13. Juni 1953

Kundgebung für den „Samstag-Nachmittag-Ladenschluss“

München * Die „Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen - HBV“ und die „Deutsche Angestellten-Gewerkschaft - DAG“ haben zur Kundgebung für den „Samstag-Nachmittag-Ladenschluss“ aufgerufen.

Der Protestmarsch bewegt sich vom „Arbeitsamt“ in der Maistraße über den Sendlinger-Tor-Platz zum Stachus und von dort weiter in die Altstadt, wo er sich in der Kaufingerstraße vor „C&A Brenninkmeyer“ staut.
Demonstranten blockieren im Inneren des Geschäfts die neumodernen Rolltreppen.


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Ladenöffnungszeiten, Gewerkschaft, HBV, DAG, Arbeitsamt, Maistraße, Sendlinger-Tor-Platz, Stachus, C&A Brenninkmeyer,

Weitere Ereignisse im Jahr 1953

1953

München-Au * Der in der Zwischenzeit weltweit angesehene „Auto-Designer“ Ludwig Weinberger gibt aus Altersgründen den „Karosseriebau“ auf und zieht sich ins Privatleben zurück. 

Ludwig Weinberger hat - nach eigenesn Angaben - insgesamt etwa zehn Bugattis und fast 300 „BMW- Fahrgestelle“ karossiert.  

Das Anwesen in der Zeppelinstraße 41 bleibt auch weiterhin in Weinbergers Familienbesitz. 

1953

Köln-Wahn * Karl Valentins Nachlass kommt in das „Theatermuseum im Schloss Wahn“ bei Köln.

Mit Recht spotten die Kölner noch heute über das „engstirnige und kleinkarierte Verhalten“ der „Münchner Kulturbeauftragten und Stadtoberen“.

1953

Bundesrepublik Deutschland * Nach dem Zweiten Weltkrieg geht es an den Aufbau eines zukunftsorientierten internationalen Fernmeldenetzes. 

Ein wichtiger Schritt dazu ist das „Edelmetall-Motordrehwähler-System“ der Firma „Siemens“.

Dem elektromagnetischen folgt das „Elektronische Wählsystem“, das zum digitalen System führt. 

1953

München-Englischer Garten * Der „Schuttberg am Hirschanger“ ist abgetragen.

1953

Bundesrepublik Deutschland - Bonn * Verheiratete Frauen dürfen ein Bankkonto eröffnen.

1953

München-Graggenau * Dieter Hildebrandt legt am Münchner „Residenztheater“ die Prüfung der Schauspieler-Genossenschaft ab. 

1953

New York * Dr. Hermann Schülein, der ehemalige „Generaldirektor der Löwenbräu AG“, übernahm in New York die Funktion des „managing directors“ der „Liebermann-Rheingold-Brauerei“.

Ihr Bierausstoß liegt im Jahr 1953 bei 3,5 Millionen Hektoliter und hat „Löwenbräu“ weit überflügelt.

1953

München-Maxvorstadt * Jella Lepmann eröffnet in ihrer „Jugendbibliothek“ in der Kaulbachstraße 11 eine Ausstellung von Kinderzeichnungen aus Israel.

1953

München-Berg am Laim * Die Familie Bernheimer verkauft ihr Grundstück an der Friedenstraße 40 an die private „Milchhof München GmbH“.

Das Areal war in der NS-Zeit „arisiert“ und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder seinen rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben worden.

12. Januar 1953

Rom-Vatikan - München-Kreuzviertel * „Bischof“ Joseph Wendel erhält die „Kardinalswürde“ übertragen. 

Vor dem 24. April 1953

München * Einige Münchner Firmen, darunter „C&A Brenninkmeyer“ und „Salamander“, wollen ihre Läden auch am Samstagsnachmittag nach 14:00 Uhr offen halten. 

Dagegen wehren sich die Gewerkschaften und rufen zu Protesten auf.

25. April 1953

München-Ludwigsvorstadt * Mehrere tausend Verkäuferinnen und Verkäufer demonstrieren vor dem Münchner Gewerkschaftshaus für einen „freien Samstagsnachmittag“.

1. Mai 1953

München-Maxvorstadt * Im Anschluss an die „Mai-Kundgebung“ des „Deutschen Gewerkschaftsbundes - DGB“ auf dem Königsplatz bewegt sich ein Protestzug mit Transparenten zum „freien Samstagsnachmittag“ durch die Luisenstraße in Richtung Bahnhofsplatz.

Da sich der Protestzug nach der polizeilichen Aufforderung nicht auflöst, greift die Staatsmacht auf der Höhe des „Luisenbunkers“ mithilfe eines „Wasserwerfers“ ein. 
Die mit Stahlhelm und Karabiner bewaffnete „Bereitschaftspolizei“ löst mit Kolbenhieben den Protestzug auf. 

Vom Wasserwerfer gejagt bricht der 59-jährige Bahnangestellte Georg Bachl an der Ecke Luisen-/Prielmayerstraße tot zusammen.

20. Juni 1953

München * Die Firmen „C&A Brenninkmeyer“ und „Salamander“ halten ihre Geschäfte - wie angekündigt - auch an diesem Samstag bis 17:00 Uhr offen.

Etwa 10.000 Münchner protestieren gegen diese Maßnahme.
Es kommt zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen.
Vier Hundertschaften der „Bayerischen Bereitschaftspolizei“ - wieder mit Stahlhelm und Karabiner bewaffnet - versuchen unter Zuhilfenahme eines Wasserwerfers die Aufständischen zu vertreiben.

Die Protestierer flüchten zwar beim Anblick des Wasserwerfers, doch wenn dieser nach fünf Minuten wieder zum Befüllen der Wassertanks in die Ettstraße fahren muss, sind die Demonstranten schon wieder da.

Nach Auffassung der Polizei ist der Wasserwerfer „das humanste Zwangsmittel der Polizei, er schafft keine Märtyrer, wie das vielleicht beim Gebrauch des Gummiknüppels der Fall wäre, sondern er macht lächerliche Gestalten aus den Demonstranten“

6. September 1953

Bundesrepublik Deutschland - Bonn * Bei der Wahl zum „2. Deutschen Bundestag“ erhält

  • die CDU/CSU mit ihrem amtierenden Bundeskanzler Konrad Adenauer 45,2 Prozent [+ 14,2] und 249 Sitze.
  • Die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Erich Ollenhauer erringt 29,8 Prozent der Stimmen [- 0,4] und 162 Sitze.
  • Die FDP bekommt 9,5 Prozent [- 2,4] und 53 Sitze.
  • Die DKP scheitert an der „Fünf-Prozent-Hürde“.
  • Der „Gesamtdeutsche Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten - GB/BHE“ zieht mit 5,9 Prozent und 27 Sitzen in den „Deutschen Bundestag“ ein.

Unter den 487 Abgeordneten befinden sich 129 ehemalige Mitglieder der NSDAP.

Konrad Adenauer [CDU] wird Bundeskanzler einer Koalition aus CDU/CSU und FDP.

19. September 1953

München-Theresienwiese * Der 4,50 Meter große Löwe auf dem „Löwenbräu-Festzelt“ darf wieder brüllen.

Die Öffentlichkeit hatte für die Maulkorb-Maßnahme des Stadtrats kein Verständnis gezeigt. Im Gegenteil, der brüllende Löwe war zu einem Wahrzeichen des „Oktoberfestes“ geworden.

Gemeinsam mit der „Löwenbrauerei“ protestierten die Wiesnbesucher gegen den Maulkorb.

19. September 1953

München-Theresienwiese * Ludwig und Berta Hagn sen. übernehmen das Schützenzelt unterhalb der Bavaria.

18. Oktober 1953

München-Angerviertel * Der „Weiß-Ferdl-Brunnen“ am „Viktualienmarkt“ wird in Betrieb genommen.

18. Oktober 1953

München-Angerviertel * Der „Karl-Valentin-Brunnen“ am „Viktualienmarkt“ wird enthüllt.


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