Bekanntmachung der „Polizeidirektion“, des „Landgerichts“ und des „Magistrats der Stadt München“ wird die Zahl der auf dem „Oktoberfest“ zugelassenen einheimischen („hiesigen“) Bierwirte und Brauer auf 18 festgelegt.

Im Losverfahren werden in einem Jahr die ersten 18, im nächsten Jahr die zweiten 18 Bewerber berücksichtigt.
Zudem sind auch vier Wirte aus dem umliegenden „Landgericht München“ zuglassen.

Ihr Standort ist auf der „Theresienhöhe“.

7. September 1824

München * König Max I. Joseph genehmigt die Neubefestigung Münchens, das nach den Vorstellungen von „Kronprinz“ Ludwig I. und Leo von Klenze mit „Wall und Graben“ eingefasst werden soll.

Klenze ist der Auffassung, dass sich München „nie über den Platz hinaus wo die Glyptothek steht, erstrecken kann“.
Lediglich das „Siegestor“ im Norden und die „Propyläen“ im Westen werden realisiert.

Oktober 1824

München - Theresienwiese * König Max I. Joseph feiert sein 25jähriges Regierungsjubiläum.

Auf dem „Oktoberfest“ rückt dadurch die Person des Monarchen stark in den Mittelpunkt.

Die dynastische Verbindung zwischen den Wittelsbachern und den Habsburgern wird durch die Verlobung der Königstochter Sophie mit dem österreichischen Erzherzog Franz Karl neu gefestigt.

Die Feierlichkeiten werden in das Geschehen des „Oktoberfestes“ mit einbezogen.

Oktober 1824

Theresienwiese * Am „Hauptrennen“ dürfen sich nur mehr inländische Pferde beteiligen.

Die Maßnahme dient der Förderung der „edlen Pferdezucht in Bayern“.

Oktober 1824

Theresienwiese * Innerhalb der „Pferderennbahn“ befindet sich der „Wirtsbudenring“.

Die sie betreibenden Bierwirte und Brauereien sorgen mit Kegelbahnen und Kletterbäumen für Unterhaltung und Volksbelustigung.


Verwendet in Führung:

23. Maximilianstraße
29. Graggenau



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